Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu

Am dritten Freitag nach Pfingsten feiert die katholische Kirche dies Fest. Außerdem ist der erste Freitag jedes Monats der Herz-Jesu-Freitag. Jesu grenzenlose Liebe kann man gar nicht genug feiern!

Herz Jesu
Melodie: Ich bete an die Macht der Liebe

Du Herz, zerbrochen und zerschlagen,
Du Herz, durchbohrt vom Lanzenstich,
all unsre Sünden fortzutragen,
gabst Du für alle Menschen Dich.
Zieh an Dich alle Menschenherzen,
lass keinen je sein Heil verscherzen.

Von Dir geht aus der Strom des Lebens,
der Deine Kirche blühen lässt!
Zu Dir kommt niemand je vergebens,
Du bist die Liebe treu und fest.
Du bist des Glaubens Ziel und Mitte,
der Geist lenkt zu Dir unsre Schritte.

Herz Jesu, lass mein Herz gesunden,
steh mir in Seelenängsten bei.
Ich habe mich an Dich gebunden,
Herz Jesu, in Dir bin ich frei.
Befiehl dem Feind, von mir zu weichen!
Herz Jesu, lass mein Herz Dir gleichen.

© Claudia Sperlich

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Die Sieben Schläfer von Ephesos

Wir dienten im Palast. Wir waren sieben.
Wenn andre Diener Götzenopfer brachten,
Sind wir dem Christus Jesus treu geblieben.
Doch Kaiser Decius ließ die Christen schlachten,
Daß Kaisermacht und Götzenkult sich mehre.

„Drei Tage habt ihr, um euch zu bedenken:
Dem Kaiser Weihrauch, allen Göttern Ehre!
Dann wird der Kaiser euch das Leben schenken.“
„Wir ehren einen Gott, der ihn bekehre,
Und brauchen kein Bedenken, Gott zu lieben!“

Wir sammelten drei Tage für die Armen,
Verschenkten alles, wurden frei von Sorgen.
Wir hofften nur auf Gott und Sein Erbarmen
Und glaubten an ein österliches Morgen,
Seit wir den Herrn, die Wahrheit selber, trafen.

Wir konnten uns in einer Höhle bergen.
Doch ließ der Hunger uns dort bald entschlafen.
Wir hatten keine Angst mehr vor den Schergen
Und nicht vor Kaiser Decius‘ harten Strafen.
Doch schliefen wir in Gottes guten Armen.

Wir wachten auf mit einem Hungerschauer.
Ich wollte wieder in die Stadt mich wagen.
Verwittert hob sich vor uns eine Mauer,
In die ein frisches Loch war eingeschlagen –
Ein Rätsel, keine Lösung zu Gebote.

Ich hörte Menschen Jesu Namen nennen,
Und niemand nahm sie fest, und keiner drohte.
Doch meine Münzen wollten sie nicht kennen,
Kein Händler gab für dieses Geld mir Brote.
Auf großen Häusern sah ich Kreuze ragen.

Man hat mich als Betrüger festgenommen,
Dem Bischof und dem Präses vorgestellt.
Dem Bischof, ja! Von beiden dann vernommen,
Erfuhr ich: „Längst schon prägt man andres Geld,
Kaum einer kennt, den solche Münzen ehrten.

Der da hieß Decius, herrschte, als die Heiden
Die junge Christenheit noch arg beschwerten.
Der und noch viele sind, die Tod und Leiden
Und Kronen des Martyriums bescherten,
Vor fast zweihundert Jahren umgekommen!“

© Claudia Sperlich

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Peter Esser zum 57. Geburtstag

Es lebe hoch der Zeichner mit dem Hunde!
Mit seinen Bildern, bissigen und spitzen,
Mit Glaubensernst, der sich nicht scheut vor Witzen,
Bekennt er tapfer Jesu frohe Kunde.

Wenn wir uns ob Häretikern erhitzen
In fromm-empörter Facebookianer-Runde,
Bleibt Peter mit der Sanftmut selbst im Bunde –
Nicht ohne kräftig Farbe zu verspritzen.

Die Zeichenfeder piekt in Feministen
Und prüft den Härtegrad bei den Prälaten
Im Falle modernistisch-lauer Taten.

Nie lasse Gott versiegen die Ideen,
Und gütig möge auf den Zeichner sehen
Maria Einsnull, Hilfe aller Christen.

