Konklave

Morgen früh – nach Laudes und Messe – beginnt das Konklave, die Papstwahl. Natürlich wird wie bei jedem Konklave eifrig darüber gemunkelt, wen es am Ende trifft – und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es jemand, den niemand auf dem Schirm hatte, denn so ist es meistens.

Ich möchte gar nicht spekulieren, sondern nur für die Kardinäle und die Kirche beten. Mögen sie zu einer segensreichen Einigung kommen, und mögen sie alle wohlbehalten das Konklave verlassen. (Ich stelle es mir fürchterlich anstrengend vor, so eingeschlossen und ohne jeden Kontakt zur Außenwelt eine wichtige Entscheidung zu treffen, und die Herren Kardinäle sind ja fast alle nicht mehr allzu jung.)

Ziemlich sicher ist, dass jeder der 134 wahlberechtigten Kardinäle seit dem Ostermontag inständig darum betet, nicht Papst zu werden.

Wer gewählt wird, wird dann eine kurze Zeit der Ruhe haben, um mit seinen Emotionen fertig zu werden. Der Raum, in dem der neue Papst sein weißes Gewand anlegt, steht in dieser Zeit nur ihm zur Verfügung – der „Tränenraum“, so der volkstümliche Name, ist ein Nebenraum der Sixtinischen Kapelle, und der Papst darf hier vielleicht zum letzten Mal im Leben allein sein. Das weiße Gewand steht in drei Größen zur Verfügung. Außerdem gibt es da nur einen Tisch, einen Spiegel, ein Kruzifix – und Stille. Gut möglich,  dass der Raum der Tränen zuweilen auch ein Raum der Theodizeefrage ist („Herr, warum ausgerechnet ich?“).

Wer immer es wird: Ich beneide ihn keine Sekunde. Vermutlich aufgewühlt, vielleicht gar entsetzt oder angstvoll vor dieser Verantwortung, wird er eine kurze Zeit haben, sich zu sortieren – muss dann die Kirche leiten und ist nie mehr allein. Mindestens ein Leibwächter und meist auch ein Photograph wird praktisch immer in der Nähe sein.

Gott helfe dem künftigen Papst und schenke ihm ausreichend Humor, Demut und Nerven, sein Amt nicht nur segensreich auszuüben, sondern gelassen zu ertragen.

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Bischof Bätzings Priesterinnentraum

Noch hat das Konklave nicht begonnen, da sagt Bischof Bätzing öffentlich,  er wolle un-be-dingt Priesterinnen haben.

Dafür bekommt er ein frisches Sonett von mir, aber Achtung: Nicht jedes Gedicht ist eine Liebeserklärung.

***

Der Papst ist tot. Noch wählt man keinen neuen,
Da will ein Bischof schon die Lehre ändern!
(Vielleicht auch noch die Evangelien gendern?
Und jede Frau,  die das nicht will, betreuen?)

Was Bischof Bätzing träumt, ist unerheblich,
Doch was er sagt und tut, kränkt die Natur.
Gerechtigkeit seh ich da keine Spur,
Nur Eitelkeit  – und die ist stets vergeblich.

Ich hab die Nase voll von Häresien,
Besonders wenn die hohe Geistlichkeit
Sie als „gerecht“ von allen Dächern schreit.

Nehmt Frauen ernst! Und macht sie nicht zu Männern!
Glaubt den Bekennerinnen und Bekennern:
Wenn alles gleich ist, werden alle fliehen.

© Claudia Sperlich

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Carolin Kebekus will dem Fischer syne Fru werden

Die neueste Carolin-Kebekus-Show trägt den Titel „Habemus Mama“. Ja, genau so. Nicht nur die Latinistin merkt, dass da ein -m am Ende fehlt. (Liebe Häretiker, geschätzte Kirchenbasher – lernt erst mal anständig Latein! Die Satanismus-Vorführung während eines Fußballspiels der jüngeren Vergangenheit war grässlich, aber sie zeigte, dass es wenigstens möglich ist, in grammatisch korrektem Latein zu fluchen. Hiermit stelle ich fest, dass ich an einer Satanismus-Show auf Anhieb noch mehr Gutes finde als an der Carolin-Kebekus-Show.)

