Hörnchen mit Häuschen

Nach verschiedenen Versuchen, eine hörnchengeeignete Futterstation hier anzubringen, ist es nun dieses Häuschen. Angeblich so klein, daß die dreisten Ringeltauben es nicht akzeptieren, das stimmt aber nicht ganz. Immerhin mache ich es ihnen damit schwer.

Bald gibt es hoffentlich wieder Bilder ohne störende Fensterscheibe, aber jetzt war es noch zu kühl.

Eichhörnchen
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Die Befreier – frisch rezensiert!

Und wie! Ich bin gerade sehr dankbar und sehr glücklich.
Guckt einfach hier, dann wißt Ihr, warum.

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Die Befreier kommen!

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Mein neues Buch ist auf dem Markt!

Die Befreier. 13 Geschichten von Verwandten, Nachbarn und anderen Dämonen. 108 Seiten, tredition 2017

Paperback 7,99 € – ISBN 978-3-7345-8121-2
Hardcover 14,99 € – ISBN 978-3-7345-8122-9
e-book 2,99 € – ISBN 978-3-7345-8123-6

Man kann es bestellen:

Bei mir (Versandgebühr 2,00 €) – ich bekomme in Kürze meine Autorenexemplare, 5 Hardcover und 35 Paperback, und auf Wunsch gibt es Signatur und Widmung.
Bei tredition – erfahrungsgemäß geht das problemlos und schnell.
In jedem Buchladen – zum Beispiel in der Buchhandlung Schwericke, Schwericke versendet genauso gut und schnell wie die Amazonen, ist aber ein richtiger reeller Berliner Buchhändler.
Bei amazon – wenn es denn unbedingt sein muß!

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Was am Katholizismus so klasse ist : Die Beichte!

Da nicht nur in Berlin viele Menschen befremdet reagieren, wenn man sich als Katholik outet, will ich auf diesem Weblog in ganz persönlicher Weise – ohne Anspruch auf dogmatische Vollständigkeit und in der Reihenfolge, wie es mir gerade einfällt – einige „typisch katholische“ Inhalte vorstellen.

Über die Beichte habe ich schon einmal auf kath.net geschrieben. Jetzt gerade komme ich von der Beichte. Da war diesmal nichts Dramatisches, keine Felsenlast (aber immerhin ein mittlerer Sandsack) meinerseits. Die Wartezeit vor dem Beichtstuhl gefüllt mit Gebet um Erkenntnis und Führung. Das Gebet des Priesters, mein Schuldbekenntnis, einige hilfreiche Worte des Priesters und die Lossprechung. Zur Beichte ein Gebet, das ich noch nicht kannte, das ich hilfreich finde.

Dann leichten Herzens ganz normal einkaufen, dabei fertigbringen, auf Süßkram zu verzichten, und nach Hause fahren.

Und plötzlich, noch in der U-Bahn, trifft mich mit aller Wucht der Gedanke: Ich bin freigesprochen! Ich bin mit Gott versöhnt! Und: Gott liebt mich, vor- und nachher gleich, nämlich unendlich, wie jeden einzelnen Menschen, aber jetzt steht nichts zwischen Seiner Liebe und mir. Eine halbe Stunde vorher stand da noch eine schmuddelige Wand aus Sünde, die Er zwar mit Leichtigkeit durchschaute, ich aber nicht. Jetzt ist da nichts mehr, Er hat diese Wand weggerissen, ohne Lärm und Staub, nur durch die priesterlichen Worte „So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.

Ich strahle über das ganze Gesicht, bin so randvoll Freude, daß ich am liebsten durch die U-Bahn rufen würde: Jesus lebt, Halleluja! (Ich lasse es doch lieber.) Auf dem letzten Stück Weges fällt mir auf, daß jemand ein verlorenes Babymützchen ordentlich auf eine Hecke gelegt hat, damit es unbeschadet wiedergefunden werden kann. Und daß die Sonne ganz außergewöhnlich schön durch das Kastanienlaub scheint.

Das Sakrament der Versöhnung ist einfach grandios. Wie alle Sakramente. Wie die ganze, heilige, katholische und apostolische Kirche. Yeah.