© Claudia Sperlich

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Johannes der Täufer

Melodie: Hoch sei gepriesen unser Gott (GL 384)

Du hast den Heiland schon erkannt
als ihr noch beide ungeboren.
Du bist dem Herrn vorausgesandt,
zum Wegbereiter auserkoren.
Du Rufer voller Leidenschaft,
du mahnst zur Umkehr alle Sünder;
Elia gleich, voll Geist und Kraft,
bist du der größte aller Künder.

„Ich taufe euch mit Wasser nur,
doch nach mir wird ein Größrer kommen,
Er war vor mir, auf Seiner Spur
wird jeder Weg zum Heil genommen.
Er tauft mit Feuer – Er ist Licht,
Er tauft mit Geist – Er will euch führen!
Ich bin gering und tauge nicht,
Ihm die Sandalen aufzuschnüren.“

Als Jesus an den Jordan kam,
hast du in Ihm das Lamm gesehen,
das alle Sünden auf sich nahm,
umgeben von des Geistes Wehen.
Ihn, der sich nie mit Gott entzweit,
hast du getauft auf Seine Bitte,
erfülltest die Gerechtigkeit
an dem, der aller Welten Mitte.

Du scheutest vor Herodes nicht:
„Des Bruders Frau darfst du nicht nehmen!“
Du drohtest ihm mit dem Gericht –
da ließ er dich gefangen nehmen.
Du fragtest aus der Kerkerhaft:
„Ist Jesus der, auf den wir hoffen?“
„Die Blinden sehn durch Seine Kraft,
den Toten steht das Leben offen!“

Du warst geschlachtet wie im Spiel:
Ein Fest, ein Tanz und ein Versprechen,
ein Kind, benutzt zu bösem Ziel –
so ließ Herodias sich rächen.
Doch der, dem du den Weg gebahnt,
der dir Prophetenmut gegeben
und dessen Reich du vorgeahnt,
Er gab dir ewig frohes Leben.

© Claudia Sperlich

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Zur Johannisnacht

… ein Gedicht, das mir vor einigen Jahren zu einem der schönsten Jugendbücher einfiel, „Wunderbare Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott“ von Tamara Ramsay. Die Autorin hatte übrigens einen bemerkenswerten Lebenslauf und konvertierte als Enkelin eines orthodoxen Priesters 1932 zum katholischen Glauben. Das Buch über die kleine Dott ist vielschichtig: die märchenhafte Geschichte über eine Verzauberung und die Begegnung mit zahlreichen Sagengestalten; Zeitreisemotive, die zugleich eine Art mythisch überhöhter Geschichtsunterricht sind; die nicht ganz einfache Freundschaft mit den Tieren. Ich habe das Buch als Jugendliche mehrmals verschlungen und kann bis heute einige Stellen auswendig.

Die anderen, heute ganz unbekannten Werke von Tamara Ramsay werde ich mir wohl auch noch beschaffen.

Dorothea

Da der Rainfarn am Johannisfeuer
erste Samen wirft und deren einer
ihr in ihren Schuh geriet – ach tanzen
wollte sie in ihren neuen Schuhen -,
brachte sie ihn nicht vom Fuße mehr.

Unsichtbar ist allen andern Menschen,
wem der Farrensamen bannt den Schuh!

Tiere aber und auch Geister können
sehn das Mädchen – das versteht sie wohl,
hört der Reiher und der Eulen Stimme,
sieht der fernsten Vorzeit Abenteuer,
spricht mit Kobold und mit Wassergeist.

Aber lange, lange muß sie wandern,
ist ein Schrecken allen andern Menschen,
findet Freunde nur in wilden Tieren,
die den Menschen fürchten sonst und hassen –
und in Geistern, die der Mensch sonst fürchtet.

Endlich aber gibt die durchgelaufne
Sohle wieder jenen Samen frei.

Tier ist wieder Tier mit fremder Sprache,
Geist ist wieder unsichtbar, befremdend –
aber Menschen, die lebendgen Menschen
sind ihr endlich wieder nahe – keiner
muß vor körperloser Stimme beben,
sichtbar ist sie und darf hörbar sein.

© Claudia Sperlich

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Mahsa – eine iranische Christin

Das iranische Rechtssystem (ich nenne es jetzt einfachheitshalber mal so, obwohl es diesen Namen meiner Ansicht nach nicht verdient) sieht vor, Menschen, die den Islam verlassen (gleich ob sie sich zu einer anderen oder gar keiner Religion bekennen), hinzurichten.