Carolin Kebekus hat ein Sendungsbewusstsein, das wird schnell klar. Na, wat will se denn? – Um das herauszufinden, habe ich auf der Mediathek die ganze, über 28minütige Show ertragen, obwohl ich als Katholikin eigentlich das Martyrium nicht suchen darf. Knallharte Recherche!

Nach einer witzelnden Einleitung kommt ein Rundumschlag gegen die „Papabili“. „Paroli … gilt als gemäßigt progressiv, aber von sowas darf man sich bei den Katholiken nicht täuschen lassen.“ Weil er die „Ehe für alle“ als „Niederlage der Menschheit“ bezeichnet hat. Also, weil er nicht der Ansicht ist, dass es gut sein könnte, wenn jeder mit jedem darf. Das findet die Kebekus ganz, ganz schlimm. Und da (und bei weiteren angeblichen Papabili) muss sie dringend die Hörer dazu animieren, im Chor „Wir bitten dich, verschone uns“ zu sagen. Sehr, sehr witzig.

Dann nennt sie Kardinal Woelki (der gar nicht als Papabile gilt, aber was interessiert das eine Kebekus) einen „professionellen Missbrauchsvertuscher“. Ich erinnere: Woelki war der, der ein Gutachten über Missbrauch wegen methodischer Mängel abgelehnt und ein besseres in Auftrag gegeben hatte. Vertuschung geht anders.

Schlimm natürlich auch, wenn ein Kardinal eine simulierte „Priesterinnenweihe“ als „unsinnige Provokation“ bezeichnet hat – also als genau das, was sie ist, nämlich unsinnig (weil für die Kirche konsequenzenlos) und provokativ (weil die Damen das genau wussten und trotzdem taten). Damit ist er bei Kebekus unten durch, und da muss sie dann richtig vulgär werden. Also richtig vulgär, ein bisschen ist sie es ja schon von alleine.

Wenn, so sagt sie, auch die Liberalsten der Kandidaten „stockkonservative Oppas“ sind, dann „sind sie nicht die Richtigen“. Denn „Man wünscht sich einen Papst, der weniger weltfremd ist und mitten im Leben steht. Also Leute, diesen Job macht doch am besten eine Frau!“ (Hier wird erst verhalten gejubelt, weswegen sie eindrücklich hinzufügt: „Ja!“ und damit den richtigen Jubel auslöst.) „Eine Frau! Also jemand, die auch – die auch theoretisch wirklich Leben schöpfen könnte – wenn sie wollte!“ (Dass es dabei nicht so ganz ohne männliches Zutun geht, könnte ich Frau Kebekus erklären, will aber nicht.) „Außerdem haben wir ja nun mittlerweile genügend Beispiele, wo Männer ihre Machtposition nur dazu ausnutzen, um die Welt ins Verderben zu reiten.“ (Mann böse, Frau gut, Kebekus klug.)

Na und so weiter. Wenn die katholische Kirche wirklich eine moralische Instanz wäre, hätten ja alle was davon (und dass sie gar nicht primär eine moralische Instanz sein will, sondern Braut Christi, würde Kebekus nicht mal verstehen, wenn sie es wüsste).

Dann kommen ein paar richtig gut katholisch anmutende Sätze: „Frauen waren die ersten, die die Frohe Botschaft verbreitet haben“ (stimmt); „unter dem Kreuz waren am Ende nur noch Frauen, denn alle Aposteln [sic] hatten wirklich was Besseres zu tun“ (Johannes stand unter dem Kreuz und war ein Mann; Angst haben ist nicht das Gleiche wie „was Besseres zu tun haben“; „und im Übrigen, bei der Zeugung von Jesus war kein Mann involviert“ (ja, das wissen alle Kirchenlehrer, alle Päpste, alle Theologen, alle Katholiken, gleich ob Laien oder Geistliche, Männer oder Frauen – aber Frau Kebekus muss das mit einer Gestik und Mimik vorbringen, als sei es das Unerhörteste Neue).

