Zwei Brüder

… und der brave von beiden wird bis heute zu wenig beachtet. Dabei finde ich ihn, den beleidigten Rechthaber, genauso wichtig wie seinen leichtsinnigen und verschwenderischen jüngeren Bruder.

Der eifersüchtige Bruder
Lk. 15,11-32

Die harte Arbeit hab ich gern gemacht.
Hab froh und gut gepflügt, gesät, geschnitten.
Ließ mich um keine Hilfe zweimal bitten,
Hab neues Land und Vieh uns eingebracht.

Ich liebe unsre alten Bauernsitten,
Dies Land, das grün in goldner Sonne lacht.
Ich hab mich mit dem Wildfang nie verkracht!
Er war doch immer bei uns wohlgelitten!

Es hat dem Vater fast das Herz gebrochen,
Als er mit seinem Erbe fortgegangen.
Nun hat ers durchgebracht, kommt angekrochen!

Er wird gefeiert. Ich bin nur Getriebe.
Darf ich, der Immertreue, nichts verlangen?
Und ich verlang doch nichts – nur Vaters Liebe.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte. Gedichte, tredition 2015

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Das Recht auf Selbstverletzung

Die Forderung nach einem Recht auf Abtreibung ist der Kampf darum, legal einen in engstem Abhängigkeitsverhältnis stehenden Menschen töten zu können. Man muss nicht Christ sein, um das zu verstehen, sondern nur im Biologieunterricht aufgepasst haben.

Aber aus irgendeinem Grund ist dies Argument, so schlüssig es ist, sehr unbeliebt. Vielleicht klingt es zu krass? Gut, ich versuche, es weniger krass zu sagen. Ich lasse das Kind einmal außen vor, so unlogisch das ist. Frauen, die für ein Recht auf Abtreibung kämpfen, versuchen ein Recht auf schwere Selbstverletzung zu erstreiten.

Es wird ja im Zusammenhang mit Abtreibung immer wieder von Frauenrechten gesprochen. Was aber hat es mit meinem Recht als Frau zu tun, wenn mir gestattet wird, meinen Körper auf höchst gesundheitsschädliche Weise so zu manipulieren, daß ein bereits empfangenes Kind nicht oder nicht lebend geboren wird? Ich sehe darin das genaue Gegenteil von Frauenrechten.

Es gibt zwei Möglichkeiten der Abtreibung, medikamentös oder operativ. Das heißt, entweder schluckt die Frau Gift (das Wort „medikamentös“, von medicamen, Heilmittel, ist irreführend, da eine Schwangerschaft keine Krankheit ist), wodurch das Kind getötet und sie selbst verletzt wird, und muss das tote Kind gebären. Oder sie läßt sich in Narkose versetzen, und jemand popelt mit medizintechnischem Gerät in ihrem Unterleib herum, bis alle Teile des Kindes entfernt sind.

Es ist kein emanzipatorischer Akt, sich krank machen oder verletzen zu lassen.

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1400 Jahre Kloster Weltenburg

Ob die Gründung der Benediktinerabtei St. Georg in Kelheim an der Donau wirklich 617 durch zwei iroschottische Mönche geschah, ist nach heutigem Forschungsstand nicht sicher. Aber die Gegend war damals schon christlich, und die Zeit der Klostergründung mag wenigstens so ungefähr stimmen. Die Benediktinische Regel ist seit etwa 740 für Weltenburg verbindlich.

Während der Ungarnstürme im 10. Jh. mussten die Mönche fliehen – aber Weltenburg wurde nicht aufgegeben. 1123 bis 1328 lebten dort Augustiner-Chorherren. Die Klosterbrauerei ist 1050 zum ersten Mal erwähnt (sie besteht bis heute und produziert ausgezeichnetes Dunkelbier). 1191 wurde eine neue Klosterkirche errichtet.

Plünderungen im Schmalkaldischen Krieg und im Dreißigjährigen Krieg überlebte das Kloster Dank umsichtiger Führung. Leider mußten dazu Teile der Bibliothek verkauft werden.

Im Spätbarock erhielt das Kloster seine heutige Gestalt. Wer mich kennt, versteht, daß ich darüber etwas bekümmert bin, Romanik gefällt mir einfach besser – andererseits muss man sagen: Wenn Barock, dann bitte so! Die Architektur ist so wundervoll klar!