Mahsa (Name geändert) ist Iranerin. Sie entstammt einem sehr strenggläubigen islamischen Elternhaus. Als sie sich zu Jesus Christus bekehrte und ihrem Verlobten davon erzählte, denunzierte der sie. Sie konnte fliehen.

Ein deutsches Gericht glaubte nicht, daß sie es tatsächlich ernst meint mit dem Christentum. Glaubte ihr nicht, obwohl erwiesen ist, daß sie im Iran getauft wurde – was bereits lebensgefährlich ist! Man glaubt ihr den religiösen Ernst nicht, obwohl sie im Iran leicht hätte sagen können, daß sie bereut und zum Islam zurückkehrt – dann wäre sie dort „sicher“. Man glaubt ihr nicht, obwohl das iranische Strafrecht ganz klar darüber ist, daß Apostaten mit dem Tode bestraft werden, und obwohl sie einen Freundeskreis in christlichen Gemeinden hat. Ein deutsches Gericht beschloss, Mahsa solle abgeschoben werden.

Noch ist sie hier, und ich hoffe, es gelingt, die verantwortungslosen Betonköpfe in deutschen Amtsstuben zum Umdenken zu bewegen. Sonst werden sie sich eines Tages dafür rechtfertigen müssen, Mahsa ihren Mördern ausgeliefert zu haben.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte schreibt:

Auch wenn Apostasie aus dem iranischen Strafrecht gestrichen würde, wäre die iranische Justiz nach wie vor verpflichtet, in gleicher Weise weiter zu urteilen. Die Grundlage dafür ist eine Anweisung der iranischen Verfassung, die in Art. 167 festhält: “Sind solche Gesetze nicht vorhanden, so muss er [der Richter] seinen Urteilsspruch auf der Grundlage der authentischen islamischen Quellen oder der gültigen Fatwas fällen. Er ist nicht befugt, die Eröffnung des Verfahrens oder den Urteilsspruch unter dem Vorwand fehlender, unzureichender, zu allgemein formulierter oder sich widersprechender gesetzlicher Regelungen zu verweigern.” Die iranische Strafprozessordnung enthält diese Anweisung in § 214 ebenso und fast wortgleich. In den Jahren nach der Gründung der Revolutionsgerichte 1979 und noch vor der Kodifizierung des allerersten Teils des iranischen Strafrechtes 1982 sind, soweit bekannt, wahrscheinlich mehrere tausend Menschen “auf der Grundlage der authentischen islamischen Quellen oder der gültigen Fatwas” hingerichtet worden.

Darüber hinaus weist die iranische Verfassung in Art. 170 alle Richter an, Regelungen der Regierung dort zu missachten, wo sie “im Widerspruch zu islamischen Gesetzen und Bestimmungen” stehen. Die mit Apostasie befassten Richter der iranischen Revolutionsgerichte sind alle auch islamische Geistliche und daher mit den “islamischen Gesetzen und Bestimmungen” zur Apostasie vertraut.

Apostaten “dürfen” nach Art. 226 des iranischen Strafrechtes ohne Anklage und Gerichtsverfahren – de facto also in Selbstjustiz – getötet werden, ohne dass dem Täter eine Sanktion droht. Wenn der Mörder “irrtümlich” annahm, er töte einen Apostaten, dann entfällt nach Art. 295 des iranischen Strafrechts die sonst vorgesehene Strafe. Der Täter wird nicht hingerichtet, sondern muss lediglich ein “Blutgeld” zahlen. Mordfälle, in denen sich die Täter auf diese Regelung beriefen, sind im Iran mehrfach vorgekommen, sie sind allerdings nicht häufig.
Quelle

Mahsas Familienangehörigen pflegen enge Beziehungen zu den obersten Regierungsvertretern, ein Bruder ist bei der Islamischen Religionspolizei. Sie wird keine Unterstützung von ihren Verwandten erhalten.

Mahsa ist gut integriert und unbescholten. Sie möchte einen Pflegeberuf ausüben.

Ich bin nicht zum ersten Mal entsetzt über diesen Staat (ich meine Deutschland, nicht Iran) und über Richter, die sich ganz offensichtlich nicht an Art. 16a des Grundgesetzes halten.

Hier geht es zu einer Petition an Härtefallkommission & Petitionsausschuss des Landtags in Hessen.

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Wieso gibt es eigentlich Exkommunikation?

Kürzlich wurde ich gefragt:

Wo kann man in der Bibel eigentlich eine Berechtigung zur Exkommunikation finden?
Was bedeutet es, wenn Jesus diese Möglichkeit nie angesprochen hat?