Vor zwölf Jahren hat sie sich schon mal „um diesen Job beworben“. Eingeblendet wird Carolin Kebekus, die Kardinal Meisner vollschwätzt damit, dass sie eine Bewerbung dabei hat, und der sagt ganz cool: „Da haben Sie nicht die Figur dazu.“ Und das finde ich den ersten wirklich witzigen Satz in der Show. Es wird auch der letzte bleiben.

Nun wird ihr neuester Streich eingeblendet. Kebekus in päpstlichem Ornat mit zwei als Schweizergardisten verkleideten Frauen zu ihren Seiten, Plakate aufhängend und Wahlpropaganda verteilend. „Was Vatikan, kann Mutti schon lange“ ist auf den Plakaten zu lesen. (Is lahm, denke ich.) Und dann fragt sie die KI, was man als Papst können muss. Sie zeigt, dass sie kein Latein kann, und sie zeigt, dass sie sich davor ekelt, anderen Leuten die Füße zu waschen.

Thesen hat sie an den Dom genagelt, die ihr wirklich wichtig sind. (Erst Thesen annageln, dann Papst werden wollen – finde den Fehler!)

Dann kommt ein unsäglich kitschiges Lied darüber, was sie vom „lieben Papst“ erhofft. Da soll die Kirche alles zulassen, was irgendjemand „liebt“, und nichts Böses vertuschen. Und wenn man denkt, schlimmer wirds nimmer, tritt Guido Maria Kretschmer auf. (Nach dem musste ich googeln. Ich finde ihn uninteressant.) Im Gespräch vertraut sie ihm an, dass es ja auch einen guten Teil an der Kirche gibt. Das bejaht er und redet davon, wie schön er die Atmosphäre in leeren Kirchen findet. Und dass er Opferkerzen auch mal auf dem Altar aufstellt, damit es besser wirkt. Sie erzählt, dass die Beichte sie praktisch aus der Kirche getrieben hat (und das glaube ich ihr, grässlich schlechte Kinderkatechese ist ein Problem und war es auch schon in den 90er Jahren. Aber dass sie über Dinge wie Sünde und Vergebung seitdem offenbar nicht ernsthaft nachgedacht hat, liegt an ihr selbst.) Und dann witzeln sie über „Modesünden“.

Und das war’s auch schon. Also, das war schon alles, was Madame Kebekus zum Thema Kirche, Kardinäle und Konklave zu sagen hat.

„Na, wat will se denn?“ säd de Butt. „Ach,“ säd he, „se will warden as de lewe Gott.“ „Ga man hen, se sitt all weder in’n Pißputt.“

Door sitten se noch bet up hüüt un düssen Dag.

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Hörnchen und Amsel

Zwei hungrige Gäste kamen – das Hörnchen wie üblich an die Futterstation,  die Amsel gleich ins Zimmer. (Wenn ich vom Balkon komme und an den Schuhen Reste vom Vogelfutter habe, ist das nicht verwunderlich.)

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Das Brotwunder

Joh. 6,1-15

Danach ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt. Eine große Menschenmenge folgte Ihm, weil sie die Zeichen sahen, die Er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu Ihm kamen, fragte Er Philippus: „Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?“ Das sagte Er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn Er selbst wusste, was Er tun wollte. Philippus antwortete Ihm: „Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll.“ Einer Seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu Ihm: “Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele?“ Jesus sagte: „Lasst die Leute sich setzen!“ Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte Er es mit den Fischen. Als die Menge satt geworden war, sagte Er zu Seinen Jüngern: „Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt!“ Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Brocken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das Er getan hatte, sagten sie: „Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll.“ Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um Ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog Er sich wieder auf den Berg zurück, Er allein.

