Fastenkalender und Moderation

Einige meiner Leser haben es schon gemerkt: Wie im Vorgängerblog gibt es auch hier einen Fastenkalender mit meinen Gedichten. Heuer hätte ich es beinahe vergessen, aber eben nur beinah.

Die Kommentarfunktion ist weiterhin so eingestellt, daß Erstkommentatoren von mir freigeschaltet werden müssen. Wer nach seinem ersten Kommentar nicht automatisch zum Kommentieren zugelassen ist, darf daraus schließen, daß ich ihn persönlich auf Moderation geschaltet habe, also: daß ich ihm zutraue, sehr beleidigende Kommentare zu verfassen, und mich und meine Leser hiervor schützen möchte.

Sollte ein Stammkommentator mit freundlichen Absichten und gutem Ton einmal nicht freigeschaltet sein, kann das daran liegen, daß er ein in die Moderationsschleife führendes Schlüsselwort verwendet. Selbstverständlich schalte ich solche Kommentare frei, sobald ich kann.

Ich finde es grundsätzlich bereichernd, wenn kommentiert wird. Deshalb möchte ich trotz eines unschönen Vorfalls gestern weiterhin Kommentare zulassen. Ich werde aber Kommentare, die ich verletzend finde, künftig auch nicht ausnahmsweise mal freigeben, sondern gar nicht. Alles andere kostet mich zu viele Nerven und verführt mich zu leicht zu unschönem Kontern.

Viel Freude beim Lesen und Kommentieren – und gesegnete Fastenzeit!

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Donnerstag nach Cinerum

Gabe und Gegengabe

All meine dummen alten Eitelkeiten
Will ich Dir, Jesus, vor die Füße breiten,
Nimm Du sie an, weil ich nichts Bessres habe.
Du gibst in Fülle, was mich führt zum Leben.
Du hast mir Herz und Geist und Zeit gegeben.
Du machst Dich selbst zu einer Gegengabe.

© Claudia Sperlich

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Cinerum

Mein Fasten

Mein Fasten wird die Hungersnot nicht lindern,
wird keine Wüste feucht und fruchtbar machen,
und sollte betend ich die Nacht durchwachen,
wird das die Bitterkeit der Welt nicht mindern.

Mein Fasten bringt nicht Trauernde zum Lachen,
läßt keinen Forscher Heilungswege finden,
wird keines Kriegsgewinnlers Hände binden
und im Verzagten keinen Mut entfachen.

Nur etwas klarer wird das eigne Denken,
nur etwas freier wird die eigne Seele,
der eigne Leib wird weniger belastet.

Und wenn ich dann nicht Mut und Lust verfehle,
Gedanken, Kraft und Liebe zu verschenken,
hab ich nicht nur aus Eigennutz gefastet.

© Claudia Sperlich

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Frohsinn

Ich liebe meine Heimatstadt Berlin.
Einmal im Jahr liebe ich sie noch mal ganz besonders. Das ist die Faschings-, Fastnachts-, Fasnet- oder wie immer -Zeit. Die tollen Tage.

Natürlich gibt es das in Berlin. Es ist auch durchaus lustig, eine muslimisch gekleidete Frau mit einem kleinen Darth Vader an der Hand zu sehen. Aber es fällt halt nicht besonders auf. Die Stadt wird nicht flächendeckend mit Konfetti und Bonbons beregnet. Man kann am Rosenmontag ganz normale Dinge tun, ohne aufzufallen. Es hängen weder beim Frisör noch beim Orthopädiefachgeschäft Luftschlangen herum, jedenfalls nicht in den südwestlichen Gefilden der Hauptstadt. Und genau dafür liebe ich diese Weltgegend.

Sicher, es gab am letzten Sonntag vor der Fastenzeit entsprechende Predigten, bestimmt viele, und es wurden mancherorts dabei auch Pappnasen getragen (aber nur in Gemeinden, die sonst auch nicht liturgisch firm sind). Schlimm ist es auch in Pflegeheimen, wo Menschen, die nicht weglaufen können, mit Karnevalsschlagern angeödet werden. (Für mich wäre das ein ganz strenger Aufruf zum Kreuztragen, möge es mir erspart bleiben.) Aber insgesamt ist Berlin in diesen Tagen recht zivilisiert. Das heißt, es wird natürlich weiter gelogen, betrogen, gestohlen, vergewaltigt, gemordet – aber es wird wenigstens nicht so getan, als sei alles lustig.

