Pane del Cielo – Himmelsbrot

Heute findet in vielen – hoffentlich sehr, sehr vielen – Gemeinden die „äußere Feier“ des Fronleichnamsfestes statt. In unserer Gemeinde werden wir wieder ein Lied singen, das der Hl. Alfonso Maria de Liguori gedichtet hat – in meiner Übertragung, singbar auf die Melodie O Bread of Heaven.

In diesem Schleier, Himmelsbrot,
Verbirgst du meinen wahren Gott;
mein teurer Hort, ich liebe dich,
Mein liebster Jesus, du gibst dich
All jenen, die dich lieben, Gott,
In der Gestalt von schlichtem Brot.

O Lebensnahrung, du gibst mir
Das Pfand des ewgen Lebens hier;
Ich lebe nicht aus eigner Kraft,
Gott lebt in mir, der Leben schafft,
Ihm dank ich Nahrung und Geleit,
Er führt mich in die Seligkeit.

O Liebesband, vereine recht
Den lieben Herrn mit seinem Knecht:
Wenn ich nur lebe liebesleer,
Begehr ich nicht zu leben mehr,
Weil es für mich kein Leben gibt,
Lieb ich nicht den, der mich so liebt.

Du zündest, mächtger Feuerbrand,
Das Herz voll Sehnsucht, den Verstand,
Dich sucht mein Herz: Ach komm, o Herr,
Komm und entzünde mich noch mehr;
Brennt schon mein Feuer heiß und hoch,
Ist deine Liebe stärker noch.

O holder Blitz, wenn meinen Gott
Ich kränkte, tut Vergeltung not:
Auf, schlage meine Seele wund,
Sie sterbe für des Lebens Grund.
Du selber gabst dein Leben hin,
Weil du mich liebst mit Herz und Sinn.

Geliebtes Gut, du bandest mich
Mit vielen Ketten fest an dich.
O süße Liebe, dir allein
schenk ich mein Herz, dein will ich sein
Für immer, denn du gabst dich mir,
Nun will ich selbst mich geben dir.

Geliebter, du erwartest mich
Im Himmel, daß ich liebe dich
Ganz unverstellt. So wird es sein,
Das hoff‘ ich, Gott und Leben mein!
Verwehren kann der Himmel nicht,
Was er mir gibt und was er spricht.

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Pane del Cielo – Himmelsbrot

Bilder aus St Marien in Friedenau

In den letzten Wochen sind einige Bilder meiner Heimatkirche entstanden, und Fronleichnam ist eine schöne Gelegenheit zur Veröffentlichung. Es ist eine schöne Kirche, und mir gefällt, wie uneinheitlich die Ziegel und Natursteine sind.

St Marien FriedenauSt Marien Friedenau
St Marien FriedenauSt Marien Friedenau
St Marien FriedenauSt Marien Friedenau
St Marien FriedenauSt Marien Friedenau
St Marien Friedenau
St Marien Friedenau
St Marien FriedenauSt Marien Friedenau
St Marien FriedenauSt Marien Friedenau
St Marien Friedenau
St Marien FriedenauSt Marien Friedenau
St Marien Friedenau
St Marien Friedenau

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Bilder aus St Marien in Friedenau

Gedichte zu Fronleichnam

Fronleichnam

Der Herr zieht vorbei
im strömenden Regen.
Ich knie vor Ihm
auf nasser Straße.
Als Katholikin
bin ich erkennbar
am Fleck auf der Hose
und pfeif auf dem Heimweg
voll heiliger Speise
das Tantum ergo.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte

*

Fronleichnam am Gendarmenmarkt

I

Mein Herz fasst die Freude nicht,
die Gott mir schenkt –
mein ganzer Leib ist erfüllt
bis in Finger- und Zehenspitzen
von goldener, quellender, leuchtender
Freude aus Gott, meinem Herrn:
Er hat meine Sünden vergeben,
ich darf Seinen Leib empfangen,
ich darf Ihn kniend verehren,
mit Ihm durch die Straßen ziehen.