Der Fragesteller ist nicht berechtigt, hier zu kommentieren, weil er mehrfach versucht hat, beleidigendes und unwahres Zeug zu spammen. (Ich lasse seine Kommentare auch nicht zu, wenn er sie fünfmal schickt.) Damit haben wir schon einen Erklärungsansatz, warum es Exkommunikation überhaupt geben kann: Wenn man sich von der Kirche trennt, dann trennt man die Kirche von sich.

Wenn jemand sagt „Ich liebe dich nicht mehr und will mit dir nichts mehr zu tun haben“, dann hat man ihn ernstzunehmen. Wenn jemand sagt „Ich liebe dich, aber ich will, daß du dich in den Dingen, die dich eigentlich ausmachen, komplett änderst“, dann kann man ihn nicht ernstnehmen – und auch dann ist die Beziehung damit beendet.

Wenn jemand seinen Kirchenaustritt erklärt, wird er automatisch exkommuniziert. Das ist eigentlich klar, oder? Jemand sagt „Ich will nicht mehr Mitglied der Kirche sein“, und die Kirche sagt „Schade, aber dann kann die Kirche dich auch nicht mehr wie ein Mitglied behandeln“.

Wer Dinge tut, die nach Kirchenrecht zur Exkommunikation führen, wird auch dann exkommuniziert, wenn er das nicht will. Auch das sollte mit bloßer Logik einsehbar sein. Wenn ich in einem Verein bin, der sich bestimmten Zielen verschrieben hat, und diese Ziele sabotiere, dann wird der Verein mich rauswerfen, und zwar zu Recht. Ich kann nicht Mitglied des Veganerbundes sein und zum Spanferkelessen einladen. Ich kann nicht Mitglied der Katholischen Kirche sein und die Priesterinnenweihe propagieren (oder nach einer Scheidung neu heiraten, oder mich an Abtreibung beteiligen, oder den Papst ermorden, oder Dinge öffentlich lehren, die der katholischen Lehre widersprechen – insgesamt gibt es nicht allzuviele Handlungen, die zur Exkommunikation führen, aber doch einige).

Biblische Begründungen für den Ausschluss aus der christlichen Gemeinschaft gibt es auch. Jesus selbst spricht von der Binde- und Lösegewalt:

Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht! Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei mit dir, damit die ganze Sache durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werde. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde! Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.
Mt. 18,15-18

„Wie ein Heide oder ein Zöllner“ bedeutet, wenn man Jesu Umgang mit Heiden und Zöllnern anschaut: Er ist nicht in der Christengemeinde, also musst du für ihn beten, ihm freundlich entgegenkommen und ihm nach Möglichkeit das Evangelium verkünden, ihn zurückzugewinnen suchen.

In 1 Kor. 5 fordert Paulus den Ausschluss eines Menschen, der ein inzestuöses Verhältnis mit seiner Mutter pflegt:

Allgemein hört man von Unzucht unter euch, und zwar von Unzucht, wie sie nicht einmal unter den Heiden vorkommt, dass nämlich einer mit der Frau seines Vaters lebt. Und da macht ihr euch noch wichtig, statt traurig zu werden und den aus eurer Mitte zu stoßen, der so etwas getan hat. Was mich angeht, so habe ich – leiblich zwar abwesend, geistig aber anwesend – mein Urteil über den, der sich so vergangen hat, schon jetzt gefällt, als ob ich persönlich anwesend wäre: Im Namen Jesu, unseres Herrn, wollen wir uns versammeln, ihr und mein Geist, und zusammen mit der Kraft Jesu, unseres Herrn, diesen Menschen dem Satan übergeben zum Verderben seines Fleisches, damit sein Geist am Tag des Herrn gerettet wird. Zu Unrecht rühmt ihr euch. Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr neuer Teig seid! Ihr seid ja schon ungesäuertes Brot; denn als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden. Lasst uns also das Fest nicht mit dem alten Sauerteig feiern, nicht mit dem Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit! Ich habe euch in meinem Brief geschrieben, dass ihr nichts mit Unzüchtigen zu schaffen haben sollt. Gemeint waren damit nicht alle Unzüchtigen dieser Welt oder alle Habgierigen und Räuber und Götzendiener; sonst müsstet ihr ja aus der Welt auswandern. Nun aber habe ich euch geschrieben: Habt nichts zu schaffen mit einem, der sich Bruder nennt und dennoch Unzucht treibt, habgierig ist, Götzen verehrt, lästert, trinkt oder raubt; mit einem solchen Menschen sollt ihr auch keine Tischgemeinschaft haben. Was geht es mich denn an, die Außenstehenden zu richten? Habt ihr nicht die zu richten, die zu euch gehören? Die Außenstehenden wird Gott richten. Schafft den Übeltäter weg aus eurer Mitte!

