Jesus können wir vertrauen

Melodie: What a Friend We Have in Jesus 

Jesus können wir vertrauen!
Er, durch den die Kirche steht,
wird uns Weg und Brücke bauen,
selbst der Weg, der mit uns geht.
Er ist unser Freund und Bruder, 
Unser Brot und unser Wein. 
Reißt das Segel,  bricht das Ruder, 
wird Er trotzdem bei uns sein.

Zweifel scheinen uns zu trennen,
Wahrheit wird geschickt verdreht.
Will uns Gier und Schmerz verbrennen,
führt zu Jesus das Gebet. 
Stehn wir ratlos vor den Scherben 
einer irr gewordnen Welt, 
sind wir dennoch Himmelserben
und zum Gottesdienst bestellt.

Jesus wird uns sicher führen
auch durch Angst und Bitterkeit,
auch wenn wir Ihn nicht verspüren
in den Nöten unsrer Zeit.
Er ist stets an unsrer Seite,  
ist um uns wie Luft und Licht.
Jedem bietet Er Geleite,
Seine Liebe endet nicht. 

© Claudia Sperlich
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Garten, Balkon, Himmel

Der Vorgarten blüht wild. Die ersten Rosen sind halb schon hinüber, aber diese Art blüht zweimal, nur Geduld.

Auf meinem Balkon sieht es auch fein aus. Die Paprika (grün, sehr scharf) habe ich mit Früchten gekauft, nun hat sie weitere Blüten angesetzt.

Das Basilikum gedeiht prächtig. Der Salbei mag die Hitze nicht, aber trotzdem treiben neue Blättchen. Das wird schon, Salbei! Der Rosmarin hält sich wacker.

Die Gurken blühen und haben schon zwei kleine Gürkchen.

Auch die Hokkaido-Kürbisse blühen – riesige Kelche, die von einer Bienenart bereits besucht wurden. Sie breiten sich so aus, daß ich nicht weiß, wie lange ich auf meinem Balkon noch sitzen kann.

Tomaten gibt es auch – wenn sie was werden: kleine gelbe Tomätchen. Einsweilen aber erst kleine gelbe Blütchen.

Strohblumen werden sich auch als winterlicher Schmuck gut machen.

Himmel gibt es hier auch. Ihn brauche ich nicht zu begießen, leider begießt er derzeit auch nichts. Hoffen wir das Beste für die Entwicklung dieser zarten Wölkchen.

Kein Bild gibt es von dem Turmfalken, der sich vorhin vor mein Fenster setzte und mich kurz musterte. Und zwar während ich die Photos bearbeitete und die Kamera zwar griffbereit hatte, aber ohne Speicherkarte. Vielleicht dachte er, er bekommt von mir ein Eichhörnchen. Da luur man op, Falco tinnunculus!

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Jesus Christus beauftragt

Mission, Heilungsdienst und Exorzismus sind die priesterlichen Aufgaben, mit denen Jesus die zwölf Apostel betraut. Unentgeltlich müssen sie diese Dienste leisten,  nur Unterkunft und Essen dürfen sie annehmen und haben Anweisung,  nicht „von einem Haus ins andere“ zu gehen,  also sich durchzufuttern,  sondern sich zu bescheiden mit dem, was ihnen freiwillig gegeben wird.

Die Apostel durften in dieser Zeit lernen,  daß sie durch Jesu Bevollmächtigung Dinge konnten,  die sie nicht geahnt hatten: heilen und Dämonen austreiben und weitergeben,  was sie von ihrem Meister gelernt hatten – die Frohe Botschaft.

Ich bin sicher,  daß jeder  Christ irgendeine Aufgabe hat, die ihm von Gott gegeben wurde und die er durch Gottes Gnade tun kann und unentgeltlich tun soll. Vom Evangelium das leben,  was wir verstanden haben,  gehört für uns alle dazu; das ist die Form der Mission,  die allen Christen obliegt. Hören wir auf Gott und tun wir den Dienst,  den Er uns anvertraut!

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Gar nichts Besonderes

Ich sehe ein Photo von zwei Männern, einem mittleren Alters und einem sehr alten, beide in Mönchshabit, die an einem See spazierengehen. Der alte sitzt im Rollstuhl, der andere schiebt.

Die Kommentare überschlagen sich, wie besonders das ist, was für eine Nächstenliebe, wie liebevoll und so weiter. Und irgendetwas stört mich an diesen Kommentaren. Das Bild ist wirklich schön und friedlich. Aber…

Ich finde es nicht „besonders“. Ich finde es normal. Wenn man gemeinsam in einer Familie oder Wohngemeinschaft oder einem Kloster lebt, oder wenn man irgendwie befreundet ist, dann geht man gerne ein Stück zusammen. Und wenn einer im Rollstuhl sitzt und der andere nicht, wird der andere in der Regel schieben.

