Schwarzbrot

Sauerteig ansetzen ist erheblich einfacher, als die meisten Anleitungen es glauben machen. Man überlege: Sauerteig gibt es schon seit mehreren Jahrtausenden. Also muss es möglich sein, ihn ohne Digitalwaage mit Mikrogramm-Einteilung, Digitalthermometer und Atomuhr herzustellen.
Man nimmt einfach gut hundert Gramm Roggen-Vollkornmehl und eine Tasse Wasser, verrührt das zu einem dickflüssigen Brei und lässt ihn zugedeckt zwei Tage stehen. Dann kommen noch einmal hundert Gramm Mehl und eine Tasse Wasser dazu, nach 24 Stunden wieder, und so weiter, fünf bis sieben Tage lang. Zuletzt verknetet man den Teig gründlich mit weiteren 200 Gramm Mehl, Salz und was sonst noch in das Brot soll (in diesem Fall: etwa 200 Gramm Sesam, reichlich frisch gemörserter Koriander, Salz).
Man formt einen Brotlaib. Dazu hält man am besten den Teigklumpen kurz unter fließenden Wasser, dann wird die Oberfläche besonders schön. Dann bäckt man ihn eine knappe Stunde lang im Ofen, dann hat man ein perfektes Schwarzbrot.

Das Schwarzbrot beim Bäcker oder im Supermarkt ist schwärzer – weil Zuckerkulör darin ist. Aber das tut man ja nicht.

Es empfiehlt sich, von dem auf Handwärme abgekühlten Brot mehrere Scheiben abzuschneiden und z.B. mit Rügenwalder Teewurst vom Ökoschlachter zu bestreichen. Dann braucht man nicht noch aufwendig zu kochen.

Sauerteigbrot
Sauerteigbrot

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Hörnchen mögen nicht jeden Keks

Da will man den Hörnchen mal eine besondere Freude machen, und dann sind sie voll auf öko!

Bei ihr kann ich es ja verstehen, Schwangere sind halt so.

Aber bei ihm wundert es mich. Machos sind ja normalerweise nicht solche Gesundheitsapostel. Vielleicht hängt es mit der Extravaganz zusammen, nur einen sommerlich-luftigen Ohrpinsel zu tragen.

Vor drei Jahren war das noch anders – oder sind sie einfach wählerisch und nehmen nicht jeden Keks?

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Edith Stein – Teresia Benedicta a Cruce

Vom Kreuz herab gesegnet – so lässt sich ihr Ordensname übersetzen – ist die Heilige Teresia Benedicta a Cruce, bürgerlich: Edith Stein, in besonderer Weise, als christliche Märtyrerin. „Komm, wir gehen für unser Volk“, sagte sie auf dem Weg in die Gaskammer zu ihrer Schwester Rosa.

Teresia Benedicta vom Kreuz – Edith Stein
Melodie: Du meine Seele, singe

Die suchen nach der Wahrheit,
Die suchen Gott allein,
Und Seines Lichtes Klarheit
Wird bald schon um sie sein.
Den Geist kann nur erkunden,
Wer Gott im Herzen hat.
Im Glauben sind verbunden
Erkenntnis, Liebe, Tat.

Es darf das Land nicht schweigen
Vor Lüge und vor Mord.
Die Kirche muß es zeigen:
Sie steht zu Jesu Wort!
Sie muß Verfolgten reichen
Die feste Helferhand.
Dann wird das Böse weichen
Vor Liebe und Verstand.

Ein Leidensweg voll Lieben,
Ein Liebesweg voll Leid
Ist schon für mich beschrieben –
Mein Gott, ich bin bereit!
Ich brauche nicht zu sorgen,
Mein Gott verläßt mich nicht.
Im Kreuz liegt schon verborgen
Der Weg zum Himmelslicht.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte, tredition 2015, © Claudia Sperlich

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Integration de Luxe

Um wirklich zu verstehen, wie Deutschland so ist, muss man den Begriff „Sonntagsessen“ lernen.
Und da bin ich heute mal ganz, ganz traditionell:

Schweinebraten! (Jesiden kennen keine restriktiven Speisevorschriften.)

