Himmelfahrt

Melodie: GL 465 „Das Jahr steht auf der Höhe“

Entzogen unserm Sehen, erhoben in das Licht,
Will Er nicht von uns gehen, der Herr verlässt uns nicht.
Wir sollen Seine Zeugen und Seine Freunde sein,
Und will die Welt uns beugen, wird Christus uns befrein.

Er kommt an Seinem Tage zur vorbestimmten Zeit,
Und Satans Zwang und Plage weicht Seiner Herrlichkeit.
Doch eh die Völker beben vor Christi Endgericht,
Sagt allen: Er ist Leben, Er ist der Liebe Licht!

Wir dürfen heut Ihn schauen verhüllt auf dem Altar,
Wir wagen zu vertrauen: Sein Wort ist ewig wahr.
Was unsre Sinne merken, erscheint wie Brot und Wein.
Mit Sich will Er uns stärken, Er lädt zum Glauben ein.

Nun richtet eure Augen nicht in den Himmel nur.
Zum Leben will uns taugen, der vor uns zieht die Spur.
Bringt Liebe und seid Segen, wo immer Er euch weist, 
In Worten, Taten, Wegen beschwingt vom Heilgen Geist.

© Claudia Sperlich
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Achtung, Mainstream! – Alte weiße Männer

Alte weiße Männer sind derzeit der Inbegriff des Schlechten. Alte weiße Männer, so heißt es, machen aller Welt Vorschriften, die in sich schlecht und ungesund sind. Ich habe diese These untersucht und versuche hier, sie empirisch zu untermauern.

Der erste alte weiße Mann, den ich hier vorstelle und den ich nicht mag, wurde zwar nicht einmal 65 Jahre alt. Aber direkt jung ist das ja auch nicht, ich lasse es also gelten. Der alte weiße Mann erfand eine Ideologie, die bis heute zu unfassbarem Leid führt, weil die Menschen einfach nicht allesamt staatstreu und gut und tüchtig und und areligiös werden wollen.

Dann gab es einen erfolgreichen Unternehmer in der Textilindustrie, der mit dem Vorgenannten zusammenarbeitete, aber nicht in der Industrie. Interessanterweise war er theoretisch ganz gegen Ideologen, denen er (wie ich glaube, zu Recht) nachsagte, sie durchschauen ihre eigenen Beweggründe nicht. Starke Worte für einen Ideologen! Ein von ihm ausgefüllter Fragebogen liest sich wie die Visitenkarte eines fröhlichen Genießers mit durchaus sympathischen Zügen – aber ich mag ihn trotzdem nicht.

Da wäre ein gewisser Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili, als Georgier doch sicher weiß genug und bei seinem Tod mit 74 Jahren alt genug – ein alter weißer Mann, der folgende Sorten Mensch nicht mochte: Juden, Christen, Moslems, Ärzte, Intellektuelle, Großbauern, Ukrainer, Oppositionelle, Menschen, die stärker waren als er… Die Liste ist unvollständig. Mich hätte er auch nicht gemocht. Und ich mag ihn auch nicht.

Der älteste der heute vorgestellten alten weißen Männer verfiel einer anderen, nicht weniger wirren und gefährlichen Ideologie. Das brachte ihn am Ende ins Gefängnis, wo er seinem Leben mit 93 Jahren ein Ende setzte, leider vermutlich ohne Reue für die furchtbaren Taten, die er begangen und unterstützt hatte. Und was soll ich sagen? Ich mag ihn wirklich nicht.

Mit fast 82 erreichte der fünfte der heute vorgestellten alten weißen Männer wirklich ein hohes Alter, und er nutzte seine Zeit zu außerordentlich schlechten Dingen, wie dem Bau einer Mauer und dem Verbot, sie zu übersteigen. Muss ich es noch sagen? Ich mag ihn gar nicht.

Lieber Mainstream, bist Du nun zufrieden? Es gibt tatsächlich alte weiße Männer, die ich überhaupt gar nicht mag. Nur sind es nicht die gleichen, die Du, lieber Mainstream, nicht magst. Und dann gibt es natürlich noch eine Menge alter weißer Männer, die mindestens einer von uns nachvollziehbar gut findet. Papa und Opa sind oft dabei. Und in nicht allzu ferner Zukunft auch der ein oder andere kaukasische Typ, der jetzt gerne über alte weiße Männer meckert.

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Ein kleiner Jahrestag

WordPress erinnert mich, daß ich seit vierzehn Jahren blogge. Angefangen habe ich – nach einem ganz kleinen Probeblog auf einem anderen System – mit dem Blog Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin ging es dann richtig los.

