Die Autorenexemplare sind da!

Vorhin klingelte es. Ich, in Erwartung der Büchersendung, betätigte den Summer und nichts geschah.
Kurz darauf wiederholte sich das.
Dann ein drittes Mal.
Dann kam meine Untermieterin und sagte auf meine Frage, sie habe niemanden im Treppenhaus gesehen.

Ich begann, der DHL ernsthaft zu grollen – aber noch ehe ich den Groll richtig entwickelt hatte, klingelte es wieder, und siehe da: Meine Bücher! Meine Autorenexemplare! Mein neues Werk: Die Argonauten. Orpheus!

Dabei erspähte ich den DHL-Boten nur durch den Türspion. Und nun sagte ich einen Satz, den ich noch nie gesagt habe:

Ich kann die Tür leider nicht öffnen, ich bin in Quarantäne.

Der Bote reagierte freundlich, legte das Paket so, daß ich es durch den Türspion sehen konnte, und kaum war er weg, hatte ich endlich MEINE AUTORENEXEMPLARE!

Und schön sind sie geworden!

Argonauten

Bestellen könnt Ihr sie bei mir direkt (kostet 2 Euro Versandgebühr, wird auf Wunsch mit Widmung geliefert, Rechnung per Mail – ist für mich am günstigsten)
oder bei tredition (immer noch recht günstig für mich)
oder über den normalen Buchhandel; jeder Buchhändler kann Euch diese Bücher bestellen. Hier empfehle ich besonders die Buchhandlung Schwericke in Berlin, eine schöne, authentische Buchhandlung, kein Riesenkonzern, und die versenden auch.

Damit wird mir doch der Tag 1 des Hausarrests versüßt.

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Normalerweise wäre es Erkältung

Was ich gestern abend noch für Reizhusten hielt, scheint heute früh eine kräftige Erkältung. Normalerweise würde ich das weitgehend ignorieren.

Aber jetzt ist nicht normalerweise.

Voraussichtlich die nächsten vierzehn Tage – wenn nicht vorher ärztlich bestätigt werden kann, daß es wirklich nur eine Erkältung ist – werde ich zu Hause bleiben. Keine Sorge: Ich bin gut ausgestattet (sogar mit Klopapier, wenn auch nicht auf Monate oder Jahre), und ich habe wundervolle Freunde, die nicht in freiwilliger Quarantäne sind. Meine Chefin ist informiert, findet, ich mache alles richtig. Ich habe noch ungelesene Bücher.

Ich folge schon seit einigen Tagen der morgendlichen Messe im Kölner Dom auf EWTN, und ich bin über die modernen Formen der Kommunikation äußerst froh.

Sehr traurig bin ich, daß ich nun nicht zur Anbetung in die Kirche darf. Und ich kann noch nicht wirklich realisieren, daß ich irgendetwas „richtig gemacht“ habe, wenn ich mich wegen ein bißchen Husten krankschreiben lasse und in Quarantäne begebe. Es wirkt so absurd. Mein Leben lang habe ich gelernt, man müsse sich nicht so anstellen, in normalen Zeiten finde ich das auch immer noch richtig – und nun dies! Ich muss mir ständig selbst sagen, daß ich vernünftig handle und nicht bekloppt und hysterisch.

Das Telephon zu der Beratungsstelle, die ich anrufen soll, ist dauernd überlastet. Zu allen anderen Corona-relevanten Beratungsstellen auch.

Der Doktor, der mir die Überweisung schicken soll, ruft irgendwann zurück. Vorhin hatte ich nur die Sprechstundenhilfe am Telephon. Tests machen die nicht, was ich gut verstehen kann. Jetzt warte ich auf einen Anruf, der sicher kommen wird, aber ich habe keine Ahnung, wann. Das ist das Gute an Quarantäne: Man verpasst Anrufe auch dann nicht, wenn sie auf Festnetz kommen!

Vorhin erfuhr ich, daß die Grippewelle vorbei ist. Damit ist etwas, was sich so anfühlt, wie das, was ich gerade habe, mit einiger Wahrscheinlichkeit Corona. Natürlich ist es bei voraussichtlich 70% Infizierten im Laufe der Zeit nur eine Frage derselben, wann es mich erwischt – daß ich als 58Jährige mit Grunderkrankung (die mir in normalen Zeiten in der Regel egal ist) verschont bleibe, ist eher unwahrscheinlich.