Braten

Man nehme einen nicht zu mageres bratengeeignetes Stück Schwein (ca. 750 g), brate es in Olivenöl von allen Seiten an, lege es auf ein Ofenblech, salze und pfeffre es und bestreiche es mit scharfem Senf. Obendrauf streue man noch einige fein gehackte Knoblauchzehen. Zuoberst lege man zwei Zweige Rosmarin.
Dann schneide man reichlich Zwetschgen in schmale Spalten und verteile sie auf dem Blech. Nach etwa 20 Minuten Backzeit (während der man ab und zu den Braten mit dem Sud beschöpft) kommen Zwiebeln und Lauch dazu, in feine Ringe geschnitten. Eine Tasse Wasser kommt dazu.
Nach weiteren 10 Minuten kommen geschälte Kartoffeln dazu. Und wiederum nach 15 Minuten begießt man das alles großzügig mit Rotwein (bitte auch zum Kochen keine minderwertigen Sorten nehmen!).

Aus 1/2 Becher Sahne, 1/2 Becher Crême Fraîche und so viel Sud, wie man ohne Probleme abschöpfen kann, köchelt man eine Sauce.

Und dann wird man sehen: die jesidische Freundin nimmt auch ein zweites Mal. Die Sauce wird noch mal extra gelobt.

Zudem weiß ich nun, wie wichtig ihr das gemeinsame Essen ist. In der Notunterkunft hat sie immer alleine gegessen. In der Heimat immer mit der Familie – Vater, Mutter, Schwester. Ich kann ihr die Familie nicht ersetzen; sie kann mir die Familie, die ich nie hatte, nicht geben – aber wir können als das, was wir sind, die Wohnung samt Küche teilen, äußerst wohlschmeckend kochen und gemeinsam essen.

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Hat die Polizei von Paris eine Kirche überfallen?

Aufregende Nachrichten und Amateurvideos kursieren im Internet: In dem neogotischen Kirchlein St. Rita im 15. Arrondissement von Paris wird am Mittwoch, dem 3. August 2016, eine traditionelle Messe von der Polizei gestört, Gläubige, Priester und Ministranten werden ziemlich rüde abgeführt.

Auf Facebook gibt es reihenweise erregte Kommentare, vor allem von Katholiken.

Allerdings stimmt da einiges nicht. Das erste, was mir seltsam schien, war, daß von einer Messe die Rede war, die Gläubigen aber unaufhörlich das Ave Maria beteten – kein Bestandteil der Messe. Gut, das kann eine spontane Reaktion auf den Einfall der Polizei gewesen sein.
Zweitens sieht man ganz kurz, daß ein Gläubiger seinen Hund mit in die Kirche gebracht hat (eindeutig kein Blindenhund).

St Rita wurde 1900 als (von Rom getrennte) Katholisch-Apostolische Kirche errichtet, aber niemals konsekriert. Das Gebäude ist Eigentum einer in Belgien ansässigen Gesellschaft und soll demnächst der Société Garibaldi, Teil der Immobiliengesellschaft Lamotte, überlassen werden, die dort ein Parkhaus und Wohnungen errichten will. Das ist seit langem bekannt.

Seit den 90er Jahren wurde das Gebäude von den Gallikanern genutzt, einer von Rom nicht anerkannten Splittergruppe, die besonders dafür bekannt ist, Haustiere in der Kirche willkommen zu heißen und ihnen den sakramentalen Segen zu erteilen. Die gallikanische Kirche erstarkte im späten 19. Jh.; sie verneint die Unfehlbarkeit des Papstes und versteht sich als französische Nationalkirche, die zwar Nichtfranzosen zulässt, aber von einer irgendwie gearteten französischen Priorität ausgeht. Sie hat eigene Bischöfe (derzeit Dominique Philippe) und wurde von Pius X 1907 exkommuniziert. Die Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils werden von den Gallikanern als Sakrileg empfunden. Es handelt sich also um eine nicht-katholische Kirche, die ausschließlich den Tridentinischen Ritus zulässt.

Die Gallikaner mussten allerdings im März 2015 St. Rita verlassen, nachdem sie monatelang keine Miete gezahlt hatten.

Anwohner und der Bezirksbürgermeister des XV. Arrondissements, Philippe Goujon, protestierten monatelang gegen die Zerstörung des Gebäudes.

Der frühere Piusbruder, jetzt wieder mit der katholischen Kirche versöhnt, Abbé Guillaume de Tanouärn, besetzte das Gebäude im Oktober 2015. Am 3. August veranlasste die Eigentümerin die polizeiliche Räumung.