Ich habe zeitweise sehr viel gebloggt, dann mal sehr wenig bis gar nicht. Im Moment habe ich große Freude am Bloggen. Es hat hier schon interessante Kommentare gegeben, wertvolle Ergänzungen oder Berichtigungen durch aufmerksame Leser, manchmal auch Streit … ich habe gelernt, mit letzterem umzugehen, und freue mich über Kommentare. Auch Zuschriften bekomme ich.

Vor fünfeinhalb Jahren fand das Essener Bloggertreffen statt – und seither hat die Blogoezese es leider nicht wieder geschafft, ein Treffen zu organisieren. Zum Teil liegt das an Facebook – die Blogs haben durch Facebook, Twitter usw. an Strahlkraft verloren, nicht weil sie schlechter geworden wären, sondern weil über schnellere, kürzer gefasste soziale Medien eine solche Flut an Informationen geliefert wird. Zur Zeit liegt es zudem an Corona. Ich finde es aber falsch, deshalb die Flinte oder die Tastatur ins Korn zu werfen. Im Gegenteil: gerade in einer Zeit der Auf-, Ab- und Umbrüche in der katholischen Kirche (nicht nur dort, aber da geht’s mich an) gilt es, die Lehre zu verteidigen, die Schönheit des Glaubens zu zeigen, Gott zu preisen – und das gern auch in längeren Texten als auf Facebook und dergleichen üblich.

Ich habe durch eine Reihe wundervoller Blogs viel gelernt und wundervolle Menschen kennengelernt. Noch heute gilt das Sonett, das ich während jenes Essener Bloggertreffens schrieb.

    Bloggersonett

    Die Kirche, ach, sie weiß kaum, was ihr fehlt,
    Wenn sie der Blogger Würde nicht erkennt,
    Nicht Josef Bordat Kirchenlehrer nennt,
    Nicht Blogger in Gemeinderäte wählt!

    Die Ignoranz ist manchmal eminent
    Und wird durch Beifall bis zum Stolz gestählt,
    Wenn man die Blogger zu Zeloten zählt,
    Wenn Medienpastoral die Blogs verpennt.

    Wir bloggen, zu erfreun und zu bekehren,
    Wir bloggen Glaubenslicht und Himmelslehren,
    Und manches Posting wird zur Himmelsleiter!

    Wir bloggen erzkatholisch, unverdrossen,
    Und jeden Tag wird glaubensvoll beschlossen:
    Deus lo vult! Wir bloggen gläubig weiter.

    © Claudia Sperlich

Lang lebe die Blogoezese! Und nach Corona könnten wir uns wirklich mal wieder treffen.

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Mal wieder ein Marienlied

Maria Bundeslade
Melodie: Deinem Heiland, deinem Lehrer

Du, die neue Bundeslade,
rein von Sünde, voller Gnade,
die den Heiland in sich trug,
du, das erste Tabernakel,
Mutter ohne jede Makel,
niemals singt man dir genug!

In dir wuchs des Lebens Leben,
du hast Ihm dich selbst gegeben,
der dich uns zur Mutter gibt,
Mutter mit der Sternenkrone,
führe uns zu deinem Sohne,
zeige uns, wie Er uns liebt.

Die den Drachen hat zertreten,
lehr uns kämpfen, lehr uns beten,
mach für Jesus uns bereit!
Lehre uns in Demut leben,
dass wir uns dem Christus geben,
der vom Bösen uns befreit.

© Claudia Sperlich
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Gebet ist die Wurzel

In der Kirche St Peter und Paul in Potsdam (und nicht nur dort) gibt es seit einiger Zeit eine seltsame Bewegung weg vom Lehramt und hin zur Beliebigkeit. Das veranlasste eine gar nicht so kleine Schar von Gläubigen eben dieser Gemeinde zu einer Bußwallfahrt von Potsdam nach Spandau (ein sechsstündiger Fußweg). Eine Freundin war dabei und fragte mich, ob ich auch zu der Messe in St Marien im Behnitz, Spandau, wollte. Ich wollte gern und schwang mich auf mein Fahrrad (von Berlin-Friedenau nur 1,5 Stunden Fahrweg, noch dazu im Sitzen, ich hatte es also recht bequem). Ich war zeitig dort und wurde gleich als Lektorin engagiert.

Es war eine gute Zeit der stillen Anbetung, eine schöne, feierliche, frohmachende Messe und eine Predigt, die es in sich hatte. Ich gebe hier keine Mit- oder Nachschrift, sondern in meinen Worten das, was ich daraus gezogen habe.