Das Evangelium von der wunderbaren Brotvermehrung ist bekannt. Wieder einmal zeigt Jesus Seine Großzügigkeit.  Einige Exegeten haben versucht,  das Wunderbare damit wegzuerklären, daß Jesu freundliche Art die Menschen dazu gebracht habe, ihre Vorräte zu teilen. Aber so kann es nicht gewesen sein.  Denn dann hätten nicht alle genug bekommen,  sondern alle zu wenig. Es ist undenkbar, dass eine erhebliche Menge an Zuhörern große Mengen Nahrungsmittel mit sich schleppte – hingegen wird deutlich gesagt,  dass eine große Menge Brot nötig war.
Und es blieb noch reichlich übrig, obwohl alle satt geworden waren! Wir kommen um das Wunder nicht herum.
Die Reaktion auf dies Wunder ist der allgemeine Wunsch,  Jesus zum politischen Führer zu machen.  Das ist verständlich  – ein König,  der Hunger und Not im Handumdrehen abschafft, wäre nicht schlecht! Aber es ist nicht das, was Jesus will. Dass Er dort den Hunger der 5000 gestillt hat,  ist ein Zeichen dafür,  dass Er den seelischen Hunger aller stillen kann. Den Hunger nach Erlösung!
Er ist unser König,  aber nicht als politischer Herrscher und nicht,  weil wir ihn einsetzen.  Er ist der Herr von Ewigkeit zu Ewigkeit.

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Joseph der Arbeiter

So heißt der heutige Gedenktag bei Katholiken. Joseph, der stille, gerechte und fleißige Heilige, der Frau und Ziehsohn in schwierigen Zeiten als Bauhandwerker durchbrachte (vermutlich konnte er mit Stein ebenso umgehen wie mit Holz; es gab noch keine scharfe Trennung der verschiedenen Bauhandwerke) – er wird mir mit den Jahren immer sympathischer. Er war als Handwerker sicher sehr realistisch – und zugleich war er einer, der auf Träume achtete. Er nahm gegenüber Jesus die Stelle des Vaters ein – aus gehorsamer Liebe zu Gott, aber dann sicher auch aus Liebe zu Maria und dem zunächst einfach nur süßen, hilfsbedürftigen Kind. Er wuchs in die Vaterrolle so sehr hinein, dass es bei Lukas 2,48-50 über den zwölfjährigen Jesus im Tempel heißt: „Als Seine Eltern Ihn sahen, waren sie voll Staunen und Seine Mutter sagte zu Ihm: „Kind, warum hast Du uns das angetan? Siehe, Dein Vater und ich haben Dich mit Schmerzen gesucht.“ Da sagte Er zu ihnen: „Warum habt ihr Mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass Ich in dem sein muss, was Meinem Vater gehört?“ Doch sie verstanden das Wort nicht, das Er zu ihnen gesagt hatte.“ Er hatte väterliche Gefühle, obwohl er genau wusste, wer den eigentliche Vater war – und diese Gefühle waren offenbar so stark, dass sie das Wissen um diese heilige Wahrheit auch mal verdecken konnten. Ich finde, das macht Joseph sehr sympathisch.

Der kleine Jesus hat ihn sicher „Abba“ genannt. Der Heranwachsende hat bei ihm höchstwahrscheinlich das Handwerk gelernt und in diesem Handwerk wohl auch als junger Mann vor Seinem öffentlichen Auftreten gearbeitet. Und vermutlich ist Joseph bereits vor der Hochzeit in Kana gestorben, sonst wäre er wohl dabei gewesen.

Kurz nach der Wahl der Zwölf heißt es bei Markus 3,20-35: Jesus ging in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass sie nicht einmal mehr essen konnten. Als Seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um Ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. …  Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben draußen stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um Ihn herum und man sagte zu Ihm: „Siehe, Deine Mutter und Deine Brüder stehen draußen und suchen Dich.“ Er erwiderte: „Wer ist Meine Mutter und wer sind Meine Brüder?“ Und Er blickte auf die Menschen, die im Kreis um Ihn herumsaßen, und sagte: „Das hier sind Meine Mutter und Meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.““

