Meisen

Der Futterring auf meinem Balkon ist ein sehr beliebter Treffpunkt, hier für eine Schar Kohlmeisen.

Meisenknödel kann man auch ohne Netz kaufen, und es gibt mehrere gute Gründe dafür. In den Netzen können die Vögel sich verfangen. Außerdem sind die Netze aus Kunststoff,  und wir brauchen wirklich nicht noch mehr Plastikmüll. Und schließlich kann sich an einem solchen Futterring eine ganze Schar von Piepmätzen gleichzeitig bedienen.

Eine noch junge Blaumeise (auf dem Köpfchen noch grau statt dem Blau der adulten Vögel) hatte sich in mein Zimmer verflogen und flatterte an dem geschlossenen Fenster auf und ab, statt durch die immer noch offene Balkontür.  Ich konnte sie greifen (sehr vorsichtig!) und hielt sie ins Freie. Dabei spürte ich ihren schnellen Herzschlag in meiner Hand. Sie war unverletzt,  aber noch benommen und ließ sich etwas widerwillig auf den Rand der Gießkanne setzen (meine Hand fand sie besser, vielleicht weil sie warm ist). Nach einigen Minuten flog sie weg.

Veröffentlicht unter WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Meisen

Gesegnete Pfingsten!

Geist der Freude
Melodie: Holy Ghost, dispel our Sadness (Louis Bourgeois)

Geist der Freude, Gottes Feuer,
das in unsre Herzen fällt,
flammend wie ein Abenteuer,
das den Menschengeist erhellt!
Du machst uns für Gott bereit,
gibst uns wahre Frömmigkeit,
Rat, Erkenntnis, Weisheit, Stärke,
zeigst den Weg zum guten Werke.

Du lässt Grenzen überwinden,
gibst uns Liebe, Kraft und Mut.
Du lässt unsre Ängste schwinden,
Du machst unsre Herzen gut.
Du bist stark und sanft und hell,
heilig, fröhlich, siegreich, schnell,
lässt uns beten, lässt uns handeln,
Du willst unsre Sinne wandeln.

Stürmisch bist Du, Gottes Künder,
unberechenbar und frei,
füllst mit Jubel unsre Münder,
stehst uns in der Trauer bei,
Geist, der über Fluten schwebt,
der uns stärkt und neu belebt!
Wenn auch alles dunkel bliebe,
Du gibst Hoffnung, Glauben, Liebe.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Hörnchen, heute mal weniger scheu

Tatsächlich waren heute ganz kurz zwei Hörnchen gleichzeitig auf dem Balkon, und sie haben sich nur sehr leise gezankt. Gingen sich dann aber doch lieber aus dem Weg.

Veröffentlicht unter WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Hörnchen, heute mal weniger scheu

Sommerbilder

Es blüht so unglaublich schön, da muss ich einfach Blumen anschauen. Ich kann nur dazu raten, der Blick auf Blumen macht froh.

Mohn

Rosen (ja, auch Kirschen sind Rosazeen)

Pfingstrose (Päonie, hat mit der Rose nichts zu tun) mit Käferbesuch

von links nach rechts, zeilenweise: Pfeifenstrauch, auch Bauernjasmin genannt; Schafgarbe; Kugellauch; Gänseblümchen; Löwenzahn; Astern; Margeriten; Grasblüten; Skabiose; Gelbes Windröschen (wieder: keine Rose, sondern eine Anemone)

Veröffentlicht unter WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Sommerbilder

Angst und Sieg

Joh. 16,29-33

In jener Zeit sagten die Jünger zu Jesus: „Siehe, jetzt redest Du offen und sprichst nicht mehr in Bildreden. Jetzt wissen wir, dass Du alles weißt und von niemandem gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass Du von Gott ausgegangen bist.“ Jesus erwiderte ihnen: „Glaubt ihr jetzt? Siehe, die Stunde kommt und sie ist schon da, in der ihr versprengt sein werdet, jeder in sein Haus, und Mich alleinlassen werdet. Aber Ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei Mir. Dies habe Ich zu euch gesagt, damit ihr in Mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

***

Jesus betreibt keine Schönfärberei.  Er sagt Seinen Jüngern in aller Deutlichkeit,  dass sie Bedrängnis und Angst erleben werden,  dass sie sich aus Angst zurückziehen werden – und dass Er den inneren Frieden bringt,  auch wenn der äußere Friede zerbrochen ist.

Jesus hat die Welt durch Liebe besiegt – und wir können in aller Not auf Ihn vertrauen. In den Ländern mit der stärksten Christenverfolgung gibt es auch unwahrscheinlichen Glaubensmut, an dem wir uns im verhältnismäßig sicheren Deutschland ein Beispiel nehmen können.