Gestern feierte die Kirche die Heiligen Philippus und Jakobus, die den unverwässerten Glauben mit ihrem Blut besiegelt haben. In der Predigt ging es vor allem darum, daß der Glaube auf Gebet angewiesen ist. Ohne Gebet, und zwar tägliches, treues, beständiges Gebet, nicht nur so ab und zu mal, hat der Glaube keine Chance. Überall wo Christen aufhören zu beten, hören sie irgendwann auch auf zu glauben – oder glauben halt irgendwas, egal was, nur nicht mehr das, was Jesus und die Kirche lehren. Zuerst nicht mehr so ganz, dann nicht mehr ganz so, dann ganz und gar nicht mehr.

Es ist mit dem Glauben und dem Gebet so wie mit der Ehe und der Liebeserklärung. Wenn ein Paar aufhört, sich gegenseitig die Liebe zu versichern – in Wort und Tat und täglich -, dann wird es auch über kurz oder lang kein Paar mehr sein. Vielleicht noch eine Zweckgemeinschaft oder eine Bettgemeinschaft oder zwei Menschen, die zufällig im gleichen Haus wohnen – aber nicht mehr. Ohne Gebet wären wir nur noch Menschen, die zufällig mal getauft wurden und zufällig in einem irgendwie christlich geprägten Land leben.

Wir haben gegen diese Zerbröselung des Glaubens kein anderes Mittel als den Glauben selbst und das Gebet, ohne das er nicht bestehen kann. Nicht einmal der Empfang der Sakramente ist ohne Gebet, ohne innere Beteiligung sinnvoll und auf Dauer möglich. Wer sich das Beten abgewöhnt, wird sich auch das Beichten abgewöhnen und dann den Kirchgang, den Empfang der Eucharistie, jede Beteiligung an der Kirche, zu der er doch durch die Taufe gehört. Durch das Gebet wird die Kirche getragen.

Sicher: Jesus Christus hat die Kirche gestiftet, und Er hat versprochen, daß nicht einmal die Pforten der Hölle sie überwinden werden (viel weniger die Haustüren ungläubiger Kirchgänger). Aber Er hat nicht gesagt, daß Deutschland nie wieder Heidenland und Missionsgebiet wird. Zur Hälfte ist es ja schon beides wieder.

Machen wir es wie Philippus und Jakobus und wie später die Missionare in Germanien: Beten, sagen, was Christentum ist, Christentum vorleben. Treu bleiben. Humor behalten, wenn wir dafür auf die Nase kriegen. Mehr können wir nicht, mehr müssen wir nicht. Wir haben übrigens moderne Mittel, können uns besser denn je vernetzen, und bewaffnete Überfälle durch erzürnte Heidenstämme sind auf dem Weg zwischen Potsdam und Spandau nicht ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich.

Betet ohne Unterlass! (1 Thess. 5,17)

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Regenbogen

Es war genug! Er musste richten.
Fast alle hatten Ihn betrogen.
Er wollte diese Welt vernichten –
Doch Noah hat Sein Herz bewegt.
Da hat Er Seinen starken Bogen
Hoch in den Wolken abgelegt.
Er hat den Frieden uns versprochen,
Er hält, was wir so oft gebrochen.

Der sich mit reinem Licht bekleidet,
Dem Wasser, Wind und Feuer dienen,
Der wird ein Mensch und dient und leidet,
Er trägt die Sünde aller Welt.
Er starb, Er lebt, Er ist erschienen – 
Und ich bin Gast in Seinem Zelt!
Er thront auf Seinem Himmelsbogen
Und hat mich an Sein Herz gezogen.

Er thront auf altem Bundeszeichen
Und gibt sich selbst im neuen Bunde,
Und die durchbohrten Hände reichen
Mit Macht, doch ohne Zwang nach mir.
Er ist mir nah in jeder Stunde,
Bin ich Ihm fern, ist Er doch hier.
Der Bogen zeigt mir Sein Versprechen.
Es gilt, kein Jota will ich brechen.

© Claudia Sperlich
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Momo – ein Christ aus dem Iran

#Momobleibt – mit diesen Worten machen derzeit zahlreiche Menschen auf einen Hamburger Rapper aufmerksam, der von Abschiebung bedroht ist.

Mohammad Jaffari, alias Momo, ist Iraner und lebt seit sechs Jahren in Hamburg. Er musste aus dem Iran fliehen, nachdem er sich dem Christentum zugewandt hatte. In seiner Heimat wurde er, als er von der Kirche kam, krankenhausreif geschlagen – und nach iranischem „Recht“ droht ihm als Konvertiten die Todesstrafe. Nach iranischer Praxis bedeutet das vorher eine lange Zeit in einem Folterknast.