Seine Mutter und Seine Brüder sind da. Mit den „Brüdern“ müssen ältere Verwandte gemeint sein; selbst wenn Maria (was die katholische Kirche nicht annimmt) noch weitere Kinder gehabt hätte, wären die ja jünger gewesen als Jesus und hätten Ihm mithin gar nichts zu sagen gehabt. Also ältere Cousins, vielleicht auch Onkel. Die also wollen Ihn mit Gewalt zurückholen, um Ihn vor sich selbst zu schützen. (Maria will das nicht; sie wird nicht einfach als „Angehörige“ bezeichnet, sondern als Mutter, und wird später genannt. Auch tut sie ja den Willen Gottes, wie Jesus sehr genau weiß.) Joseph kommt hier nicht vor. Das kann nur heißen, dass er schon tot war – denn sonst hätte er bei einer solchen Aktion dabei sein müssen – oder er hätte sie untersagt. (Maria konnte höchstens sagen „Hört auf, mein Sohn ist nicht verrückt“ – aber keiner der Männer war gezwungen, sich an ihr Wort zu halten.)

Dass Joseph oft als alter Mann dargestellt wird, geht auf das apokryphe Protoevangelium des Jakobus zurück, das etwa zwischen 150 und 200 n.Chr. entstand und legendenhaft das Marienleben schildert. Tatsächlich ist es viel wahrscheinlicher, dass Joseph nur wenig älter als Maria war, als die beiden verlobt wurden – wie es in der Zeit eben üblich war.

Warum er vermutlich früh starb, ist nicht bekannt. Vielleicht wurde er krank, vielleicht hatte er einen Arbeitsunfall.

So wenig wir über Joseph und sein Schicksal wissen, was wir wissen, ist mir doch genug für ein Lied und ein Sonett.

Melodie: Alles meinem Gott zu Ehren, GL 455

Wort, das in die Welt gekommen
durch des Geistes Kraft und Tat,
Dich hat Joseph aufgenommen
väterlich nach Gottes Rat,
sah auf Deine ersten Schritte,
lehrte Lobpreis Dich und Bitte,
lehrte Handwerk Dich und Fleiß
väterlich zu Gottes Preis.

Joseph hört auf Gottes Worte,
bringt in jener Schreckenszeit
aus gewohntem Heimatorte
Frau und Kind in Sicherheit,
hütet aller Welten Hüter,
nährt den Geber aller Güter,
dient dem jungen Gottesknecht
treu und liebend und gerecht.

Joseph, bitt, dass Gottes Segen
auch auf unsrer Arbeit ruht.
Hilf, dass wir für Den uns regen,
Der die Wahrheit ist und tut.
Zeig uns, wie wir in Gefahren
Ruhe und Vertrauen wahren.
Du hast Gottes Sohn bewacht –
Steh uns bei in Not und Nacht.

© Claudia Sperlich

***

Er wurde nie von seinem Herrn gefragt,
ob er den sonderbaren Ziehsohn wollte.
Er lernte träumend, wie er handeln sollte –
und blieb bei ihr und hat sich nicht beklagt.

Schon möglich, daß er trauerte und schmollte,
vielleicht von Zorn und Zweifel angenagt.
Doch hat das Ungewohnte er gewagt,
als das verheißne Wort ihn überrollte.

Er richtete, so gut es ging, die Hütte
und legte seinen Mantel auf die Schütte,
damit Maria weich lag und der Knabe.

Er brachte beide durch als Gastarbeiter.
Die Träume blieben seine Wegbereiter.
Vielleicht sah er den Sohn als Gottesgabe.

© Claudia Sperlich

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Wie das Bistum Essen die Heilige Eucharistie erklärt

Ich habe mich über die Ergüsse jenes Bistums schon öfter geärgert. Aber was ich nun über Facebook auf der Bistumsseite fand, ist ein Tiefenrekord:

Wenn alle Ostereier gefunden sind, feiern viele katholische Familien im Bistum Essen gleich weiter: Eine Woche nach Ostern beginnt mit dem Weißen Sonntag die Erstkommunion-Saison. Vom 27. April bis Christi-Himmelfahrt werden rund 4000 Kinder zwischen Duisburg, Bochum und dem Märkischen Sauerland in dutzenden festlichen Messfeiern das erste Mal eine geweihte Brotscheibe – die Hostie – erhalten, die nach katholischem Verständnis für Jesus Christus selbst steht.

Quelle

Geweihte Brotscheibe,  die nach katholischem Verständnis für Jesus Christus selbst steht. So steht es da, und ich möchte schreien.