Es wäre weit besser gewesen, damit bis nach der Messe zu warten.
Es wäre vermutlich weniger grob möglich gewesen.
Es wäre gut gewesen, die Anwohner und den Bezirksbürgermeister wenigstens anzuhören.

Aber es war nicht widerrechtlich. Nicht nach dem französischen Gesetzbuch, nicht nach Völkerrecht und nicht einmal nach dem CIC. Das Gebäude ist keine konsekrierte Kirche, war von Anfang an niemals katholisch, wurde nur wenige Monate lang gegen den Willen der Eigentümerin von einer katholischen Gemeinde und ihrem Priester genutzt. Die Krone der Baukunst ist es übrigens auch nie gewesen – in dem an schönen Kirchen so reichen Paris ist St. Rita aus architektonischer Sicht wahrlich kein Verlust.

Selbstverständlich fände ich es schön, wäre diese Kirche weiter als katholische Kirche genutzt. Aber die Vorgänge um St. Rita sind nichts, was zu übergroßer Empörung auf katholischer Seite Anlass gibt.

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Ein schöner Abend in schöner Stadt

Widerspreche mir keiner: Berlin ist schön. Diese vollständig durchgeknallten, übertriebenen Bauten des 19. Jahrhunderts möchte ich nicht missen. Ja sicher, Romanik ist schöner! Aber in Romanik wohnt man nicht so gemütlich.
Auch zum Treffen und stundenlangem Klönen mit lieben Freunden eignet sich eine Kultkneipe in Fin-de-Siècle-Bau besser als etwa eine Kathedrale.

Schon ist das Ziel in Sicht!
Ständige Vertretung

Raus aus dem Bahnhof…
S-Bahnhof Friedrichstraße

über die Brücke, aber nicht in der Bahn…
Eisenbahnbrücke

sondern unter ihr…
Eisenbahnbrücke
Eisenbahnbrücke

mit Blick auf andere Verkehrsteilnehmer.
Schiffchen
Schiffchen

Nie das Ziel aus den Augen verlieren!
Ständige Vertretung
Eisenbahnbrücke

Dann wird man – mit Gottes Hilfe – ans Ziel gelangen!
Ständige Vertretung

Es war ein schöner Abend, das wiederholen wir spätestens im nächsten Sommer!

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Menschen sind schützenswert!

In Deutschland sind die Statistiken über Abtreibung rückläufig. Das ist gut. Allerdings ist es auch nicht direkt ein Grund zum Jubel, daß 2015 in Deutschland „nur“ 99.237 Menschen vorgeburtlich beseitigt wurden, also im Schnitt etwas über 270 täglich. Kriminologische Indikation ist dabei äußerst selten (immer im zweistelligen Bereich; 2015 waren es 20 Fälle); medizinische Indikation betraf knapp vier Prozent der Fälle. Die übrigen 95.338 Abtreibungen wurden nach Beratungsregelung vorgenommen – weil die Kinder unpassend kommen.

Wer ein bereits geborenes Kind (oder im Zuge der Euthanasiedebatte seine altgewordenen Eltern) beseitigen lassen möchte, weil davon auszugehen ist, daß andernfalls viel Arbeit und hohe Ausgaben auf ihn zukommen, wird hierfür bislang keine staatlich geförderte Beratungsstelle finden. Ein Spiegel-Titelblatt mit Menschen, die trutzig öffentlich sagen „Ich habe mein Neugeborenes beseitigt“ oder „Ich habe meinen dementen Vater abgeschafft“ käme auch nicht so gut an. Die Tötung eines Ungeborenen wird jedoch häufig banalisiert; wer laut sagt, daß dies ein Unrecht ist, gilt in Deutschland üblicherweise als Fanatiker, zumindest als etwas wunderlich.

Aber das ist doch noch gar kein Mensch! Nur so ein Zellhaufen! – Mit der Zeugung entsteht eine eigene, unverwechselbare DNA. Ein Mensch – nichts anderes. Das im Zusammenhang mit Ungeborenen im frühen Stadium gern genutzte Wort Zellhaufen ist ein sprachliches Konstrukt, das uns glauben machen soll, die Morula sei etwas Ungeordnetes, nicht Wünschenswertes. Nun ist aber in diesem frühen Stadium der Mensch von Aussehen und Struktur her so geordnet wie später nie mehr; Sie und ich sind zur Zeit weit haufenähnlicher, als wir in jener sehr frühen Jugendzeit waren.