Ich habe Sympathie für Kostümfeste, für tobende Kinder und für Rollenspiele.
Gar keine Sympathie habe ich für verordneten Frohsinn, für Schunkelpflicht und Abstinenzverbot, für besoffene Grabscher und verdreckte Straßen. Ich mag es einfach nicht. Ich frage mich auch: Was macht ein armer Rheinländer, wenn es ihm kurz vor Aschermittwoch so richtig elend geht? Wenn er mit Pflege Angehöriger überlastet und alleingelassen ist, wenn er eine fatale Diagnose bekommen hat, wenn er Liebeskummer hat oder die Arbeit verloren hat? Da bleiben doch nur zwei Möglichkeiten: Saufen oder auswandern. Ich würde unter allen Umständen zu letzterem raten.

Die Frohsinnsschergen werden mich auch heuer nicht fangen. Ich bleibe hier, in dieser wundervollen, schwierigen, verrufenen, gefeierten Hauptstadt und denke: Ich habe so schlechte Laune, wie es mir gefällt. Bleibt mir vom Leibe mit dem bunten Brauchtum, das keine Trauer und keine Probleme duldet. Bleibt mir vom Leibe in Freud und Leid, und auch jetzt, da ich begeistert an einer hochinteressanten Übersetzungsarbeit sitze.

Es ist wundervoll, ein fröhliches Herz zu haben. Frohsinn zu fordern, ist grausam. Und bei mir herrscht Konfettiverbot.

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Wägen, Hängen, Bezahlen, Leiden

… das alles heißt das lateinische Wort pendo.
In cruce pependit wird gewöhnlich übersetzt mit Er hing am Kreuz. Oder Er litt am Kreuz. Beides ist im Wortsinn richtig.

Und ebenso richtig ist:

Er wog am Kreuz ab – also: Er gab sich selbst in die Waagschale, und in der anderen Waagschale waren unsere Sünden; nur Er genügt als Gegengewicht.
Er bezahlte am Kreuz.
Er schätzte am Kreuz – schätzte uns so hoch, daß Er sich für uns einsetzte und hingab.

Alle vorgestellten Übersetzungsmöglichkeiten finden sich im lateinisch-deutschen Wörterbuch. Und ich sitze da als Übersetzerin eines Hymnus und frage mich: Wenn ich schon kein Wort mit dieser Spannweite der Bedeutung habe – in welche Richtung gehe ich dann?

Wahrscheinlich kommt im März heraus, wie ich mich entschieden habe. Vielleicht schon vorher. Jetzt kommt erst einmal heraus, daß die alten Hymnen, die vom Herrn am Kreuz sprechen, alle mit einem Wort eine ganze Welt beschreiben:

Jesus hing – bewegungsunfähig, erstickend. Er litt – mit vollem Gewicht an den von Nägeln durchbohrten Handwurzeln hängend, die ebenso misshandelten Fußwurzeln machten ein Abstützen völlig unmöglich. Er hatte gewusst, was auf Ihn zukam, hatte erwogen und bedacht, daß wir es Ihm wert sind. Er wusste, daß unsere Sünden viel zu schwer wiegen, von irgendetwas oder irgendjemand außer Ihm aufgewogen zu werden.

Ich liebe Ihn – viel zu wenig.

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Hörnchen spielt Versteck

Essen ist ja genug da, man muss sich nicht sorgen. Spielen wir was?
Eichhörnchen

Du findest mich nie!
Eichhörnchen

Guckuck!
Eichhörnchen

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Ehrfurcht, Bildung und Klugheit

Ob ich mit einem Kunstwerk etwas anfangen kann oder nicht, sagt nichts über das Kunstwerk und wenig über mich.
Wie aber ein Mensch, der während seines Kunststudiums notwendig mit irgendeiner Form von Kunstverständnis in Kontakt getreten ist, ein Meisterwerk in seiner unmittelbaren Umgebung vollständig missachten kann, verstehe ich nicht.

Alexander Karle, Jahrgang 1978, Absolvent der Hochschule der Bildenden Künste Saar, in seiner Heimat Saarbrücken als Kleinkünstler nicht völlig unbekannt, machte durch eine sehr seltsame Aktion vor gut zwei Wochen von sich reden, die es heute immerhin in ein regionales Blatt geschafft hat. Die Saarbrücker Zeitung meldet:

Ein junger Mann mit Bart und kariertem Hemd steigt über die rote Kordel, die den Altarraum der Basilika St. Johann abriegelt. Er steigt auf den barocken Altar, macht 27 Liegestütze, legt sich kurz erschöpft auf die Steinplatte, steigt wieder runter, wischt mit einer Hand über den Altar, um Dreck zu beseitigen, und verlässt den Altarraum wieder.

Alexander Karle hat diese Aktion vollführt und gefilmt und sieht sie als Kunstwerk.