Ich mache mir keine Sorgen um mich. Ich bin nicht so schwer grunderkrankt, daß ich um mein Leben fürchten müsste, und wenn, dann hätte ich danach immer noch was Besseres zu erwarten. Ich bin nur gerade etwas durcheinander, und ich merke, daß die Gedanken „Quarantäne wird schon nicht so schlimm sein“ und „Huch, ich bin in Quarantäne“ sich grundlegend verschieden anfühlen. Ich hoffe, niemanden infiziert zu haben. Ich hoffe, nicht leichtsinnig gewesen zu sein.

Ein Gedanke, der mich im Augenblick besonders ärgert, hat mit der Arbeit zu tun. Fußboden und Altarstufen von St. Fidelis sind aus Travertinplatten. In den Poren hat sich über Jahrzehnte Dreck angesammelt. Die oberste Stufe mit dem Tabernakel und die mit dem Altar habe ich in den letzten zwei Wochen mit Bürste und Putzwasser schön sauber geschrubbt und dann versiegelt (übrigens bekommt man von Emsal Vollglanz sehr schön glänzende Fingernägel). Die unterste Stufe erstreckt sich auf der rechten Seite zum Podest für einen Seitenaltar der Muttergottes. Und diese unterste Stufe wollte ich am nächsten Mittwoch putzen. Tut mir Leid, Maria!

Das Hochfest des Heiligen Joseph wollte ich eigentlich anders begehen. Nun begehe ich es leicht durcheinander zu Hause. Vielleicht hilft mir das ja zur Demut. Joseph konnte auch nicht immer tun, was er wollte.

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Ninives Quarantäne

Das Wort des HERRN erging zum zweiten Mal an Jona:
Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, der großen Stadt, und rufe ihr all das zu, was ich dir sagen werde!

Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der HERR es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren. Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief:
Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört!

Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. Als die Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er von seinem Thron auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in ein Bußgewand und setzte sich in die Asche. Er ließ in Ninive ausrufen:
Befehl des Königs und seiner Großen: Alle Menschen und Tiere, Rinder, Schafe und Ziegen, sollen nichts essen, nicht weiden und kein Wasser trinken. Sie sollen sich in Bußgewänder hüllen, Menschen und Tiere. Sie sollen mit aller Kraft zu Gott rufen und jeder soll umkehren von seinem bösen Weg und von der Gewalt, die an seinen Händen klebt. Wer weiß, vielleicht kehrt er um und es reut Gott und er lässt ab von seinem glühenden Zorn, sodass wir nicht zugrunde gehen.

Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.

Jona 3

Die Kirche ist gerade in Quarantäne – wörtlich: im Zeitraum von vierzig Tagen, nämlich in der österlichen Bußzeit. Darüberhinaus wurde nun zwar nicht vom König von Ninive, aber von zahlreichen Regierenden eine Quarantäne verhängt, die nicht nur die Kirche schwer trifft – ein Versammlungsverbot, das sich auch auf Gottesdienste jeglicher Art erstreckt.

Wie lange diese Quarantäne dauern wird – ob es wortwörtlich vierzig oder mehr oder weniger Tage werden – weiß man noch nicht. Bei Einzelpersonen mit Verdacht auf Corona-Infektion dauert sie derzeit zwei Wochen (und betrifft mich, Dank sei Gott, einstweilen nicht).

Vielleicht können wir diese schwierige Zeit als einen Zeitraum begreifen, in dem wir durch Fasten und Gebet, Almosen und Hilfsbereitschaft umkehren. Vielleicht begreifen wir tiefer, wie unendlich wertvoll die Messe ist, wenn die physische Teilnahme uns eine Weile verwehrt wird.

Wenn jemandem häusliche Quarantäne befohlen wird (oder er sich freiwillig in solche begibt), ist das nervig, unbequem, unter Umständen finanziell bedrohlich, jedenfalls mit viel Pflichten und wenig Rechten verbunden. Das kann man nicht schönreden, und ich wünsche allen Betroffenen, so gut wie möglich durch diese Zeit zu kommen. Zugleich kann eine solche Zeit auch eine Chance zu Besinnung und Umkehr bieten, ähnlich wie damals in Ninive. (Sollte ich selbst in Quarantäne kommen und dann herumjammern, darf man mir gerne zitieren, was ich hier geschrieben habe.)

