So gut ich kann, so weit es an mir liegt, mit Gottes Hilfe

Das soll mein Motto sein. Denn ich kann es nicht besser, es liegt nur wenig an mir, und ohne Gottes Hilfe ist eh alles Unfug.

Für den Frieden der Welt (oder auch „nur“ Israels und der Ukraine) kann ich beten und dem gröbsten Unfug in den sozialen Medien gelegentlich widersprechen, wenn ich es für sinnvoll halte. Für die soziale Gerechtigkeit und angemessene wirtschaftliche Stärke in meiner Heimat kann ich beten, gelegentlich ein bisschen spenden (viel habe ich nicht) sowie die drei K (Kaffee, Käse und Kekse) konsumieren (das steigert ja immerhin das Bruttosozialprodukt). Und natürlich kann ich eine demokratische Partei wählen und habe das getan, auch wenn ich die Auswahl unbefriedigend fand. Für die Kirche kann ich immerhin als Sakristanin, Lektorin, Kantorin und Liederdichterin arbeiten sowie, Ihr ahnt es schon, beten. All das scheint in der Summe sehr wenig.

Es kommt mir selbst auch oft verzweifelt wenig vor. Aber es gibt nur einen, der sich die Hände reibt, wenn ich verzweifle – das ist der Teufel. Gedanken der Sinnlosigkeit und Verzagtheit – das ist alles das Werk des Bösen. Dagegen hilft tatsächlich nur Gottvertrauen und Gebet.

Vor allem hilft nicht, planen zu wollen, wie ich in ferner Zukunft alles in Ordnung bringe. Mir hilft nur, das zu tun, was ich kann, und den Rest Gott zu überlassen. Dann kann ich auch merken, dass mein Anteil gar nicht so entsetzlich winzig ist. Vielleicht geschähe etwas Gutes nicht, wenn mein Gebet fehlte.

Klar muss allerdings auch sein, dass dies „Gemeinsam sind wir stark“ unabhängig von der Qualität des Zieles gilt. Auch eine Räuberbande ist „gemeinsam stark“, wie wir derzeit an der Hamas, an Putins Truppen und an vielen anderen Banden sehen müssen. Da hilft wieder nur: Weitermachen im Guten, auf Gott vertrauen. Tun, was man an Gutem tun kann. Es wird wahrscheinlich mühsam, aber das ist kein Argument dagegen.

Jesus Sirach 2,1-6

Kind, wenn du herantrittst, um dem Herrn zu dienen, mach dich bereit für die Erprobung! Richte dein Herz aus und sei standhaft! Und überstürze nichts zur Zeit der Bedrängnis! Binde dich an den Herrn und lass nicht von Ihm, damit du am Ende erhöht wirst!

Nimm alles an, was über dich kommen mag, und in den Wechselfällen deiner Erniedrigung halt aus! Denn im Feuer wird Gold geprüft und die anerkannten Menschen im Schmelzofen der Erniedrigung. In Krankheiten und Armut setze auf Ihn dein Vertrauen!
Vertrau Ihm und Er wird sich deiner annehmen! Richte deine Wege aus und hoffe auf Ihn!

Anders gesagt: Kopp hoch, auch wenn der Hals dreckig ist! Gott ist immer da.

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Drei Jahre

Vor drei Jahren ließ Putin die Ukraine überfallen  – er selbst überfiel nicht, sondern saß in luxuriöser Umgebung und in Sicherheit. Er behauptete, ein Recht auf die Ukraine zu haben,  und meinte, in wenigen Wochen sei sie besiegt.

Nichts davon stimmt. Die kleine Ukraine wehrt sich entschlossen,  und Putin verheizt seine Leute.

Butcha und Mariupol stehen für unfassbare Kriegsgreuel, angerichtet von russischen Soldaten. Die Ruine des Atomkraftwerks Chernobyl war lange umkämpft und wurde kürzlich wieder beschossen.  Keiner weiß genau, ob und wie viel Strahlung dort gerade entweicht.

