Tausend Dank an den Kampfmittelräumdienst!

Und tausend Dank an Gott,  der die Menschen in Berlin-Schmargendorf heute vor einer Katastrophe bewahrt hat.

Denn dort ist nun wieder ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg weniger.

Übrigens ist das auch mal eine Gelegenheit,  die ewige Meckerei über die Behörden,  die da oben,  den Senat, ich weiß nicht wen noch… mal einfach stecken zu lassen.  Denn die Evakuierung von 6700 Menschen wurde gut organisiert,  die Bewohner eines Pflegeheims wurden provisorisch in umliegenden Krankenhäusern untergebracht,  es gab 0 Tote und 0 Verletzte.  Wäre nicht überall auf der Welt so glimpflich abgelaufen.

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Wie man mich nicht erreicht

Auf dem Weg zur Kirche bemerke ich (da unüberhörbar) eine irgendwie christliche Band. Ein junger Mann kommt auf mich zu und fragt: „Haben Sie sich schon Gedanken gemacht,  wo Sie nach dem Tod sein werden?“

„Im Himmel“, antworte ich, „bei Gott.“

Warum ich da so sicher sei, fragt er.

„Weil ich Ihn liebe.“

Ob ich denn nie etwas getan habe, was dieser Liebe widerspreche.

Einen winzigen Moment erwäge ich zu sagen „Zur Beichte war ich gestern“. Aber das gäbe überflüssige Diskussionen,  also sage ich: „Doch, natürlich.  Darf ich Sie jetzt auch etwas fragen?“

Er bejaht, und ich frage: „Hat Gott schon mal einen reuigen Sünder abgewiesen?“

Das verdutzt ihn, er beeilt sich, mir zu versichern,  er sei keinesfalls ein besserer Mensch als ich. Ich entschwinde in die Kirche.  Ein Flugblatt habe ich ihm noch abgenommen. Er gehört einer Glaubensgemeinschaft evangelischer Provenienz an.

Kurz später beginnt die Messe.  Eine ganz normale Messe,  schön und heilig und ergreifend und stärkend. Ich will keine andere Konfession. Sicher liebt dieser junge Mann Jesus.  Aber er erreicht mich nicht.  Jesus in der Gestalt des Brotes hingegen,  der Priester,  der die Kommunion spendet, die Kirche mit ihren Sakramenten und ihrer Lehre,  diese ganz und gar vernünftige Konfession – sie erreichen mich immer.

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April,  April!

Selbstverständlich erwägt die Deutsche Bahn nicht die Abschaffung der Toiletten im ICE. Unklar ist jedoch,  ob das einen nennenswerten Unterschied macht.

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Deutsche Bahn will künftig auf Toiletten verzichten

Um mehr Platz für Passagiere zu schaffen,  soll auf Toiletten im ICE ab 2026 verzichtet werden. „Sie funktionieren ohnehin nur selten“, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bahn AG in einem Interview.  „Also ist es sinnvoll,  den Raum vernünftiger zu nutzen.  Anstelle der Toiletten sind je nach Typ der WCs ein bis vier weitere Sitzplätze möglich.“

Auf die Frage,  wie dann mit natürlichen Bedürfnissen gerade auf Langstreckenfahrten umzugehen wäre, meint er:

„Es geht ja bisher auch, und wir haben Erfahrung mit vollständigem Ausfall sämtlicher Toiletten eines ICE. Wir überlegen,  an entsprechend ausgestatteten Bahnhöfen etwas längere Erleichterungspausen einzulegen.  Neben dem Angebot von Getränken und Snacks ist auch ein Angebot von Windeln in allen Größen möglich.  Dazu wäre dann allerdings der Erhalt einer Kabine pro ICE nötig.“ Auf die Frage,  warum man nicht stattdessen wenigstens eine Toilette pro ICE behalten könne, erwiderte er:

„Aus psychologischen Gründen.  Um die einzige Toilette gäbe es erheblich mehr Streit als um den einzigen Windelraum.“

Ein Prototyp soll schon im kommenden Jahr auf der Strecke Nürnberg-Fürth eingesetzt werden.