Aber es merkt doch nichts davon! – Tatsächlich werden die meisten Abtreibungen vor der 12. Schwangerschaftswoche vorgenommen. Man kann davon ausgehen, daß ein so junger Mensch tatsächlich noch nichts merkt. Bei den in der 12. Schwangerschaftswoche oder später Abgetriebenen (im Jahr 2015 waren das 2795 Fälle) muss man allerdings davon ausgehen, daß das Kind Angst und Schmerz spüren kann. Aber selbst wenn nicht, bliebe Abtreibung, was sie ist: die Tötung eines Unschuldigen. Ob Tötung ein Unrecht ist oder nicht, hängt nicht davon ab, ob der Getötete etwas merkt. Sonst wäre der Mord an einem bereits geborenen schlafenden Menschen weniger schlimm als der an einem wachen. Einen Hypersensiblen umzubringen wäre schlimmer als einen Menschen mit defizitärer Sensibilität. Das ist aber erkennbar unlogisch und unmenschlich. Es ist für die Tat irrelevant, ob der Geschädigte etwas davon merkt.

Aber wenn es so krank ist, daß es nur leiden wird, wenn man es leben lässt? – Selbst wenn man mit vollkommener Sicherheit und ganz ohne Fehlerquote sagen könnte, dies Kind hat ein kurzes und qualvolles Leben zu erwarten (man kann es übrigens nicht!), bliebe eine solche Argumentation unzulässig. So vielfältig wie die Formen von Leid sind die Wege zum Ersparen, Überwinden und Lindern. Aber das Leid ist nicht mit dem Leidenden identisch. Die Tötung kranker Kinder „erspart“ Menschen, nicht Leid.
Ob ein Mensch Freude oder Zufriedenheit empfindet, ist für einen anderen Menschen kaum je zweifelsfrei erkennbar. Die Vernichtung eines Menschen vor der Geburt nimmt ihm jede Möglichkeit dazu. Übrigens gibt es zahlreiche Menschen mit schwerer Behinderung und großer Freude am Leben.

Aber wenn die Mutter vergewaltigt wurde? – Nochmals: die wenigsten Abtreibungen werden aus diesem Grund vorgenommen. Wenn aber dann abgetrieben wird: Wie praktisch für den Kerl, der der Frau das angetan hat! Er muss keine Alimente zahlen. Von einer Abtreibung nach Vergewaltigung profitiert der Vergewaltiger.
Auch wenn die Schwangerschaft für die Mutter aus nachvollziehbaren Gründen mit Angst, Zorn und Ekel verbunden ist und wenn sie sich nicht zutraut, gut für das Kind zu sorgen, ist die Tötung des Kindes falsch.

Die Frau hat ein Recht, über ihren Körper zu verfügen! – Ja natürlich. Aber der Körper des Kindes ist nicht ihr Körper. Jeder Biologe kann das bestätigen.

Es sterben doch ohnehin viele befruchtete Zellen ab, ohne daß die Mutter es überhaupt merkt! – Dies Argument habe ich tatsächlich schon mehrmals gehört. Es gibt aber einen moralischen Unterschied, ob ein Mensch durch eine unerkannte Krankheit oder durch Mord stirbt. Dieser Unterschied besteht auch dann, wenn der Betroffene ihn nicht empfindet.

Es gibt weit bessere Möglichkeiten als Abtreibung. Kaleb e.V. bietet Schwangeren in Not effektive Hilfe an. Der Sozialdienst katholischer Frauen bietet mit der Beratungsstelle Lydia Schwangeren in jeder Situation (unabhängig von ihrer religiösen Einstellung) qualifizierte Beratung. Es gibt Babyklappen, die Freigabe zur Adoption oder die Hilfe durch Pflegeeltern. Es gibt gerade von kirchlicher und kirchennaher Seite freundliche und sinnvolle Unterstützung.

Der Marsch für das Leben 2016 rückt näher, und ich werde gemeinsam mit vielen anderen großen Zellhaufen wieder teilnehmen. Wer am Samstag, dem 17. September (13.00 Uhr vor dem Reichstag) dabei sein kann, ist herzlich eingeladen.

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Letzte Warnung. Noch eine Chance.

Lukas 12,13-21

Es sprach aber einer aus der Volksmenge zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, daß er das Erbe mit mir teilen soll!
Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?
Er sagte aber zu ihnen: Habt acht und hütet euch vor der Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluß ab, den er an Gütern hat.
Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Das Feld eines reichen Mannes hatte viel Frucht getragen. Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun, da ich keinen Platz habe, wo ich meine Früchte aufspeichern kann?
Und er sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter aufspeichern.
Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird gehören, was du bereitet hast?
So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott!