Auch wenn das Leben unerträglich scheint, wenn alles um uns zerbricht, wenn wir Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Ablehnung erfahren,  wenn die Welt uns mit all ihren Gemeinheiten überschüttet, bleibt Jesus Christus Sieger. Er trägt uns, auch wenn alles zerfällt.

Das gilt auch dort, wo solche Worte wie ein billiger Trost klingen (und wo man vielleicht lieber schweigt und betet, statt von Krieg und Terror betroffenen Menschen zu sagen,  dass alles gut wird). Das Leid unschuldiger Menschen ist nicht wirklich verstehbar und ist empörend. Aber das Vertrauen auf den Sieg des Herrn kann uns Mut machen.

„Fürchtet euch nicht“ – dieser Satz kommt in der Bibel sehr häufig vor. Jesus sagt ihn oft. Ich versuche,  Ihm auch darin zu folgen. Es gelingt mir immer öfter.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Angst und Sieg

Die Sache mit der Feindesliebe

Immer wieder höre ich,  dass mein deutlicher Mangel an Freundlichkeit gegenüber Hamas, Putin und anderen Menschenschindern nicht christlich ist.  Wo denn da meine Besinnung auf die Bergpredigt bleibe, und ob ich etwa gut finde, dass [beliebiges victim blaming einfügen].

Oft bin ich kurz davor, wirklich saugrob zu werden (und manchmal werde ich es, beispielsweise nach besonders abstoßenden antisemitischen Äußerungen, oder wenn mal wieder behauptet wird,  für die Greuel in Butscha und Mariupol gebe es keine Beweise).

Meistens bleibe ich im Tonfall zivilisiert. Aber es fällt mir zunehmend schwer, angesichts von Kommentaren unter beliebigen Nachrichten aus Israel bzw. über die Ukraine noch irgendwie wohlwollend auf Palästinenser oder auf Putin zu schauen.

Ich schreibe „Palästinenser“, weil ich noch keinen Protest von irgendwelchen Palästinensern gegen die Hamas wahrgenommen habe, außer auf den Gazastreifen beschränkte Demonstrationen. Ich schreibe „Putin“, weil es bekannt ist, dass schon russische Soldaten desertiert sind, um sich nicht weiter an diesem Unrecht zu beteiligen,  und weil zahlreiche (wenn auch nicht genug) Zivilisten Putin keine Sympathie entgegenbringen. Putins Getreue, einschließlich Kirill, dürfen sich mitgemeint fühlen.

Die AfD-nahen Putinfreunde und die im relativ sicheren Deutschland lebenden Gestalten, die der Hamas Sympathie entgegenbringen,  weil Glatze und Springerstiefel out sind und sie irgendetwas Antisemitisches brauchen, machen mir die Feindesliebe auch nicht leichter.

Was hat Jesus denn nun gesagt?

Ich fange an mit ein paar Dingen,  die Er nicht gesagt hat:

Wenn jemand deinen Nachbarn auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die linke Wange deines Nachbarn hin.
Wenn jemand deinem Nachbarn den Mantel wegnimmt, dann gib ihm auch das Hemd sowie Frau und Tochter deines Nachbarn.

Es ist kein Zeichen christlicher Liebe, einem Menschen zu verzeihen,  dass er einen anderen Menschen,  den man gar nicht kennt,  beraubt, vergewaltigt oder ermordet hat (oder alles davon). Die Worte der Bergpredigt richten sich an jeden einzelnen ganz persönlich.

Ich bin weder bereit noch willens,  der Hamas ihre Blutorgie vom 7. Oktober zu verzeihen.  Oder Putins Horden ihre Gemetzel  und Rudelvergewaltigungen. Es ist auch nicht meine Aufgabe.

Zu meinen Aufgaben gehört, zu beten  – auch für die Täter. Ich hoffe für jeden einzelnen,  dass er sich besinnt, bereut und umkehrt. Aber Umkehr muss auch beinhalten,  eine Strafe zu akzeptieren  – sonst ist sie nicht glaubwürdig.

Umkehr muss klare Worte und sinnvolle Taten zur Folge haben. Ein lahmes „Tschuldjung, war nich so jemeint“ ist nicht ausreichend, wenn man ein Blutbad angerichtet hat. Und „Aber die Juden haben angefangen“, wie im Falle von Gaza täglich zu hören,  ist kindisch und erbärmlich.

Ach, benutze ich zu harte Worte? Was hätte Jesus denn gesagt?

Schlangenbrut vielleicht.  Oder übertünchte Gräber. (Und dennoch ist Er auch für die so Titulierten in den Tod gegangen – und auferstanden.)