Putin hat Kirchen und Kulturdenkmäler zerstören lassen. Weit schlimmer, sowohl die Ukraine als auch Russland bluten aus in diesem sinnlosen Krieg.

Ich hoffe und bete, dass die Ukraine bald wieder in Frieden leben kann. Was aus Putin und Kyrill wird,  wenn Russland den Krieg verliert,  ist mir ziemlich egal. Von mir aus können sie sich dann eine Einraumwohnung in einem Plattenbau teilen,  ich bin ja kein Unmensch.

Ich wünschte,  es gäbe eine waffenlose Möglichkeit,  diesen und andere Kriege auf gerechte Weise zu beenden. Aber ohne Waffen gäbe es die Ukraine nicht mehr (ebenso wie Israel). Ohne ukrainisches Militär hätte Russland sich die Ukraine längst unter den Nagel gerissen. Ich wäre gern Pazifist,  aber nicht um den Preis der Freiheit.

Übrigens glaube ich keine Sekunde lang, dass Putin Ruhe gäbe, wenn er nur die Ukraine hätte. Eher würde er dann erst richtig loslegen.

Frieden der Ukraine!

Gib Deinen Frieden, Herr, der Ukraine,
Gib Deinen Frieden auch der ganzen Welt!
Daß unter blauem Himmel reifes Feld
Zu Brot und Hostie allen Menschen diene!

Durch angemaßte Macht, durch Stolz und Geld
Rotiert von neuem Satans Kriegsmaschine:
Gewehr, Rakete, Panzer, Bomber, Mine
Und Menschen sind in seinen Dienst gestellt.

Um Abwehr und Verteidigung zu schaffen,
Sind wieder nötig Waffen über Waffen,
Solang Gespräche keinen Frieden bringen.

Herr Jesus, Du nur kannst den Krieg beenden,
Nur Du kannst diese Zeit zum Guten wenden.
Herr Christus, lass den Frieden doch gelingen!

© Claudia Sperlich

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Meine Herausgeberexemplare sind da!

„Autorenexemplare“ sind es ja diesmal nicht, die wird Carl Haas (1804-1883) auch nicht brauchen. Aber die Mühe des Herausgebens hat gelohnt, hier ist es, schön, handlich und deutlich katholisch.

Carl Haas, Claudia Sperlich (Hg.), Verteidigung der katholischen Kirche. Kommentierte Neuauflage, 340 S., tredition 2025. Softcover 20,00 €, e-book 9,99 €.

Für mich ist es am günstigsten, wenn Ihr es über tredition bestellt. Aber natürlich könnt Ihr es auch in jedem Buchladen oder über amazon bestellen.

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Ruhe in Frieden,  Shiri Bibas!

Die Hamas hatte am Donnerstag eine unbekannte Frauenleiche als Shiri Bibas ausgegeben. Forensiker stellten zweifelsfrei fest, dass dies nicht Shiri war. Nun wurde endlich wirklich Shiris Leichnam freigegeben.  Sie wird neben ihren Kindern bestattet.

Ich habe keine anständigen Worte für diese grausame Farce der Hamas. Ich kann mir nur immer wieder selbst vorsprechen: „Mein ist die Rache,  spricht Gott.“

Allerdings empfehle ich der Hamas und all ihren Claqueuren, sich diese Worte der Schrift mit Furcht und Zittern zu Herz zu nehmen. Gott wird vergelten, Er ist ein Gott der Gerechtigkeit.

Mögen Shiri, Ariel, Kfir, Oded und alle von der Hamas Geschlachteten in Gottes Schoß geborgen sein.  Mögen ihre Angehörigen und Freunde,  alle befreiten Geiseln, all die Ihren Trost und Heilung erfahren.

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Wo ist Shiri?

Und wo sind die weiteren 68 Geiseln?