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Martin Recke über den Kulturkatholizismus. Eine Antwort

Martin Recke schreibt auf Commentarium sehr Bedenkenswertes zum Kulturkatholizismus, dieser im Westen übergroßen Form eines Katholizismus, der sich als kulturelles Ereignis und schöne Tradition versteht, aber weitgehend ohne Wissen um Glaubensinhalte auskommen will, zum Teil auch fast völlig ohne Glauben.

Das ist erschreckend, auch wenn es nicht neu ist. Martin Recke sieht eine radikale Umkehr als einzige Möglichkeit, das Schiff der Kirche nicht scheitern zu lassen. Ich gebe ihm Recht – und habe doch einen Einwand, vielleicht auch nur eine Ergänzung.

Man kann etwas tun gegen die Folklorisierung der Kirche, nämlich katholisch sein, Laut geben und beten. Man kann den Dreieinen Gott und Seine Kirche lieben und ehren, und nochmals: beten.
Man kann vertrauen auf Jesu Wort: „Wo zwei oder drei [echt jetzt! Nicht zwei- oder dreitausend, sondern zwei oder drei!] in Meinem Namen versammelt sind, da bin Ich in ihrer Mitte.“ (Mt. 18,20)
Und: „Die Mächte der Unterwelt werden die Kirche nicht überwältigen.“ (Mt. 16,18)

Die Zeiten sind hart (übrigens waren sie noch nie anders als hart, Härte ist ein Proprium der Weltzeit), die Kirche ist in einem schlechten Zustand, aber sie ist die Braut Christi, der mystische Leib Christi. Verletzt und geschändet, aber unzerstörbar. Es ist unsere Aufgabe, für die Braut Christi zu beten, und Jesu Zusicherung, daß sie trotz aller Schrecknisse unzerstörbar ist. (Ein Blick auf die Geschichte zeigt: die Kirche hat die Häresien des 4. Jhs. und des Hochmittelalters, die Renaissancepäpste, die Reformation und die Einflüsse der New-Age-Bewegung überstanden.)

Man kann nichts tun, auch nicht für die Kirche, ohne Gottes Gnade. Die aber ist von vielen unbemerkt oder verkannt gerade jetzt gewaltig wirksam. Die Charismatische Erneuerung, jener zuerst als „schwärmerisch“ verschrieene geistliche Aufbruch, der in den 60er Jahren begann, ist in der ganzen katholischen Kirche lebendig, auch wenn die Kulturkatholiken (und manche anderen) ihn nicht recht wahrnehmen. (Ähnliches gilt auch für evangelische Kirchen; hier geht es aber um die katholische.)

Die Charismatische Erneuerung ist keinesfalls eine sektiererische Bewegung weg von der Kirche; wo einzelne Charismatiker diesen Anschein erwecken, sollte man als Katholik freundlich nachhaken, vielleicht geschwisterlich ermahnen, sich aber nicht über Gebühr beunruhigen lassen. Sektierer-Typen gibt es in jedem Ort der christlichen Gemeinde, sogar unter Kulturkatholiken, die mit Feuereifer andere zu überzeugen suchen, die Kirche müsse mit der Zeit gehen. Also – keine Angst vor einzelnen Charismatikern, die irgendwie seltsam sind. Erstens könnte man selbst der Seltsamere sein, zweitens sagt das nichts oder wenig über die gesamte Bewegung.

Ich bin zur Charismatischen Erneuerung gekommen, nachdem mir Gott sehr klar gemacht hatte, daß ich trotz äußerem christlichen Eifer wesentliche Aspekte des Christentums mißachtete. Ich hatte über ein zugleich aufwühlendes und heilsames Erleben mit einem Priester gesprochen, der mich zu einem charismatischen Gottesdienst einlud.

Der erste charismatische Lobpreisgottesdienst war ein ziemlicher Schock für mich, ich fremdelte sehr. Aber was mich damals so abgestoßen hatte, wurde mir erklärt – und zwar in ganz nüchterner, ganz einleuchtender Weise. Ich bin seitdem gerne und mit wachsender Begeisterung bei der monatlich stattfindenden Praystation, einem Lobpreisgottesdienst bei mir in der Nähe. Für Neugierige:

Praystation Berlin
Sonntag, 21. Mai 2017
charismatischer Lobpreisgottesdienst
Kapelle im St. Gertrauden-Krankenhaus
Paretzer Str. 12 (S41/42, U3 Heidelberger Platz)
anschließend immer zusammensitzen, reden usw.
Folgetermine 2017 jeweils So, 15h30: 25.6.; 9.7. danach Sommerpause

Auch die Nightfever-Gottesdienste mit Beichtmöglichkeit, Lobpreis und Eucharistischer Anbetung sind eine Frucht der Charismatischen Erneuerung. Sie werden von jungen Leuten organisiert, und sollte jemand über die unfromme Jugend meckern, lade ich ihn herzlich zum Nightfever ein: da erlebt man eine frohe und klare, dynamische und beständige Frömmigkeit, eine ansteckende Freude in Gott.