Ich glaube nicht, daß Gott uns eine Pandemie schickt, um uns zu strafen. Das widerspricht allem, was Jesus Christus zum Thema „Krankheit und Strafe“ gesagt hat. Aber ich glaube, daß wir neu lernen können, Ihn gerade in dieser Zeit in Wort und Werk zu preisen.

Beten wir, daß die Kirche diese „doppelte Fastenzeit“ als Chance begreift und gereinigt und gestärkt daraus hervorgeht.

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Keine Gottesdienste.

Noch sind die Kirchen auf, man kann zum stillen Gebet hineingehen. Man kann noch vorm Tabernakel knien.

Aber heute habe ich vorerst zum letzten Mal eine Messe besucht, in einer der letzten Kirchen in Berlin, in denen das noch ging. Heute abend wurde landesweit beschlossen, daß Versammlungen sowohl im Freien als auch in geschlossenen Räumen nicht mehr gestattet sind, ausdrücklich auch nicht an religiösen Stätten.

Ich bin zu traurig, um zu beurteilen, ob dieser Einschnitt in ein Grundrecht unter diesen Umständen sinnvoll ist. Vielleicht wird die Ausbreitung von Corona auf diese Weise wirklich verlangsamt und würde es ohne diese Maßnahme nicht in dem Maße – wenn ich lese, daß Menschen eine abgesagte Großveranstaltung spontan einfach doch stattfinden lassen, scheinen mir Notstandsgesetze verständlich. Aber sinnvoll oder sinnlos, jetzt ist es erst einmal so.

Dankbar sehe ich, daß zahlreiche Übertragungen von katholischen Messfeiern gibt. Vorerst wird mein morgendlicher Gottesdienst also vor dem Bildschirm stattfinden. (Hier eine Liste der verfügbaren Sendungen.)

Ich werde also vorerst meinem Gelübde, täglich die Messe zu besuchen, so treu bleiben, wie es unter diesen Umständen geht: Übertragung im Fernsehen gucken und mitbeten.
Betend zuschauen, wie andere an einer Messfeier teilnehmen, ist nicht das Gleiche wie die Teilnahme an einer Messfeier. Tatsächlich ersetzt es die Messfeier nicht und kann nur als Behelf und Notnagel verstanden werden. Aber es ist eine gute Art, mit der Einschränkung umzugehen.

Am Sonntag wird in Heilig Kreuz Wilmersdorf die Heilige Messe ohne Volk gefeiert und (wenn alles technisch klappt) gestreamt. Wie es an den Heiligen Drei Tagen und in der Osternacht wird, will ich noch nicht denken.

Maranatha.

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Vom Umgang mit Corona

Natürlich muss auch in Zeiten der Epidemie (oder gerade da) ein Friedhof gepflegt sein. Meine Arbeit als Putzfrau auf dem St. Matthias-Friedhof geht also weiter. Ich habe die große Ehre, die dortige St-Fidelis-Kirche sauber zu halten, außerdem die Büroräume, die Wartehalle, die öffentlichen Toiletten und die Räume der Arbeiter (Pausenräume, Toiletten, Umkleiden, Waschgelegenheiten).

Das ist keine schlechte Arbeit; der oft gehörte Kommentar „Das ist doch nicht schlimm“ auf meine Angabe, daß ich mein Geld als Putzfrau verdiene, ist komplett daneben. Natürlich ist ehrliche Arbeit nicht schlimm, das muss man mir nicht erklären! Schlimm wäre, wenn ich daneben nicht mehr zu meiner anderen ehrlichen Arbeit, zum Schreiben, käme. Komme ich aber.

Nur wer sich krank fühlt, darf halt nicht arbeiten. Das ist klar genug geregelt.

Wie es mit Begräbnissen weitergeht, ist nicht völlig sicher. Zusammenkünfte von mehr als fünfzig Personen sind in Berlin derzeit verboten, das gilt natürlich auch für diese Art der Zusammenkunft. Allerdings sind die meisten Trauergemeinschaften erheblich kleiner.