Gestern übergab die Hamas in einem widerlichen Spektakel vier Leichen. Drei sind nun identifiziert.  Die Kinder Ariel und Kfir sind dabei, auch der alte Menschenrechtsaktivist Oded Lifshitz,  aber die vierte Leiche ist nicht die von Shiri.

Das ist teuflisch,  das ist nichts,  was nach menschlichen Kräften noch verziehen werden kann.

Gestern, wenige Stunden nach Übergabe der toten Geiseln,  explodierten in Tel Aviv und Umgebung drei Bomben in Bussen. In zwei weiteren Bussen wurden Bomben gefunden und entschärft. Verletzt wurde niemand, da die ausgebrannten Busse leer waren. Ein Bekennerschreiben der Hamas erschien auf Telegram.

Ebenfalls gestern wurde unter meinem Artikel Schnauze voll von Schuldumkehr! kommentiert:

„Und genau diese Einstellung [nämlich dass meine Feindesliebe an ihre Grenzen kommt, wenn es um die Hamas geht – C.S.] führt dazu, dass es dort keine Frieden geben wird. Der christliche Auftrag ist anderen zum Nächsten zu werden.
Lukas 10, 36 ffWer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!“

Das ist Missbrauch der Heiligen Schrift. Der im Gleichnis genannte barmherzige Samariter ist nicht zu den Räubern gegangen, um ihnen mit Geld und guten Worten beizustehen,  sondern er hat dem Opfer der Räuber geholfen. Darüber, wer in der Rolle der Räuberbande ist, wenn unschuldige Menschen entführt und massakriert werden, darf es keine zwei Meinungen geben. (Ja, ich weiß,  täglich behaupten Menschen,  die armen palästinensischen Entführer,  Folterer und Mörder seien die Opfer. Über diesen Schwachsinn will ich aber nicht mehr diskutieren.)

Und muss ich überhaupt diesen Babykillern verzeihen? Wegen der Bergpredigt?

Jesus ruft mich auf, denen zu verzeihen,  die mir Unrecht angetan haben. Ich weiß,  dass ich das ohne Seine Hilfe nicht kann, und bitte Ihn, mir den Weg zu zeigen.

Hier geht es aber um ein himmelschreiendes Unrecht,  dass nicht mir, sondern anderen angetan wurde. Ich kann nicht anstelle der Familie Bibas verzeihen. Das kommt mir überhaupt nicht zu!

Mal angenommen,  jemand prügelt mich bewusstlos, und wenn ich aufwache, sagt mir jemand, der nicht dabei war und mit mir nichts zu tun hat, er habe dem Täter vergeben. Ich würde diesen Menschen mit vollem Recht aus dem Krankenhaus hinauswerfen lassen.

Ich hoffe inständig, dass alle Mitglieder der Hamas gefunden werden und dass sie dann nie wieder auch nur eine Stunde lang in Freiheit sind. Von mir aus kann Israel ein neues Hochsicherheitsgefängnis extra für diese Menschen bauen. Ich hoffe auch, dass die freigelassenen Geiseln und die durch die Hamas Verstümmelten und Traumatisierten gute Wege finden. Ich hoffe, dass ich selbst verzeihungsbereit bleibe,  wenn mir Böses angetan wird.

Auf ein Niederhalten jeglicher Wünsche nach Gerechtigkeit will ich nicht hoffen. Ohne Gerechtigkeit ist kein Friede möglich. Wer behauptet,  der Wunsch nach Gerechtigkeit sei gegen den Frieden gerichtet,  hat weder Gerechtigkeit noch Frieden verstanden.

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Schnauze voll von Schuldumkehr!

Shiri, Ariel und Kfir sind tot, von der Hamas ermordet. Eine junge Frau und zwei kleine Kinder,  die einfach nur Musik hören und tanzen wollten. Jarden Bibas, Ehemann und Vater, muss mit dieser Last und der Traumatisierung durch lange Gefangenschaft leben.