Es gibt in der katholischen Kirche Europas wohl mehr Kulturkatholiken als Charismatiker. Auch sind Charismatiker nicht die alleinige Rettung – das wissen sie übrigens, denn Charismatikern ist sehr klar, daß die alleinige Rettung Jesus Christus ist. Jedoch sehe ich diesen nun schon fünfzig Jahre währenden Aufbruch als ein besonderes Geschenk Gottes an Seine Kirche. Da dies Geschenk so gut hält und dabei noch wächst, sollte man sich trotz allem nicht übergroße Sorgen um die Kirche machen.

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Seit zehn Jahren blogge ich!

WordPress machte mich darauf aufmerksam, daß ich heute seit zehn Jahren daselbst registriert bin.

Angefangen hatte ich als Kalliope – die Vorleserin. Mein Blog hat sich mit der Zeit gewandelt. Es gab Zeiten mit täglicher Bloggerei, kleine und größere Pausen, aber Aufhören war nie eine Option.

Auf dem Essener Bloggertreffen 2015 ließ ich mich überzeugen, ein neues Blog mit aussagekräftigem Titel anzulegen. So geschah es; das alte Blog ist nun Archiv, in dem hin und wieder gelesen wird.

Es geht seitdem zwar auch weiterhin um alles Mögliche, aber mein Blog trägt seinen Namen nicht umsonst. Nicht nur mein Blog, auch mein Leben ist katholischer (und damit: besser!) geworden, d.h. ich habe die Kirche noch lieber gewonnen als ich sie ohnehin schon hatte, und ich engagiere mich in ihr auch als Schriftstellerin. Einige Bloggerfreunde durfte ich persönlich kennenlernen, bei anderen hoffe ich noch sehr auf diese Möglichkeit. (Könnte mal jemand Wien ein bißchen näher heranrücken?)

Ich finde das Bloggen nach wie vor spannend, auch wenn ich zur Zeit nicht so viel auf anderen Blogs lese wie einst. Dank an alle wohlwollenden Kommentatoren – und an die anderen Kommentatoren auch, irgendetwas habe ich auch durch sie gelernt.

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Ein neues Buch!

Eben habe ich mein neuestes Buch in den Druck gegeben. Es wird nun überprüft, ob die Beschnittkanten richtig sind und die Schrift lesbar und nicht zu viele Anleitungen zum Bombenbau enthalten, dann wird es zum Druck freigegeben – und dann erscheint es auf dem Markte.

Also, vormerken: Die Befreier. 13 Geschichten von Verwandten, Nachbarn und anderen Dämonen.

Ist ja nicht so, als könnte ich nur Sonette schreiben.

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Ein komischer Heiliger

Ob es im 7. Jh. tatsächlich nahe Arcis einen heiligen Einsiedler und strengen Asketen namens Helenus (andere Schreibweisen: Helynus, Helayim, Helaym) gegeben hat, wissen wir nicht. Sicher ist aber, daß es im 13. Jh. einen Dominikanerbruder namens Vincent de Beauvais gab, der eine Enzyklopädie des mittelalterlichen Wissens in französischer Sprache verfasste, und der von Heleni Existenz überzeugt war.

Soweit sie ihn noch kennt, feiert die Kirche seinen Gedenktag am 4. Mai.

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Bildquelle

Vincent schreibt über jenen Helenus:

Als er lange in der Wüste gelebt hatte, wollte er seine Brüder besuchen und ihnen etwas Fleisch mitbringen. Und da die Last des Fleisches ihn beschwerte, sah er in der Wüste einige Wildesel herumlaufen. Er rief einen zu sich und sagte im Namen unseres Erlösers Jesu Christi: „Einer von euch soll kommen und diese Last tragen“, und einer von ihnen kam und trug es mit ihm zu den anderen Brüdern.