Ich habe meine Mutter hunderte von Kilometern geschoben, durch Städte, Museen, Parks, Landschaft. Nicht, weil ich so wunderbar bin (bin ich nicht) und nicht, weil sie schließlich meine Mutter war und ich das „musste“, sondern weil ich sie lieb hatte und weil ich auch sehr gerne spazieren ging. Über so hehre Sachen wie Nächstenliebe habe ich mir dabei nie Gedanken gemacht. Wir wären auch gemeinsam unterwegs gewesen, wenn sie zu Fuß gegangen wäre.

Die beiden Mönche sind, wie aus dem Text zum Bild hervorgeht, seit langem miteinander bekannt, schätzen einander und unterhalten sich gern. Sie gehen auch gern gemeinsam um einen kleinen See.

Wenn man das nur noch als einen Akt der Nächstenliebe des Jungen gegenüber dem Alten versteht, wird der alte Mann degradiert zu einem, der nur noch empfangen kann. Aber davon ist in dem Text zum Bild nicht die Rede.

Nächstenliebe ist etwas Wunderbares. Aber die Überhöhung jedes Freundschaftsdienstes zu einem Akt der Nächstenliebe wird weder Geber noch Empfänger gerecht. Die Geselligkeit, in der jeder gibt und jeder empfängt, wird durch solche Überhöhung zu etwas gemacht, wo einer nur gibt und der andere nur empfängt.

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Neuer Wein in neue Schläuche!

Jesus kommt zu uns, nicht weil wir so gut und fromm und sozial sind, sondern weil wir Sünder sind. Wenn wir das verinnerlichen,  dann können wir Gottes Wort aufnehmen und behalten,  so wie ein stabiler Lederschlauch den Wein in sich hält. Sobald wir anfangen,  Jesu Präsenz für eine Art Belohnung zu halten,  die wir verdient haben, verfälschen und verlieren wir Sein Wort, wie in einem porös gewordenen Schlauch der Wein erst sauer wird und schließlich durchsickert.

Falls diese Erkenntnis uns besser, frömmer und sozialer macht, als wir vorher waren,  hat das viel weniger mit unserer Mühe als mit Gottes Gnade zu tun.

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Mein Heiland

Melodie: Dort niedn in jenem Holze

Mein Heiland ist gekommen
zu unserm Heil zur Welt,
zu Sündern und zu Frommen,
und Er hat angenommen
den Mutterschoß zum Zelt.

Mein Heiland hat erlitten
den unverdienten Tod.
Er hört Propheten bitten,
hat uns das Heil erstritten,
da uns die Hölle droht.

Mein Heiland ist erstanden,
damit auch wir erstehn.
Die Seine Liebe fanden,
Befreit Er aus den Banden,
sie dürfen mit Ihm gehn.

Mein Heiland ist gefahren
als Gott zu Gott ins Licht.
Er ist der Herr der Scharen!
Wer glaubt dem Herrn, dem Wahren,
den hält die Lüge nicht.

Mein Heiland wird einst kommen,
zu richten alle Welt.
Wenn diese Zeit verglommen,
dann wird von uns genommen,
was Weg und Sinn verstellt.

Mein Heiland wird uns geben
die lichte Ewigkeit.
Wir werden mit Ihm leben
als Seines Weinstocks Reben,
von aller Not befreit.

© Claudia Sperlich
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Auf meinen neuen Fahrradhelm

Ein neuer Helm schützt nun mein altes Haupt,  
Denn nicht gefahrlos ist das Fahrradfahren:
Ein weißer Helm auf halb ergrauten Haaren,
Stabil und leicht und teurer als geglaubt.

Doch teurer noch sind der Doktoren Scharen,
Wenn man kaputte Schädel wieder schraubt.
Auch wird man vorher meist des Haars beraubt,
Und Hirne werden nie mehr, wie sie waren.

Behelmt, behütet und getreu den Regeln,
So trotze ich den Schusseln und den Flegeln,
Die diese Stadt oft viel zu schnell durcheilen.

Ich fürcht mich nicht vor tausenden von Wagen,
Doch ist's vernünftig,  einen Helm zu tragen.
Nun denn, mein Helm: Auf viele tausend Meilen!

© Claudia Sperlich
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Richtet nicht… oder doch?

Richtet nicht,  auf daß ihr nicht gerichtet werdet!

Dies Wort Jesu wird oft ausgerechnet dazu benutzt,  Kritiker mundtot zu machen.  Jemand sagt, daß und warum er Wort und Handlung eines anderen falsch findet, und schon kommt in besserwisserischer Frömmelei: Richte nicht!

Der Herr hat aber nicht gesagt „Lasst alles gleich gelten, erlaubt euch nicht die mindeste Urteilskraft“ – im Gegenteil,  wir sollen wachsam sein, klug, Zeichen der Zeit erkennen. Wir brauchen die Urteilskraft ja schon für einfache Entscheidungen, die nur uns selbst angehen. Was ich in meiner Wohnung wünsche oder zulasse, tue oder lasse, sollte weit mehr mit Urteilskraft als mit Zufall zu tun haben.