Momo hat perfekt Deutsch gelernt. Er hat die Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten abgeschlossen, die Weiterbildung zum Erzieher wurde ihm zugesagt. Er ist Dichter und Rapper. Hier ein Artikel mit einem eingebundenen Video, hier die Petition, in der er seine Situation beschreibt – man kann sich ein Bild machen von diesem freundlichen jungen Mann.

Weniger freundlich ist der amtliche Umgang mit diesem Christen. Momo gab bei der Befragung an, die Bibel „von vorn bis hinten“ gelesen zu haben. Darauf „argumentierte“ die Behörde, die Bibel sei ein besonderes Buch, das man nicht einfach von vorn bis hinten liest, und daher könne er kein Christ sein. (Ernsthaft, so furchtbar dumme Argumente wachsen in deutschen Amtsstuben.) Deshalb wurde der Asylantrag zweimal abgelehnt.

Die Ablehnung ist nicht nur hartherzig, sie ist auch widerrechtlich. „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“ ist ja kein ganz unbekannter Satz. Und daß der Begriff „politisch verfolgt“ nach geltendem Recht sehr weit gefasst ist und zu Recht auch religiös Verfolgte einschließt, ist auch kein Geheimwissen (schon gar nicht eine Art von Wissen, die ein Beamter mit einer Art juristischer Grundausbildung von einer unbekannten Dichterin ohne eine solche Grundausbildung lernen muss).

Nochmals, hier geht es zur Petition für Momo.

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Frühlingsdank

Mitten in all dem Hauen und Stechen,
Unter dem Welt und Kirche erbeben,
Will ich von Gottes Herrlichkeit sprechen,
Von Seinem Wirken, von Seinem Leben!
Er lässt in harten, schwierigen Zeiten
Uns durch ein Meer aus Frühlingsflor schreiten.

Mitten in all dem Zetern und Zanken
Das über Land und Kirche will gellen,
Will ich für Schönheit und Liebe Ihm danken,
Bäume und Blumen, Flüsse und Quellen!
Er lässt das Frühlingslicht auf uns rinnen,
Er schenkt den Frühling all unsern Sinnen.

Mitten in all dem Jammern und Klagen
Dank ich dem Herrn – Sein Frühling kommt wieder,
Frischer Geschmack an wärmeren Tagen,
Farben und Duft und zwitschernde Lieder!
Herr, lass auf Dich hin wachsen und blühen
Unsere Liebe und unser Mühen.


© Claudia Sperlich
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Chauvinismus im Namen der Emanzipation

Mehrere Männer wurden zu Diakonen geweiht. Sie sind auf dem Weg zum Priesteramt. Unter dieser schönen Nachricht tobt eine Kommentarschlacht, aus der ich nur zwei Zitate (in Originalschreibweise) bringe.

Eine Frau wütet mehrere Kommentare lang, wie ungerecht das ist. Ihrer Ansicht nach ist jeder Mann, der sich zum Priester weihen lässt, an der Unterdrückung der Frauen schuld. Ihr Rant gipfelt in den Worten: „Das ist keine Verallgemeinerung, sondern ein Faktum: ALLE Frauen werden diskriminiert, auch die, die das selber nicht spüren oder nicht wahrhaben wollen!!“

Heul doch, Frau. Ich weiß sehr genau, wie Diskriminierung sich anfühlt, und erst in der katholischen Kirche habe ich eine Gemeinschaft gefunden, in der ich nicht diskriminiert werde. Implizit allen Frauen, die sich in der Kirche angenommen wissen, an den Kopf knallen, daß sie einfach nicht merken, wie schrecklich diskriminiert sie sind, ist hochnäsig und ahnungslos zugleich.

Ein Mann macht auf intellektuell und lässt sich ebenfalls in mehreren Kommentaren über die Ungerechtigkeit der Kirche aus. Ich nehme die Kirche (und die Priester) in Schutz. Darauf er: „Werde sie das was sie wollen, Priesterin, Schornsteinfegerin, Polizistin, Putzdame beim Pastor oder was sie auch immer wollen. Sie können auch Dinerin werden wenn sie das beglückt.“