Ein anderes Mal, als er seine Brüder besuchte, bemerkte er, daß sie den sonntäglichen Gottesdienst nicht so feierlich begingen wie sie sollten. Er erfuhr, daß sie keinen Priester hatten, denn der hatte morgens den Fluss überquert, über den nun niemand zurückkehren konnte, wegen eines Krokodils; das ist ein wildes Tier mit vier Beinen, von gelber Farbe, und über dreißig Cubit [ca. sieben Meter] lang. Es ist stark zu Wasser wie zu Lande und ist bewaffnet mit Klauen und großen Zähnen, und seine Haut ist so überaus hart, daß es viele starke Schläge aushält. Und dies Ungetüm lebte inmitten dieses Flusses und tötete alle Menschen, die ihm in den Weg kamen.

Darauf sagte der Greis: „Ich will gehen und den Priester holen.“ Als er nun das Wasser erreichte, sah er das Krokodil unter Wasser auf ihn zukommen. Er stieg auf seinen Rücken und wurde von dem Tier hinübergetragen und erreichte den Priester, den er dann zum Wasser mitnahm, um mit ihm überzusetzen. Und als der Priester ihm sagte, er habe kein Schiff, antwortete er ihm: „Hab keine Angst! Es ist ganz nah.“ Und sogleich rief er mit lauter Stimme das Krokodil und stieg auf seinen Rücken.

Der Priester war nun wahrlich so entsetzt über diesen Anblick, daß er fortlief und auf keinen Fall aufsteigen wollte. Und so wurde der heilige Mann allein hinübergetragen. Und da er von dem Tier abstieg, sagte er zu ihm: „Du solltest besser sterben, als soviel Unheil anrichten!“ Und sogleich starb es.

Et sicomme il descendi de la beste lui dist il te vault mieulz mourir que faire tant de maulz et tantost il morut.

Auch wenn der Illustrator das Krokodil nicht so ganz genau getroffen hat, und auch wenn sich die Geschichte möglicherweise nicht ganz so zugetragen hat – die Beschreibung des Krokodils ist erstaunlich genau.

Auch kräuterkundig soll der Heilige gewesen sein. Die Legende, daß er eine Feuerprobe unverletzt überstanden habe, ist wohl von einem anderen Helenus aus dem 3. Jh. auf ihn übertragen worden.

In den Acta Sactorum der Bollandisten heißt es im Eintrag zum 4. Mai (in meiner Übersetzung):

Es lebte ein heiliger Mann namens Helenus, der von Kindheit an im Dienst des Herrn stand und Ihm mit großer Enthaltsamkeit hingebungsvoll diente. Genährt durch überaus keusche Unterweisungen, erlangte er höchste Verdienste.

Als er noch im Knabenalter im Kloster war, trug er, wenn es nötig wurde, Feuer aus der Nachbarschaft zu erbitten, glühende Kohlen im unversehrten Gewand herbei, worüber alle anwesenden Brüder staunten und wünschten, seinen geistlichen Eifer und sein Leben nachzuahmen.

Als er nun einst allein war an einem einsamen Ort, bekam er Lust, Honig zu essen, und als er sich umwandte, sah er eine an einem Felsen klebende Honigwabe. Da er aber begriff, daß dies ein Betrug des Feindes war, schalt er sich sogleich selbst und sagte: „Geh weg von mir, trügerische und verführerische Begierde, denn es steht geschrieben: Wandelt im Geist und vollendet nicht die Begierden des Fleisches.“ [Gal. 5, 16] Und sogleich verließ er diesen Ort, ging fort und begab sich in die Wüste und begann dort, sich Fasten aufzuerlegen, um die Fleischeslust zu bestrafen. In der dritten Woche seines Fastens aber sah er in der Wüste verschiedene erlesene Früchte liegen, und er durchschaute die Listen des Feindes und sagte: „Ich werde das nicht essen und will es nicht berühren, damit ich meinem Bruder, das heißt meiner Seele, kein Ärgernis gebe. Denn es steht geschrieben, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt.“