Auch der Leichnam des bei der Geiselnahme 83jährigen Oded Lifshitz wurde nach Israel gebracht. Er war Journalist und Menschenrechtsaktivist und fuhr palästinensische Kranke in israelische Krankenhäuser. Seine Frau Jocheved kam bei der ersten Geiselbefreiung am 23. Oktober 2023 frei. Sie hat vermutlich bis vor kurzem noch gehofft, ihren Mann lebendig wiederzusehen.

Die Hamas behauptet,  wie immer, das war sie nicht. Die seien durch israelische Bomben getötet worden. Mal angenommen,  die Hamas hätte hier ausnahmsweise die Wahrheit gesagt – Israel hätte nicht bombardiert,  wenn die Hamas nicht ein unbeschreibliches Massaker unter friedlich feiernden Israelis angerichtet hätte und zahlreiche Geiseln genommen hätte, um in israelischen Gefängnissen sitzende verurteilte Gangster freizupressen. Wahrscheinlicher ist allerdings,  dass die Hamas lügt wie üblich.

Und unter jeder Meldung,  in der es irgendwie um Israel geht, selbst unter der Nachricht vom Tod kleiner Kinder, tummeln sich antisemitische Kommentatoren. Ich bin inzwischen so weit, dass ich bei denen mit arabischen Namen schon denke,  die können nicht anders, die sind von früher Kindheit an miserabel erzogen. Aber gleich verlogene und boshafte Kommentare kommen auch von Menschen, die in der westlichen Welt aufgewachsen sind, eine gute Schulbildung haben und keine arabischen Wurzeln haben.

Und es ist nicht nur im Internet so. Ich habe innerhalb einer Woche zweimal erlebt, dass mein ganz harmloser Ausdruck der Freude über die Befreiung einiger Geiseln der Hamas sofort beantwortet wurde mit dem Aufruf,  doch auch an die armen Palästinenser zu denken. Beim ersten Mal noch mit dem Zusatz, Israel habe ja auch Dreck am Stecken.

Beide Male sagte ich, Israel hat niemals friedlich feiernde Palästinenser überfallen, viele von ihnen ermordet, Schwangere aufgeschlitzt, Kinder enthauptet, Erwachsene verstümmelt,  Lebende und Tote vergewaltigt und Geiseln genommen,  von denen mittlerweile auch zahlreiche ermordet wurden, darunter Kinder.  Beide Male wurde dieser Einwand übergangen.

Das ist giftig, boshaft, ungerecht,  widerlich.  Nein, ich denke nicht an die „armen Palästinenser“,  wenn ich an die  abgemagerten, traumatisierten Israelis denke, die lange Zeit ohne jede Information über ihre Lieben gefangen waren und an die unfassbare Trauer der Überlebenden. Sondern ich denke dann allenfalls an ihre teuflisch bösen palästinensischen Entführer.

Ich habe auch kein Mitleid mit überführten Gewalttätern,  darunter Terroristen, die aus israelischen Gefängnissen freigepresst wurden. Ich finde es auch nicht schlimm,  jugendlichen Gewalttätern den Prozess zu machen und sie einzusperren. Wer als 16Jähriger mehrfach Menschen absichtlich schwer verletzt, kommt auch in Deutschland zu Recht hinter Gitter. Soviel zum häufigen Vorwurf, die Israelis sperren palästinensische Kinder ein.

Ja aber das sind doch auch Menschen, mit Menschenrechten, und da muss man doch Mitleid haben…

Nein, muss man nicht. Wenn alle Geiseln befreit sind,  alle Palästinenser Gaza verlassen haben und alle Terroristen für den Rest ihres Lebens in Hochsicherheitsgefängnissen sitzen, dann habe ich Zeit,  für ihre Seelen zu beten. Vorher tue ich das nur sehr selten und kurz, und immer mit einem leisen Unbehagen.