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Drei Emmaus-Gedichte

Emmausgang

Wo immer Menschen miteinander sprechen
von Angst und Trauer und von tiefem Sehnen
und dabei doch das Brot mit Fremden brechen –

Wo immer Menschen Trauer, Not und Sorgen
und selbst die Hoffnungslosigkeiten teilen
und doch den Fremden bitten: Bleib bis morgen –

Wo immer Menschen noch im Leid gedenken
des Nächsten und ihm Mahl und Dach gewähren,
da bist Du, Gott, und wirst Dich ihnen schenken.

© Claudia Sperlich

***

Der Wirt von Emmaus

Drei Männer kommen, staubig von der Reise.
Sehr jung scheint einer mit vernarbten Händen.
Zwei ältre, die sich fragend an Ihn wenden –
Sie scheinen fasziniert von Seiner Weise.

Sie setzen sich zu Tisch. Die Worte enden.
Zwei sinnen nach. Ich bring die simple Speise.
Der Junge betet drüber, Gott zum Preise –
Er scheint von sich den Segen auszusenden.

Sie schauen hoch, sie rufen einen Namen.
Und plötzlich ist der Dritte nicht zu sehen!
Und sie, ganz ohne Angst: „Wir müssen gehen.”

Sie gehen auf den Weg, auf dem sie kamen.
Sie tanzen fast! Ihr Schritt ist jung und schnell.
Du Fremder – mach auch meine Augen hell.

© Claudia Sperlich

***

Caravaggio: Emmaus

Gleiche ich jenem Jünger, der ganz plötzlich
an wohlvertrauter segnender Gebärde,
den sanften Fremden kennt, die Arme breitet –
halb lachend und halb weinend, unentschieden,
ob er umarmen, ob er knien solle?

Gleiche ich jenem, der die Lehnen klammert,
sich vorbeugt und mit aufgerissnen Augen
das junge Antlitz absucht nach Vertrautem –
kann dieses Haupt ganz ohne Blut und Wunden
der Freund sein, den zu Tode man gefoltert?

Gleiche ich jenem Wirt, der leicht verlegen
und schwankend zwischen Sorge und Bewundrung
und Wißbegier – was ist mit diesen Fremden? –
die Kanne hält, doch ohne einzuschenken –
die dienende Gewohnheit weicht Verblüffung?

Nur eines weiß ich wohl: Nicht gleich ich jenem,
der völlig sicher, ruhig und ohne Bangen
dankt für das Brot in liebender Vertrautheit,
der oft nur karg gelebt und doch nicht sorgte,
ob morgen Brot und Leben noch zu haben.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte

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Die beiden Soldaten

Gaius 

Der Stein ist schwer. Wem konnte das gelingen?
Los, komm. Wir müssen diesen Vorfall melden.
Wird Ärger geben für uns beide Helden!
Am besten, gleich es hinter uns zu bringen.

Und der Zenturio wird uns bestrafen.
Ich könnte über meine Blödheit flennen!
Auf Wache sein und wie ein Baby pennen!
Was wird's uns kosten, so im Dienst zu schlafen?

Hat uns der Wirt was Falsches aufgetischt?
Hat jemand in die Posca was gemischt?
Wie kann man diesen Tiefschlaf sonst erklären?

Ich möchte Mithras jedes Opfer bringen,
Lässt er den Freispruch irgendwie gelingen,
Gibt er mir nur die Chance,  mich zu bewähren!

Lucius

Und wenn ein Gott hat weggerollt den Stein,
Und uns davor in diesen Schlaf versetzt?
Man sagt, der Mann, so auf den Tod verletzt,
Behauptete, ein Göttersohn zu sein.

Man sagt auch, viele habe er geheilt,
Nicht nur bei Juden. Er war populär.
So wie Asklepios. Vielleicht noch mehr,
Angeblich ging das leicht und unverweilt.

Vielleicht ist's Unsinn.  Weiß es nicht zu sagen,
Man denkt so viel in diesen wilden Tagen,
In diesem viel zu heißen Land voll Staub.

Es könnt doch sein, ein Gott hat ihn befreit
Und uns betäubt für eine kurze Zeit.
Ich find's wahrscheinlicher als einen Raub.

