Vielen Dank für Eure Mühe, Ihr Reformkatholiken, es ist nett gemeint. Aber ganz ehrlich: Ich will gar nicht aus repressiven Strukturen einer zweitausendjährigen patriarchalen Organisation zur Unterdrückung der Frau befreit werden.
Ich brauche das.
Oder, um es auch für Ironieresistente verstehbar zu machen:
Ich bin Frau, und zwar eine, die sich wahnsinnig leicht gekränkt fühlt. Eine mit einem extrem starken Gefühl für Ungerechtigkeiten. Man kann sagen, es geht mir immer und immer um die Wahrheit. Man kann auch sagen, ich fühle mich leicht auf den Schlips getreten. (Mein Beichtvater weiß das.)
Und jetzt kommts:
Ausgerechnet von der ach so patriarchalen, frauenfeindlichen, hexenverbrennenden, wissenschaftsfeindlichen Kirche werde ich nicht unterdrückt. Gerade die ist es nämlich, die mich akzeptiert. (Um genau zu sein: Ich rede in diesem Artikel ausschließlich von der Römisch-Katholischen Kirche, für mich die Kirche überhaupt – aber wenn Christen anderer Konfessionen sich hiervon angesprochen fühlen, umso besser.)
Selbstverständlich gibt es in den Gemeinden genauso wie in Vereinen und Familien auch Mißstimmigkeiten, auch handfesten Streit. Man kann davon auch in der Apostelgeschichte lesen. Dennoch kann man in der Kirche einen stärkeren Willen zum Frieden bemerken als außerhalb. Tatsächlich ist die Kirche der einzige Verband von Menschen, in dem ich genau ich sein darf. Kein anderer irgendwie gearteter Zusammenschluss, vom Staat über den Verein bis hinunter zur Familie, nimmt mich so vorbehaltlos an wie sie.
Aber ist es nicht schrecklich ungerecht, daß Frauen nicht Priesterinnen sein dürfen?
Nein. Der Herr hat Männer zu Seinen Aposteln berufen. Maria aus Magdala, die erste, die den Auferstandenen sah, wird zwar „Apostelin der Apostel“ genannt – und mit Recht, denn sie hat die Nachricht von der Auferstehung ja als Erste weitergesagt. Daher können und sollen Frauen auch lehren, sollen Glauben, Gebet, biblisches und theologisches Wissen weitergeben. Aber als Jesus beim Paschamahl die Einsetzungsworte sprach, waren ausschließlich Männer anwesend (alle Anwesenden sind in der Bibel namentlich genannt). Ihnen, keiner Frau, hat Jesus den Auftrag gegeben, die Eucharistie zu feiern. Das lag keinesfalls daran (wie ich selbst früher annahm), daß die damalige Welt mit Priesterinnen überfordert gewesen wäre. Zum einen hat Jesus nie irgendwelche Scheu gezeigt, Menschen zu überfordern. Zum anderen hatte Er Jüngerinnen und hat sich niemals geziert, mit Frauen zu sprechen.
Mit anderen Worten: Es gibt keine Priesterinnen, weil der Herr keine Priesterinnen eingesetzt hat. Nicht, weil böse Männerbünde die armen Frauen ausschließen, sondern weil der einzige vollkommen gute Mann Frauen offenbar für andere Aufgaben wollte.
Jaaaa, Frauen sind natürlich für dienende Aufgaben, höhö.
Stimmt. Frauen haben in der Kirche zu dienen. Männer auch. Und Priester am meisten von allen. Jedes Privileg des Priesters ist zugleich seine Aufgabe, vor der er sich nicht drücken kann. Auch nicht unter Lebensgefahr.
Gibt es noch irgendetwas, was Ihr Reformkatholiken mir sagen wollt? Dan Brown? Päpstin Johanna? Hochhuth?
Nun, ich halte es da mit der kirchlichen Lehre und mit gesicherten Tatsachen. So wie Alipius Müller und Josef Bordat und Suse und Tobias und Dorothea. Ich halte mich an die Wahrheit, und ich kann zwischen mehr oder weniger spannender Belletristik und der reinen Wahrheit unterscheiden.
Daß irgendwelche Kampfatheisten ständig meinen, sie müssten mich aus den Klauen der Katholischen Kirche befreien, muss ich hinnehmen, die sind so. Aber bitte, liebe Geschwister in Christo, lasst doch wenigstens Ihr es bleiben. Ihr braucht mich nicht zu befreien – soweit das in diesem Leben noch notwendig ist, tut Jesus das in jeder Beichte.
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