1821 fiel das Kloster der Säkularisation zum Opfer, wurde aber 29 Jahre später wieder, was es war – ein Benediktinerkloster.

Das Kloster Weltenburg betreibt neben der Brauerei ein Gästehaus, Feldwirtschaft und Schweinemast, einen Klosterladen und ein breites Kursangebot. Aber das Wichtigste ist, wie in jedem Benediktinerkloster, das Gebet – und selbst wenn ich nie nach Weltenburg komme und keinen der Mönche persönlich kenne, darf ich davon ausgehen, daß dort auch für mich gebetet wird.

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Theologie für Anfänger

… heißt ein Buch des katholischen Laientheologen Frank Sheed. Ich empfehle es von Herzen.

In 19 Kapiteln erklärt Frank Sheed die Grundsätze der katholischen Glaubenslehre so, daß ein aufmerksamer Leser sie verstehen kann, auch wenn er nicht Theologie studiert hat. Er trivialisiert dabei nie, mutet dem Leser viel zu. So ist die Lehre von der Dreifaltigkeit oder die von der Sündenvergebung in der Beichte durch den Priester nicht leicht zu begreifen, und der Autor tut auch nicht so, als sei sie es, sondern er legt das Schwierige so einfach wie möglich dar.
Er geht auf alle möglichen Teilprobleme ein, auch auf das große Problem unserer Tage, daß Menschen sich im guten Glauben, katholisch zu sein, eine Privatreligion zurechtbasteln.

In den Augen von Nichtkatholiken und manchmal auch von Katholiken, die das Gewicht oder die Zahl ihrer Sünden nicht berührt, kann es so aussehen, als habe der Priester keine Berechtigung, in eine Angelegenheit sich einzumischen, die ihn nicht betrifft. Gottes Gebot, so argumentieren sie, ist verletzt worden, Gottes Vergebung erwarten wir; warum nicht ihm allein unsere Bekümmerung unterbreiten? Wie können wir göttliche Vergebung von irgendjemand anderem als von Gott erwarten?
Für den Katholiken, mag er auch gelegentlich wünschen, es möchte anders sein, ist die Frage entschieden durch die Worte Christi: „Wem immer ihr die Sünden nachlasset, dem sind sie nachgelassen.“ Es liegt nicht beim Sünder zu entscheiden, wie ihm seine Sünden vergeben werden sollen.

Der lakonische Schlußsatz dieses Absatzes ist keineswegs der Schlußsatz des Kapitels über die Sündenvergebung; Sheed beleuchtet jedes Thema von allen Seiten. Der Grundtenor des Buches ist: Der katholische Glaube ist vernünftig, und er ist herrlich. Die Herrlichkeit Gottes ist dem menschlichen Verstand zugänglich, und es ist gut, den Verstand zu benutzen, um Gott zu erkennen – denn genau dazu haben wir den Verstand.

Frank Sheed, Theologie für Anfänger. Lepanto Verlag, 244 S.

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Mal wieder ein Sonett

In trüber Zeit

Herr, mach mich wieder froh mit Deinem Heil!
Befreie mich von Kleinmut und von Angst.
Gib Kraft und Mut zu tun, was Du verlangst –
Denn ich bin schwach und dieser Weg ist steil.

Ich fürchte so, daß ich Dir nicht genüge,
Und meine Tatkraft finde ich nicht mehr.
Die Arbeit, Dich zu preisen, fällt mir schwer.
Der Feind bedrängt mich, flüstert: Alles Lüge!

Seh ich Dein Licht auch wie durch trübe Scheiben,
Bist Du doch da und wirst Du ewig bleiben!
Herr, sei mir auch im Nebel zugeneigt.

Herr, Du bist wahr! Du hast Dich mir gezeigt
In Wort und Bild, im Griff nach meinem Herzen –
Du bist mein Licht, kein Dämon kann das schwärzen!

© Claudia Sperlich

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Tote Kinder

Im irischen Tuam gab es von 1925 bis 1961 ein von Nonnen betriebenes Heim für ledige Mütter. 2014 wurden dort Knochen von Kleinkindern entdeckt, die nicht auf dem Friedhof beerdigt, sondern auf dem Gelände des Heimes verscharrt wurden. Das Ausmaß kommt jetzt ans Tageslicht; es wird aber bereits seit Jahren untersucht. So berichtet orf.at heute:

Catherine Corless, eine Historikerin, hatte in jahrelanger Arbeit die Akten des Heims untersucht. Sie kam zu dem Schluss, dass 796 Kinder in den 36 Jahren, in denen das Heim betrieben wurde, gestorben sind. Angesichts der Kindersterblichkeit jener Zeit in Irland sei diese Zahl nicht übermäßig hoch. Allerdings gebe es keine Aufzeichnungen über Beerdigungen auf den umliegenden Friedhöfen, insofern war bereits angenommen worden, dass die Leichen andernorts „entsorgt“ wurden.