(c) Claudia Sperlich
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Christus ist auferstanden,  Halleluja!

Allen meinen Lesern wünsche ich von Herzen ein frohes, gesegnetes, gnadenreiches Osterfest!

Und dran denken: Wir feiern eine Woche lang – die Osteroktav – und eigentlich in jeder Messe Ostern. Christen sind ständig am Feiern, weil der Herr einfach gerne mit uns feiert!

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Mein Fastenprojekt: Kein Essen kaufen. Das mach ich mal wieder!

Ich hatte mir vorgenommen,  in der Fastenzeit nichts Überflüssiges einzukaufen und gar keine Lebensmittel. (Zu dem nicht Überflüssigen zählten dann zwei Bücher, eines für mich und eines für mein Patenkind.  Darüber mögen Asketen streiten.)

Am Fastnachtsdienstag kaufte ich ein letztes Mal groß ein. Ich hatte nun reichlich Nudeln,  Reis,  Mehl, Grieß,  Bohnen, Couscous… sowie die selbstgemachten Marmeladen und Suppenkonserven, dazu eine Menge Thunfisch in Dosen und selbst eingelegte süßsaure Eier, außerdem Zwiebeln und Äpfel, passierte Tomaten,  Tomatenmark und Gewürze und wenig Süßigkeiten.

Die Äpfel langten bis zum Freitag der dritten Fastenwoche. Dann gibt es halt eine Weile Obst nur in Form von Marmelade und Kompott! Mehl hätte ich etwas mehr kaufen sollen,  in der dritten Woche zeichnete sich ab, daß es für die gewünschte Menge Brot nicht reichen würde. Ich buk ab jetzt Reisbrot, d.h. ich machte Brotteig  aus einem Teil gekochtem Reis und fünf bis sechs Teilen Mehl  und stellte fest, daß diese Brote besonders köstlich sind. Auch eine Packung Knäckebrot musste dran glauben. Und dann langte es ganz knapp – die letzten beiden Tage der Fastenzeit gab es Reis statt Brot.  Auch gut!

Allerdings ging auch der Kaffee zur Neige. Das konnte ich nicht ertragen (und wäre dann auch unerträglich geworden), und so bestellte ich Kaffee bei einer seit kurzem in Deutschland ansässigen kleinen Rösterei, für die ich hier werbe.

Montags bis freitags gab es einfaches rein pflanzliches Essen,  wenig Fett und wenig Zucker  – wie ich es mir schon einmal an- und leider wieder abgewöhnt hatte. Samstags wurde ich wie sonst auch nach der Messe zum Frühstück beim Bäcker eingeladen, und die beiden Male,  wo das nicht klappte, gönnte ich mir zwei eingelegte Eier.  Sonntags gab es u.a. Eier,  Thunfisch und etwas Süßes.

Ich habe jede Mahlzeit genossen. Man kann aus sehr einfachen Zutaten sehr wohlschmeckendes Essen zubereiten,  und man kann sich dabei gesund und abwechslungsreich ernähren.

In der zweiten Halbzeit merkte ich, daß einige Dinge knapp wurden und stärker rationiert werden mussten.  Aber hungern musste ich keinmal. (Tatsächlich bin ich immer noch viel zu fett; eine wunyerbare Speckverminderung fand nicht statt.) Die letzte Woche war allerdings die schwerste, einfach weil ich mich nun sehr nach Obst und Gemüse, Käse und Schinken sehnte. Ein Asket wie die Wüstenväter wird aus mir definitiv nicht  – muss ja auch nicht.

Einen Sonntag wurde mir ein riesiger und köstlicher Kuchen geschenkt,  von dem ich den größten Teil an eine kleine Suppenküche weitergab. Ich hatte trotzdem wirklich viel Kuchen genossen.

Mir hat das Sparen und Rationieren gut getan. Einerseits konnte ich Zeit und Geld für meine Nächsten und für mehr Bibellektüre (leider weniger als geplant) und Gebet aufwenden. Auch den lange vernachlässigten Rosenkranz habe ich neu entdeckt.  Andererseits tat es mir gut, mir den Wert alltäglicher Nahrung auf diese Weise sehr bewusst zu machen. Und schließlich hoffe ich,  die eingeübte Disziplin noch ein Weilchen zu behalten.