Der Meister ist in der Stadt, Er hat, wie man hört, auf alles eine Antwort, also kann er auch mir helfen – mein Bruder will mich übern Tisch ziehen. So mag der Mann aus der Volksmenge gedacht haben. Eigentlich nicht schlecht, sich an den Herrn zu wenden, wenn es Ärger in der Familie gibt – aber Jesus stellt klar: Er ist nicht gekommen, um unseren Kleinkram in Ordnung zu bringen und nicht, damit der Bruder das tut, was ich für richtig halte. Ihm geht es um mehr.

Das heutige Evangelium ist eine Warnung vor Habgier und davor, sein Leben in eigensüchtigem Materialismus zu vertändeln. Aber ich lese es auch als das Evangelium von der unverdienten Chance noch kurz vor Schluss. Die Geschichte, die Jesus erzählt, wird in der Regel weitergedichtet damit, daß der Reiche in die Hölle kommt; das Gleichnis vom armen Lazarus wird als Fortsetzung dieser Geschichte gelesen.

Zu Recht – denn es ist leider möglich, durch krassen Egoismus das Heil zu verscherzen. Aber wenn wir den Grundbesitzer dieser Perikope nicht mit dem Reichen in der Lazarus-Geschichte gleichsetzen, können wir noch eine andere Entwicklung zulassen.

Heute? – Diese Nacht?
Und was ist mit der Ernte? Und dann, wieso ich?
Ich bin doch in den besten Jahren. Ich wollte doch noch genießen.
Ich.
Herr, Du willst mein Leben in dieser Nacht enden lassen.
Und, ja, eigentlich habe ich nichts daraus gemacht. Ich dachte immer, es ist alles ganz richtig so – immerhin habe ich meine Steuern gezahlt und die Arbeiter anständig und pünktlich entlohnt. Aber sonst…
Nein, Herr, ich habe keine Schätze für den Himmel gesammelt. Schätze für mich, ja. Für die Erben auch.
Nun habe ich keine Zeit mehr, es besser zu machen.
Ich kann gar nichts mehr. Nur Dich bitten: Herr, verzeih mir meinen Egoismus, meine Habgier. Verzeih mir, daß ich mein Leben vertan habe, daß ich Dich nicht eher gehört habe. Bitte, Herr, verzeih mir.

Zeitungsnotiz:
Gestern früh wurde der 40jährige Großgrundbesitzer N. neben seinem Bett tot aufgefunden. Fremdverschulden wird ausgeschlossen. Er sah vollkommen friedlich aus.

Wenn Gott warnt, tut Er das, damit wir umkehren. Nichts anderes will Er. Auch dann, wenn wir Ihn vergessen haben – Er gibt uns noch eine Chance, und sei es kurz vor Schluss.

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Die Hörnchen sind zu mager!

Wenn man von Natur aus hyperaktiv ist und dann auch noch Mehrlinge versorgt, wird man dünn. Die weiblichen Hörnchen sehen zur Zeit wirklich schedderig aus, mager und im Fellwechsel. Da dachte ich, es muss mal was anderes heran als immer nur Sonnenblumenkerne. Haselnüsse sind gehaltvoller und süßer.
Und schon kommt eines, das nicht ganz so mager ist, vermutlich weil schon wieder tragend. Ich freue mich über jedes Hörnchen – und dies hat offensichtlich so großen Hunger, daß es in jeder Ecke guckt.

Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
EichhörnchenEichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
EichhörnchenEichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen

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Jacques Hamel

Jacques Hamel war Auxiliar-Priester in der nordfranzösischen Gemeinde Saint-Etienne-du-Rouvray. 1958 wurde er ordiniert. 86jährig war er noch immer aufrecht und dienstbereit. Er vertrat heute den Pfarrer der St-Etienne-Kirche.
Die Wochentagsmesse ist in St. Etienne üblicherweise nicht besonders gut besucht. Auch heute war die Kirche nicht voll. Hwd. Jacques Hamel zelebrierte.