Mit dem Geld,  das von Israel,  Deutschland und den USA nach Gaza gepumpt wurde, hätte Gaza zu einem blühenden Land werden können mit solider Infrastruktur,  zauberhaften Naturschutzgebieten und schönen Hotels, mit guten Bildungsstätten und Krankenhäusern. Statt zu terrorisieren, hätten die Palästinenser sich von Israel zeigen lassen können,  wie man eine Halbwüste blühen lässt und ein Urlaubsparadies aus dem Gazastreifen macht. Stattdessen benutzte die Hamas das Geld für Tunnelbau, Waffen und den Luxus ihrer Führer.

Die Möglichkeit der friedlichen Koexistenz von Israel und Palästina bestand jahrzehntelang. Am 7. Oktober 2023 wurde diese Möglichkeit für immer zerschlagen von einer barbarischen Horde Irrer, die sich Ḥarakat al-muqāwama al-islāmiyya, Islamische Widerstandsbewegung, kurz Hamas nennt.

Ich bin als Christin aufgefordert,  meine Feinde zu lieben. Tatsächlich wünsche ich jedem Terroristen und jedem Hamas-Sympathisanten Reue und Umkehr, schon weil dann Frieden würde. Mehr Feindesliebe steht mir nicht zur Verfügung.

Ich bete für Israel, für die Geiseln der Hamas, für die von der Hamas Ermordeten und deren Angehörige und Freunde,  außerdem für die verfolgte Christenheit (da geht’s meist um muslimische und auch um sozialistische und kommunistische Länder), um Frieden und Gerechtigkeit. Mehr kann ich nicht.

Der Herr nehme Shiri, Ariel, Kfir und alle Ermordeten in Sein Reich auf. „Der Frieden schafft in den Höhen,  Er schaffe Frieden unter uns und in ganz Israel.“

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Carl Haas: Verteidigung der katholischen Kirche

Soeben habe ich als Herausgeberin ein neues Buch auf den Markt gebracht. Hier, bitte!

Die „Verteidigung der katholischen Kirche“ erschien 1857 und widerlegt in zwanzig Kapiteln die gängigsten Falschbehauptungen gegen die katholische Kirche anhand von Bibel und Kirchengeschichte.

Der Kulturkampf war noch nicht in seiner heißesten Phase, aber die katholische Kirche hatte in Preußen bereits einen schweren Stand. Man warf ihr vor, was man ihr noch immer vorwirft: Sie wolle die Menschheit in „das Mittelalter” zurückwerfen, von dem das 19. Jh. eine romantische, teils gruselige, teils verklärte Vorstellung hatte, die der Mediävistik nicht standhält.

In dieser Situation schrieb Haas in der Hoffnung, wenigstens hie und da Menschen zu überzeugen, dass Katholiken keine menschenfressenden Hinterwäldler sind. Mit der überarbeiteten Neuauflage will ich Ähnliches heute versuchen. Die Polemiken gegen die Kirche haben sich ja kaum geändert. Vor allem geht es um Geschichtsfälschungen, die Haas aufdeckt.

Ich habe das Buch vorsichtig unseren Lesegewohnheiten angepasst, ohne ihm den Stil zu verderben, und mit einem Vorwort und Fußnoten versehen. Die Arbeit hat lange gedauert, zwischendurch habe ich befürchtet, nie fertig zu werden, und dann war ich fast fertig und bekam eine depressive Verstimmung (vielleicht auch bloß einen anhaltenden Schub Faulheit, das lässt sich nicht abschließend klären). Wie auch immer, jetzt ist alles gut.

Jetzt ist das Buch fertig, in etwa fünf Tagen ist es auch lieferbar (weil tredition zwar nicht so lange daran arbeitet wie ich, aber ein bißchen Zeit braucht man auch dort).

Solltet Ihr, geneigte Leser, als Autoren oder Herausgeber arbeiten und keinen Verleger finden, werdet Ihr vermutlich auch einen Print-on-demand-Anbieter suchen. Dann rate ich dringend zu tredition. Die sind günstig und haben einen ausgezeichneten Service. Wer bei der Gestaltung Hilfe braucht oder durch irgendeinen Fehler das Buch nicht hochladen kann (an einer Stelle das falsche Häkchen anklicken oder das richtige nicht anklicken genügt schon), bekommt schnell, kompetent und freundlich Auskunft, wie es geht.