Paulus benutzt das starke Wort „ihn dem Satan übergeben“ – [edit] das heißt, dass er außerhalb der Gemeinde leben muss, ohne den Schutz, den Gott der Gemeinde gewährt, aber weiter in der Reichweite Gottes leben muss. [/edit] Aber überraschend fügt Paulus hinzu: „… damit sein Geist am Tag des Herrn gerettet wird“. Ein Mensch, der sich von der Gemeinde entfernt hat, muss ohne den Schutz der Gemeinde leben (sozusaEr hofft auf Umkehr durch die Beugestrafe der Exkommunikation. Zugleich erklärt er, daß der Ausschluß aus der Gemeinde kein Gerichtsurteil ist – das Richten kommt nur Gott zu. Paulus weiß aber, daß Schlechtigkeit und Unsittlichkeit ansteckend wirken, und mahnt deshalb zu Recht, „den Sauerteig wegzuschaffen“.

Ferner gibt es verschiedene Mahnungen an die Gemeinde, den Kontakt mit Gemeindemitgliedern zu meiden, wenn diese die Lehre der Kirche mißachten. Paulus schreibt:

Ich ermahne euch aber, Brüder und Schwestern, auf die Acht zu geben, die im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, Spaltung und Verwirrung verursachen: Haltet euch von ihnen fern! Denn diese Leute dienen nicht Christus, unserem Herrn, sondern ihrem Bauch und sie verführen durch ihre schönen und gewandten Reden das Herz der Arglosen.
Röm. 16,17-18

Wenn jemand auf unsere Mahnung in diesem Brief nicht hört, dann merkt ihn euch und meidet den Umgang mit ihm, damit er sich schämt; doch seht ihn nicht als Feind an, sondern weist ihn als euren Bruder zurecht!
2 Thess. 3,14-15

Wenn du einen, der falsche Lehren vertritt, einmal und ein zweites Mal ermahnt hast, so meide ihn! Du weißt, ein solcher Mensch ist auf dem verkehrten Weg; er sündigt und spricht sich selbst das Urteil.
Tit 3,1-11

In 2 Joh. 1,7-11 schreibt Johannes an eine Christin und ihre Familie:

Denn viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen, die nicht den im Fleisch gekommenen Jesus Christus bekennen. Das ist der Verführer und der Antichrist. Achtet auf euch, damit ihr nicht preisgebt, was wir erarbeitet haben, sondern damit ihr den vollen Lohn empfangt! Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, hat Gott nicht. Wer aber in der Lehre bleibt, hat den Vater und den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre mitbringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf, sondern verweigert ihm den Gruß! Denn wer ihm den Gruß bietet, macht sich mitschuldig an seinen bösen Taten.

Bei diesen Mahnungen wird zwar keine Exkommunikation ausgesprochen, aber doch der Gemeinde (oder einzelnen) ans Herz gelegt, mit solchen Mitgliedern keinen Kontakt mehr zu pflegen, die sich von der Lehre entfernt haben und trotz Ermahnung hartnäckig bleiben. Das lässt darauf schließen, daß Paulus und Johannes kein Interesse daran hatten, gleich mit der Keule der Exkommunikation zu drohen. Hier wird eher versucht, die Verirrten durch die klare Ansage „So darfst du hier nicht sein“ zur Umkehr zu bewegen. Das ist etwa zwischen der zweiten und dritten Stufe des von Jesus empfohlenen Umgangs mit Abtrünnigen.

Das bedeutet nun meiner Ansicht nach nicht, daß wir gehalten sind, Häretiker zu „schneiden“. Sehr wohl aber heißt es, daß eine rituelle Mahlgemeinschaft – also Eucharistiegemeinschaft – mit Menschen, die sich nicht voll und ganz zur katholischen Lehre bekennen, ausgeschlossen ist. Voll und ganz, nicht bloß in dem, was mir gefällt! Ich kann ja auch nicht im Veganerbund die Mitgliedschaft beantragen mit dem Argument, ich esse nur sehr wenig Fleisch.

