Ein nicht verhinderter Gottesdienst

Gestern Vormittag,  vor dem Marsch für das Leben,  fand in Spandau die nun schon traditionelle Messe für die verstorbenen Kinder statt – auch die im Mutterleib getöteten.

Nicht zum ersten Mal hatte sich früher am Morgen bereits jemand ausgetobt und versucht,  die Kirche unbetretbar zu machen.  Ich kam frühzeitig,  da war schon alles wieder in Ordnung gebracht.  Die Polizei war auch vor Ort. 

Was blieb,  war die Schmiererei auf einem Plakat, dessen frommer Text übermalt war mit der Aufforderung: Burn your local church (verbrennt eure Ortskirche).

Also erstens ein folgenloser grober Unfug,  zweitens ein Aufruf zur Gewalt.

Und was versprecht Ihr Euch davon, liebe Kirchenfeinde?

Angenommen,  wir wären tatsächlich nicht in die Kirche gekommen.  Dann hätte die Übertragung durch Radio Horeb zwar nicht so gut geklappt,  aber irgendwie hätten sie es schon hinbekommen.  Es hätte keine Eucharistiefeier gegeben,  sondern einen Wortgottesdienst,  im Freien, mit einem Weihbischof und vier weiteren Priestern und a-capella-Gesang, sehr öffentlichkeitswirksam.

Wenn Ihr Kirchen verbrennt, bauen wir neue. Wenn Ihr Christen tötet, gilt der alte Satz „sanguis martyrum est semen christianorum“ (googelt selber, Ihr Helden).

Wie viele andere, zehre ich noch immer von der schönen Messe am Samstag.  Inzwischen auch noch von Messe,  Pfarrfest und gesungener Vesper in meiner Heimatgemeinde. Ihr Christenfeinde könnt uns gar nichts.

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Ein Straßenfest für das Leben

Der gestrige Marsch für das Leben fand gleichzeitig in Köln und Berlin statt. Die Kölner Polizei hat es dabei leider nicht geschafft,  den Störenfrieden Einhalt zu gebieten,  so daß der Marsch auf den Heumarkt beschränkt blieb,  dort aber dem Vernehmen nach zu einem sehr gelungenen Fest würde mit der Parole „Kölle pro Life“.

In Berlin waren über 6000 Teilnehmer und einige hundert Störenfriede,  die dank der Polizei gar nichts ausrichten konnten.  Die Atmosphäre war fröhlich und festlich trotz der ernsten Sache, auch weil es musikalische Begleitung gab. Ich fand es angemessen,  den Schwerpunkt auf das Leben zu setzen und dabei die vielen Opfer einer utilitaristischen und unbarmherzigen Welt nicht zu vergessen.

Anfangs sprach ein Kanadier über die schon fast normal gewordene Euthanasie in Kanada (in einer Region macht sie 10% der Todesfälle aus). Legalisiert wurde die Tötung auf Verlangen, um nicht mehr therapierbaren Schmerzpatienten den Todeswunsch zu erfüllen.  Inzwischen werden Patienten,  die depressiv sind oder therapierbare Schmerzen haben,  bereits bei telephonischer Beratung gefragt, ob es auch Euthanasie sein dürfe.

Wir sind pro Life! Das war hier die Parole,  die ich gern mitgerufen habe.

Die Gröler am Rand des Zuges erlebten,  daß ihnen fröhlich zugewinkt wurde, Herzchen gezeigt und ihre Sprechchöre mit dem gesungenen Ave Maria übertönt wurden. Vor mir gingen drei junge Frauen mit Rosenkränzen.  Eine von ihnen fing bei besonders lautem Gegröle an zu tanzen und reckte dabei ihren Rosenkranz hoch.