Über die Menge der kleinen Leichen gemessen an der allgemeinen Säuglingssterblichkeit schreibt allerdings The Journal ein wenig anders:

At 796 deaths, this means that one child died approximately every fortnight at The Home – a mortality rate far higher than the rate for other children in Ireland at the time.

(796 Todesfälle bedeutet: etwa alle vierzehn Tage starb in dem Heim ein Kind – das ist eine weit höhere Sterblichkeitsrate als die für andere Kinder in Irland zu jener Zeit.)

Von einem „Massenmord“ wird gesprochen; das ist allerdings nach dem Stand der Ermittlungen nicht erwiesen. Es muss wohl eher von einem Mangel an Liebe und Pflege ausgegangen werden, der tödlich wirkte, und von einem Mangel an Ehrfurcht vor den Toten. Was es kaum besser macht.

Ob die Sterblichkeitsrate in diesem und anderen katholischen Heimen Irlands tatsächlich höher war als anderswo, werden die Ermittlungen hoffentlich bald zeigen. Ob der Umgang mit ledigen Müttern und ihren Kindern anderswo als in diesen Heimen besser war, wage ich zu bezweifeln. Aber damit will ich die Heime nicht in Schutz nehmen. Eine christliche Einrichtung ist allein durch ihr Selbstverständnis als christlich bereits verpflichtet, ihren Schützlingen mit größter Liebe entgegenzukommen. Das geschah hier offenbar nicht. Vielen jungen Müttern wurden ihre Kinder weggenommen; Frauen wurden wohl teilweise wie Leibeigene gehalten.

Was mich besonders entsetzt, ist das Fehlen jeglicher Stellungnahme der Sisters of Bon Secours. Ich habe den Schwestern in Galway (zu Tuam gehörte) eine Anfrage gemailt, warum auf ihrer Homepage an keiner Stelle, auch nicht unter der Übersicht „History“, mit einem Wort darauf eingegangen wird. Denn auch wenn keine der Verantwortlichen mehr am Leben ist und die Schwestern heute gute und segensreiche Arbeit tun, darf dieser sehr dunkle Fleck nicht vergessen werden.

Ich trauere um die Kinder, um die betrogenen Mütter – erst von Männern verraten, dann von Schwestern, die ihnen helfen sollten – und um alle, die sich schuldig gemacht haben. Beten wir für sie alle.

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NGL-Verbesserung

Neues Geistliches Lied ist ein Genre, über das ich mich zuweilen echauffiere. Den Abschluss eines im übrigen sehr schön gestalteten Kreuzweg-Gottesdienstes bildete heute abend eines mit folgendem Text:

Wo Menschen sich vergessen,
die Wege verlassen,
und neu beginnen,
ganz neu,

Ref.
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

Wo Menschen sich verschenken,
die Liebe bedenken,
und neu beginnen,
ganz neu,
Ref.

Wo Mensch sich verbünden, den Hass überwinden, und neu
beginnen, ganz neu,
Ref.

Da kommt schon auch Richtiges vor. Sich vergessen, sich verschenken, Hass überwinden, schon recht. Was mich aber stört, ist – Gott kommt nicht vor. Kein Vater, kein Sohn, kein Heiliger Geist, nur so ein der Erde gleichrangig gegenübergestellter Himmel, der diese „berührt“, wenn Menschen irgendwas Gutes tun.

Nun ist es zwar richtig, daß wir Gutes tun können und sollen. Aber nicht ohne Gott – und ohne Ihn wird’s auch nichts mit Himmel und Frieden. (Es wurde oft versucht, in meiner Jugend auch von mir, und glauben Sie mir: Es wird nichts.)

Aber die Melodie ist eingängig, das Lied ist beliebt, und man soll nicht nur meckern, sondern besser machen. Wozu bin ich Dichterin?