Ich habe lange nicht mehr so viel gelesen und Musik gehört wie in dieser Fastenzeit.  Dabei bin ich nicht ausgegangen,  auch Kino hatte ich für diese Zeit gestrichen. In der Kirche war ich aktiv als Lektorin, Kantorin und Sakristanin, besonders in der Heiligen Woche hatte ich naturgemäß viel zu tun. Ich liebe diese Dienste und war nun auch schon mehrmals mit der Leitung des Wortgottesdienstes betraut, wenn kein Priester da war. 

Die Küche ist nun ziemlich geplündert, nur eingelegte Eier habe ich noch viele (davon mache ich gern ab und zu große Mengen). Am Gründonnerstag habe ich das meiste für Ostern eingekauft, das wird vorher nicht angebrochen. Das Osterbrot habe ich eben gebacken. Gleich folgt der letzte kleine Einkauf vor Ostern, dann geht’s zur Speisensegnung. Und heute Abend in die Kirche zum höchsten Fest! Danach gibt’s wieder Erlesenes zu essen. Ich freue mich darauf.

Eine Frucht dieser Fastenzeit ist ein Zuwachs an Energie,  Freude und Gelassenheit. Mir ist klar, dass das ein Geschenk ist, nicht etwas durch tapferes Fasten Verdientes! Allerdings merke ich nicht zum ersten Mal, dass Fasten Raum schafft für die Gnade Gottes.

Dank sei Gott! Denn die Hauptsache ist und bleibt Er.

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Karfreitag

Melodie: Herr, Dir ist nichts verborgen (GL 428)

Das Kreuz hast Du getragen
zum Heil der ganzen Welt.
Ans Kreuz bist Du geschlagen
als unser Lösegeld.
Hast Angst und Hohn und Qual,
den Foltertod erlitten.
Für uns, die so zerstritten,
starbst Du aus freier Wahl.

Zwei andre Kreuze tragen
zwei Räuber, die voll Hohn
Dir noch im Sterben sagen:
„Nun hilf uns, Gottessohn!”
Da sieht der eine Dich
als Weg zu neuem Leben:
„Wird Dir das Reich gegeben,
Herr Jesus, denk an mich!”

Ihm sagst Du zu: „Noch heute
wirst du mit Mir dort sein!”
Wer seine Schuld bereute,
geht in das Leben ein.
Vor Deinem Kreuz will ich
die Sünden eingestehen,
zu Dir um Heilung flehen
und ganz vertrau’n auf Dich.

© Claudia Sperlich

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Gründonnerstag

Melodie: Wohin soll ich mich wenden (GL 145)

Beim letzten Paschamahle saß Jesus mit den Seinen,
und Seine Worte scheinen in unsre Welt als Licht,
Vermächtnis, Trost und Mahnung: So ist der Herr zugegen
auf allen Erdenwegen, das Wort verlässt uns nicht.

Er mahnte Seine Jünger: Wohl besser nie geboren,
als ganz und gar verloren und niemals mehr Ihm nah!
Doch wer bei Ihm will bleiben, wer Ihn noch liebt im Sterben,
der wird Sein Reich auch erben, dem sagt Er: Ich bin da.

Er machte sich zum Diener, daß wir einander dienen,
Er ist als Licht erschienen, daß jeder leuchten kann.
Er gab uns Seine Weisung als Prüfstein für das Handeln.
Wer so sich lässt verwandeln, wird frei von finstrem Bann.

Dann sprach Er Seinen Segen, den Dank für Gottes Güte,
für dieser Erde Blüte, und Dank für Brot und Wein.
„Mein Leib, für euch gegeben! Mein Blut, für euch vergossen!”
Wer dieses Mahl genossen, den lädt Er zu sich ein.

In Ihm ist Gott verherrlicht! Wir singen Seine Ehre,
doch wären wir wie Meere voll stetem Jubelklang,
und leuchteten wie Sonnen, und wie die Adler flögen,
genug wär kein Vermögen zu würdigem Gesang.

© Claudia Sperlich

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