Die Jugend für das Leben war sehr präsent. Ein junger Mann lief auf Stelzen und hielt ein Schild „Small lives matter“. Die Polizei wirkte sehr ruhig und drängte die Störer zurück. Gewalt bemerkte ich nicht, allerdings kann ich im Rollstuhl und unter so vielen Menschen nicht mit Sicherheit sagen, ob jede Gewalt verhindert wurde. (Menschen, die andere Menschen an der Ausübung ihrer demokratischen Rechte hindern wollen, zurückzudrängen, werte ich noch nicht als Gewalt.)

Ich habe Freunde getroffen, mit Fremden wie mit Freunden gesprochen, mich durch Berlin-Mitte schieben lassen und Dank meiner maroden Knie den Marsch für das Leben aus einer ganz neuen Perspektive erlebt. Ich habe Feinden fröhlich zugewinkt und für sie gebetet. Es war ein guter Tag.

Über die dem Marsch für das Leben vorangehende Messe gibt es auch Berichtenswertes, vielleicht folgt das noch. Für jetzt: Frohen Sonntag!

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Morgen: Marsch für das Leben!

Ich habe mir für diesmal einen Rollstuhl geliehen,  denn meine Knie schaffen solche Strecken nicht mehr. 

Warum ich überhaupt für das Lebensrecht auf die Straße gehe, habe ich oft erklärt. Man kann auf diesem Blog unter den Schlagwörtern Abtreibung, Lebensrecht,  Lebensschutz einiges dazu finden.

Derzeit ist eine Partei laut gegen Abtreibung,  die zugleich explizit die Starken, Gesunden der eigenen Ethnie (wie immer man das bestimmen mag) bevorzugt. Diesen Leuten möchte ich als Epileptikerin mit Arthrose und kaputter Schilddrüse den Lebensschutz schon aus Selbstschutz nicht überlassen.

Andere werden die Teilnehmer des MfdL beschimpfen und angreifen. Sie werden von einem Recht auf die Vernichtung Ungeborener sprechen und sich dabei überaus menschenfreundlich vorkommen. Ihnen möchte ich als Verhütungspanne deutlich widersprechen. 

Lebensrecht ist kein Exklusivrecht für jene, die von wirtschaftlichem Nutzen sind. Auch nicht für jene, die keine unvorhergesehenen Kosten verursachen. Auch nicht für jene, die erwünscht und passend sind. Lebensrecht ist wie Menschenwürde vom Anfang bis zum natürlichen Ende des Lebens unverlierbar.

Marsch für das Leben!

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Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat

So heißt es im Evangelium, als Jesus das Ährenraufen am Sabbat durch seine hungrigen Jünger verteidigt. Wer aber ist der Menschensohn?

Im Ersten Testament hat diese Bezeichnung verschiedene Bedeutungen. Bei Hiob 25,1-6 ist der Menschensohn einfach der hinfällige und sündhafte Mensch im Gegensatz zum reinen und machtvollen Gott.

In Psalm 80,16-18 weist der Ausdruck schon auf Jesus hin, auch wenn er allgemein als Bitte für einen gottgefälligen Menschen verstanden werden kann: Beschütze, was Deine Rechte gepflanzt hat, und den Sohn, den Du Dir stark gemacht! Die ihn im Feuer verbrannten wie Kehricht, sie sollen vergehen vor Deinem drohenden Angesicht. Deine Hand sei über dem Mann zu Deiner Rechten, über dem Menschensohn, den Du Dir stark gemacht.

Bei Hesekiel ist Menschensohn durchgehend die Anrede des Propheten durch Gott. Hier bedeutet das Wort einerseits, daß der Prophet eben ein Mensch ist, der nicht aus eigener Kraft, sondern durch Gottes Gnade die prophetische Gabe erhält. Andererseits wird der Menschensohn hier immer dem gefallenen Israel gegenübergestellt – durchaus schon ein Hinweis auf den Menschensohn Jesus.

Bei Daniel 7,13-14 lesen wir eine klare Ankündigung Jesu Christi: Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels / einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten / und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, / Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen / dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige, / unvergängliche Herrschaft. / Sein Reich geht niemals unter.