Natürlich könnt Ihr das Buch über den Buchhandel bestellen. Für Euch genauso gut und für mich erheblich besser ist es, wenn Ihr es über tredition bestellt. Dann bekomme ich höhere Tantiemen, für Euch ändert sich aber nichts.

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Winterbilder

Nun liegt in Berlin wirklich Schnee, und die Sonne scheint. Schön ist das!

Vorgarten und Hofgarten

Schillerplatz

Brabanter Platz mit verändertem Wahlplakat

Fahrräder – die Leute nutzen ihre Fahrräder nicht, dabei ist die Straße frei! Ich fahre jedenfalls.

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Böses ist gescheitert.

Mit einem deutlich bedauernden Unterton wird derzeit berichtet, dass man immer noch nicht wirklich sehr kleine Menschen umbringen darf. Das heißt, man kann es immer noch straflos tun, aber man muss den Killer selber zahlen, und es ist zwar straflos, aber verboten. Und es gibt auch immer noch keinen Freigabeschein für die Tötung von Ungeborenen, die behindert sein könnten. („Könnten“, weil bei Erstgebärenden die Diagnose „behindert“ in der Hälfte der Fälle eine Fehldiagnose ist, wie man durch zahlreiche lebende Nichtbehinderte weiß, bei denen eine solche vorgeburtliche Diagnose stattfand.)

Ja, ich bin glücklich, dass das Menschenrecht auf Leben nicht weiter aufgeweicht wurde. Traurig bin ich, dass es weiterhin recht leicht unterlaufen werden kann. Traurig bin ich, dass so viele Menschen geradezu empörend finden, wenn man einen sehr jungen Menschen als solchen bezeichnet und schützenswert findet. Entsetzt bin ich, dass ein Begriff wie „embryopathische Indikation“ überhaupt von erwachsenen Menschen in wichtiger Position diskutiert werden konnte. Dass ich in einem Land lebe, in dem ernsthaft über die Tötung Schwerkranker und Behinderter diskutiert wird!

Es geht dabei natürlich auch – vermutlich am meisten – ums Geld. Einen Behinderten am Leben zu erhalten kostet mehr – oft sehr viel mehr – als einen Gesunden großzuziehen. Je besser die Medizin wird, desto häufiger überleben Menschen, die der Volkswirtschaft keinen großen Nutzen bringen werden (außer Herstellern von Hilfsmitteln und Ärzten sowie Pflegepersonal). Das ist wahr, aber es als Argument gegen das Leben zu benutzen, ist von kältester Herzlosigkeit.

Ich habe gerade die Begriffe „Geld“ und „Herz“ in einem Absatz gebraucht. Es gibt Menschen, die finden das naiv. Ich nicht. Wenn man Geld – eigentlich nur ein vereinfachtes Tauschmittel – nicht mit moralischen und ethischen Begriffen koppeln darf, wird es monströs. Dann wird nämlich zweifelhaft, ob man Geld überhaupt noch für etwas ausgeben darf, was irgendeinem Menschen existenzielle Hilfe bringt. Dann landet man bei einer Gesellschaft, die nur noch auf Gewinnmaximierung und Lustbefriedigung aus ist. In so einer Gesellschaft möchte ich nicht leben, und ich könnte es auch gar nicht.

Man kann auch nicht vorgeburtlich erschließen, ob dies Down-Syndrom-Kind eventuell fähig sein wird, einen Beruf zu erlernen und selbständig zu leben, oder eher nicht – und danach entscheiden, ob man es leben lässt. Man kann als anständiger Mensch nicht angesichts irgendeiner im Mutterleib sichtbaren Behinderung über die wirtschaftlichen Möglichkeiten ihres Trägers debattieren und danach entschließen, ob dies Kind lebenswert ist oder nicht.

