Mein 2015

Allem in diesem Jahr in der Welt begangenen und erlittenen Grauen zum Trotz, bei allen im Verhältnis dazu harmlosen Schwierigkeiten in meinem Leben, kann ich sagen: Für mich war 2015 ein gutes Jahr!

Meine Suche nach Erwerbsarbeit war zwar wieder einmal erfolglos. Aber ich durfte einigen Menschen helfen und selbst viel Hilfe erfahren von vielen guten Freunden. Vor allem wurde mir klar, daß es eine Menge Menschen gibt, die mir wohlwollen.

Im Frühjahr konnte ich meinen Gedichtband Lass mich bekennen Deine Mandelblüte herausbringen und im Dezember endlich die fiktive Biographie des Archipoeta, samt meinen Übertragungen seiner Gedichte. Finanzieller Erfolg ist nicht völlig ausgeschlossen. Daß bereits ein Exemplar gestohlen wurde, versuche ich als beginnenden Ruhm zu deuten.

Ich konnte mehrere Vorträge vor interessiertem Publikum halten – über Thomas von Aquin, über Hildegard von Bingen, über Jeanne d’Arc, über das Dogma der Unbefleckten Empfängnis. Die Recherchen über Thomas von Aquin und über die Immaculata waren sehr spannend und lehrreich für mich.

Beim Marsch für das Leben war ich als Ordnerin eingesetzt und möchte diese Aufgabe gern im nächsten Jahr wieder übernehmen.

Ein besonders schönes Erlebnis war das Bloggertreffen in Essen – ein konstruktives und freundschaftliches Treffen von Blogoezesanen, in dessen Folge ich mein altes Blog aufgab und dies hier begann.

Erschreckend ist die Feindseligkeit, die auch in Deutschland den Christen entgegengeschleudert wird. Daß der Marsch für das Leben heftig angegriffen wurde, war für mich nicht einmal das Schlimmste – damit hatte ich gerechnet. Daß Bloggerkollegen existenziell bedroht werden, macht mich sehr betroffen. Auch sonst wird das Klima rauher für Christen – auch wenn man in Deutschland noch Christ sein darf und es hier weiterhin gesetzlich verboten ist, uns zu köpfen.

Trotz dieser Schatten und über alle freundlichen Begegnungen hinaus durfte ich in diesem Jahr Gottes Gnade und Liebe in besonderer Weise erfahren. Die Kirche nimmt immer mehr Raum ein in meinem Leben, und ich bin glücklich darüber.

Ich gehe zuversichtlich einem neuen Jahr entgegen. Ich werde wieder Bücher veröffentlichen. Und ich werde weiter lesen, dichten, übersetzen, beten, die Sakramente empfangen und versuchen, christlich zu leben. Vor allem werde ich weiter auf die Wiederkunft des Herrn hoffen und sie jederzeit für möglich halten.

Außerdem werde ich weiter Eichhörnchen füttern. Und photographieren.

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Hörnchenfilm

Das Eichhörnchen mag entweder Sonnenblumenkerne noch lieber als Erdnüsse, oder es ist heute ganz besonders hungrig – jedenfalls ließ es sich nicht stören.

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Ein unbewiesenes Massaker

Heute gedenkt die Kirche mit dem Tag der Unschuldigen Kinder der Opfer eines unter Herodes verübten Massakers.

Die Opferzahl wird bei Matthäus nicht genannt; sie wurde mit symbolischen Zahlen (Rekord: 144.000 – in hebräischer Tradition die Chiffre für Unendlich) im Laufe der Zeit über jedes mögliche Maß überhöht. Man geht heute angesichts der Größe und angenommenen Einwohnerzahl Bethlehems und der Nachbarorte von etwa fünfzig Kindern aus.

Sagen wir: Fünfzig. Fünfzig Kinder, die ältesten etwa zweijährig, von römischen Soldaten massakriert. Wenn so etwas heute z.B. in Nigeria geschieht, melden einige Zeitungen es auf der zweiten oder dritten Seite. Immerhin. Wenn es, wie manche behaupten, nur ein rundes Dutzend war, würde die Presse schweigen. Wenn es hunderte sind in Nordkorea, merkt es keiner.