Bei den Evangelisten ist Menschensohn immer die Selbstbezeichnung Jesu als Messias und Weltenrichter. Dem entspricht der Ausruf des Stephanus (Apostelgeschichte 7,56): Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. Und schließlich ist Menschensohn in der Offenbarung des Johannes 1,13 und 14,14 die Bezeichnung des königlichen Weltenrichters.

Herr über den Sabbat (und über alles andere) ist also Jesus Christus. Aber Herren und Herrinnen über den Sabbat sind auch die Menschen, die Ihm folgen. Das bedeutet nicht, daß wir beliebig mit dem Feiertagsgebot umgehen dürfen. Vielmehr sind wir – durch unsere Taufe königlich und priesterlich – ermächtigt und verpflichtet, den Feiertag zu heiligen als einen Tag zur Ehre Gottes und zum Heil der Menschen – und dabei zu bedenken, was diesem Tag in diesem Augenblick, dieser Situation angemessen ist.

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Mal wieder ein Geburtstagsgedicht für den Herrn Alipius.

In der Torenworte Brandung
Schafft er punktgenaue Landung
Mit dem klugen Argument,
Sachlich meist,  auch mal polemisch,
Niemals aber stolz und hämisch –
Treu dem Herrn,  den er bekennt.

Durch barocke Bilderfülle
Zeigt er uns: die Erdenhülle
Ist nicht nur ein Jammerort!
Gutes, Schönes will er zeigen,
Will die Wahrheit nicht verschweigen,
Und er feiert Gottes Wort.

Mit Dir feiern würd ich gerne,
Wäre Wien nur nicht so ferne!
Vorerst funktioniert es nicht.
Ob wir uns noch sehen werden?
Sicher! Wenn schon nicht auf Erden,
Spätestens in Gottes Licht.

© Claudia Sperlich

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Keine halben Sachen!

Josua 24,14-29

Matthäus 19,13-15

Heute hören wir, wie Josua das Volk Israel auffordert,  Gottes Bund ganz und gar treu zu sein oder aber es ganz zu lassen und anderen Göttern zu folgen. Halbe Sachen will er nicht! Und obwohl Josua auch von Gottes Strenge spricht, wollen alle diesem einen Gott folgen, der ihnen schon so wunderbar beigestanden hat (was die Götzen der Nachbarvölker erfahrungsgemäß nicht tun).

Jesus weist seine Jünger zurecht, die Ihn vor vermeintlich nervenden Kindern schützen wollen,  der Meister braucht ja Seine Ruhe,  werden sie gedacht haben.  Aber Jesus findet die Kinder überhaupt nicht nervig, im Gegenteil,  Er stellt sie als Beispiel des Glaubens dar, Er segnet sie, und man darf sich vorstellen, daß Er auch auf kindliche Fragen und kindliche Nöte eingeht.

Auf den ersten Blick haben Lesung und Evangelium nichts miteinander zu tun.  Aber was Josua fordert,  ist ein vollkommenes Vertrauen auf Gott.  Dies Vertrauen haben kleine Kinder im günstigen Fall zu Vater und Mutter. Mama weiß das, Papa kann das!

Jesus, der Seinen und unseren Vater mit „Abba“, Papa, anredet, will, daß wir zu Gott ein ganz kindliches Vertrauen haben,  daß wir Ihm alles zutrauen und darauf vertrauen,  daß Er am Ende alles gut machen wird. Machen wir keine halben Sachen,  glauben und dienen wir Ihm ganz.

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Mariä Aufnahme

Mariä Aufnahme
Melodie: Wie freue ich der Botschaft mich (GL 705, Berliner Anhang)

Nach Erdenleben aufgeblüht, erhoben in das Licht,
Entschlafung, sanfter Übergang, das Leben endet nicht:
Die einst Sein Tabernakel war, die Ihn in Bethlehem gebar,
Hebt nun der Sohn aus dieser Zeit hinauf in Seine Ewigkeit.

