Eine Nominierung

Die Christin und Bloggerin Sharela hat mich für Liebster Award nominiert.
Zunächst einmal: Dank für die Nominierung. Der Award soll dazu dienen, unbekannte Blogs bekannter zu machen – und daß dies für mein Weblog gewollt wird, freut mich.
Jedoch: Liebster Award ist an nichts anderes geknüpft als an den Wunsch des Nominierenden, irgendein Blog bekannter zu machen, und die Bedingungen sind die eines Kettenbriefes (allerdings ohne anderen als ideellen Einsatz). Er verbindet also Menschen, die prinzipiell nichts gemeinsam haben außer dem Menschsein und dem Bloggen – und der Tatsache, daß der Nominierende das nominierten Weblog noch nicht lange kennt.

Die Regeln sind einfach:

1. Danke dem Blogger, der dich nominiert hat.
2. Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat.
3. Füge einen der Liebster-Blog-Award Buttons in deinen Post ein.
4. Beantworte die dir gestellten Fragen.
5. Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst.
6. Nominiere x-11 Blogs.
7. Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass du sie nominiert hast und verlinke von dort aus auf deinen eigenen Liebster Award Artikel.

Liebe Sharela, ich möchte den Award nicht annehmen. Ich mag nicht elf Menschen (oder auch weniger) dafür nominieren, daß ich ihre Blogs gut finde (denn im Grunde kommt das dabei heraus). Aber Deine Fragen beantworte ich gerne.

1) Wie kamst du zum Bloggen?
Ich habe bei der Erstellung und Durchführung eines ARG mit dem Weblog einer fiktiven Person begonnen – und dann Freude daran gefunden. Im Sommer 2007 begann ich mit meinem Weblog Kalliopevorleserin, das zunächst als Plauderei und gelegentliche Reklame für meine Arbeit als Vorleserin diente und sich immer mehr zu einem ausdrücklich katholischen Blog entwickelte.
Klaus Kelles Vortrag auf dem Bloggertreffen in Essen gab den Anstoß, das alte Weblog zu schließen und dieses anzulegen – besser und katholischer als zuvor.

2) Mit welchen drei Wörtern könnte man dich beschreiben?
Das kommt natürlich auf den Beschreibenden an – Peter Singer würde andere Worte benutzen als Josef Bordat. Mit größtmöglicher Sachlichkeit glaube ich, die Worte Dichterin, katholisch, wissbegierig treffen auf mich zu.

3) Was ist dein Lieblingsgetränk?
Kaffee. Ich beginne die Arbeit ungern ohne ihn.

4) Wie beeinflusst deine Religion / dein Glaube deinen Alltag?
Zunächst ist mein Tag von Religion geprägt. Ich beginne ihn mit dem Kreuzzeichen, bete nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen, gehe fast täglich zur Messe und knie fast täglich eine Zeitlang vor dem Tabernakel. Das beeinflusst meinen All- und Sonntag auf die schönste denkbare Weise. Sodann versuche ich – von diesem Grundmuster gestützt -, die Gebote zu halten und christlich zu leben. Manchmal gelingt mir das. Oft auch nicht.

5) Wo oder wie betest du am liebsten?
Vor dem Tabernakel bzw. dem ausgesetzten Allerheiligsten kniend.

6) Wie kannst du Kraft tanken und entspannen?
Vor dem Tabernakel bzw. dem ausgesetzten Allerheiligsten kniend und beim Empfang der Eucharistie empfange ich Kraft. Innere Ruhe, also Entspannung, merke ich immer danach – und oft beim Spaziergang.

7) Was ist dein Lieblingsspruch / Motto?
Der Lieblingsspruch wechselt – die Grundhaltung ist: Gott hat Recht, und es wird schon werden.

8) Hast du ein Vorbild oder jemanden, der dich inspiriert?
Zum Vorbild nehme ich jeden, der meiner Ansicht nach mit Schwierigkeiten besser umgeht als ich. Als Inspiration können mir auch Menschen dienen, die ich für äußerst ungut halte – ich bin Dichterin!

9) Was ist dein Lieblingsbuch oder -film?
Kohelet und das Neue Testament.

10) Hast du diese Woche eine „gute Tat“ getan?
Jemandem einen Brief geschrieben, der gerade Trost und Aufmunterung braucht, und jemand anderem etwas übers Christentum erklärt – ich hoffe, in rechter Weise.

11) Wenn eine Zauberfee dir einen Wunsch erfüllen könnte: Was würdest du dir wünschen?
Daß sie weggeht. Ich möchte mich an Jesus halten, nicht an Zauberei.

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Mittwoch der ersten Fastenwoche

Zuversicht

Ich werde nicht viel hinterlassen,
es wird die gierige Welt
aus meinem Erbe kaum fassen
das Bestattungsgeld.

Ich lasse kaum so viel Spuren
wie Kinderburgen aus Sand,
wie Windhauch über den Fluren,
wie Schritte auf steinigem Strand.