Heute war ursprünglich noch eine Messe in meiner Heimatkirche St. Marien in Friedenau geplant; es war dann ein stiller Wortgottesdienst mit Eucharistieempfang. Der Pfarrer hatte offenbar beschlossen, die Feier wegen der Ansteckungsgefahr nicht zu lang zu machen. Es waren nur wenige Gläubige da; offiziell wäre es also noch erlaubt gewesen – aber ich kann den Pfarrer gut verstehen, der lieber auf Nummer Sicher geht und außerdem keinen Zähldienst für die Gläubigen einführen mag.
Gesungen wird im Gottesdienst vorläufig nicht. Denn beim Singen verlässt erheblich mehr Speichel den Mund als beim Sprechen – dadurch ist die Infektionsgefahr dann weit größer.
Es wirkt zugleich ein wenig komisch und beruhigend, daß der Priester sich vor der Kommunionausteilung die Hände desinfiziert – so in die Liturgie eingebunden, daß ich schon über einen passenden lateinischen Namen für diesen Ritus nachdenke. Ein Kind, das nach vorne kam, wurde natürlich nicht ohne Segen fortgeschickt – aber der Pfarrer zeichnete das Kreuz über dem Kind, nicht auf seine Stirn.

Ab morgen gibt es in der Großgemeinde nur noch in der Krankenhauskapelle St Gertrauden öffentliche Messen – dort ist üblicherweise eine geringe Zahl an Gottesdienstbesuchern, wenn die aber höher wird und 50 überschreitet, muss man auch dort einen Riegel vorschieben. Auch die Eucharistische Anbetung wird dort zumindest vorläufig weiter stattfinden – das nächste Mal am kommenden Donnerstag. In der übrigen Großgemeinde sind alle Zusammenkünfte, Andachten, Bibelkreise usw. vorerst gestrichen. Man kann aber den Kreuzweg und den Rosenkranz auch alleine in der Kirche oder daheim beten!

Aus Heilig-Kreuz Wilmersdorf wird es voraussichtlich ab kommenden Sonntag einen Streamingdienst geben, der die Messe (nur mit Priester, Diakon und Lektor) überträgt. Als Lektorin bin ich eingespannt. Sollte auch das verboten werden, sollte ich also nicht mehr imstande sein, täglich zur Messe zu gehen, werde ich die Übertragung der Messe im Fernsehen verfolgen und mitbeten. Das ersetzt die Teilnahme an der Messe nicht, ist aber eine gute Art, damit umzugehen, wenn man aus irgendwelchen Gründen nicht zur Messe gehen kann. Übrigens gilt in Berlin wie in zahlreichen anderen Bistümern vorläufig der Dispens von der Sonntagspflicht.

Die Heilig-Kreuz-Kirche sowie die Krankenhauskapelle werden vorläufig tagsüber geöffnet bleiben. Das heißt, zur stillen Anbetung kann ich (und kann jeder) auch weiterhin kommen. Sollte auch dies nicht mehr möglich sein, will ich stattdessen zu Hause den Rosenkranz beten. Das ist auch wieder kein Ersatz und nicht ansatzweise das Gleiche, aber es ist, was ich dann tun kann.
Wie ich mit dieser Situation und meinem Gelübde umgehe, weiß ich noch nicht. Natürlich bedrückt es mich, daß mir die tägliche Messe und Anbetung vielleicht bald nicht mehr möglich sein wird. Es ist, als ob man mir das Dach abdeckt! Aber dann denke ich – unser Herr hatte auch nicht immer ein Dach überm Kopf, Er starb vollkommen schutzlos am Kreuz. Auf Ihn kann ich mich in jeder Lage verlassen.

Ich bitte alle Christen, gleich welcher Konfession: Betet weiter. Betet für die Gesunden, die Kranken, die Sterbenden, die Toten, für Ärzte, Schwestern, Pfleger, Apotheker, für Bestatter, Friedhofsverwalter, alle, die auf Friedhöfen arbeiten, für die Angehörigen Infizierter und Erkrankter, für die Trauernden – und immer wieder für die Geistlichen. Keiner von ihnen macht sich seine Entscheidungen in Sachen Corona, wie auch immer sie ausfallen mögen, leicht.

Und ich bitte alle Menschen: Nehmt das Corona-Virus ernst, passt auf Euch auf, aber verfallt nicht in Panik. In Panik werden Menschen totgetrampelt. Vorsicht führt zur Eindämmung des Virus und rettet Leben.