Obwohl die zuerst zitierte Frau ziemlich viel Platz in der Kommentarschlacht einnahm, ist der Gesamteindruck wieder einmal: Es gibt mehr Männer als Frauen, die mit unangenehmen ad-hominem-Argumenten (oder vielleicht sollte ich sagen: ad-mulierem-Argumenten) jede Frau, die die Kirche liebt und das Kirchenrecht richtig findet, als kleines Dummchen darstellen. Bei dem zweiten Zitat kommt viel zusammen: Verachtung von Putzfrauen und Dienerinnen (ersteres war ich öfter, letzteres – Dienerin Gottes – möchte ich gerne sein), Hochmut, der Wille zu verletzen. Und das ist vollkommen typisch für Männer, die unbedingt Priesterinnen wollen. Sollte es jemals eine schismatische Kirche mit Priesterinnen geben, wären diese Kerle die ersten, die über die armen Frauen herfielen (vielleicht wegen schlecht sitzendem Ornat, wegen zu großer Sorgfalt bei der Kleidung, wegen miserabler oder viel zu ausgefeilter Primizpredigt, unschönem oder viel zu schönem Gesicht… was weiß ich).

Wenn ich jemals von einer Kirchenreform überzeugt werden soll, benehmt Euch nicht wie Heulsusen und nicht wie arrogante Ekel, Ihr Damen und Herren Reformer.

Daß ich keine undifferenzierte Männerhasserin werde nach solchen Anwürfen, ist nächst einer Reihe wundervoller Männer in meinem Bekanntenkreis der Kirche zu verdanken, in deren Schoß ich immer wieder Ruhe finden kann.

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Einfach drauflos segnen?

Segen ist die Zusage von Gottes Liebe und die Bitte um Seinen Schutz. Die Kirche kann alle Menschen segnen sowie sehr viele Handlungen und Dinge. Sie kann „gut sprechen“ (bene dicere) über jeden einzelnen Menschen in dem Sinne, daß sie jedem sagt: „Du bist Gottes Kind, Gott will, daß du Gutes tust und Ihn, den vollkommen Guten, liebst.“ Sie kann Handlungen segnen: Reise und Arbeit, auf gemeinsames Handeln ausgerichtete Gemeinschaften (Ehe und Orden, aber auch Schulklassen, Vereine, Arbeitsgemeinschaften u.a.). Sie kann Dinge segnen: Lebensmittel, Häuser, Fahrzeuge, Werkzeug, Felder, Wälder, Wege. (Die Aufzählungen sind beispielhaft, nicht vollständig.)

Wenn ich das Kreuzzeichen auf das Brot mache, dann heißt das zugleich Dank dafür, daß es dies Brot gibt, und Bitte darum, daß es jedem, der davon isst, gut bekommt, daß es also im Vollsinn das ist, was Brot sein soll – ein gutes, wohlschmeckendes, nahrhaftes, gesundes Lebensmittel. Wird ein Raum gesegnet, so ist damit die Bitte verbunden, dieser Raum möge nichts Böses beherbergen, stattdessen dem Guten dienen. Wird ein Feld gesegnet, bittet man zugleich um gutes Wachstum, Schutz vor Unwetter und Dürre, gute Ernte.

Wenn aber eine Sache von vornherein dem Bösen dient, kann sie nicht gesegnet werden. Ein Feld, das dem Anbau von Rauschgift dient, oder ein Raum in einem Bordell, oder eine Vernichtungswaffe, kann nicht gesegnet werden.

Gemeinschaften haben gemeinsame Handlungsoptionen. Jede Gemeinschaft, die aufgrund von in sich guten Handlungsoptionen besteht, kann gesegnet werden. Eine Gemeinschaft, die von vornherein der christlichen Lehre widersprechende Handlungsoptionen hat, kann nicht gesegnet werden. Die Belegschaft eines Krankenhauses kann gesegnet werden, die einer Abtreibungsklinik nicht. Ein Kleingärtnerverein kann gesegnet werden, eine Räuberbande nicht. Die Ehe zwischen genau einem Mann und genau einer Frau kann gesegnet werden; eine irgendwie anders geartete Gemeinschaft, die sich „Ehe“ nennt, es aber nach katholischer Lehre nicht sein kann, kann nicht gesegnet werden.

Es wird gerne behauptet, man „müsse“ alles und jeden segnen können, weil Gott doch alle Menschen liebt. Aber gerade weil Er alle Menschen liebt, weil Er ein Gott des Lebens ist, kann Er nicht den Segen wollen für jede beliebige Handlung, jedes beliebige Ding. Und auch nicht jede beliebige Gemeinschaft. Ich bin übrigens ziemlich sicher, die Leute, die so gerne alles segnen wollen, was nicht bei drei auf dem Baum ist, würden vor einem Drogenlabor, vor der Clique um Kim Jong Un oder vor einer Atombombe wohl doch zögern, ein Segensgebet für diese Dinge, diese Gemeinschaft zu sprechen.

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