Zwei Männer drangen während der Messe durch einen Hintereingang in die Kirche ein, nahmen fünf Geiseln – den Priester, zwei Ordensschwestern und zwei weitere Gläubige. Sie beriefen sich auf IS. Einer der beiden ist identifiziert als ein Syrer, der bereits als „terrorverdächtig“ eingestuft war. Die Terroristen durchschnitten dem Priester die Kehle. Eine andere Geisel wurde so schwer verletzt, daß ihr Überleben noch ungewiss ist.

Jacques Hamel war beliebt in der Gemeinde. Er hat praktisch sein Leben lang der Kirche und den Gläubigen gedient. Abbé Aimé-Rémi Mputu Amba, Priester in Sotteville-lès-Rouen, sagt über ihn:

Malgré son âge avancé, il était toujours aussi investi dans la vie de la paroisse. On lui disait souvent, en rigolant ‘Jacques, tu en fais un peu trop, il serait temps de prendre ta retraite‘. Ce à quoi il répondait , en riant, ‚tu as déjà vu un curé à la retraite? Je travaillerai jusqu’à mon dernier souffle‘. Pour lui, partir au moment où il célebrait la messe, c’est une forme de consécration, malgré les circonstances dramatiques.

Trotz seines fortgeschrittenen Alters hat er sich immer voll in das Gemeindeleben eingebracht. Wir sagten ihm oft im Spaß, „Jacques, du machst ein bißchen zu viel, es wäre an der Zeit, daß du in den Ruhestand gehst.“ Worauf er lachend antwortete: „Hast du schon mal einen Pfarrer im Ruhestand gesehen? Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug arbeiten.“ Daß er ging, während er die Messe feierte, ist für ihn eine Art der Heiligung, trotz der dramatischen Umstände.“

Im Pfarrblatt vom Juni schrieb Jacques Hamel diesen Feriengruß (Übersetzung von mir):

Der Frühling war ziemlich kühl. Wenn unsere Stimmung ein bißchen trübe war, nur Geduld, der Sommer wird endlich kommen. Und auch die Ferienzeit.
Die Ferien sind eine Zeit, um von unseren gewöhnlichen Beschäftigungen Abstand zu nehmen. Aber sie sind nicht eine einfache Unterbrechung. Sie sind eine Zeit der Erholung, aber auch der Selbstbesinnung, der Begegnungen, des Teilens, der Geselligkeit.
Eine Zeit der Selbstbesinnung: Manche Leute werden einige Tage zu Exerzitien oder zum Pilgern nehmen. Andere werden wieder das Evangelium lesen, allein oder mit anderen, als ein Wort, das heute leben lässt. Andere werden neue Kraft schöpfen aus dem großen Buch der Schöpfung, werden die so verschiedenen und großartigen Landschaften bewundern, die uns erheben und zu uns von Gott sprechen.
Könnten wir doch in diesen Augenblicken die Einladung Gottes hören, uns um diese Welt zu kümmern, sie dort, wo wir sind, zu einem wärmeren, menschlicheren, brüderlicheren Ort zu machen.
Eine Zeit der Begegnung mit Nächsten, mit Freunden: Ein Augenblick, um sich die Zeit zu nehmen, gemeinsam etwas zu erleben. Ein Augenblick, um auf andere zu achten, wer sie auch sein mögen.
Eine Zeit des Teilens: Teilen unserer Freundschaft, unserer Freude. Teilen wir den Kindern unsere Hilfe mit, und zeigen wir so, daß sie für uns zählen.
Auch eine Zeit des Gebets: Aufmerksam auf das, was in unserer Welt gerade vorgeht. Beten wir für jene, die es am meisten benötigen, um Frieden, um ein besseres Zusammenleben.
Und dann ist immer noch das Jahr der Barmherzigkeit. Bereiten wir unser Herz, daß es aufmerksam wird auf die schönen Dinge, auf jeden, auch auf jene, die sich vielleicht noch etwas einsamer fühlen werden.
Mögen die Ferien uns erlauben, die Fülle der Freude, der Freundschaft und der Besinnung zu erleben. Dann werden wir, besser ausgestattet, den Weg gemeinsam wieder aufnehmen können.
Schöne Ferien euch allen!
Père Jacques

Erlauben wir den Terroristen nicht, diese heiteren und guten Worte zu vernichten. Ehren wir Jacques Hamel, indem wir uns besinnen, teilen, aufmerksam sind auf unsere Nächsten, beten – auch und gerade für die, die es am meisten benötigen. Zum Beispiel für die Terroristen.

Quellen:
Wikipedia
Figaro
rouen.catholique.fr

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