Das Dreikönigstreffen der Blogœzesanen ist schon einige Tage her, nun endlich sind auch die Photos sichtbar.
Schön war das!
Kormorane unter der Rheinbrücke

das Weltjugendtagsdenkmal von Bert Gerresheim

Das Dreikönigstreffen der Blogœzesanen ist schon einige Tage her, nun endlich sind auch die Photos sichtbar.
Schön war das!
Kormorane unter der Rheinbrücke

das Weltjugendtagsdenkmal von Bert Gerresheim

Epiphanias, Erscheinung des Herrn, wird heute in der katholischen Kirche gefeiert. Dreikönigstag heißt der Tag im Volksmund, nach den zu Königen umgedeuteten Weisen, die den neugeborenen Jesus verehrten.
Rainer Maria Rilke
Legende
Einst als am Saum der Wüsten sich
auftat die Hand des Herrn
wie eine Frucht, die sommerlich
verkündet ihren Kern,
da war ein Wunder: Fern
erkannten und begrüßten sich
drei Könige und ein Stern.
Drei Könige von Unterwegs
und der Stern Überall,
die zogen alle (überlegs!)
so rechts ein Rex und links ein Rex
zu einem stillen Stall.
Was brachten die nicht alles mit
zum Stall von Bethlehem!
Weithin erklirrte jeder Schritt,
und der auf einem Rappen ritt,
saß samten und bequem.
Und der zu seiner Rechten ging,
der war ein goldner Mann,
und der zu seiner Linken fing
mit Schwung und Schwing
und Klang und Kling
aus einem runden Silberding,
das wiegend und in Ringen hing,
ganz blau zu rauchen an.
Da lachte der Stern Überall
so seltsam über sie,
und lief voraus und stand am Stall
und sagte zu Marie:
Da bring ich eine Wanderschaft
aus vieler Fremde her.
Drei Könige mit magenkraft,
von Gold und Topas schwer
und dunkel, tumb und heidenhaft, –
erschrick mir nicht zu sehr.
Sie haben alle drei zuhaus
zwölf Töchter, keinen Sohn,
so bitten sie sich deinen aus
als Sonne ihres Himmelblaus
und Trost für ihren Thron.
Doch mußt du nicht gleich glauben: bloß
ein Funkelfürst und Heidenscheich
sei deines Sohnes Los.
Bedenk, der Weg ist groß.
Sie wandern lange, Hirten gleich,
inzwischen fällt ihr reifes Reich
weiß Gott wem in den Schooß.
Und während hier, wie Westwind warm,
der Ochs ihr Ohr umschnaubt,
sind sie vielleicht schon alle arm
und so wie ohne Haupt.
Drum mach mit deinem Lächeln licht
die Wirrnis, die sie sind,
und wende du dein Angesicht
nach Aufgang und dein Kind;
dort liegt in blauen Linien,
was jeder dir verließ:
Smaragda und Rubinien
und die Tale von Türkis.
Das Mittelalter (von dem nicht einmal Mediävisten sich einig sind, wie lange es dauerte; je nach Berechnung sind es bis zu sechshundert Jahre mehr oder weniger) wird gerne als eine Zeit der brutalen Unterdrückung der Frauen angesehen. Frauen, so hört man immer wieder, durften im Mittelalter gar nichts, sich nicht bilden, nichts selbst entscheiden, kein Eigentum haben, nicht ihre Meinung sagen.
Zum Beispiel Katharina von Siena und Hildegard von Bingen, beide zu Lebzeiten von der Männerwelt hoch geehrt, gingen ihren Weg unbeirrt, in radikaler Nachfolge Christi, ohne sich um spießige Vorbehalte und elterliche Verbote zu kümmern.
Gut, das waren nur zwei, und sie stammten aus gutsituierten Familien. Natürlich hatten unzählige Frauen, die nicht in selbstgewählter Armut, sondern in existenzieller Not lebten, keine andere Wahl als genauso zu schuften wie ihre Männer, und waren ebenso rechtlos wie diese. In unseren modernen Zeiten können Familien ihre Kinder – weniger als damals – leicht ernähren und ihnen zu Bildung verhelfen, wenn nur ein Ehepartner arbeitet… oder? Zahlreiche Eltern müssen ihre Kinder deshalb schon sehr früh und sehr lange in Kindertagesstätten geben, weil beide arbeiten müssen, um die Kinder mit mehr als Nahrung und Kleidung zu versorgen. Um „Selbstverwirklichung“ geht es dabei nur in den gehobenen Schichten, andere Leute arbeiten, um über die Runden zu kommen. Kassenfrau im Großmarkt wird kaum jemand aus Gründen der Emanzipation. Also – die Sache mit der großen Freiheit der heutigen Frau ist noch unbewiesen.
Im ritterlichen Stand tradierten Frauen die Bildung. Die Männer waren mit anderen Dingen beschäftigt, sicherten echte und vermeintliche Rechte, zogen in Kriege und kleinere Fehden, lenkten wichtige und weniger wichtige Geschäfte nach außen hin. Alphabetisierte Ritter waren selten – so selten, daß Hartmann von der Aue sein berühmtestes Werk mit der Bemerkung beginnt, er sei ein Ritter, der sogar lesen könne.
Ja schon, aber Frauen durften doch nicht an die Universität! – Universitäten kamen im 11. Jh. auf, da war das Mittelalter schon eine Weile im Gange. In der Tat waren sie Frauen verschlossen. Heute sind unter den Dozenten und Professoren etwa drei Viertel Männer – ein wahrer Fortschritt gegenüber Zeiten, in denen die meisten Männer nicht schreiben und lesen konnten.