Da er nun in der folgenden Woche fastete, wurde er im Traum ein wenig weggeführt, und ein Engel stand ihm bei und sagte: „Steh nun auf, und was du neben dir findest, iss nur ohne Furcht.“ Und er stand auf und sah eine sanft aufwallende Wasserquelle, und ihre Ufer waren ringsum mit zarten, duftenden Kräutern gesäumt. Es heißt, er sei von dem Engel zur Erfrischung dorthin geführt worden, und er trat heran, begann zu pflücken und zu essen und mit dem Becher aus der Quelle zu schöpfen. Da versicherte er, niemals in seinem ganzen Leben so etwas Köstliches genossen zu haben. Auch fand eran diesem Ort eine Höhle, in der er eine Weile ausruhte,  und solange Zeit und Notwendigkeit der körperlichen Wiederherstellung währten, fehlte durch Gottes Gnade nichts von dem, was er vom Herrn erbat. 

Ich möchte gern glauben, daß es im 7. Jh. einen furchtlosen und genügsamen Einsiedler gab, der gut mit Tieren umgehen konnte – und dem eine ordentliche Messe wichtiger war als seine Sicherheit und das leibliche Wohl.

Die Erfahrung, daß das Böse vor frommer Furchtlosigkeit zurückweicht, durften schon viele machen.

Sancte Helene, ora pro nobis!

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1000 Jahre Kloster Kaufungen

Im Mai 1017 hielt die Kaiserin Kunigunde sich in Kaufungen auf. Sie erkrankte dort schwer und gelobte, im Falle ihrer Genesung ein Kloster zu stiften. Und so geschah es!

Der Grundstein zum Benediktinerinnenkloster wurde im folgenden Jahr gelegt. Es war eine Reichsabtei, das heißt, die Äbtissin unterstand direkt dem Kaiser (und in diesem Falle wohl ohne Umweg über ihn der Kaiserin, denn Kunigunde war nicht nur Gattin Heinrichs II., sondern selbst eine fähige Herrscherin).

Heinrich der IV. hob die Reichsunmittelbarkeit 1189 auf; nun war das Kloster dem Bischof von Speyer unterstellt. Im darauffolgenden Jahrhundert wurde es in ein freiweltliches Damenstift (also eine ordensähnliche Gemeinschaft ohne Gelübde zur Versorgung adliger Frauen) verwandelt.

Im Zuge der Reformation wurde das Stift 1527 zu einer Versorgungsanstalt für Protestantinnen der Upper Class. Bis heute wird das Ritterschaftliche Stift Kaufungen – nun eine gemeinnützige Organisation, die u.a. bedürftige Frauen unterstützt – ausschließlich von Geschlechtern der Althessischen Ritterschaft betrieben.

Auch wenn ich in der geistlichen und organisatorischen Entwicklung einen kontinuierlichen Niedergang sehe – Kloster Kaufungen, die katholische Gründung, ist bis heute in Betrieb. Tausend Jahre lang.

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Martin Luther grüßt Maria

Lumen Gentium

66. Maria wird, durch Gottes Gnade nach Christus, aber vor allen Engeln und Menschen erhöht, mit Recht, da sie ja die heilige Mutter Gottes ist und in die Mysterien Christi einbezogen war, von der Kirche in einem Kult eigener Art geehrt. Schon seit ältester Zeit wird die selige Jungfrau unter dem Titel der „Gottesgebärerin“ verehrt, unter deren Schutz die Gläubigen in allen Gefahren und Nöten bittend Zuflucht nehmen (192). Vor allem seit der Synode von Ephesus ist die Verehrung des Gottesvolkes gegenüber Maria wunderbar gewachsen in Verehrung und Liebe, in Anrufung und Nachahmung, gemäß ihren eigenen prophetischen Worten: „Selig werden mich preisen alle Geschlechter, da mir Großes getan hat, der da mächtig ist“ (Lk 1,48). Dieser Kult, wie er immer in der Kirche bestand, ist zwar durchaus einzigartig, unterscheidet sich aber wesentlich vom Kult der Anbetung, der dem menschgewordenen Wort gleich wie dem Vater und dem Heiligen Geist dargebracht wird, und er fördert diesen gar sehr. Die verschiedenen Formen der Verehrung der Gottesmutter, die die Kirche im Rahmen der gesunden und rechtgläubigen Lehre je nach den Verhältnissen der Zeiten und Orte und je nach Eigenart und Veranlagung der Gläubigen anerkannt hat, bewirken, daß in der Ehrung der Mutter der Sohn, um dessentwillen alles ist (vgl. Kol 1,15-16) und in dem nach dem Wohlgefallen des ewigen Vaters die ganze Fülle wohnt (Kol 1,19), richtig erkannt, geliebt, verherrlicht wird und seine Gebote beobachtet werden.