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Wegen Corona: Vorträge fallen aus

Meine für den 20. und 27. März geplanten Vorträge fallen aus. Das Erzbischöfliche Ordinariat Berlin hat (traurig, aber vernünftig) alle nicht unbedingt notwendigen Veranstaltungen bis auf Weiteres unterbunden.

Deshalb wird auch mein Plan, jeden ersten Dienstag im Monat in Heilig Kreuz in Berlin-Wilmersdorf über ein kirchliches Thema zu sprechen, vorerst auf Eis gelegt.

Sie können mich einstweilen in der Mediathek von Radio Horeb hören.

Und natürlich können Sie sich auch mit einem meiner Bücher hinsetzen und ganz in Ruhe lesen.

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Fastensuppe

Lauch, Möhren, Kartoffeln, Ingwer, Gemüsebrühe, Wasser.
Sonst nichts – und das ist sehr wohlschmeckend!
Und drei Gläser sind eingeweckt. Das ist praktisch, wenn ich Lust auf Suppe habe und keine Lust oder Zeit, zu kochen.

Fastensuppe

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Neu auf dem Buchmarkt: Die Argonauten. Orpheus

Ich habe zwei griechische Sagenkreise neu erzählt – die gefahrvolle Fahrt der Argo, den Raub des Goldenen Vlieses, die glücklose Ehe mit Medea und endlich das weitere Leben und den Tod des Sängers.

Wer Freude an Fantasy, an antiker Sagenwelt hat, greife zu! Wer Journalist oder Blogger ist, kann hier ein kostenfreies Rezensionsexemplar bestellen. Kaufen kann man hier direkt bei tredition, bei mir (solange die Autorenexemplare reichen) und natürlich im ganz normalen Buchhandel.

Die Argonauten. Orpheus. Zwei griechische Sagen. tredition 2020

Paperback 9,50 €, ISBN 978-3-347-03135-7
Hardcover 15,00 €, ISBN 978-3-347-03136-4
e-Book 3,99 €, ISBN 978-3-347-03137-1

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Fastenzeit: Zeit der Freude

Freude in der Fastenzeit?

Freude ist eine wesentliche Eigenschaft Gottes, und Er will diese Eigenschaft für alle Menschen. Wir können aber nicht dauerhaft in Freude leben, wenn wir uns von Ihm abwenden. Sünde kann zuweilen Spaß machen (meist nicht mal das), aber keine Freude. Wie die ewige Freude nach diesem Leben sein wird, können wir nur erahnen (Musik und Kunst helfen dabei manchmal), aber soviel ist klar: da wird es keine Sünde mehr geben.

Die Fastenzeit dient dazu, uns im Christsein zu schulen, uns für den Himmel zu trainieren. Wo dies Training gut läuft, sieht man frohe Mienen! Es wäre ja auch widersinnig, sich mit Leichenbittermiene auf das hohe Osterfest vorzubereiten, als wäre Christi Sieg über den Tod etwas Trauriges. Der Herr ist auferstanden, darauf vertrauen wir Christen, und wenn wir uns auf die Feier dieses unfassbaren, herrlichen, die Welt erschütternden und erlösenden Ereignisses vorbereiten, ist das kein Grund zum Jammern.

Natürlich gibt es in der Fastenzeit nicht weniger Unglück, Mühsal, Trauer und Gefahr als sonst. Das heißt, es wird auch unter sehr frommen Christen in der Fastenzeit Gründe zum Weinen und Klagen geben. Dem Christen, der gerade einen lieben Menschen verloren hat oder die Kündigung von Wohnung oder Arbeit, dem, der seit langem gegen Depressionen ankämpft oder sein Kind, seinen Partner leiden sieht, wird nur ein Klotz sagen, daß er sich nun freuen soll wegen der heiligen Zeit. Im Gegenteil sind wir zu Mitleid und zur Hilfe aufgerufen und sollen das ja besonders in der Fastenzeit einüben.

Aber wir können in dieser Zeit auf besondere Weise lernen, daß wir einen beständigen Grund zur Freude haben. „Was frag ich nach der Welt?” heißt es in einer Bach-Kantate (BWV 94), und der Bass singt mit großer Überzeugung und Freude:

Wenn aber alles fällt und bricht,
Bleibt Jesus meine Zuversicht,
An dem sich meine Seele hält.