Aber der meine Schritte
längst vorgezeichnet hat,
das Licht der Welt, ihre Mitte
erwartet mich in Seiner Stadt.

Trotz all meiner Fehler und Scharten
werde ich bei Ihm sein.
Seine goldene Stadt und Sein Garten
werden mir Heimat sein.

© Claudia Sperlich

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Programmtip für heute Abend

Fast hätte ich es vergessen:

Auf Radio Horeb bin ich heute mit der Vorstellung meines Buches Archipoeta – Der Erzdichter zu hören. In der Sendung Credo um 20.30 Uhr spricht erst der Publizist Markus Günther, dann bin ich dran, und schließlich spricht Josef Bordat.

Die Reihe Credo ist immer auch als Podcast und MP3 hörbar.

Radio Horeb hat mich übrigens um weitere Mitarbeit gebeten, was mich sehr freut. Ein durch und durch katholischer, kluger Sender, der den katholischen Glauben auf verständliche, unterhaltsame, aber nicht verflachende Weise verkündet – kein Wunder, daß ich da mitmachen möchte.

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Dienstag der ersten Fastenwoche

Wenn Er kommt

Wenn Er nun käme,
plötzlich und unerwartet,
wie ein Dieb in der Nacht?
Mich überfiele, ohne
Rücksicht auf meine Arbeit?
Würde ich sagen,
Laß mich diese Geschichte
eben noch fertigbringen?
Oder hätt ich den Mut,
auch hierauf zu verzichten?

© Claudia Sperlich

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Montag der ersten Fastenwoche

Mandelzweig und Eisensäule
Jer. 1,11-19

Wie Eisensäulen trage mich der Glaube,
wie alter Städte Mauern stark und fest.
Bewahre, Gott, am Kapitäl die Taube,
behüt am Zinnenkranz das Schwalbennest!

Laß mich bekennen Deine Mandelblüte,
das Wort, das jenen fruchtet, die Du liebst.
Wo Niedertracht die Menschlichkeit verbrühte,
laß mich vertrauen, daß Du Leben gibst.

Wenn sie Dein Wort verachten, mich bedrohen,
hilf, daß nicht Feigheit meinen Geist bezwingt.
Gib, daß ich mutig singe Deine frohen
Verheißungen, und daß mein Lied gelingt.

© Claudia Sperlich

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Zum Valentinstag

Der Heilige Valentin ist, wie heute schon viele gesagt haben, nicht für irgendein romantisches Gedöns zuständig, sondern war ein mutiger Priester, der trotz kaiserlichen Verbotes christliche Paare traute und diesen Mut mit dem Leben bezahlte.
Einen besseren Schutzpatron können Menschen, die sich auf die Ehe vorbereiten, kaum haben. Heute denke ich da besonders an Suse und Tobias!

Sankt Valentin

Du riefst die Jugend auf, sich nicht zu scheuen,
Sich Jesus, nicht dem Kaiser, zu bereiten,
Nach Christenart vor den Altar zu schreiten,
Vor Ihm, nicht Juno, Blumen auszustreuen!

Als Bischof bliebst in harter Prüfung Zeiten
Du Christi Kirche treu und halfst den Treuen,
Das Band der Liebe immer zu erneuen
Und festzuhalten trotz der Widrigkeiten.

Du hast der Ehe Heiligkeit gezeigt,
Die Bild der Kirche ist, nicht Bild des Staates,
Da du dich trautest, andere zu trauen.

Du hast allein vor Jesus dich geneigt,
Noch im Gefängnis Zeuge Seines Rates.
Christus, den Bräutigam, darfst du nun schauen.

© Claudia Sperlich

Mein teils neu bepflanzter, teils von selbst wieder blühender und grünender Balkon gibt noch nichts Großartiges her – aber doch Blümchen. Die richtig Schönen gibt es dann zur Hochzeit.

Primula Veris
Primula VerisPrimula Veris
Primula VerisPrimula Veris
WinteririsIrgendetwas aus Blumenzwiebeln
Winteriris

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Invocavit

Unverhüllt

Kommen wirst Du leuchtend auf den Wolken,
richten wirst Du und den Frieden bringen,
wenn Du wiederkommst in Herrlichkeit.

Leiblich bist Du überall in Kirchen,
überall, wo sich vollzieht die Wandlung –
noch verhüllt, auch wenn Du wiederkommst.

Wirst Du blühen aus dem Tabernakel,
aus dem Kelch als Licht und Quelle fließen,
wenn Du wiederkommst in Herrlichkeit?

Wo Du längst schon bist, dort wirst Du kommen,
Wein und Brot und menschliche Gestalt,
Du in Brot und Wein und unverhüllt.

Dieses Brot wird jeden Hunger stillen,
dieser Wein wird jeden Kummer stillen,
wenn Du wiederkommst in Herrlichkeit.