Meine Fresse! Das könnte ja ein Atheist besser! Ich war selbst mal Atheist, also weiß ich das. Also bitte, hier auf gebildet-atheistisch:

Die Hostie ist ein kleines Stück ungesäuertes Brot,  das nach katholischer Lehre durch bestimmte Gebete des Priesters (genauer: durch Gott,  der diese Gebete erhört) zum „Leib des Herrn“, also zu Jesus Christus selbst, wird. Katholiken begründen das damit, dass Jesus beim letzten Abendmahl das Brot genommen und gesagt hat „Das ist mein Leib“.

OK, das war jetzt so, wie ich es geschrieben hätte,  wenn ich in meiner atheistischen Jugend schon sauber recherchiert hätte und mich das Thema interessiert hätte. Keins von beiden war der Fall. (Zum Glück hatte ich später Menschen in meiner Nähe, die mehr wussten als das Bistum Essen.) Aber von den für die Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlichen eines Bistums darf ich erwarten,  dass sie mehr wissen und besser recherchieren als eine atheistische Jugendliche!

edit: Nach einem kleinen, heftigen Sturm hat das Bistum den Text geändert zu „… die nach katholischem Verständnis Jesus Christus selbst ist.“ Stürmen hilft eben zuweilen.

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Wie es nicht war

Noch während der Kreuzabnahme beschlossen einige Jünger, die Sache Jesu nun richtig durchzuziehen. „Der Meister hatte gute Ideen, aber so hat es ja ganz offensichtlich nicht geklappt. Wir müssen das jetzt ein bisschen zeitgemäßer machen und den Bedürfnissen der Menschen anpassen. Also zum Beispiel war der Meister ja arg streng in Sachen 6. Gebot. Klar, das soll schon bestehen bleiben, aber wenn wir gewisse Ausnahmen zulassen und das ganze auch erweitern, damit es zu den Bräuchen der Heiden passt, dann werden wir mehr Zulauf bekommen.“

Sagte kein Jünger.

Nachdem Petrus hingerichtet war, sollte eigentlich Linus sein Nachfolger werden. Dagegen stemmte sich aber eine Gruppe von Männern und Frauen, die fanden, Petrus sei immer so unnachgiebig gewesen, und da er Linus die Hände aufgelegt hatte, müsse man davon ausgehen, dass auch Linus unnachgiebig sei, und unnachgiebig sei ja so was von gar nicht wie Jesus, also bestimmte man einen anderen zum Nachfolger Petri.

Nein, so war es nicht.

In Nizäa ging es bekanntlich darum, ob Jesus nur ein besonderer Mensch oder Mensch und Gott sei. Eine dritte Gruppe setzte sich endlich durch, die befand, das müsse jeder für sich selbst bestimmen, denn die Wahrheit über Jesus sei ohnehin nach so langer Zeit nicht mehr zu eruieren, also solle einfach jeder seinem Gefühl folgen.

Zum Glück gab es diese Gruppe nicht.

Nach Kaiser Konstantins Tod beschlossen zahlreiche Christen, Legalität sei ja prinzipiell eine gute Sache, und also könne man nun auch innerhalb der Kirche jede beliebige Aussage über Gott und die letzten Dinge legalisieren. So wurde die Kirche eine Art Verein ohne verbindliche Satzung.

Auch dies geschah in Wahrheit nicht.

Heute versuchen DBK und kfd mit Unterstützung von Maria 2.0, diese historischen Versäumnisse endlich nachzuholen. Gelingen wird ihnen das nicht, aber es richtet in der Kirche und in den Seelen vieler Gläubiger großen Schaden an. Ich weiß, dass ich das ernst nehmen sollte, aber irgendwie gelingt es mir nicht ganz – weil ich diese modernistische Gurkentruppe einfach nicht ernst genug finde, um sie ernst zu nehmen, und weil ich bei allem Schmerz um dumme und schädliche Verfälschungen der katholischen Lehre immer noch an Jesu Wort glaube, dass nicht einmal die Pforten der Unterwelt die Kirche überwältigen können – viel weniger die Pforten der Deutschen Bischofskonferenz und ihrer Freunde.