II

Selbst die Amseln singen heute lauter –
zwar nur weil sie festlichen Gesang
konkurrierend überbrücken wollen,
aber immerhin: Sie sind in Schwung,
wenn bei Wandlung und vor der Monstranz
alle Menschen schweigen vor dem Herrn,
modulieren ungebremst die Amseln,
und mein Ohr hört Gotteslob darin.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , | 3 Kommentare

Seiten sperren, Seiten entsperren

Ich hatte mich hier ziemlich heftig über eine Bibliothek geärgert. Nun aber hat mir ein Mitarbeiter der Bibliothek sehr genau erklärt, wie es zu einer solchen Sperrung kommen kann, nämlich durch die Unvollkommenheit des Algorithmus, und dadurch, daß eine Bibliothek leider auch zum Aufsuchen von Schmuddel-, Sekten- und Gewaltseiten mißbraucht wird, wenn sie sich nicht schützt.

Der Mitarbeiter hatte sich über den von mir überspitzt erhobenen Vorwurf der Diktatur zu Recht geärgert, und ich habe ihn (den Vorwurf, nicht den Mitarbeiter) gelöscht.

Ärgerlich bleibt es, daß offenbar der beste Algorithmus nicht imstande ist, die Homepage einer Römisch-katholischen Gemeinde von einer gefährlichen Sekte zu unterscheiden. Aber der Geist der Unterscheidung ist eben auch der Geist der Weisheit, und wenn ich selbst einen gar nicht weisen Vorwurf formuliere, kann ich von einem Algorithmus nicht mehr verlangen.

Liebe Ingeborg-Drewitz-Bibliothek, entschuldige bitte. Ich werde künftig bei gesperrten Seiten mal einfach tief durchatmen.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Seiten sperren, Seiten entsperren

„Katholisch“ und „Kulte“: Ganz, ganz böse!

Die Ingeborg-Drewitz-Bibliothek in Berlin-Steglitz ist ein angenehmer Ort. Der Bestand ist sehenswert für eine Bezirksbibliothek. Die Bibliothek ist kinderfreundlich mit einem feinen Kinderbuchbestand und gemütlichen Kinder-Sitzecken sowie gelegentlich Lesungen für Kinder. Sie ist jugendfreundlich mit einer großen Menge an Jugendbüchern und einem Computerbereich direkt daneben, bei dem sehr darauf geachtet wird, daß kein Jugendlicher länger als eine Stunde am PC sitzt. Sie ist auch Erwachsenenfreundlich mit vielen Büchern zu vielen Themen, mit guten Buch-Recherchemöglichkeiten und Sitzgelegenheiten mit und ohne Schreibtisch, zum Lümmeln und Schmökern ebenso wie zum konzentrierten Arbeiten, und mit PCs auch in dem Bereich für die „Großen“. Es gibt in einer Ecke der Bibliothek ein kleines, günstiges und nettes Café. Die Mitarbeiter sind freundlich, die ganze Bibliothek ist hell und gepflegt.

Eine überspitzt formulierte Bemerkung über die Ingeborg-Drewitz-Bibliothek habe ich gelöscht, nachdem ich eine erklärende Mail bekam mit der Zusicherung, die betreffenden Seiten wieder zuzulassen.

Mein Blog ist von den hiesigen PCs aus nicht aufrufbar. Argument: Hassrede und Gewalt.
blockierte_Seiten1

Die Homepage der katholischen Kirchengemeinde Maria unter dem Kreuz ist ebenfalls von hier nicht aufrufbar. Argument: Kulte.
blockierte_Seiten2

Beschwert habe ich mich bereits, das nützt aber nichts.

Liebe Ingeborg-Drewitz-Bibliothek, cultus heißt verehrt. cultura heißt das, was verehrt wird. Kult und Kultur haben miteinander zu tun. Die ursprüngliche Bedeutung des zugrundeliegenden Verbs colere ist übrigens anbauen. Dort, wo das Getreide für Brot angebaut wird, wird auch Gott verehrt und werden am Ende auch Universitäten und Bibliotheken gebaut. Essen, beten, bilden – das gehört zusammen.

Aber macht nur weiter so. Solltet Ihr irgendwann den Bestand an religiösen Büchern verramschen, nehm ich den Ratzinger / Benedikt XVI. und den Franziskus.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 6 Kommentare

Was am Katholizismus so klasse ist: Das Purgatorium!

Jetzt, wird mancher denken, ist sie völlig ausgetickt. Was ist daran schön?