Heute wird gerne behauptet, der Bethlehemitische Kindermord habe gar nicht stattgefunden. Das wird daraus geschlossen, daß es außer bei Matthäus keine Nachrichten darüber gibt. Der als sehr genau bekannte jüdische Historiker Josephus sagt nichts darüber.

Und das ist nun wahrlich kein Grund und auch keine wissenschaftlich redliche Methode, auf die Nichtexistenz dieses Verbrechens zu schließen.

Herodes starb 4 v.Chr. – einer von vielen Hinweisen darauf, daß die Geburt Christi traditionell einige Jahre später angesetzt wird, als sie tatsächlich geschah. Kein Grund zur Sorge – und vor allem kein Grund, die Bibel umzuschreiben oder das Christentum für falsch zu halten. Herodes konnte von der Geburt des Messias auf genau dem beschriebenen Wege – durch reisende Gelehrte – erfahren haben.

Der Kindermord in einem aus römischer Sicht unbedeutenden Provinzkaff ist nur bei Matthäus erwähnt – aber Herodes ist der Geschichtsschreibung gut bekannt. Er ließ den mutmaßlichen Mörder seines Vaters nicht in einem Prozess verurteilen, sondern durch einen Killer beseitigen. Seine Frau verstieß er zugunsten seiner Schwägerin Mariamne, die er später umbringen ließ. Seinen 16jährigen Schwager machte er auf Bitten eben dieser Frau zum Hohepriester, um ihn dann nach dessen erster Amtshandlung in einem Schwimmbecken ertränken zu lassen. Mariamnes beide Söhne ließ er wegen Hochverrats hinrichten. Seine insgesamt etwa sieben Ehen lassen nicht auf einen besonders beziehungsfähigen Menschen schließen.

Sein an nordkoreanische Gepflogenheiten erinnernder Plan, angesehene, zu diesem Zweck gefangene jüdische Männer sofort nach seinem Tod hinrichten zu lassen, „damit die Juden bei seinem Tod weinten“, gelang nicht; die Männer wurden befreit.

Herodes leistete während einer Hungersnot großzügige humanitäre Hilfe. Zudem sorgte er durch finanzielle Zuwendungen für den Erhalt der Olympischen Spiele. Brot und Spiele, ja.

Ist es nicht denkbar, daß dieser Mensch mal eben, so nebenbei, die Kinder einer kleineren Ortschaft abschlachten ließ? Auch ohne daß die römische Welt das besonders zur Kenntnis nahm? Vielleicht sagte man in der High Society Roms etwa dies:

Haben Sie gehört, das mit Herodes? – Nein, was denn jetzt wieder? – Er soll da in so einem Nest, Belle… öh, Bessel… ach, ich kann mir diese komischen Ortsnamen nicht merken… also, da sollen Kinder totgeschlagen worden sein auf seinen Befehl. – Juppiter! Wie schrecklich! Kinder!!! Reichen Sie mir bitte die Wachteln?

Josephus kann, bei all seiner Gewissenhaftigkeit, dies Geschehen (das zu seiner Zeit bereits mehrere Jahrzehnte her war) durchaus übersehen haben.

Ich gehe davon aus, daß damals Kinder aus Machtgier und Angst um den Thron ermordet wurden. Zum einen halte ich Matthäus für einen vertrauenswürdigen Zeugen. Zum andern ist es Herodes zuzutrauen, dergleichen befohlen zu haben, und der Welt ist zuzutrauen, dergleichen nicht merken zu wollen.

Man merkt dergleichen ja auch heute nicht so gerne. Obwohl es geschieht.

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Scrooge, das Weihnachtsfest und der Grund desselben

In diesen Tagen wird Charles Dickens‘ Novelle A Christmas Carol / Ein Weihnachtslied tausendfach gelesen, in zahlreichen werktreuen und modernisierten Verfilmungen und Bühnenadaptionen angeschaut; es ist ein Inbegriff des Geistes der Weihnacht (und die drei Geister der Weihnacht kommen auch vor).

So hübsch und rührend die Geschichte ist, sie hat mit Weihnachten meiner Ansicht nach nichts zu tun. Scrooge bekehrt sich zu moralischen Grundsätzen und zum fröhlichen Feiern, zu sonst gar nichts.

Zunächst etwas zur Worthäufigkeit:

Christmas/Weihnacht bzw. Christfest kommt in der Geschichte 92 mal vor.