Die wissenschaftliche Welt war in der Tat vorwiegend eine Männerwelt, wenn man mal absieht von
Lioba von Tauberbischofsheim (700/710-782), Äbtissin, wegen ihrer Bildung von Bonifatius als Mitarbeiterin in der Mission eingesetzt;
Adelheid von Burgund (931-999), Kaiserin, Regentin, Klostergründerin,
Roswitha von Gandersheim, (938- nach 974)Dichterin;
Mathilde von Tuszien (1046-1115, Stifterin und Unterstützerin mehrerer Klöster;
Heloisa (1095-1164), Äbtissin und Klostergründerin;
Hildegard von Bingen (1098-1178), Äbtissin, Klostergründerin, Mystikerin, Visionärin, Universalgelehrte, Kirchenlehrerin;
Herrad von Landsberg (1125-1195), Äbtissin, Schriftstellerin;
Marie de Champagne (1145-1198), Literaturmäzenin;
Eleonore von Aquitanien (1122-1204), Regentin, Kreuzfahrerin;
Katharina von Siena (1347-1380), Ordensfrau, Mystikerin, Visionärin, Kirchenlehrerin;
Marie de France (1135-1200), Dichterin;
Christine de Pizan (1364-nach 1429), Schriftstellerin und Philosophin –
die Liste ist unvollständig.
Die Klöster waren Bildungsorte, und zwar nicht nur für Mönche und Nonnen. Viele Kinder – auch Mädchen – wurden in Klöstern erzogen, und keineswegs alle wurden Ordensleute.
Es war für Männer und Frauen gleichermaßen schwierig, aus dem Stand, in dem sie geboren waren, auszubrechen. Heute ist das natürlich viel einfacher, die Kinder einfacher Arbeiter, die eine Universitäts- oder Geschäftskarriere machen, sind Legion… oder? Nein, wohl doch nicht.
Ein Wahlrecht der Frau gab es im Mittelalter nicht. Allerdings gab es auch kein Wahlrecht des Mannes, das kann man also nicht als spezifische Form der Unterdrückung von Frauen werten.
Und die Hexen? Zum einen war die Neuzeit, nicht das Mittelalter, die wüsteste Zeit der Hexenverfolgungen. Zum anderen fiele diesen etwa gleich viel Männer wie Frauen zum Opfer.
Ja, aber die Neuzeit! Die Revolution! Die Menschen- und besonders die Frauenrechte!
Ach ja? Fragen wir doch eine Frau der Neuzeit, die ihre Klugheit und ihr Engagement für Frauenrechte mit dem Leben bezahlte.
O Frauen! Frauen, wann legt ihr eure Blindheit ab? Was für Vorteile habt ihr durch die Revolution erhalten? Eine stärkeres Mißtrauen, eine deutlichere Verachtung.
Zum Jahresbeginn habe ich ein wenig Ordnung auf der Festplatte geschafft und dabei ein schon älteres Projekt für eine Erzählung sowie meine Fassung zweier antiker Sagen vorgekramt – und beschlossen, die Erzählung fertigzuschreiben und aus dem Sagenstoff ein Buch zu machen.
Man macht ja sonst nichts, so als Autor.
Außer proben für eine Lesereise nach Dinslaken nächste Woche. Oder für eine Radiosendung Ende des Monats.
Ab und zu ein Gedicht schreiben.
Und dann natürlich noch so banale Dinge wie Kochen und Putzen und ein bißchen für die eigene Arbeit werben.
Zum Glück ist das Jahr ja noch lang und hat sogar einen Schalttag – ich habe Zeit, ich muß sie nur weise nutzen.
Ein Sonett zur letzten Stunde des Jahres, entstanden in der vorletzten Stunde des Jahres.
Wir stehn an eines neuen Jahres Quelle,
Und jeder der noch ungelebten Tage
Erwartet Dich. Komm zu uns, Herr, und trage
Uns über Neujahrs funkelbunte Schwelle.Gib, daß ein jeder Dich zu lieben wage,
Daß keiner mehr in fremden Dienst sich stelle.
Noch flutet diese Welt des Bösen Welle.
Vernichte Du den Urgrund aller Plage.Ich hörte heute frohe alte Kunde:
Du bist das Wort, Du bist uns Fleisch geworden.
Komm in Dein Eigen! Endige das Morden!Komm wieder, Herr – vielleicht in letzter Stunde
Des alten Jahres, komm in Neujahrsfrühe,
Daß endlich überall Dein Licht erblühe.© Claudia Sperlich
Neulich habe ich meinem neuesten Buch Archipoeta ein Weblog erstellt. Ein weiteres Buchblog folgt heute für meinen im vergangenen Frühjahr publizierten Gedichtband Lass mich bekennen Deine Mandelblüte.
Ich freue mich auf Follower und Kommentare. Und natürlich auf Buchkäufer und -leser.
Im Frühjahr 2016 ist übrigens Hymnisches zu erwarten. Und wahrscheinlich noch ein Buchblog.
Allen Nahen, allen Fernen
unter Fix- und Weihnachtssternen,
allen (wie auch immer) Christen,
Juden, Heiden, Atheisten,
allen Fundis, alle Ketzern,
allen Esoterikschwätzern,
allen, die mir Liebes taten,
und die mich um Hilfe baten,
allen, die im letzten Jahre
näher brachten mich der Bahre,
allen Heiligen und Sündern,
Eigenbrötlern und Verkündern,
kurz: den ganzen Menschenscharen,
gleich wie brav, wie bös sie waren,
komm das neue Jahr entgegen
voller Liebe und voll Segen!© Claudia Sperlich
Auf daß jeder sein Nest habe und den Blick zum Himmel nicht verliere,