Bewahrt vor Sünde und vor Schuld, und auch im Tod bewahrt,
Durch den, der aus dem Grab erstand, bleibt dir das Grab erspart.
Du hast als Gotteskind vertraut, du Gottesmutter, Gottes Braut,
Die der Lebendige erhob: Maria, Ihm und dir sei Lob.

© Claudia Sperlich

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St. Teresa Benedicta a Cruce

Melodie: Gott wohnt in einem Lichte

Die suchen nach der Wahrheit,
Die suchen Gott allein,
Und Seines Lichtes Klarheit
Wird bald schon um sie sein.
Den Geist kann nur erkunden,
Wer Gott im Herzen hat.
Im Glauben sind verbunden
Erkenntnis, Liebe, Tat.

Es darf das Land nicht schweigen
Vor Lüge und vor Mord.
Die Kirche muß es zeigen:
Sie steht zu Jesu Wort!
Sie muß Verfolgten reichen
Die feste Helferhand.
Dann wird das Böse weichen
Vor Liebe und Verstand.

Ein Leidensweg voll Lieben,
Ein Liebesweg voll Leid
Ist schon für mich beschrieben –
Mein Gott, ich bin bereit!
Ich brauche nicht zu sorgen,
Mein Gott verläßt mich nicht.
Im Kreuz liegt schon verborgen
Der Weg zum Himmelslicht.

© Claudia Sperlich

Das Lied besteht aus abgewandelten Zitaten der Hl. Teresa Benedicta a Cruce, besser bekannt als Edith Stein.

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Verklärung des Herrn

Melodie: Aus meines Herzens Grunde

Mit Moses und Elias
Auf Bergeshöhen stand
Der Christus, der Messias,
Des Vaters Mund und Hand.
Sie haben den erkannt,
Der das Gesetz erfüllte,
Und Gott der Vater hüllte
Ihn in ein Lichtgewand.

Die Welt läßt sich betören
Durch alle Zeiten schon,
So kann sie viel zerstören –
Doch nicht den Gottessohn.
Sein freundliches Gebot,
Einander nur zu lieben,
Ist immer wahr geblieben
Und stärker als der Tod.

Ich will Dir Hütten bauen
In meiner Seele Raum,
Aus Liebe und Vertrauen,
Aus Laub vom Lebensbaum.
Mein Jesus, sei bei mir
Und lass bei Dir mich leben.
Ich will Dir alles geben,
Was ich bekam von Dir.

© Claudia Sperlich

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Ignatius von Loyola

Ein Adliger, dreißig Jahre alt und bis vor kurzem ein tüchtiger Soldat mit Chancen auf eine Karriere als Offizier,  liegt schwer verwundet im Krankenhaus. Sein Bein ist in einem Zustand,  daß er seine Berufspläne begraben muss. Und statt den von ihm geliebten Ritterromanzen bekommt er Heiligenlegenden und eine Lebensbeschreibung Christi in die Hand.

Er liest,  zunächst vielleicht nur, um sich abzulenken,  dann mit wachsender Begeisterung.  Er überdenkt sein Leben.  Page, begabter Tänzer, keinem Flirt abgeneigt, Soldat… Das kann doch nicht alles sein, denkt er. Da fehlt etwas, fehlt jemand, fehlt der eine Herr, dem er sich ganz widmen will.

Das Senfkorn des Glaubens schlägt in ihm Wurzel.  Während der Rekonvaleszenz in einem Kloster legt er eine Lebensbeichte ab, dem Vernehmen nach drei Tage lang.

Wieder genesen,  verlässt er das Kloster als Bettler und Pilger.  Seine Waffen hat er vor den Altar gelegt.

Nach einer Zeit der einsamen Pilgerschaft und Besinnung studiert er Theologie.  Mit sechs Kommilitonen  gründet er eine zölibatäre Gemeinschaft,  die Gesellschaft Jesu. Das Senfkorn ist zum Baum  geworden, der Sauerteig wird zum stärkenden  Brot. Ignatius von Loyola zeigt uns, daß man besser hinkend Jesus folgt als auf gesunden Beinen gedankenlos die Karriereleiter erklimmt.

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