Christian/christlich 3 mal, in der Übersetzung 2 mal
– C. cheer of mind/christliche Herzensfreude
– C. spirit/christliche Gesinnung
– C. name/Vorname

God/Gott im Original 10 mal
– in redensartlichen Wendungen und Grußformeln 9 mal: G. save you, G. bless it [Christmas], G. bless you/us, G. forbid, G. bless my soul, G. love it, Oh G., G. knows – Gott schütze dich, Gott segne die Weihnacht, Gott segne dich/uns, Gott behüte, oh Gott, weiß Gott
– in einem deutlich spirituellen Sinn nur in „Spirit of Tiny Tim, thy childish essence was from God!“ / „Seele Tiny Tims, du warst ein Hauch von Gott.“

angel/Engel 3 mal
– im eigentlichen, religiösen Sinn nur in der Beschreibung von biblischen Bildern auf Ofenkacheln
– in der Beschreibung der zwei dämonischen Kinder: „Where angels might have sat enthroned, devils lurked“, „Wo Engel hätten thronen können, lauerten Teufel“,
– Ausruf des bekehrten Scrooge: „I am as light as a feather, I am as happy as an angel, I am as merry as a schoolboy.“, „Ich bin leicht wie eine Feder, selig wie ein Engel, vergnügt wie ein Schulknabe.“

Die Wörter Jesus, Maria, Joseph, heilig, Geburt, Hirten kommen gar nicht vor.

Weihnachten wird ausschweifig beschrieben als ein fröhliches Fest, ein Fest der Nächstenliebe, Milde, Freigebigkeit, der Familie und Freundschaft sowie des guten Essens. Die Weihnachtsgeschichte wird in keiner Weise erwähnt (nicht einmal als Bild auf den Ofenkacheln).

Der behinderte Junge, Tiny Tim, macht als einziger ernstzunehmende christliche Aussagen, sein Wunsch „Gott segne einen jeden von uns“ ist auf keinen Fall nur so dahingesagt. Seine Aussage, es könne den Leuten in der Kirche gefallen, ihn zu sehen, weil er an Den erinnere, der Blinde sehen und Lahme gehen ließ, hat als einziger Satz in der Novelle einen klaren biblischen Bezug (allerdings keinen ausdrücklich weihnachtlichen). Jedoch macht der kindlich ernste, fromme Tiny Tim die Geschichte nicht viel weihnachtlicher, er wird als Kontrast zu Scrooge eben gebraucht.

Die Erzählung ruft zum rechten Handeln und zur großzügigen Freude auf. Aber das tun auch die Humanisten. Feindesliebe wird zwar Scrooge entgegengebracht, den raffgierigen Fledderern in der letzten Vision jedoch nicht. Die Christgeburt wird nicht erwähnt.

Dickens‘ Weihnachtslied ist gar kein Weihnachtslied.

Ich habe mir zwar eine hübsche Verfilmung angeschaut. Aber mit Charles Dickens will ich nicht Weihnachten feiern.

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Zweiter Weihnachtstag, erster Märtyrer

Stephanus
Melodie: O Licht der wunderbaren Nacht

Ein Diener der Gerechtigkeit,
Der Armen gab ihr Eigen,
War er in Wort und Tat bereit,
Das Liebeswerk zu zeigen,
Das Jesus an der Welt vollbracht.
Gott hat zum Boten ihn gemacht
Der Wahrheit und der Liebe.

Vom Geist der Wahrheit brannte er,
Zu lehren und zu dienen,
Und ohne Furcht bekannte er:
Der Herr ist uns erschienen –
Messias, Christus, Menschensohn,
Der Auferstandne auf dem Thron,
Der Ewige Gerechte.

Wer wie ein Engel rein und echt
Des Herren Wort verkündet,
Wer furchtlos, wahrhaft und gerecht
Den Glauben klar begründet,
Wer treu bleibt auch in Todesleid
Und seinen Gegnern gern verzeiht,
Der sieht den Himmel offen.

© Claudia Sperlich

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Frohe Weihnachten!

Allen Lesern  wünsche ich ein frohes, friedvolles, gnadenreiches Weihnachtsfest!

Christfest

Mein Heiland! Dieses alte frohe Fest,
mir lieb in glaubensfernen Kindertagen –
Familienfest mit Gaben und Gelagen,
so lieblich noch als unverstandner Rest!