Im Gegensatz zu Vereinen bleibt die Kirche jedoch auch den Abtrünnigen verbunden. Sie betet für sie, sie bietet ihnen die ausgestreckte Hand, lehrt und liebt, und sie nimmt jeden wieder auf, der bereut, umkehrt und um Wiederaufnahme bittet.

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Zwei gute Arten Heimkehr und ein rauschendes Fest

Heute nachmittag wurde ich spontan gebeten, einen Wiedereintritt in die katholische Kirche zu bezeugen. Es war eine ganz kleine schlichte Zeremonie in der Kirche, in der ich gerade zur stillen Anbetung war; der Pfarrer sah mich und bat mich, als Zeugin dabeizusein. Ein sehr bewegender Moment! Jemand war aus der Kirche ausgetreten und hatte irgendwann eingesehen, daß das falsch war.

Ein Kirchenaustritt hat logischerweise automatisch die Exkommunikation zur Folge. Die kann in diesem Fall nicht nur vom Bischof, sondern auch von einem hierzu durch den Bischof ermächtigten Priester aufgehoben werden. Der Mensch, der wieder ganz zur Kirche gehören will, spricht das Glaubensbekenntnis und ein Versprechen, daß er die Lehre der Kirche befolgen will. Der Priester hebt die Exkommunikation auf. Gemeinsam beten sie das Vaterunser.

Diesem sehr schlichten Ritus geht natürlich mindestens ein gründliches Gespräch voran, aber das geht außer Gott, dem Rückkehrwilligen und dem Priester niemanden etwas an. Ich wurde hier nur als Zeugin gebraucht, habe unterschrieben, daß jemand zur Kirche heimgekehrt ist, und darf mich einfach mitfreuen. Und was für ein schöner Termin für eine Rückkehr zur Kirche!

Hiernach radelte ich zum Gendarmenmarkt. Die für heute angesagten Gewitter blieben aus, es war warm und angenehm, und ich freute mich wirklich auf die Fronleichnamsfeier. Von den Hedwigsschwestern erfuhr ich leider, daß ein mir sehr lieber Mensch gestorben ist – lebenssatt und in hohem Alter, und wir dürfen sicher sein, daß sie im Himmel ist. Traurig bin ich, daß ich sie nicht noch einmal gesehen habe, und daß ich versäumt habe, ihr zu schreiben.

Die Freude bekam einen weiteren Dämpfer, als zum Auftakt ein Priester ansagte, an der ersten Statio solle man bitte nicht niederknien, höchstens eine ganz kurze Verneigung, und dies noch mehrmals eindringlich wiederholte. So war das ja auch letztes Jahr, als das Volk an der Monstranz mit dem Herrn förmlich vorbeigescheucht war. Nun hatte ich mir aber vorgenommen, auf derartige Weisungen nicht zu achten. Ich habe Gott und der Kirche Gehorsam gelobt, und wenn es hierbei einen Interessenkonflikt gibt, gehorche ich eben Gott.

Die Messe war schön! Erstens, weil es eine Messe war und weil das Wetter und der Gendarmenmarkt und die Sänger und die vielen Gläubigen alle mitwirkten, daß es schön wurde. Zweitens, weil ich die etwas chaotisch verlaufende Eucharistie (irgendwie hatten die Priester sich nicht deutlich genug abgesprochen, wer wohin sollte zur Kommunionspendung, und der Gendarmenmarkt ist groß) und ein paar andere Pannen eher charmant als ärgerlich fand. Übersehen wurde, soweit ich weiß, niemand.

Dann die Prozession – ich ging wild entschlossen mit. Die Meditationstexte zwischen den Liedern fand ich zwar genauso blöd wie letztes Jahr auch, aber sei’s drum, die meisten Lieder waren wirklich gut. Und dann die erste Statio…

Glücklicherweise war es diesmal nicht so schrecklich. Einerseits war der Altar wirklich feierlich geschmückt und stand unter den Linden und nicht wie letztes Jahr an einer Straßenecke. Andererseits waren außer mir noch recht viele Gläubige auf die Idee gekommen, das „Niederknie-Verbot“ zu mißachten – und keiner regte sich künstlich auf deswegen. Dennoch, liebes Erzbischöfliches Ordinariat: Gläubigen das Niederknien vor dem Eucharistischen Herrn untersagen ist allerschlechtester Stil. Vielleicht habt Ihr es diesmal eingesehen, daß niederkniende Gläubige nicht das ganze Konzept durcheinanderbringen oder zum Aufruhr führen.