Wenn wir wahrnehmen,  daß jemand etwas sagt oder tut, das ihn oder andere erheblich schädigt, oder wenn die Lehre Jesu verfälscht wird (was mit Sicherheit schädlich ist!), sollten wir nicht stumm bleiben.  Natürlich sollen wir niemanden ohne Not bloßstellen.  Aber ihn zur Rede stellen,  unter vier Augen und nötigenfalls auch vor Zeugen, wie Paulus erklärt, das ist angebracht.

Richten wir da nicht?
Nein.  Etwas beurteilen,  sich begründet ein Urteil erlauben, ist etwas anderes als jemanden zu verurteilen. Eine Tat verabscheuen ist etwas anderes als den Täter verabscheuen.

Wenn wir Jesus durch Sein Wort und Sakrament immer besser kennenlernen,  schärfen wir dadurch auch unsere Urteilskraft.  Dann können wir uns selbst und unsere Kritikwürdigkeit immer besser erkennen, bekommen eine klarere Sicht und werden besser darin, Kritik zu ertragen und nötige Kritik an anderen so zu äußern,  daß sie deutlich ist, ohne vernichtend zu sein.

Dann können wir beurteilen, ohne gnadenlos zu verurteilen, und richtigstellen,  ohne unbarmherzig zu richten.

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Küsterdienst 

Die Kapelle des St-Gertrauden-Krankenhauses steht allen offen und wird rege genutzt: Montags Wortgottesdienst,  dienstags bis sonntags Messe,  zweimal im Monat Anbetung und Lobpreis, zuweilen Gottesdienste der Charismatischen Erneuerung,  zudem evangelische und ökumenische Gottesdienste.

Besonders die morgendlichen Messen sind mir wichtig. Seit langem bin ich unter der Woche,  wenn kein Organist da ist, Kantorin. Ab und zu habe ich Lektorendienst.  Und vor kurzem  – da leider nur noch zwei Ordensschwestern da sind, eine davon sehr alt – wurde ich gebeten,  auch in der Sakristei zu helfen.

Das ist keine schwierige oder sonderlich anstrengende Arbeit,  ich helfe einfach, daß alles, was für die Messe gebraucht wird,  zur rechten Zeit an seinem Platz liegt und hinterher wieder aufgeräumt wird. Aber es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und macht mir Freude.

Vor allem habe ich mit sehr schönen Dingen zu tun. Die liturgischen Bücher sind schön gedruckt und gebunden. Weißer Leinendamast, schönfarbige und bestickte Stolen,  Kelch und Hostienschale, selbst der Tabernakelschlüssel ist ein Stück Kunsthandwerk. Und natürlich Blumen aus dem Garten der Schwestern!

Der Grund, warum ich diese Aufgabe bekommen habe, ist traurig. Ich hoffe und bete, daß es wieder mehr Berufungen bei den Katharinenschwestern geben wird, daß das Gertraudenkrankenhaus nie ohne Ordensschwestern bleibt, und daß auch andere Ordensgemeinschaften in Berlin, in Deutschland, in Europa neues Wachstum erleben.

Aber daß ich hier helfen darf, ist einfach eine Freude.

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Fragen, Mündigkeit, Gehorsam

Jesus ist plötzlich weg.
Die Pilgerschar ist groß,  der Jugendliche weiß,  wo es langgeht,  und hat sicher Freunde,  und so machen sich Maria und Joseph erst einmal keine Sorgen. 
Das deutet auf ein gutes,  vertrauensvolles Verhältnis in der heiligen Familie hin. Maria und Joseph trauen ihrem Zwölfjährigen etwas zu. Er wird, nach der Sitte der Zeit, schon von seinem Pflegevater zum Handwerker ausgebildet und hat wohl schon oft längere Wege zurückgelegt.
Als es Abend wird,  ist Er immer noch nicht da. Jetzt bekommen sie Angst. Obwohl sie erschöpft sind, kehren sie um und gelangen spät in der Nacht wieder nach Jerusalem.  Keiner hat den Jungen gesehen. 

Nach drei Tagen, vermutlich mit wenig Schlaf,  finden sie Ihn im Tempel, umringt von Gesetzeslehrern,  die über seine klugen Fragen staunen.  Das ist eine Bar Mitzwa,  die religiöse Mündigsprechung eines jüdischen Knaben, die eigentlich erst bei Dreizehnjährigen vorgenommen wird und sicher in der Regel nicht spontan,  ohne die Eltern und ein Jahr zu früh stattfindet.
Der junge Jesus zeigt öffentlich,  daß es Ihm Ernst ist mit dem Glauben. Der Tempel ist Sein Vaterhaus, die religiöse Mündigkeit beweist Er mit Bravour.

Es gibt keinen Familienkrach,  nur eine noch unverstandene Antwort auf die Frage,  was das denn sollte. Jesus geht nach diesem Ereignis mit Mutter und Pflegevater nach Hause und ist ihnen gehorsam.

Verständige Fragen,  nicht nur Antworten, sind Zeichen der religiösen Mündigkeit.  Und Gehorsam,  nicht nur Eigenständigkeit,  ist ihre Folge. Nicht nur bei Jugendlichen.

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