Ich mag meine Dusche. Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, werde ich unweigerlich dreckig – Straßenstaub, Schweiß und was in der Stadt- oder Landluft so herumfliegt, pappt nach einer längeren Fahrt an meinem Körper. So schön die Fahrt war, das ist eklig, und zu Hause bin ich froh, wenn ich mich davon befreien kann.

In diesem Leben pappt so einiges an meiner Seele. Vieles davon geht in der Duschkabine ab, die man Beichtstuhl nennt. Aber anderes, wie die klammernden bösen Neigungen oder die Schäden, die ich anderen Menschen zugefügt habe, oder die hartnäckigen Reste von Übelnehmerei, schlimmstenfalls auch ungebeichtete Sünden, bringe ich beim letzten Atemzug nicht herunter. (Das Gebet um eine gute Sterbestunde schließt ein, das am Ende möglichst wenig Gruseliges an der Seele klebt.) Es ist jedenfalls damit zu rechnen, daß man mit nicht so ganz blütenweißer Seele stirbt.

Ich brauche aber nicht zu befürchten, daß ich mit meinen dreckigen Klamotten zwischen den strahlend weiß gekleideten Bewohnern des goldenen Himmlischen Jerusalem herumlaufen muß. Ich muß – und darf – vorher einen Reinigungsprozess durchlaufen, das Purgatorium (von lat. purgare, reinigen). Der deutsche Ausdruck Fegefeuer entstand durch die Vorstellung, daß die Seelen im Feuer geläutert werden, wie Edelmetalle.

Das Purgatorium hat übrigens, entgegen einem schier unausrottbaren Irrtum, rein gar nichts zu tun mit der Vorstellung eines Limbus, wo es kein Leid gibt, aber auch keine höchste Glückseligkeit in der Anschauung Gottes. Diese Vorstellung entstand, weil man glaubte, Ungetaufte könnten auf keinen Fall in den Himmel kommen, auch wenn sie unschuldig waren. (Genaueres zur Idee des Limbus – auch, daß es hierüber sehr positive Auffassungen gibt – steht bei Kathpedia.)

Ich nehme an, daß ich im Purgatorium sehr genau erfahre, in welchem Maße andere Menschen durch meine Schuld gelitten haben. Das ist, wenn man genau darüber nachdenkt, keine schöne Vorstellung – die Folgen seiner eigenen Sünden genau so empfinden, wie andere sie empfinden mußten. Aber dennoch ist das Purgatorium ein Zustand der Hoffnung, denn es ist klar, daß es ein notwendiger Durchgang ist und danach die ewige Seligkeit kommt.

Nein, schön ist das Purgatorium nicht. Aber klasse ist es, daß es das gibt – daß man befähigt wird, vollkommen rein in den Himmel zu kommen. (Übrigens auch, wenn man nicht glaubt, daß es ein Purgatorium gibt. Ob man etwas glaubt oder nicht ändert ja nichts an seiner Existenz.)

Purgatorium

Meine Sünden ziehen Bahnen,
weiter, als ich sehe,
Folgen kann ich kaum erahnen,
bis ich vor Dir stehe.

Jeden werd ich sehen, jeden,
den ich je verletzte,
den mein Gift geschliffner Reden
je ins Unrecht setzte,

Jeden auch, dem ich versagte
seinen Teil der Gaben,
jeden, über den ich klagte,
ohne Grund zu haben,

Jeden, den ich falsch gerichtet,
vorschnell ausgeschlossen,
den mein Leichtsinn hat vernichtet,
dessen Blut geflossen,

Jeden, den ich zwang zu dulden
Worte oder Taten,
Jeden, der durch mein Verschulden
selbst in Schuld geraten…

Herr, ich darf schon heute wissen:
Du wirst mir vergeben.
Doch erst wird mein Herz zerrissen –
und dann kann ich leben.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , | 14 Kommentare

Immer noch: Gesegnete Pfingsten!

Heiliger Geist: Auch heute wird Er besonders gefeiert, erbeten, ersehnt. Zu rechnen ist mit Ihm immer.

Hrabanus Maurus (780-856) dichtete viel, meist in der klassischen Form des Hexameters.
In einer uns vertrauteren, für ihn noch recht modernen Liedform schrieb er den Pfingsthymnus Veni Creator Spiritus. In meiner Übersetzung:

Komm, schöpfrischer Geist, besuche
Der Deinen Denken, erfülle
Mit himmlischer Gnade die Seelen
All jener, die Du geschaffen.