67. Diese katholische Lehre trägt die Heilige Synode wohlbedacht vor. Zugleich mahnt sie alle Kinder der Kirche, die Verehrung, vor allem die liturgische, der seligen Jungfrau großmütig zu fördern, die Gebräuche und Übungen der Andacht zu ihr, die im Laufe der Jahrhunderte vom Lehramt empfohlen wurden, hochzuschätzen und das, was in früherer Zeit über die Verehrung der Bilder Christi, der seligen Jungfrau und der Heiligen festgesetzt wurde, ehrfürchtig zu bewahren (193). Die Theologen und die Prediger des Gotteswortes ermahnt sie aber eindringlich, sich ebenso jeder falschen Übertreibung wie zu großer Geistesenge bei der Betrachtung der einzigartigen Würde der Gottesmutter sorgfältig zu enthalten (194). Unter der Führung des Lehramtes sollen sie in der Pflege des Studiums der Heiligen Schrift, der heiligen Väter und Kirchenlehrer und der kirchlichen Liturgien die Aufgaben und Privilegien der seligen Jungfrau recht beleuchten, die sich immer auf Christus beziehen, den Ursprung aller Wahrheit, Heiligkeit und Frömmigkeit. Sorgfältig sollen sie vermeiden, was in Wort, Schrift oder Tat die getrennten Brüder oder jemand anders bezüglich der wahren Lehre der Kirche in Irrtum führen könnte. Die Gläubigen aber sollen eingedenk sein, daß die wahre Andacht weder in unfruchtbarem und vorübergehendem Gefühl noch in irgendwelcher Leichtgläubigkeit besteht, sondern aus dem wahren Glauben hervorgeht, durch den wir zur Anerkennung der Erhabenheit der Gottesmutter geführt und zur kindlichen Liebe zu unserer Mutter und zur Nachahmung ihrer Tugenden angetrieben werden.

Der Mai ist Marienmonat – das ist eine noch junge Tradition aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die die Blütenfülle des letzten Frühlingsmonats als Symbol für die Gnadenfülle der Gottesmutter sieht. Aber die Marienverehrung gibt es spätestens seit dem 3. Jahrhundert.

Der heuer besonders gefeierte Marienverehrer Martin Luther schrieb über Jesus:

Ich glaube, dass Er mir geboren ist von der reinen Jungfrau Maria ohne allen Schaden ihrer leiblichen und geistlichen Jungfrauschaft, auf dass er nach der Ordnung väterlicher Barmherzigkeit meine und aller seiner Gläubigen sündliche und verdammte Geburt gesegnet, unschädlich und rein machte.

Und über das Magnificat:

Nun weiß ich in der ganzen Schrift nichts, das so gut hierzu [zur Gottesfurcht und zum angemessenem Regieren] dient, wie dies heilige Lied der hoch gesegneten Mutter Gottes, das wahrhaftig allen, die gut regieren und heilsam Herren sein wollen, gut zu lernen und zu behalten ist. Sie singt in der Tat hierin aufs allerlieblichste von der Gottesfurcht, und was er für ein Herr sei vor allem, welches seine Werke sind in den hohen und niedrigen Ständen. Lass einen andern zuhören seinem Mädchen, die ein weltliches Lied singt. Dieser züchtigen Jungfrau hört billig zu ein Fürst und Herr, die ihm ein geistliches, reines, heilsames Lied singt.
Es ist auch kein unbilliger Brauch, dass in allen Kirchen dies Lied täglich in der
Vesper gesungen wird, dazu, verglichen mit anderem Gesang, auf eine besondere, angemessene Weise. Diese zarte Mutter Gottes wolle mir erwerben den Geist, der solchen ihren Gesang nützlich und gründlich auslegen könne. …