„Ich wollte mich nicht über die katholische Kirche lustig machen oder Gefühle von Gläubigen verletzen“, versichert Karle. … Es seien ein paar Menschen zum Beten in der Basilika gewesen, die dazu „kein Wort gesagt“ haben, versichert Karle. Und er sei ja selbst auch Katholik, wenn auch nur auf dem Papier. Er wollte zwei Symbole – Religion und Leistungsdruck eben – zusammenbringen, um deutlich zu machen: „Die Allmacht der Industrie mit all ihren Folgen für die Umwelt, Tiere und uns Menschen, das kann so nicht weitergehen.“

Die Basilika St. Johann in Saarbrücken ist reinster Barock, vollständig erhalten, dabei viel leichtfüßiger als der oft so überladene bayerische oder österreichische Barock. Daß der Altar ein besonderes Kunstwerk ist, kann man sehen, ob er einem nun gefällt oder nicht. Daß er aus Marmor ist, und daß Marmor ein sehr empfindliches, weil poröses Gestein ist, muß ich dem Herrn Absolventen einer Kunsthochschule wohl auch nicht erklären.

Aber das ist nicht einmal der wesentliche Punkt. Wäre es ein behelfsmäßiger Altar in einer zerstörten Kirche, oder wäre es ein Altar von ganz ausgesuchter Hässlichkeit, oder wäre es der Altar einer mir vollständig fremden Religion – es wäre genau so schändlich, darauf herumzuturnen.

Ich glaube Alexander Karle, daß er niemanden verletzen wollte. Das will auch ein zornentbrannter Fünfjähriger nicht, der Omas Lieblingstasse zerschmeißt mit dem Ausruf „Ihr seid alle doof“. Ich glaube sogar, daß er tatsächlich Kunst studiert hat (nicht aber, daß das viel über die Qualität der Hochschule der Bildenden Künste Saar aussagt).

Ehrfurcht vor Gott kann ich vom anderen nicht verlangen, nur erhoffen. Ehrfurcht vor dem Mitmenschen, Respekt vor seinen Sitten und Gebräuchen, kann ich verlangen, solange von mir verlangt wird, den anderen als kulturfähiges Wesen anzuerkennen. Bildung und Klugheit sind nötig, um den künstlerischen Rang und die religiöse Bedeutung eines Altars sowie eines Tabernakels zu sehen und um zu wissen, was sich in diesem Umfeld gehört. Ehrfurcht, Bildung und Klugheit vermisse ich bei Alexander Karle.

Und was Liegestütze auf dem Altar mit der „Allmacht der Industrie mit all ihren Folgen für die Umwelt, Tiere und uns Menschen“ zu tun haben, sehe ich auch nicht.

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Heute: Thomas von Aquin!

Heute gedenkt die katholische Kirche des großen Aquinaten. Ich gedenke mit. Und Radio Horeb auch – dort ist heute um 20.30 Uhr die Radiofassung meines Vortrages über Thomas von Aquin zu hören.

Sein Hymnus Verbum supernum prodiens endet:

Der Eine und Dreifaltge Herr
sei immerwährend hochgelobt,
Er gebe uns im Vaterland
ein Leben ohne Endlichkeit.

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Zur Verdeutlichung: Zuerst sind die Schwächeren dran.

Ich schrieb gestern zum Thema Abtreibung über die sinnvolle Reihenfolge von Hilfeleistung im Zusammenhang mit Abtreibungen bzw. deren Verhinderung:

Zuerst versuchen, eine Tötung zu verhindern, dann erst versuchen, auch dem Täter (oder, hoffentlich, dem verhinderten Täter) zu helfen – das ist eine sinnvolle Reihenfolge. So empörend es für viele klingt: Der Mutter helfen ist zweitrangig. Den ersten Rang nimmt das Kind ein.

Hierauf wurde kommentiert:

Danke für den Artikel. Besser hätte man das dem “Pro Life” Lager zugrunde liegende gesellschaftliche Konzept gar nicht in drei Worten beschreiben können: “Frauen sind zweitrangig.” Finde es schön, dass sich das jemand mal so offen zu sagen traut und sich nicht hinter dem ganzen 1000.plus Schmonzes von wegen “wir wollen zuerst den Frauen helfen” versteckt.

Ich bin in meinem Gegenkommentar etwas unfreundlich geworden und stehe dazu. Meine Sympathie für 1000plus und andere Organisationen der Lebensschützerbewegung darf man voraussetzen.

Ich habe definitiv nicht geschrieben „Frauen sind zweitrangig“. Wer guten Willens und der deutschen Sprache mächtig ist, kann das überprüfen.

Wenn ich bei einem Unfall einen Menschen sehe, der kurz vorm Verbluten ist, und einen anderen, der sich den Arm gebrochen hat, dann ist der mit dem gebrochenen Arm selbstverständlich nicht als Person zweitrangig, aber ihm helfen ist zweitrangig. Das heißt: Ihm muss geholfen werden, aber den ersten Rang in der Folge der Hilfeleistungen nimmt der Verblutende ein. Ich nehme an, auch ein Mensch, dem der gebrochene Arm gerade sehr wehtut, wird das einsehen – zumindest nachträglich, wenn der Schmerzschock überwunden ist.