Der Osterjubel rückt jeden Tag näher, unabhängig von den äußeren Umständen. Die Freude der Vorbereitungszeit kann sich uns mitteilen, auch wenn wir gerade durch ein tiefes Tal wandern, aber sie kann nicht von außen verordnet oder herbeigeschwätzt werden. Ich wünsche allen Menschen die Gnade, sich für die Freude Gottes öffnen zu können – gleich wie ihre Situation gerade ist. Ich wünsche allen die Gnade, auf gute, freundliche Weise Freude zu verbreiten und dennoch imstande zu bleiben, mit den Weinenden zu weinen. Echte Freude ist kein bloßes Beruhigungsmittel. Der, dessen Wesen reine Freude ist, hat Tod und Trauer überwunden.

Der Weg zur Freude wird gebahnt durch Gehorsam, Demut, Beichte, Buße, Sühne, Anbetung. Er ist zuweilen schwer, wie der Weg zu einem Gipfel, aber je weiter man ihn geht, desto grandioser wird die Aussicht. Die Freude dieser „Bergtour“ wünsche ich allen.

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Fastenzeit: Zeit der Demut

Demut? Lässt man da immer den Kopf hängen?

Natürlich nicht. Das Wort bedeutet nicht „Leidensmiene” oder „Masochismus”, sondern „Gesinnung zum Dienen”. Und hier gilt wieder, was ich über den Gehorsam sagte: Gegenüber Gott ist Demut richtig, gegenüber jedem anderen nur dann, wenn Gott dazu den Antrieb gibt. Die Demut einer Prostituierten vor ihrem Zuhälter, eines Ganoven vor dem Bandenchef ist grundfalsch, nicht weil Demut etwas Schlechtes ist, sondern weil die Richtung nicht stimmt. Es ist unsinnig und zerstörerisch, gegenüber dem Bösen dienstbereit zu sein.

Ein Christ ist ein Diener Gottes, und schön wäre, wenn das nicht erst die Hinterbliebenen beim Requiem hören. Weil wir nun mal Sünder sind, sind wir leider bestenfalls zweitklassige Diener Gottes – „erstklassig” in beispielhafter Demut ist Jesus Christus in Seiner Menschennatur, der sich vollkommen dem Willen des Vaters unterwarf, und die Allerseligste Maria, die von Sünde bewahrt blieb. Aber wir können durch Gebet und aufmerksames Hören auf Gott immer bessere Diener werden – wir sind ja zur Heiligkeit berufen. Wir können mit Gottes Hilfe Fortschritte machen. (Das heißt keineswegs, daß jemand dann ein besserer Diener als der und der Nachbar ist, sondern daß er ein besserer Diener ist als er selbst vorher war.)

Echte Demut hängt (wie alles Gute) mit Liebe zusammen. Die oben genannten Beispiele von falscher Demut vor Menschen beruhen auf Angst, nicht auf Liebe. Demut vor Gott bedeutet, Gott so sehr zu lieben, daß man Ihm in allem dienen will. Das hat zur Folge, daß man sich selbst zurücknimmt, nicht aus Furcht vor Strafe oder weil man dafür eine Extra-Belohnung erwartet, sondern weil man Ihn liebt. In dieser Haltung kann man auch Menschen gegenüber liebevoll und freundlich oder zumindest hilfreich sein, die einem nicht liegen, die man vielleicht begründet furchtbar findet.

Dann ist es ein Akt der Demut, eigene Schuld anzuerkennen und zu gestehen. Die Beichte ist eine Schule der Demut und sollte schon deshalb keine Seltenheit im Leben sein – aus Liebe zu Gott, der unsere Sünden am Kreuz getragen hat und immer wieder trägt.

Oft ist Demut auch weniger ein Tun als ein Ertragen. Und hier gilt wieder: auf jemand anders als Gott gerichtet, kann das nicht gut sein. In Demut vor Gott kann man aber unvermeidbares Leiden annehmen, ja aufopfern. Man kann Ihn bitten, etwas Gutes daraus zu machen – auch wenn man selbst keine Ahnung hat, wie das gehen soll: Er weiß es.

Wenn man seinen eigenen Willen durch Offenheit für Gottes Willen ersetzt, also nicht mehr ständig schaut, was einem fehlt, was man wollen kann und was man nicht will, dann wird man froh. Von der Freude, dem letzten Thema meiner Fastenreihe, können Sie morgen, am Mittwoch, lesen.

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