Liebes Grundgesetz!

Herzlichen Glückwunsch zum 75. Geburtstag! Und Respekt,  daß Du noch gar nicht daran denkst, Dich zur Ruhe zu setzen.

Josef Bordat hat Dir vor fünf Jahren ein Buch zum Geburtstag geschenkt, ich habe es damals rezensiert und empfehle es noch heute.

Heute wünsche ich Dir und allen,  die in Deinem Geltungsbereich leben, daß Du in höherem Maße geliebt und geachtet wirst,  als es tatsächlich geschieht, und daß Du verschont bleibst von kosmetischen Operationen, die Du selbst nicht wolltest und deren Folgen Dich schwächen.

Der in Deiner Präambel genannte Gott schenke Dir noch viele Jahre.

Beste Grüße,

Claudia

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Gesegnete Pfingsten!

Und dazu drei Choräle.

Einer für das Stundengebet, singbar auf zahlreiche Melodien:

Du Geist, der über Urflut schwebt,
der taubengleich vom Himmel steigt,
Du reine Liebe, die belebt,
die Sprache gibt und Wege zeigt!

Ein Flammenmeer im Jüngerkreis!
Aus jedem Mund ein Loblied klingt,
ein Glaubensfeuer, Gott zum Preis,
das Angst und Zweifel niedersingt.

Und keiner schweigt, und keiner bleibt,
der in dies Lied hat eingestimmt.
Auch uns der Geist zum Zeugnis treibt,
der unser Herz im Sturme nimmt.

© Claudia Sperlich

Einer für den Tag:

Melodie: Alles meinem Gott zu Ehren ( 455)

Geist, der auf der Urflut schwebte,
als die Erde noch war jung,
der sie füllte und belebte,
Schöpfergeist und Lebensschwung,
durch Ihn rufen die Propheten,
in Ihm lehrt der Herr uns beten,
Er gibt Liebe, Mut und Kraft,
Dichtersinn und Wissenschaft.

Wie der Dornbusch lodernd brannte,
doch vom Feuer nicht verzehrt,
war die Schar, die Gott bekannte,
flammengleich vom Geist genährt.
Gottes Geist erfüllte jeden,
ließ in fremden Sprachen reden,
und es hielt sie nicht im Haus,
Jubel trugen sie hinaus.

Petrus, erster unter Gleichen,
wies auf die Verheißung hin,
sprach von Wundern und von Zeichen,
traf der Menschen Herz und Sinn.
Fischer, der die Lämmer weidet
und für Jesus Christus leidet,
ihn hat Gottes Geist gelenkt,
ihm Beredsamkeit geschenkt.

Komm mit Deines Geistes Klarheit,
Gott, Du Herr der Ewigkeit!
Send uns Deinen Geist der Wahrheit
in die wirr gewordne Zeit.
Gib den Hirten Du aufs Neue
Glaube, Hoffnung, Liebe, Treue,
daß Dein Wort bleibt unvermischt
und die Lehre nie erlischt.
© Claudia Sperlich

Einer für den Abend:

Melodie: Du lässt den Tag, o Gott, nun enden (GL 96)

Komm, Heilger Geist, mit Sabbatfrieden
erfüll mich, wenn ich zornig bin,
und hab ich mich von Dir geschieden,
dann leuchte mir zu klarem Sinn.

Wenn ich in meinem Groll verharre,
dann hilf mir auf der Sanftmut Steg,
wenn ich auf alte Sünden starre,
dann zeig mir Jesu neuen Weg.

Sei Du das Licht in meinem Leben,
wenn Irrlicht mich verleiten will.
Dann wird mein Zweifelherz sich geben
in Vaters Hand und wird dort still.
© Claudia Sperlich

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Gertrud Kolmar – In meinem Schoße ruht das Beil

Die expressionistische Dichterin Gertrud Käthe Chodziesner – mit Künstlernamen Gertrud Kolmar – stammte aus gutbürgerlichem jüdischen Hause. Mit Anfang 20 hatte sie eine Affäre mit dem Offizier Karl Jodel und wurde schwanger. 

Die Familie drängte sie zur Abtreibung  – allerdings tat der saubere Geliebte nichts dagegen.  Er ließ sie sitzen (und weiteres lässt sich über ihn nicht herausfinden). Sie schrieb:

Die Verlassene

An K.J.

Du irrst dich. Glaubst du, daß du fern bist
Und daß ich dürste und dich nicht mehr finden kann?
Ich fasse dich mit meinen Augen an,
Mit diesen Augen, deren jedes finster und ein Stern ist.

Ich zieh dich unter dieses Lid
Und schließ es zu und du bist ganz darinnen.
Wie willst du gehn aus meinen Sinnen,
Dem Jägergarn, dem nie ein Wild entflieht?

Du läßt mich nicht aus deiner Hand mehr fallen
Wie einen welken Strauß,
Der auf die Straße niederweht, vorm Haus
Zertreten und bestäubt von allen.

Ich hab dich liebgehabt. So lieb.
Ich habe so geweint … mit heißen Bitten …
Und liebe dich noch mehr, weil ich um dich gelitten,
Als deine Feder keinen Brief, mir keinen Brief mehr schrieb.

Ich nannte Freund und Herr und Leuchtturmwächter
Auf schmalem Inselstrich,
Den Gärtner meines Früchtegartens dich,
Und waren tausend weiser, keiner war gerechter.

Ich spürte kaum, daß mir der Hafen brach,
Der meine Jugend hielt – und kleine Sonnen,
Daß sie vertropft, in Sand verronnen.
Ich stand und sah dir nach.

Dein Durchgang blieb in meinen Tagen,
Wie Wohlgeruch in einem Kleide hängt,
Den es nicht kennt, nicht rechnet, nur empfängt,
Um immer ihn zu tragen.

Gertrud Kolmar liebte und wollte das Kind, auch wenn sie Scham und Angst empfand und zeitweise an Selbstmord dachte. Wie sehr sie sich über das Kind freute und es in Gedanken schon aufwachsen sah, geht aus ihrem Zyklus „Mutter und Kind“ hervor. Ihre Dichtung ist hier noch konventionell, lässt aber schon ihr großes Talent erkennen und noch mehr ihre große Liebe.

Wiegenlied

Schlafe wohl unter dem silbernen Schild,
Unter der rotroten Rose!
Sanft scheint der Mond, und das Sternlein glänzt mild –
Weich ist dein Bettchen im Moose.
:, : Abendwind,
Wieg‘ ein mein Kind,
Meine süße, dunkle Rose! :, :

Schmetterling gaukelt durchs Schattenblau,
Zitternd duftet der Flieder,
Rings säet glitzernde Perlen der Tau,
Nachtigall singt ihre Lieder.
:, : Vögelein,
Sing‘ ein, sing‘ ein
Die lieblichen, jungen Glieder! :, :

Träume entfliehn, und Gedanken gehn,
Zahllos und klar wie die Sterne.
Mag, was mir nah‘, auch im Düster verwehn,
Licht bleibt doch ewig die Ferne!
:, : Guckäuglein,
Nun schließt euch fein,
Meine lieben, schwarzen Sterne! :, :

Die Abtreibung traumatisierte sie. Dies Trauma und die Trauer um ihr Kind verarbeitete sie über ein Jahrzehnt später in dem Gedichtzyklus „Mein Kind„.

Mörder

Die Mörder gehen in der Welt herum.
Die ganze Nacht, o Gott, die ganze Nacht!
Sie suchen dieses Kind, das in mir angefacht
So wie ein Licht, erscheinend, mild und stumm.

Sie wollen es doch löschen. Wie ein Schattenquellen
Entrinnen sie aus winkligem Gebäu,
Wie magre Katzen, die sich scheu
Hinducken über ausgetretne Schwellen.

Und ich bin an mein Bett geschweißt
Mit dürrer Kette, die der Rost zerfrißt
Und die doch schwer und gänzlich ohne Mitleid ist,
Nur eiternde Geschwulst aus meinen Armen beißt.

Der Mörder kommt ja schon. Er trägt den Hut,
Einen breiten Hut mit Turmkopf, ungeheuer;
Am Kinn sproßt kleines gelbes Feuer.
Es tanzt auf meinem Leib; es ist sehr gut …

Die große Nase schnüffelt, längert sich
Zu dünnem Rüssel. Wie ein Faden.
Aus seinen Fingernägeln kriechen Maden
Wie Safran, fallen auch auf mich.

In Haar und Augen. Und der Rüssel tastet
Auf meine Brüste, nach den rosabraunen Warzen.
Ich seh‘ ihn weißlich fleischlich winden sich im Schwarzen,
Und etwas sinkt an mich und keucht und lastet –

Ich kann nicht mehr … ich kann nicht … Laß die Schneide
schlagen
Als einen Zahn, der aus dem Himmel blitzt!
Zerstoße mich! Da wo der Tropfen spritzt:
Hörst du ihn »Liebe Mutter« sagen?

Hörst du – ? O still. In meinem Schoße ruht das Beil.
Von seinen Seiten brechen eibenhaft zwei Flammen;
Sie grüßen sich und falten sich zusammen:
Mein Kind. Aus dunkelgrüner Bronze, ernst und steil.

Im März 1943 wurde die Jüdin Gertrud Kolmar nach Auschwitz verschleppt und ermordet. Im Gegensatz zu ihren kaisertreuen, bürgerlichen Eltern hatte sie den Antisemitismus schon früh wahrgenommen. Bereits 1933 hatte sie geschrieben:

Im Lager

Die hier umhergehn, sind nur Leiber
Und haben keine Seele mehr,
Sind Namen nur im Buch der Schreiber,
Gefangne: Männer. Knaben. Weiber.
Und ihre Augen starren leer (schwer)

Mit bröckelndem, fallnem Schauen
Auf Stunden, da in düstrem Loch
Gewürgt, zertrampelt, blindgehauen
Ihr Qualgeächz, ihr Wahnsinnsgrauen,
Ein Tier, auf Händ und Füßen kroch …

Sie tragen Ohren noch und hören
Doch nimmermehr den eignen Schrei.
Die Kerker drücken ein, zerstören:
Kein Herz, kein Herz mehr zum Empören!
Der feine Wecker schrillt entzwei.

Sie mühn sich blöde, grau, entartet,
Von buntem Menschensein getrennt,
Stehn, abgestempelt und zerschartet,
Wie Schlachtvieh auf den Metzger wartet
Und dumpf noch Trog und Hürde kennt.

Nur Angst, nur Schauder in den Mienen,
Wenn nachts ein Schuß das Opfer greift …
Und keinem ist der Mann erschienen,
Der schweigend mitten unter ihnen
Ein kahles Kreuz zur Richtstatt schleift. –

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Rotkehlchen

Seit kurzem habe ich endlich auch für die Vögel eine Futterstelle auf dem Balkon.

Da Vögel noch weniger stillsitzen als Hörnchen,  gibt es erst heute und nur drei Bilder,  die ersten beiden von einem besonders entzückenden Gast.  Das Rotkehlchen bevorzugt, die herabgefallenen Samen vom Balkon zu picken,  und als einziger Vogel kommt es auch in die Wohnung.

Die Amsel schaut zwar über die Schwelle,  bleibt aber lieber draußen.

Blaumeise und Kohlmeise sind gerne an dem Futterring, sind dabei aber so hektisch, daß ich bisher kein brauchbares Photo habe.

Irgendjemand, ich habe die dicken Ringeltauben in Verdacht,  hat gelernt, die Hörnchenstation zu öffnen und stiehlt Nüsse.  Aber das kann ich nicht allzu übel nehmen.