Für Hardliner:

Wo Gott uns kriegt zu packen
an unserm Nacken
und neu ausrichtet,
ganz neu,
kommt zum Himmel, wer sich nicht wehrte und Ihn verehrte, und nur Ihn,
kommt zum Himmel, wer sich nicht wehrte und Ihn verehrte, und nur Ihn.

Für Philosophen:

Wenn Gott sich uns will schenken,
gibt das zu denken
dem Augustinus
und Tom.
Ja dann denkt, doch denkt nicht zu lange und seid nicht bange, nicht vor Ihm,
Ja dann denkt, doch denkt nicht zu lange und seid nicht bange, nicht vor Ihm.

Für Charismatiker:

Wo Gottes Geist uns segnet
und uns beregnet,
da werden Herzen
ganz leicht,
und wir können Sein Wort erfassen und uns verlassen ganz auf Ihn,
und wir können Sein Wort erfassen und uns verlassen ganz auf Ihn.

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Meine Märzkolumne

auf kath.net ist da schon einige Tage lang – aber immer noch frisch genug.
Es geht um den Auftrag der Christen.

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Zwei Heilige namens Adrian

Der römische Hauptmann Adrian diente unter Kaiser Diokletian und mußte auf dessen Befehl an Christenverfolgungen teilnehmen. Um 300 wurde eine Gruppe von 23 Christen festgenommen; Diokletians Mitregent Maximinian ließ sie foltern. Adrian fragte sie, warum sie solche Qualen erduldeten, und bekam zur Antwort, sie täten das um der Seligkeit willen, die Gott denen versprochen hat, die um Seinetwillen leiden. Dieser Bekennermut beeindruckte ihn so, daß er seinen Namen auf die Liste setzen ließ, auf denen jene 23 schon standen. Er wurde unmittelbar darauf eingesperrt und ebenfalls gefoltert.
Seiner Frau Nathalia gelang es, ihn im Gefängnis zu besuchen, wo sie ihn und die anderen Gefolterten pflegte. Sie soll ausgesprochen froh reagiert haben auf sein Bekenntnis zu Jesus Christus. Ob sie mit den Christen lediglich sympathisierte oder selbst Christin war, ist jedoch nicht sicher.
Adrian und die 23 Christen starben am 4. März 305 unter der Folter; die Kirche spricht in seinem Falle von einer Bluttaufe, da er nicht getauft war, aber wegen seiner Hinwendung zum Christentum ermordet wurde. Nathalia kümmerte sich auch später um gefangene Christen.
Adrians Gedenktag wird in der katholischen Kirche am 8. September begangen, dem Tag der Übertragung seiner Gebeine nach Rom. Die Syrisch-Orthodoxe Kirche gedenkt seiner an seinem Todestag, dem 4. März.

Über die Herkunft des schottischen Märtyrers Adrian von May wissen wir wenig. Möglicherweise war er als irischer Mönch, vielleicht bereits als Bischof von St. Andrews, nach Schottland gekommen. Andere Quellen beschreiben ihn als einen ungarischen Mönch adliger Herkunft. Einigkeit besteht darüber, daß er auf der Insel May ein Kloster gründete.
Historisch gesichert ist ein Wikinger-Überfall auf die Insel May im Jahre 875, bei dem die gesamte Bevölkerung (angeblich über sechstausend Menschen) abgeschlachtet wurde. Die Insel blieb bis ins 12. Jh. verwüstet, dann errichtete man dort wieder ein Kloster. Dies wurde im 16. Jh. vom protestantischen Bischof enteignet und verfiel.
Gedenktag des Hl. Adrian von May ist der 4. März.

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Fastensuppe

Fastensuppe

Heute bin ich mal wieder praktisch – ich habe den größten Topf genommen und darin eine gewaltige Menge Fastensuppe gekocht. Mein Grundrezept:

Gemüse, was gerade zu haben ist – hier: Möhren, Rosenkohl, Champignons, Kartoffeln, Zwiebeln, Kräutersalz, Oregano, Wasser – und sonst nichts.
Gemüse kleinschnippeln, alle Zutaten in einen Topf kippen, gar kochen und kochend heiß in Einmachgläser füllen. Sofort gut verschließen.

Man kann das natürlich auch in weniger fastengeeigneten Varianten machen. Es ist wirklich praktisch, sich seine Konserven selbst zu machen – ohne Konservierungsmittel zweifelhafter Herkunft.

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