Du kamst im Morgenlicht, um mir zu sagen:
Du Heiland schirmtest damals schon mein Nest,
Du Wurzel Jesse, die mich grünen lässt,
Du trägst mich, ich darf Dich im Herzen tragen.

Zuweilen hätt ich gern dies Fest gemieden
und fand es peinlich, kitschig und verlogen,
so süßlich bürgerlich zurechtgebogen.

Heut lass ich weihnachtliche Üppigkeiten
zu Freude und zu Großmut mich verleiten.
Mein Heiland kommt mit Fülle und mit Frieden.

© Claudia Sperlich

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Schöne Bescherung!

Eigentlich wollte ich ja keinen Weihnachtsbaum, sondern nur den Adventskranz zum Weihnachtsschmuck aufputzen.
Gabentisch

Aber dann hatten alle einen, und da wollte ich dann doch. Bitte schön!
Weihnachtsbaum

Viele liebe Menschen haben mir geschrieben, meine Poetenkasse wurde aufgebessert, und dann bekam ich noch weitere Geschenke. In dem Paket war noch ein kleineres Päckchen…
Gabentisch

… und darin, nebst lieber Karte, die ultimative Tasse für Eichhörnchenfreaks, und darin wieder eine meiner Lieblings-Bonbonsorten! Tausend Dank, liebe Heike!
Gabentisch - Tasse mit Eichhörnchen

Und der Pfarrer hat mir ein Buch geschenkt – Adrienne von Speyr kannte ich noch gar nicht, und das Thema, Die Welt des Gebetes, ist ja nun wahrlich groß.
Die Welt des Gebetes

Was für schöne Gaben!

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Blick vom Fernsehturm

Die Wellenwindwanderin hatte mich mit zwei anderen Frauen zu sehr feudalem Frühstück geladen. Herzlichen Dank!

Und nicht nur war das ein sehr netter Weiberzirkel mit leckerem Essen – der Blick ist ganz außerordentlich!

Blick vom FernsehturmBlick vom Fernsehturm
Tempelhofer FeldBlick vom Fernsehturm
Blick vom Fernsehturm - Berliner DomBlick vom Fernsehturm
Blick vom FernsehturmBlick vom Fernsehturm
Blick vom FernsehturmBlick vom Fernsehturm

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Vierundzwanzigste Tür

Gustav Schüler
Daß sich doch die Liebe mehre

Daß sich doch die Liebe mehre!
Leides wird es immer mehr.
Liebe, rüste deine Heere,
Feinde stehen dicht umher!

Endlich muß die Liebe siegen,
Endlich! – Sei dies „Endlich“ heut!
Daß auf alle Himmelsstiegen
Sich ein mächtig Leuchten streut.

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Feiern – aber richtig!

Morgen Mittag wird alles für den Heiligen Abend und das Weihnachtsfest vorbereitet sein. Das heißt: Was dann noch nicht vorbereitet ist, war nicht für das Weihnachtsfest gedacht.
Die adventliche Vorbereitungszeit (und damit meine ich nicht Einkaufen und Geschenke basteln) habe ich genutzt, hätte sie besser nutzen können. Mein Vorhaben, im Advent zu fasten, gelang nicht gut. Gottes Gnade habe ich trotzdem erfahren – sie hängt nicht von unserm Tun und Lassen ab, sonst wär’s ja keine.

Zwei Gabenbringer

Der Weihnachtsmann kommt zu den braven Kindern
Aus einem kalten unbewohnten Land.
Fürs Bravsein gibt es einen Sack voll Tand,
Sofern nicht Streit und Mangel das verhindern.

Er tut, als ob er schenkt, doch seine Hand
Tauscht Krempel gegen Bravheit, aber lindern
Wird er die Not nicht und die Gier nicht mindern.
Die Gaben sind so wertlos wie der Sand.

Doch einer kommt, der fragt nicht: Warst du brav?
Der gibt das Beste, Schönste uns im Schlaf,
Der gibt die Liebe, die uns ewig hält.

Wer da noch angepaßt sein will und kann?
Zu braven Kindern kommt der Weihnachtsmann.
Zu Sündern aber kommt das Licht der Welt.

© Claudia Sperlich

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