Wenn ich also auch in Zukunft den gebotenen Ernst vermissen lasse, wo es um die Bedrohung der Kirche von innen geht, mögen meine rechtgläubigen Leser mir verzeihen – ich habe diesen Ernst einfach nicht. Was an mir ernst ist, brauche ich ganz und gar für die Nachfolge, da bleibt einfach nichts übrig für den Kampf gegen die Nichtfolge.

Falls sich jetzt jemand gekränkt fühlt, weil ich als Katholikin so harsch gegen die DBK schreibe, die ja doch immerhin irgendwie katholisch ist, so sei er sicher: Das macht mir gar nichts aus. Ich respektiere das Amt jedes römisch-katholischen Bischofs, aber ich respektiere ausdrücklich nicht den Amtsmissbrauch und die Verschleuderung des katholischen Tafelsilbers.

Nun aber ganz ernst: Gott helfe den Kardinälen zu einer guten Entscheidung, vielmehr – Er entscheide durch sie. Dem verstorbenen Papst die ewige Seligkeit, dem kommenden den Segen Gottes und die Unterstützung durch Geistliche und Laien. Den Verfassern der Handreichung zur Segnung aller irgendwie liierten Paare, die nicht sofort weglaufen, Bekehrung.

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Jesus offenbart sich zum dritten Mal

Joh. 21.1-14

Der Auferstandene wird nicht gleich erkannt, obwohl Er schon zum dritten Mal zu den Jüngern kommt. Der verklärte Leib ist ganz Jesus und doch irgendwie anders… Wir werden es einst erleben, und dann werden wir Ihn erkennen.
Er offenbart sich als Gott der Fülle.  Das wirkt fast spaßhaft: Er bittet um etwas zu essen,  und dann sorgt Er selbst dafür, dass Überfülle vorhanden ist,  zeigt aber nebenbei auch, dass Er schon vor dem wunderbaren Fischzug einen Fisch auf dem Feuer hatte.
Aber auch wenn der Herr sicher auch Humor hat (Er liebt Kinder und Blumen und hält es mit uns aus, das alles ist ohne Humor gar nicht vorstellbar), ist hier wohl ein tieferer Sinn.

Er fragt uns, ob wir etwas für Ihn haben, denn Er will uns nicht zwingen. Wir können das auch als Hinweis verstehen,  dass wir Ihn in jedem Bedürftigen sehen sollen. 
Er gibt uns, was wir brauchen,  auch wenn wir keinen Erfolg bei unserer Arbeit hatten, und Er gibt reichlich  – aber das Netz an Land ziehen müssen wir schon selber.
Er zeigt uns freundlich,  dass Er nichts von uns braucht,  wir aber alles von Ihm. Er will bei uns sein, mit uns Gemeinschaft halten. Er braucht nichts,  aber Er will unsere Herzen und bietet uns das Seine.

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Tipps für die Sedisvakanz

  1. Bete für den verstorbenen Papst. Neben dem offensichtlichen Segen hält dich das auch von unguten, eitlen und lästerlichen Gedanken ab.
  2. Bete für die Kardinäle. Grund: a) Sie können es brauchen; b) s.o.
  3. Bete für die Kirche.  Gründe wie oben.
  4. Bete für die Welt.  Gründe wie oben.
  5. Spekuliere nicht, wer der nächste Papst wird. Es gibt genau drei Möglichkeiten: a) Wir bekommen den Papst, den wir brauchen; b) wir bekommen den Papst,  den wir verdienen,  c) der Messias kommt während des Konklave zurück.
  6. Empfange die Sakramente.  Das hat nichts mit dem Konklave zu tun, ist aber immer gut.
  7. Sei so gut wie möglich.  (Gründe wie 6.)
  8. Putz deine Wohnung. Das lenkt ab und ist meistens nötig.
  9. Lies in der Bibel.  Wolltest du doch ohnehin mehr tun.
  10. Guck einen Film, das lenkt ab. (Außer wenn du Kardinal bist!)

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