Der Du der Tröster genannt wirst,
Geschenk des Gottes, des höchsten,
Lebendger Quell, Feuer, Liebe
Und unsre geistliche Salbung.

Du siebengestaltge Gnade,
Du Finger der Rechten Gottes,
Du Heilsversprechen des Vaters,
Du schenkst der Kehle die Sprache.

Entzünde ein Licht den Sinnen,
Voll Liebe gieße die Herzen,
Die Schwäche unseres Leibes
Mach stark durch dauernde Tugend.

Vertreib den Feind in die Ferne,
Gib uns beständigen Frieden.
Wenn Du als Leiter vorangehst,
So meiden wir alles Übel.

Durch Dich lass den Vater uns kennen,
Und lass uns den Sohn verstehen,
An Dich, den Geist dieser beiden,
Lass Du uns alle Zeit glauben.

aus: Hymnarium. Lateinische Hymnen der Kirche neu übersetzt

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Immer noch: Gesegnete Pfingsten!

Gesegnete Pfingsten!

Allen Lesern wünsche ich segensreiche, geistvolle, frohe Pfingsttage!

Pfingsten

Licht unter Schwingen der Taube
trägt und schwindet ganz sacht:
Geist senkt sich auf die Erde,
Einer hörts und gibt Acht.

Taubenschwingen im Lichte
schweben und steigen empor:
Geist hebt sich über die Erde,
Einer sagts anderen vor.

Einer schwingt sich im Lichte,
wie die Taube so hoch:
suchend, Ihn zu verstehen,
tasten die anderen noch.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Gesegnete Pfingsten!

Und wieder eine schicke Rezension!

Harald Stollmeier, der Eisvogel, war so freundlich, mein Büchlein „Die Befreierhervorragend zu rezensieren.

Dreizehn Geschichten reihen sich in Claudia Sperlichs neuem Büchlein scheinbar unschuldig aneinander und erinnern an Kafka („Das Amt“), Stanilaw Lem („Die Befreier“) und Edgar Allan Poe („Weihnachtsfeier mit Autorenlesung“). Alle Geschichten zeichnet eine aufmerksame Feinfühligkeit aus, verbunden mit dem Verzicht auf Verurteilungen. Um so kälter läuft es dem Leser den Rücken herunter, wenn ihm selber klar wird, womit er es zu tun hat, um so mehr, wenn der Sprecher sich nicht als böse versteht sondern als gut und beispielsweise aufrichtig hofft, dass man eines Tages keine behinderten Föten mehr entsorgen muss („Genetisch einwandfrei“).
Die Welt, in der Sperlichs Geschichten handeln, ist erkennbar unsere, leicht überzeichnet. Stellenweise nur sehr leicht: Wenn einer Arbeitslosen die Leistungen gestrichen werden, weil sie nicht als “Vollstreckerin” arbeiten will („Ein Job fürs Leben“), dann ist die Analogie zu Hebammen oder Ärzten, die ihren Arbeitsplatz verlieren, weil sie nicht an Abtreibungen mitwirken wollen, nur deshalb nicht sofort offensichtlich, weil Deutschland keine Todesstrafe hat.

Zwei nicht minder erfreuliche Rezensionen gab es schon neulich. In der von Josef Bordat heißt es:

Mit „Die Befreier“ hält man ein Stück unterhaltsam geschriebener Gegenwartsanalyse in Händen, die klar Position bezieht. Dadurch, dass entscheidende Themen angerissen werden, vor allem aber dadurch, dass ruhig und gelassen erzählt wird, wie es morgen werden könnte, wenn fortgesetzt wird, was heute mehrheitsfähig ist – oder auf direktem Weg dazu. Claudia Sperlich scheut nicht die unzeitgemäße Warnung vor den unguten Tendenzen unserer Tage: Biozentrismus, Transhumanismus, Sozialfaschismus. Ein wichtiges Buch.