Wenn es jemals zu einer derartigen Gesetzeslage kommt, wird es schwer, gegen den Mord an bereits geborenen Behinderten oder Kranken oder am Ende auch einfach Armen zu argumentieren. Vielmehr wird es dann sehr leicht, Behinderten, chronisch Kranken und Armen zu sagen, dass ihr Leben der Wirtschaft nichts bringt, der Gesellschaft nichts bringt, mithin auch ihnen selbst nichts bringt und daher besser nicht wäre.

Aber Leben ist ein Wert an sich. Kein Mensch muss argumentativ darlegen, warum gerade er leben darf – nicht vor sich selbst, nicht vor anderen. Ja, Leben kostet auch was, und ist vielleicht auch eine Zumutung für die anderen Lebenden, und macht Dreck und Lärm und Stress, und wo Menschen leben, gehen auch Sachen kaputt. (Das gilt übrigens für alles Leben, gleich wie gesund und fit es sein mag.)

Leben ist aber am Ende herrlich, es ist heilig, es ist von Gott gewollt, und es ist und bleibt falsch und böse, unschuldige Menschenleben auszulöschen. Auch dann, wenn man durch ihre Auslöschung Geld spart.

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Abtreibung bleibt falsch!

Nun soll eine Expertenkommission über das angebliche Recht zur Abtreibung irgendetwas beschließen. Im Ernst: Wir brauchen Experten, um herauszubringen, ob das Recht auf Leben von Anfang an gilt oder erst ab der 13. Schwangerschaftswoche (oder wann immer).

Lebensfeindlich eingestellte Expertenkommissionen ändern daran auch nichts. Es ist falsch, einen unschuldigen Menschen zu töten, auch wenn er sich noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium befindet. Es ist falsch, Frauen zu signalisieren, dass das in ihnen heranwachsende Leben gar kein richtiges Leben ist. Es ist falsch, Behinderte und Kranke vorgeburtlich auszusieben (was selbstverständlich umso häufiger geschieht, je leichter es wird, eine Abtreibung vorzunehmen, besonders wenn eine „embryopathische Indikation“ eingeführt wird, die bereits vorgeschlagen wurde). Es ist falsch, Männern zu signalisieren, dass kein Grund besteht, sich ihrer Verantwortung zu stellen (weil sie ja einfach ihre Flamme so lange bequatschen können, bis sie einer Abtreibung zustimmt). Es ist falsch, Ärzte zu ermutigen, Abtreibungen vorzunehmen. Es ist falsch, zu behaupten, die Biologie habe einfach Unrecht mit der Angabe, bei der Verschmelzung von Ei und Samenzelle entstehe Leben. Es ist falsch, Schwangere in Not zur Abtreibung zu ermutigen.

Es gibt an Abtreibung überhaupt nichts, was richtig ist. Nicht einmal die komplizierte Gesetzeslage „verboten aber straffrei“ ist richtig – weil kaum einer sie verstehen kann.

Und die Forderung, ein Unrecht zum Menschenrecht zu erheben, verbunden mit dem Argument, man wolle in einem Land leben, in dem man Frauen vertraue (so Ricarda Lang von den Grünen), ist schlicht unsinnig angesichts der Tatsache, dass 50 % der Abgetriebenen (in vielen anderen Ländern erheblich mehr) Frauen geworden wären, wenn man sie gelassen hätte. Einem menschlichen Embryo nicht zu vertrauen, dass aus ihm ein menschliches Baby und hoffentlich ein Erwachsener wird, ist schon ein starkes Stück – da kommt es auf das Geschlecht auch nicht an.

Die Expertenkommission möge bitte auch überlegen, was eine Legalisierung der Abtreibung und eine „embryopathische Indikation“ für bereits geborene Behinderte bedeutet: „Du kommst aus einer Zeit, wo man sowas wie dich noch leben ließ.“ Glaubt bloß nicht, das würde ja keiner sagen.

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