Und dann – Eucharistischer Segen, Tantum ergo und Großer Gott, wir loben Dich. Danach bin ich versöhnt mit allem.

Was für ein Tag. Eine Heimkehr in die Kirche bezeugt, von einer Heimkehr zum Vater erfahren, mit dem Herrn auf der Straße gewesen. Ein guter, großer, wunderbarer Tag.

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Fronleichnam

In Berlin ist es kein Feiertag, deshalb finden Messe und Prozession erst abends statt, und in vielen Kirchen wird Sonntag nachgefeiert.

Was wir dort überhaupt feiern, erklären z.B. Josef Bordat und Allotria catholica.

Im vergangenen Jahr habe ich mich über die Fronleichnamsfeier auf dem Gendarmenmarkt und die Prozession zur Hedwigskathedrale schwer geärgert (ich berichtete hier). Dennoch werde ich heute abend wieder zum Gendarmenmarkt pilgern und hoffe einfach, daß der vielstimmige Protest, der dieser unfeierlichen Feier folgte, Wirkung hat. Im Übrigen werde ich mich heuer von keinem Ordner und im Zweifelsfall auch von keinem Bischof daran hindern lassen, den Eucharistischen Herrn kniend zu verehren. Sollte mich jemand wegtragen wollen, nur zu, ich bin fett.

Übrigens bin ich voll Vorfreude und hoffe einfach, daß es diesmal eine schöne und würdige Feier ist, daß wir es in jedem Fall dazu machen. Vorab einige ältere Fronleichnamsgedichte von mir als Hoffnungszeichen:

Fronleichnam am Gendarmenmarkt

I

Mein Herz fasst die Freude nicht,
die Gott mir schenkt –
mein ganzer Leib ist erfüllt
bis in Finger- und Zehenspitzen
von goldener, quellender, leuchtender
Freude aus Gott, meinem Herrn:
Er hat meine Sünden vergeben,
ich darf Seinen Leib empfangen,
ich darf Ihn kniend verehren,
mit Ihm durch die Straßen ziehen.

II

Selbst die Amseln singen heute lauter –
zwar nur weil sie festlichen Gesang
konkurrierend überbrücken wollen,
aber immerhin: Sie sind in Schwung,
wenn bei Wandlung und vor der Monstranz
alle Menschen schweigen vor dem Herrn,
modulieren ungebremst die Amseln,
und mein Ohr hört Gotteslob darin.

© Claudia Sperlich

Fronleichnam

Der Herr zieht vorbei
im strömenden Regen.
Ich knie vor Ihm
auf nasser Straße.
Als Katholikin
bin ich erkennbar
am Fleck auf der Hose
und pfeif auf dem Heimweg
voll heiliger Speise
das Tantum ergo.

© Claudia Sperlich

Herr Jesus, Du läßt Dich von mir verzehren.
Du selbst wirst mir, mein Gott, was Du mir gibst,
Du läßt Dich von mir essen, weil Du liebst,
Du läßt es zu, Du willst Dich nicht verwehren.

Daß Du verdunstest nicht und nicht verstiebst!
Ist Brot und Wein, geschaffen Dir zur Ehre,
Nicht Schöpfer, nur Geschöpf, ist Erdenschwere,
Wie ich, wie was Du kelterst, was Du siebst.

So seh ich Dich, mein Gott, den Überreichen:
Du gibst Dich selbst in den geschaffnen Zeichen.
Du teilst das Brot, schenkst vielen reichlich ein.

Du bist der Gastfreund und bist Trank und Speise.
Ich nehme, esse, trinke – und ich preise.
Du lieferst Dich mir aus in Brot und Wein.

aus: Eucharistie. Sonettenkranz. in Zyklische Sonette, tredition 2016

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Mehr als ein Liederbuch

Pater Adrian Kunert SJ, Songwriter und Jesuit, hat mit Xpraise – Das Liederbuch ein Lobpreisliederbuch herausgebracht, das sich für unterschiedliche Gottesdienstformen ebenso eignet wie für das spontane Singen in Kleingruppen. Es ist eine Sammlung verschiedener, großenteils moderner christlicher Lieder zu jedem Anlass des Kirchenjahrs und des Lebens. Die Liedtexte sind teils alt (auch die Pfingstsequenz in einer schmissigen Melodie von Johannes Hartl ist dabei sowie liturgische Texte), teil neu; neben deutschen Texten finden sich auch englische, französische, lateinische und ein hebräischer Text. Die meisten Lieder sind einstimmig, etwa ein Viertel (meist Kanons und Taizé-Gesänge) in leicht erlernbarer Mehrstimmigkeit. Bei vielen stehen Griffbilder für die Gitarre; eine Grifftabelle ist am Ende des Buches zu finden. Allen fremdsprachigen Texten ist eine Übersetzung beigefügt. Der Satz ist gut lesbar und übersichtlich. Der in Rot- und Orangetönen gehaltene Einband ist ansprechend gestaltet.