Ich hoffe, jetzt klar genug zu sein. Und ich hoffe, es gibt noch mehr als die mir persönlich bekannten Menschen, die den Unterschied zwischen „Der Mutter helfen ist in einer bestimmten Situation zweitrangig“ und „Frauen sind zweitrangig“ erkennen können und weder mir noch 1000plus Frauenfeindlichkeit vorwerfen.

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Unbedauert und trotzdem schlecht

Ob es das Post Abortion Syndrom als eigenes Krankheitsbild tatsächlich gibt oder nicht, weiß ich nicht. Es gibt Hinweise dafür und dagegen. Der Wikipedia-Artikel zum Thema verneint es auf erkennbar tendenziöse Weise. Prof. Dr. med. Ingolf Schmid-Tannwald (Ärzte für das Leben e.V.) legt dar, daß es als Variante des Posttraumatischen Belastungssyndroms gar nicht so selten auftaucht.

Daß es Frauen gibt, die nach einer Abtreibung keine Sekunde ihres Lebens denken, diese Tat könne falsch gewesen sein, ist kein Argument. Daß es Frauen gibt, die danach lange unter krankmachenden Gewissensbissen leiden, ist auch kein Argument. Denn einerseits gibt es Menschen, die ungesundes Verhalten leichter wegstecken als andere (und ja: eine schlechte Tat ist „ungesundes Verhalten“, nicht nur für das Opfer). Andererseits sind krankmachende Gewissensbisse aufgrund ganz verschiedenen Formen von Fehlverhalten bekannt und kommen sogar bei Menschen vor, denen nur eingeredet wurde, daß sie etwas Schlimmes getan hätten. (Letzteres wird von Pro-Choice-Befürwortern gerne – und bar jeder Logik – als Argument dargestellt.)

Symptome, die als PAS verstanden werden können, tauchen oft erst Jahre nach der Tat auf. Das macht es sicher schwierig zu beurteilen, ob sie überhaupt mit der Abtreibung zusammenhängen oder ganz andere Gründe haben; schließlich sammelt sich in fast jedem Leben, wenn es nur lange genug dauert, so manches an, was krank machen kann. Eine Frau, die abgetrieben hat und außerdem eine nervenaufreibende Arbeit hat und gemobbt wird, oder in deren Leben es noch andere traumatische Erlebnisse gab, die mit der Abtreibung nichts zu tun haben, kann dadurch krank werden. Man wird vielleicht nicht mehr zweifelsfrei herausbekommen, ob der Grund ihrer Krankheit in der Abtreibung oder anderen Problemen oder einer Kombination von beidem liegt. Die schwierige Diagnose spricht aber nicht gegen das Vorhandensein eines PAS, sondern für die Notwendigkeit gründlicher Forschung.

Selbstverständlich muss Müttern in Not beigestanden werden, und zwar vor, während und nach der Geburt. Selbstverständlich müssen auch Mütter, die abgetrieben haben, offene Arme und seelischen Beistand finden, wenn sie darunter leiden. Zunächst aber muss den Kindern beigestanden werden. So krass das klingen mag: Es ist wie bei anderen Tötungsabsichten und Tötungen auch. Zuerst versuchen, eine Tötung zu verhindern, dann erst versuchen, auch dem Täter (oder, hoffentlich, dem verhinderten Täter) zu helfen – das ist eine sinnvolle Reihenfolge. So empörend es für viele klingt: Der Mutter helfen ist zweitrangig. Den ersten Rang nimmt das Kind ein. Denn zuerst geht es darum, daß ein Mensch von Anfang an alle Menschenrechte hat und daß durch Abtreibung alle Menschenrechte missachtet werden. Ob sich irgendjemand der Beteiligten dies klarmacht oder ob Eltern, Großeltern, Geschwister, Tanten, Onkel, Freunde und Ärzte unisono sagen „Macht nichts, weg damit“, und ob es der Mutter hinterher irgendwelche seelischen oder körperlichen Probleme bereitet, abgetrieben zu haben, oder nicht, ist für die schlichte Tatsache „Mensch wurde getötet“ vollkommen gleichgültig.

Wenn ein Mensch nach der Geburt getötet wird, ist es fast allen Menschen (Singer und ähnliche mal ausgenommen) klar, daß die darauf folgenden Gefühle des Täters für Ergebnis und moralische Bewertung der Tat keine Rolle spielen. Der Mensch ist tot, das ist traurig – es wurde getötet, das ist schlecht: Kaum einer wird hier widersprechen.

Es ist für die Beurteilung von Recht oder Unrecht vorgeburtlicher Tötung ebenso unerheblich, ob es der Mutter leid tut.

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