Ich bin traurig und zornig über Schuldumkehr, Rechtfertigung von Gräueltaten und über die missbräuchliche Verwendung der Bergpredigt. Ich will nicht aufhören zu beten  – auch für die Täter. Und ich will nicht anfangen,  Jesu Lehre zu verdrehen. Ich will nicht anfangen,  Grausamkeiten zu verzeihen,  die anderen als mir angetan wurden. Man sagt, Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist Grausamkeit. Aber Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit ist ebenfalls Grausamkeit und tarnt sich noch dazu als Edelmut.

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 2 Kommentare

1700 Jahre Nizäa

Am 20. Mai 325 begann das Konzil, in dem die Lehre von der Dreifaltigkeit ausgearbeitet wurde. Arius war dagegen.

Nikolaus in Nicäa

Zwölf Jahre war es her, daß Christi Weg
vom Kaiser war gestattet – Dank dem Herren!
Das Blut der Märtyrer ist aufgegangen
als Saat der Christen – Ernte mag noch fern sein.

Nun kam die Drohung aus den eignen Reihen.
Arius lehrte, Jesus sei nicht göttlich,
geschöpflich nur, nicht wirklich Sohn des Vaters.
Schon folgten viele diesem Irrtum nach.

Wir waren nah beim goldenen Byzanz,
dreihundert Bischöfe im Dienst des Herren.
Wir wollten Christi Wesen, Seine Lehre,
das Wort des Vaters lehren und verstehn.

Christus ist Gott, ist eins mit Gott dem Vater,
und mit dem Heilgen Geist, den beide atmen.
Wenn das nur alle wüßten! Alle stritten.
Sogar mein Freund Theognis war gespalten.

Mit ihm hab ich gesprochen und gebetet,
gestritten und erklärt, die Schrift geprüft
und unsern Glauben, bis uns beiden klar war,
daß Gott dreifaltig ist und Christus Gott.

Arius aber war verstockt, beharrte
mit Trotz und Stolz auf seiner falschen Lehre.
Er ließ durch keine Milde, keine Strenge
zur Wahrheit und zum Leben sich bekehren.

Da ist mir endlich die Geduld gerissen.
Er setzte an zu neuer Wiederholung –
da schlug ich zu. Auf seiner Wange blieb,
geschwollen, rot, der Abdruck meiner Hand.

Es war ganz plötzlich still. Die Brüder starrten,
Arius hielt die Hand auf seine Wange,
ich selbst erschrak vor mir und war zugleich
voll böser Freude über diesen Schlag.

Dann riefen alle durcheinander. Einer
nahm mich beim Arm und führte mich beiseite,
und wenig später hörte ich mein Urteil:
Ich war gefangen und war ausgeschlossen.

Ich hatte Zeit, mich meiner Tat zu schämen
und bat den Herrn um Gnade und Vergebung
für mich und für Arius: Sei barmherzig!
Am Ende wurde mir die Tür geöffnet.

Das christliche Bekenntnis ist besiegelt,
gezeichnet auch von mir und von Theognis,
nicht von Arius. Doch der Herr wird richten,
Er ist barmherziger als ich es war.

Wir werden für den Glauben streiten müssen
und um ihn ringen. Doch bewahr uns Christus
vor ungerechtem Wüten! Lassen wir
nicht über unserm Zorn die Sonne sinken!

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Gute Nachbarschaft

Das Haus ist groß, es gibt einen begrünten Hof und immer mal wieder ein nettes Treffen auf demselben.

Und viel,  viel gutes Essen! Ganz oben: gemischtes Hack mit Zwiebeln und Paprika im Teigmantel, Rezept von mir.

So lässt es sich leben! Und dass das Wetter nicht ideal ist, ist egal.  Wir feiern!

Veröffentlicht unter WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

Was hat Jesus für uns getan?

Diesen Vortrag habe ich am vergangenen Sonntag im Rahmen eines Glaubensseminars der Charismatischen Erneuerung gehalten.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

Es grünt, blüht aber noch nicht!

Auf dem Balkon habe ich insektenfreundliche Blumenmischungen gesät, aber mit dem Blühen lassen sie sich Zeit! Eine Blume sieht schon sehr verheißungsvoll aus.

Andere sind erst einmal nur wildes üppiges Grün – schön, aber noch nicht vollkommen.

Und schließlich gibt es noch Thymian und Oregano,  die nach einem Winter der völligen Vernachlässigung austreiben, als hätte ich sie verwöhnt.

Der Salbei hingegen ist eingegangen,  nachdem ich ihn zu seinem Schutz in die mäßig warme Küche geholt habe. Was lernt man daraus? Behandelt Küchenkräuter schlecht!

Veröffentlicht unter WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Es grünt, blüht aber noch nicht!