Die großen Dinge sind nichts anderes, als dass sie Gottes Mutter geworden ist, in welchem Werk ihr so viele und große Güter gegeben sind, dass niemand sie begreifen kann. Denn da folget alle Ehre, alle Seligkeit, und dass sie im ganzen menschlichen Geschlecht eine einzigartige Person ist über alle, der niemand (darin)gleich ist, dass sie mit dem himmlischen Vater ein Kind, und ein solches Kind hat. Und sie selbst kann ihm keinen Namen geben vor überschwänglicher Größe und muss es dabei bleiben lassen, dass sie heraus brünstet und schäumt, es seien große Dinge, die nicht auszureden seien noch zu messen. Darum hat man in einem Wort alle ihre Ehre begriffen, so man sie Gottes Mutter nennet. Es kann niemand Größeres von ihr noch zu ihr sagen, wenn er gleich so viel Zeugen hätte wie Laub und Gras, Sterne am Himmel und Sand im Meer ist. Es will auch im Herzen bedacht sein, was das sei, Gottes Mutter sein.
Sie schreibt’s auch frei Gottes Gnade, nicht ihrem Verdienst zu. Denn obwohl sie ohne Sünden gewesen ist, ist doch diese Gnade so außerordentlich, dass sie ihrer auf keine Weise würdig gewesen. Wie sollte eine Kreatur würdig sein, Gottes Mutter zu sein? Zwar schwätzen etliche Skribenten hier viel von ihrer Würdigkeit zu solcher Mutterschaft. Aber ich glaube ihr selber mehr als ihnen. Sie sagt, ihre Nichtigkeit sei angesehen worden, und Gott habe nicht ihren Dienst damit belohnt, sondern: »Er hat große Dinge an mir getan.« Von sich selbst aus hat ers getan, ohne meinen Dienst. Denn sie hat ihr Lebtage nie daran gedacht, viel weniger sich dazu bereitet und geschickt, dass sie Gottes Mutter werden sollte. Es kam ihr diese Botschaft ganz unversehens, wie Lukas schreibt. Aber ein Verdienst ist nicht unvorbereitet auf seinen Lohn, sondern um Lohnes willen wohl bedacht und unternommen.
Dass man aber in dem Lied »Himmelskönigin, freue dich« singt: »denn du hast verdient zu tragen« und an anderem Ort: »des du würdig bist gewesen zu tragen«, beweist nichts. Singt man doch dieselben Worte auch vom heiligen Kreuz, das doch ein Holz war und nichts verdienen konnte. Ebenso ist dies auch zu verstehen, dass, sollte sie eine Mutter Gottes sein, so musste sie ein Weib sein, eine Jungfrau vom Geschlecht Juda, und der Engelsbotschaft glauben, damit sie dazu tauglich sei, wie die Schrift von ihr gesagt hat. Wie das Holz kein anderes Verdienst und keine andere Würdigkeit hatte, als dass es zum Kreuz tauglich und von Gott verordnet war, so ist ihre Würdigkeit zu dieser Mutterschaft keine andere gewesen, als daß sie dazu tauglich und verordnet gewesen ist. So dass es ja lauter Gnade sei und nicht ein Lohn werde, damit man von Gottes Gnade, Lob und Ehre nichts abbreche, wenn man ihr zuviel gibt. Es ist besser, ihr zuviel abgebrochen, als der Gnade Gottes. Ja man kann ihr nicht zuviel abbrechen, da sie doch aus nichts geschaffen ist, wie alle Kreaturen. Aber Gottes Gnade hat man leicht zuviel abgebrochen. Das ist gefährlich. Und geschieht ihr keine Liebe damit. Es bedarf wohl auch eines Maßes, dass man den Namen nicht zu weit treibe, dass man sie eine Königin der Himmel nennt. Zwar ist das wahr, aber dadurch ist sie doch keine Abgöttin, dass sie geben oder helfen könne, wie etliche meinen, die mehr zu ihr als zu Gott rufen und Zuflucht haben. Sie gibt nichts, sondern allein Gott…

Luther sagt also: Maria ist immerwährend jungfräulich, sie ist Gottesmutter, und sie ist Himmelskönigin – nur sieht er bei diesem Titel die Gefahr, daß er zur Vergöttlichung der Gottesmutter verleite. Diese Gefahr besteht ja auch tatsächlich; dennoch werde ich sie weiter gerne als Regina Cœli betiteln und immer mal wieder erklären, daß Verehrung etwas anderes ist als Anbetung.

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