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Storchschnabel und Gänseblümchen

Vor dem Gertrauden-Krankenhaus wachsen die winzigsten Storchschnäbel, neben denen die Gänseblümchen recht groß wirken.

Beide gelten bei manchen Leuten als Unkraut.  Bei mir nicht. Das sind Blumen und basta!

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Kulturfolger

Diese Nebelkrähe sucht und findet Nahrung im Mülleimer.

Besonders gesund ist ein Rest belegtes Brötchen nicht für sie, aber die Krähenpopulation gedeiht trotz Junk Food bestens.

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Der Beistand kommt, wenn wir Ihn brauchen

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn der Beistand kommt, den Ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für Mich ablegen.

Und auch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr von Anfang an bei Mir seid. Das habe Ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch Mich erkannt haben.

Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Ich habe es euch aber gesagt, damit ihr euch, wenn die Stunde kommt, daran erinnert, dass Ich es euch gesagt habe.   

Johannes 15,26 – 16,4a

Der Heilige Geist kündet die Wahrheit. Durch Ihn können und sollen wir die Wahrheit künden.
Aber die Wahrheit ist nicht harmlos. Sie macht nicht beliebt, ganz im Gegenteil. Für die Wahrheit  – für Jesus Christus,  der die Wahrheit ist – kann man den Kopf hinhalten.  In vielen Ländern tun Christen genau das.
Beten wir für die vielen Geschwister,  die um Jesu willen verfolgt, drangsaliert und ermordet werden. Und bleiben wir standhaft, auch wenn wir wegen unseres Glaubens angepöbelt und verleumdet werden und vielleicht noch Schlimmeres.
Gott ist der einzige Herr,  für den das wirklich lohnt.

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Hörnchen überlegt jeden Schritt

Hier müssten Nüsse sein. Ob ich mal nachschaue?

Hmm, ja, da sind Nüsse!

Aber darf ich die einfach so nehmen? Ich weiß nicht recht…

Ach was, da hat sicher niemand was gegen.  Ich nehm die jetzt.

Voilà, ging doch!

Jetzt aber nichts wie weg! Falls doch einer meckert!

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Frühlingsbilder

Der Rotdorn blüht, schön und ausdauernd.

Vom Balkon aus sehe ich die Eberesche, auch sie blüht jetzt und wird später rote Büschel von Beeren tragen, das wird interessant für die Amsel.

Die Blümchen auf meinem Balkon blühen noch lange nicht, und leider betrachtete eine Amsel vorhin die Balkonkästen als Salatbüffet. Aber die meisten werden es schaffen.

Der Rosmarin,  der zum Ende des Winters ein Nahtoderlebnis hatte, will nun doch leben.  Ist ja auch schön!

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Ein Joch ohne Unterjochung

In jener Zeit sprach Jesus:
Ich preise Dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil Du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat es Dir gefallen.

Alles ist Mir von Meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

Kommt alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt Mein Joch auf euch und lernt von Mir; denn Ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn Mein Joch ist sanft und Meine Last ist leicht.

Mt. 11,25-30

Drückend wird das Joch bei Mensch und Tier,  wenn zu viel verlangt wird, wenn das Rind ohne Pause riesige Felder pflügen muss, wenn die Wasserträgerin unmenschlich angetrieben wird. Wenn der Sonntag gestrichen wird,  wenn die Arbeit zum Götzen gemacht wird.

Das Wort „Joch“ ist heute negativ besetzt.  Unterjocht werden will niemand.
Aber in der früheren Landwirtschaft ist ein richtig aufgelegtes Joch eine Hilfe für das Tier,  das den Pflug ziehen soll. Das Joch hilft, die Last zu verteilen. Für Menschen war das Joch das Tragholz, das ermöglichte, zwei volle Eimer mit möglichst geringem Kraftaufwand zu tragen.

Jesus will uns die Last erleichtern,  Er will nicht, daß wir zusammenbrechen. Sein Joch ist die Liebe. Mit so einem Joch können wir viel schultern.

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