Bei den Liedtexten fällt eine große Bibeltreue angenehm auf. Man muss bei einem modernen christlichen Liederbuch leider wirklich sagen: es fällt auf! Einige kirchliche Gassenhauer mit 60er-Jahre-Spiritualität sind zwar auch enthalten. Den ins Wasser gefallenen Stein hätte ich nicht gebraucht. Aber bei einem 496 Seiten starken Buch kann man kaum erwarten, daß alles jedem gefällt.

Die Lieder des Herausgebers lehnen sich an die Bildsprache biblischer Texte an, haben dabei einen eigenen, unverwechselbaren Stil.

Der Aufbau des Buches orientiert sich an der Messe; zum Eingang und zum Kyrie geeignete Lieder bilden den Anfang. In einem bemerkenswerten Liedtext beschreibt Pater Kunert das Gefühl der Einsamkeit, das sich durch Trägheit im Gebet einstellt:

Tausend Jahre sind es scheinbar her.
Ich spür‘ Deine Nähe längst nicht mehr.
Doch es ist kaum ein Tag her und mir wird’s jetzt schon zu schwer
so ohne Dich. Oh, Herr, ich seh‘ die Schuld.
Komm, hab‘ mit mir Geduld; denn ohne Dich ist’s ewig Nacht!
Christ, erbarme Dich!

Den Abschluss des Buches bildet die „Gebetsecke“ – weit mehr als eine „Ecke“, vielmehr eine kleine Schule des Gebets. Pater Kunert stellt hier zunächst die Grundgebete der Kirche vor, dann die Zehn Gebote und die Fünf Kirchengebote. Darauf folgen alte und neue Gebete und Spruchweisheiten verschiedener alter und neuer Autoren, darunter ein sehr schönes um Umkehr und täglichen Neubeginn vom Herausgeber.

Gebete in der Tradition der Gesellschaft Jesu sind durchaus nicht nur für Jesuiten oder nur für Ordensleute geeignet; wer sich auf die teilweise recht langen Gebetstexte einläßt, kann hier gute Gebetsworte finden, wenn ihm selbst die Worte fehlen, und betend auch selbst erkennen, worum er bitten soll.

In seinen Ausführungen zur Unterscheidung der Geister gibt Pater Kunert eine wichtige Hilfe zum Gebet und zur Selbsterkenntnis mit dem Hinweis, daß Gott uns nicht fertigmachen will, daß ein nebulöses Gefühl der eigenen unrettbaren Schlechtigkeit niemals von Ihm kommen kann.

Das betrachtende Gebet ist wichtig. Das Immerwährende Jesusgebet der Ostkirche und der Rosenkranz der Westkirche werden hier genau erklärt; mehrere kleine Meditationen und Gewissensforschungen wechseln mit Gebeten. Ganz am Schluß steht ein kleiner praktischer Hinweis, wie eine stille Zeit mit Gott strukturiert werden kann, ohne den Beter zu überfordern oder abzulenken.

Bereits der große Liedteil ist eine Schule des Gebetes und trotz der Anwendbarkeit des Buches in ganz verschiedenen Formen von Gottesdienst auch eine Art Hinführung zur Heiligen Messe, einfach weil die passenden Lieder in der richtigen Reihenfolge kommen. Die „Gebetsecke“ am Ende umfasst nur 28 Seiten, ist aber substantiell eher ein Dom als eine Ecke.

Ich empfehle das Buch wärmstens christlichen Gebetskreisen aller Art sowie allen, die Freude an frischer Lobpreismusik und das Bedürfnis nach einer immerwährenden Schulung im Gebet haben. Es sollte in keiner Gemeindebibliothek fehlen.

Pater Adrian Kunert SJ (Herausgeber):
Xpraise – Das Liederbuch. 496 S, Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2019
ISBN 978-3-460-32163-2, Best.Nr. 32163 (Paperback)
ISBN 978-3-460-32165-6, Best.Nr. 32165 (Ringheftung)
EAN 40-32382-32166-0, Best.Nr. 32166 (CD)

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