sein Futter habe und auch am Abgrund den Boden unter den Füßen behalte,

sein Gleichgewicht wahre und klug handle.

Und natürlich wünsche ich allen und auch mir selbst, daß sie nicht nur dies und das benachbarte Weblog des Archipoeta (der ebenfalls seine Neujahrsgrüße darbringt) fleißig lesen, sondern auch meine Bücher kaufen, lesen, empfehlen, rezensieren und verschenken.
Sehr kurzfristig wurde mir eine Lesereise organisiert:
Markt-Matinée am 5. Januar 2016, 11.00 Uhr
Buchvorstellung: Archipoeta – Der Erzdichter
in der
Gelateria Leyla e Anna
Altmarkt 19
46535 Dinslaken
Mittelalterliche Musik: Thomas Baumann
Allem in diesem Jahr in der Welt begangenen und erlittenen Grauen zum Trotz, bei allen im Verhältnis dazu harmlosen Schwierigkeiten in meinem Leben, kann ich sagen: Für mich war 2015 ein gutes Jahr!
Meine Suche nach Erwerbsarbeit war zwar wieder einmal erfolglos. Aber ich durfte einigen Menschen helfen und selbst viel Hilfe erfahren von vielen guten Freunden. Vor allem wurde mir klar, daß es eine Menge Menschen gibt, die mir wohlwollen.
Im Frühjahr konnte ich meinen Gedichtband Lass mich bekennen Deine Mandelblüte herausbringen und im Dezember endlich die fiktive Biographie des Archipoeta, samt meinen Übertragungen seiner Gedichte. Finanzieller Erfolg ist nicht völlig ausgeschlossen. Daß bereits ein Exemplar gestohlen wurde, versuche ich als beginnenden Ruhm zu deuten.
Ich konnte mehrere Vorträge vor interessiertem Publikum halten – über Thomas von Aquin, über Hildegard von Bingen, über Jeanne d’Arc, über das Dogma der Unbefleckten Empfängnis. Die Recherchen über Thomas von Aquin und über die Immaculata waren sehr spannend und lehrreich für mich.
Beim Marsch für das Leben war ich als Ordnerin eingesetzt und möchte diese Aufgabe gern im nächsten Jahr wieder übernehmen.
Ein besonders schönes Erlebnis war das Bloggertreffen in Essen – ein konstruktives und freundschaftliches Treffen von Blogoezesanen, in dessen Folge ich mein altes Blog aufgab und dies hier begann.
Erschreckend ist die Feindseligkeit, die auch in Deutschland den Christen entgegengeschleudert wird. Daß der Marsch für das Leben heftig angegriffen wurde, war für mich nicht einmal das Schlimmste – damit hatte ich gerechnet. Daß Bloggerkollegen existenziell bedroht werden, macht mich sehr betroffen. Auch sonst wird das Klima rauher für Christen – auch wenn man in Deutschland noch Christ sein darf und es hier weiterhin gesetzlich verboten ist, uns zu köpfen.
Trotz dieser Schatten und über alle freundlichen Begegnungen hinaus durfte ich in diesem Jahr Gottes Gnade und Liebe in besonderer Weise erfahren. Die Kirche nimmt immer mehr Raum ein in meinem Leben, und ich bin glücklich darüber.
Ich gehe zuversichtlich einem neuen Jahr entgegen. Ich werde wieder Bücher veröffentlichen. Und ich werde weiter lesen, dichten, übersetzen, beten, die Sakramente empfangen und versuchen, christlich zu leben. Vor allem werde ich weiter auf die Wiederkunft des Herrn hoffen und sie jederzeit für möglich halten.
Außerdem werde ich weiter Eichhörnchen füttern. Und photographieren.
Das Eichhörnchen mag entweder Sonnenblumenkerne noch lieber als Erdnüsse, oder es ist heute ganz besonders hungrig – jedenfalls ließ es sich nicht stören.