© Claudia Sperlich

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Ein Bistum auf Facebook

Das Bistum Münster ist in den vergangenen Jahren schon mehrmals durch nicht eben rechtgläubige Aussagen aufgefallen. Mir ist das besonders schmerzlich, weil mein dortiges Theologiestudium so lange auch wieder nicht her ist und ich damals wirklich vieles Wertvolle gelernt habe, heute aber niemandem mehr raten möchte, ausgerechnet dort zu studieren.

Der Facebook-Auftritt dieses Bistums glänzt besonders speckig durch teils banale, teils mit dem katholischen Glauben schwer oder gar nicht zu vereinbarende Inhalte. Kürzlich teilte es ein unbegabt gezeichnetes Trickfilmchen, in dem Gott vor einem Journalisten eine Menge Unsinn redet. Kurz gefasst geht es darum, daß ihm Erde, Menschheit und Glauben egal sind, daß er aber beleidigt ist über die Theodizeefrage. Dabei werden billigste Scheinargumente und untergeschobene Plattitüden bunt durcheinandergewürfelt.

Bei einer atheistischen Seite fände ich das nicht kommentarwürdig. Bei einer Bistumsseite schon. Es handelt sich nämlich in diesem Fall schon nicht mehr um Häresie – ein Häretiker macht sich über seinen Glauben ja Gedanken, auch wenn sie irrig sind! – sondern um eine Form des Atheismus, die so tut, als wäre sie witzig, in Wahrheit aber nur dumm und vor allem vollständig ahnungslos in Bezug auf Religion ist. (In Bezug auf zeichnerisches Können übrigens auch.)

Dem Bistum Münster,
anlässlich eines schlechten Trickfilms auf seiner Facebook-Seite.

Auf Bistumsseite ist ein Film zu sehen,
Als Witz sogar zu schlecht für Atheisten:
Ein Männchen-Gott vor einem Journalisten,
Der klarstellt: Völlig wurst ist unser Flehen.

Er mosert erstmal über Terroristen,
Und über Fragen zu dem Weltgeschehen,
Und über mögliche Theodizeen,
Und setzt zum Untergang dann Abmahnfristen.

Kein Wort fällt von Erlösung und von Gnade.
Doch überm Kopf zeigt uns ein Dreieck an:
Aufs Christentum verweist der alte Mann.

Auf andern Seiten wäre es nur schade.
Auf Bistumsseiten sind es gleich zwei Sünden.
Gottlos und faul. Die solln – gefälligst – künden!

© Claudia Sperlich

Nachtrag: Thomas Mollen vom Team des bistümlichen Facebookauftrittes kommentierte eben:

 Wir freuen uns über die angeregte Diskussion. Darin sind auch einige Argumente enthalten, die wir vorher so nicht bedacht, Fragen, die wir uns nicht gestellt hatten. Ganz sicher war es nicht unsere Absicht ein bestimmtes Gottesbild zu ‚propagieren‘, geschweige denn eines, in dem Gott sich nicht für die Menschen interessiert. Wir wollten Sie eigentlich nur mit einem Schmunzler ins Wochenende verabschieden. Das ist uns bei vielen Usern (siehe Likes) gelungen, bei anderen (siehe Diskussion) deutlich nicht. Auch wenn Humor letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks ist (auch bei uns gibt es zu dem Video verschiedene Meinungen), werden wir die hier geführte Diskussion zum Anlass nehmen, intern weiterzudebattieren, welche Beiträge wir künftig hier teilen und welche eher nicht.

Das macht meine Skepsis gegenüber dieser Facebookseite zwar nicht viel geringer, aber stimmt doch in diesem Fall versöhnlich.

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Samstag nach Cinerum

Nach der Beichte

Der den Felsen im Wüstensand
und das Rote Meer hat gespalten –
Er spaltet nicht Kümmel.
Der meines Hauptes Haare zählt
und meines Lebens Tage –
Er zählt keine Erbsen.
Der alle Welt aus Liebe erschuf
und allen die Liebe bietet –
Er ist niemals kleinlich.

© Claudia Sperlich

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Freitag nach Cinerum

Mission

Wir sind nur Lumpen – und das soll sich lohnen!
Der Welt Gelump weckt unsre Lebensgeister.
Wir haben nichts – und darin sind wir Meister!
Wir brauchen nichts (und auch nicht uns) zu schonen.

Wo braves Spießertum mit rosa Kleister
Aus Zuckerguß der hohlen Traditionen,
Mit gänzlich sinnentleerten Konventionen
Verklebt sein Elend, und die Schicht wird feister,

Greift unsre schrille freche Lumpenbande
Ganz ohne Furcht vor Blicken, Scham und Schande
Mit vollen Händen in den Erdendreck.

Wir pflügen um, was jene nur bedecken,
Wir wischen aus die klebrig süßen Ecken.
Kaputte Lumpen werfen wir nicht weg.

© Claudia Sperlich

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