Und Tobias Klein schreibt:

Einen Teil der Geschichten siedelt die Autorin in einer möglichen nahen Zukunft an – und die sieht nicht rosig aus: Da soll nach der Wiedereinführung der Todesstrafe eine arbeitslose Metzgerin zur Henkerin umgeschult werden; da wandeln sexuell gehemmte Wissenschaftler auf Frankensteins Spuren, um sich durch Genmanipulation die perfekte Partnerin zu „erschaffen“; da bringen militante Tierbefreier, ohne selbst die Konsequenzen ihres Handelns zu überschauen, die Zivilisation zu einem mindestens partiellen Zusammenbruch. In diesen Zukunftsvisionen, ebenso aber auch in einigen der anderen Texte der Sammlung artikuliert sich ein starkes Interesse der Autorin an ethischen Fragen – gepaart mit einem nicht geringen Maß an Skepsis gegenüber gewissen Erscheinungsformen des wissenschaftlich-technologischen und gesellschaftlichen „Fortschritts“. Nicht nur in diesem Zusammenhang spielt auch der katholische Glaube der Autorin immer wieder eine Rolle in ihren Geschichten – mal ganz offen, mal eher durch die Hintertür.

Ich finde, man sollte auf die Herren Stollmeier, Bordat und Klein hören.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Und wieder eine schicke Rezension!

Was am Katholizismus so klasse ist: Das Frauenbild!

Ja, genau. Denn von keiner anderen Religion und keiner Weltanschauung werden Frauen so hoch geachtet.

Kürzlich sagte mir jemand, die katholische Kirche verbiete Frauen doch den Mund. Nein, tut sie nicht! Vielmehr lehrt der Katechismus der Katholischen Kirche:

Mann und Frau sind erschaffen, das heißt gottgewollt in vollkommener Gleichheit einerseits als menschliche Personen, andererseits in ihrem Mannsein und Frausein. „Mann sein“ und „Frau sein“ ist etwas Gutes und Gottgewolltes: beide, der Mann und die Frau, haben eine unverlierbare Würde, die ihnen unmittelbar von Gott, ihrem Schöpfer zukommt [Vgl. Gen 2,7.22.]. Beide, der Mann und die Frau, sind in gleicher Würde „nach Gottes Bild“. In ihrem Mannsein und ihrem Frausein spiegeln sie die Weisheit und Güte des Schöpfers wider.

Die Kirchenlehrerinnen Hildegard von Bingen, Katharina von Siena, Teresa von Avila und Thérèse de Lisieux werden gehört – und die „Kleine Thérèse“ ist Kirchenlehrerin, obwohl sie von staatlichen Stellen niemals zur „Lehrerin“ hätte ernannt werden können.

Und das Priesteramt? Ist es nicht absolut skandalös, daß es keine katholischen Priesterinnen gibt? Nein, ist es nicht.

Nicht zuletzt ist die Gottesmutter Maria mit so großen Ehren überhäuft wie kein anderer Heiliger. Ich sag nur: Himmelskönigin! Und Patronin Bayerns!

Frauen sind von Anfang an nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich erwünscht als aktive Christinnen, die in Wort und Tat die Gemeinde unterstützen, für christliche Erziehung sorgen, seelsorgerliche, lehrende, missionarische und organisatorische Aufgaben wahrzunehmen. Es gibt mehr Frauen- als Männerorden.

Meine Erfahrung als katholische Autorin ist, daß so richtig erzkatholische Medien und Einrichtungen mich unbedingt hören wollen. Ich bin Mitarbeiterin bei Radio Horeb, kath.net und der Arche Potsdam – das heißt: ich werde dort gehört und gelesen. In meiner Heimatgemeinde gibt es ein gemeindeeigenes Gesangbuch; zehn Lieder und eine Nachdichtung habe ich beigetragen, und zwar nicht, weil ich mich darum gedrängt habe, sondern weil ich zu allen beauftragt wurde. Nicht zuletzt publiziere ich Bücher, deren Katholizität außer Zweifel steht. Und da soll ich mich unterdrückt fühlen?

Das weltliche Frauenbild, mit dem ich täglich konfrontiert werde, ist in der Tat abscheulich. Frauen müssen nach säkularer Ansicht ständig funktionieren, schön sein, Kinder und gut bezahlte Vollzeitarbeit vereinbaren, begehrenswert und verfügbar sein, aber trotz aller Verfügbarkeit natürlich selbstbewußt. Sie müssen, wenn man sich die omnipräsente Reklame anschaut, sexy Luder mit Habilitation sein, polyglotte Küchenfeen mit BMI 18, stolze, unabhängige Konsumentinnen und Konsumierte zugleich.

Die katholische Kirche gibt mir die Freiheit, ich zu sein. Keine andere Organisation tut das.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare