Mariä Heimsuchung

Melodie: Send Deinen Geist, Herr Jesu Christ (GL Berliner Anhang GL 773)

Da, noch den Menschen unsichtbar
von deinem keuschen Leibe war
der Herr der Welt umgeben,
da gingst du fort aus Nazareth
ins Bergland, zu Elisabeth,
in ihr auch wuchs ein Leben.

Du grüßtest sie, und da gewahrt
ihr Kind das Deine, noch so zart,
und hüpft in frohem Ahnen.
Der Wegbereiter und Prophet
erkennt den Herrn, eh er versteht,
dass er den Weg soll bahnen.

Elisabeth, voll Gottes Geist,
erkennt, dass Gott dich selig preist,
und staunt, wer ihr begegnet.
Da stimmst du an ein neues Lied
vom Herrn, der Seine Magd ansieht
und der die Armen segnet.

Ein Ungeborner kannte schon
den ungebornen Gottessohn
in dir, du Himmelsschöne.
Ihr beiden Mütter, alt und jung,
bleibt ewig in Erinnerung
durch eure beiden Söhne.

Maria, du warst Jesu Hort,
da Gottes Geist hat Gottes Wort
in deinem Schoß gewoben.
In des Johannes Jüngerschar
Elisabeth die erste war,
den, der da kommt, zu loben.

© Claudia Sperlich

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Plädoyer für das Mitleid

Wann immer in den sozialen (oft so unsozialen) Medien von Unfällen,  Unglück oder schwierigen Wetterbedingungen berichtet wird, häufen sich unbarmherzig Kommentare.

Jemand ist aus Leichtsinn oder Dummheit zu Tode gekommen? „Kein Mitleid, Darwin-Award, selbst schuld!“

Obdachlose werden als vulnerable Gruppe herausgestellt? „Selbst schuld, keiner muss obdachlos sein!“

Ein Hochhaus brennt? „Heißer Abriss,  Clankriminalität, Schlamperei der Bauarbeiter“ (noch ehe die Ermittlungen begonnen haben), „Berlin gehört ohnehin abgebrannt“ (ja, das stand in mehreren Varianten unter dem Artikel).

Tatsächlich ist der Grund für sehr viele Unfälle und auch nicht wenige Erkrankungen Leichtsinn. Tatsächlich sind die meisten Obdachlosen in Deutschland deshalb obdachlos, weil sie Probleme lange vor sich hergeschoben haben, statt sich helfen zu lassen.  Tatsächlich werden Brände zuweilen gelegt oder entstehen durch Unachtsamkeit.  Aber das berechtigt niemanden zur Gehässigkeit.

Stellen wir uns vor, ein Tag (24 Stunden) würde vergehen,  ohne dass boshafte Kommentare losgelassen würden. Ein einziger Tag, an dem der Hinweis auf das Leid Obdachloser ausschließlich Gebete und gute Taten zur Folge hätte. An dem Unglücksfälle einfach nur schweigen und beten ließen,  wenn man nicht helfen kann. An dem weder der Polizei noch der Justiz auf boshafte Weise vorgegriffen würde.

Auch wenn das wohl nicht zu erreichen ist  – schon weil es wohlorganisierte Bot-Fabriken gibt, die den Sinn haben, Unsicherheit und Zwietracht zu säen – versuchen kann man es doch mal mir der Freundlichkeit und dem Mitleid. Daran arbeiten. Jeden Tag neu.

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Blumen vorm Haus

Auf einer Baumscheibe wachsen wilde Möhren – hübsch anzusehen,  insektenfreundlich, und wenn die Not groß wird, auch essbar.

Lavendel und Wicken vertragen sich gut.

Die Wildbienen mögen den Lavendel sehr.

Die Staudensonnenblumen leuchten.

Die Strauchhortensie ist ganz zartrosa.

Der Storchschnabel ist die einzige Blume,  die den Giersch verdrängt. Dafür muss man dann achtgeben, dass er sich nicht allzu unverschämt ausbreitet.

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Peter und Paul

Melodie: Johann Crüger, Schmücke dich, o liebe Seele

Petrus, auf den Jesus baute,
Paulus, der die Heiden lehrte,
einer, der Ihm gleich vertraute,
einer, der sich spät bekehrte:
Säulen und Apostelfürsten,
die nach Jesu Liebe dürsten,
geben Jesu Liebe weiter,
sie sind Gottes Mitarbeiter.

Petrus, der den Sohn bekannte,
Paulus, Meister im Ergründen,
zwei, die Jesus Christus sandte
um durch sie das Heil zu künden:
Beide hat uns Gott gegeben,
beide gaben Gott ihr Leben.
Geben wir die Liebe weiter!
Wir sind Gottes Mitarbeiter.

© Claudia Sperlich

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Herz Mariä

Melodie: Das Jahr steht auf der Höhe (GL 465)

Maria voller Gnaden, dein Herz in Gottes Licht
ist ohne jeden Schaden, die Sünde trübt es nicht.
Dein Herz ist voller Güte und ohne Dunkelheit,
wie eine Rosenblüte bewahrt in Ewigkeit.


Du hast dem Herrn gesungen als herzenstreue Magd.
Vom Leidensschwert durchdrungen blieb dein Herz unverzagt.
Als du den Sohn gefunden, hat dich Sein Wort berührt.
Sein Leid und Seine Wunden hat dein Herz auch gespürt.

Dein Herz voll Gottesliebe schlägt für die Christenheit.
Du bist wie Blütentriebe in kalter, dunkler Zeit,
du führst auf Blumenwegen uns ins gelobte Land:
Du Mutter voller Segen, zeig uns des Sohnes Hand.

© Claudia Sperlich

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Herz Jesu 2025

Auf Jesus trauen, auch wenn alles bebt,
Im Ungewissen trauen dem Gewissen
(Dem, der gewiss ist, und dem, was uns lenkt),
Den Einen ehren, der uns alles schenkt,
Und feiern den, dem sie das Herz zerrissen,
Anbeten den, der für uns starb und lebt:

Das soll Programm sein für mein ganzes Leben.
Der Herr wird dazu Kraft und Segen geben.

© Claudia Sperlich

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Koreanische Muttergottes

Anlässlich der Bestattung einer katholischen Koreanerin (die ich kannte und sehr gern mochte) habe ich heute diese Madonnenfigur entdeckt. Die koreanische Gemeinde hat ihr kleines Gemeindehaus hinter der Kirche auf dem St-Matthias-Friedhof, und obwohl ich auf dem Friedhof eine zeitlang gearbeitet habe,  habe ich diese schöne Bronzefigur noch nie gesehen.

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Gesetze zugunsten untreuer Väter

… wird es in Großbritannien vermutlich bald geben. Denn dort soll die Tötung von Ungeborenen bis zum Einsetzen der Wehen erlaubt werden.

Ähnliche Bestrebungen gibt es lt. Tagespost in Österreich. Auch in Deutschland wird über eine Liberalisierung in dieser Hinsicht seit Februar dieses Jahres ganz offiziell nachgedacht.

Schon lange ist „entweder das Kind oder ich“ ein häufiges Druckmittel. Sobald Abtreibung gänzlich legal ist, wird es noch häufiger angewandt werden. Auch ist nicht sicher, ob das heimliche Verabreichen abtreibender Mittel dann noch eine Straftat wäre. (Und sage mir keiner, auf solche Schandtaten käme kein Mensch! Menschen kommen erfahrungsgemäß auf noch ganz andere Scheußlichkeiten.)

Wenn Abtreibung vollständig legal ist, kann man Ärzte, Pfleger, Schwestern und Hebammen zur Mitwirkung verpflichten. Das Gewissen hat dann nichts mehr zu melden. Zwar heißt es in Österreich noch,  dass niemand zur Mitwirkung an einer Abtreibung gezwungen werden kann. Ich befürchte aberö,  je weiter die Legalisierung voranschreitet,  desto weniger Möglichkeiten wird es für medizinisches Fachpersonal geben, die Mitarbeit an der vorgeburtlichen Kindstötung zu verweigern.

Man kann – und wird in mehreren Fällen – Frauen in schwieriger Situation dazu bringen,  ihr Kind noch kurz vor der Geburt töten zu lassen. Die Ausführenden werden sich daran gewöhnen müssen,  ein im Grunde fertiges Baby mit Gift zu töten und die Leiche aus der Mutter zu ziehen – ein kleines Menschenkind,  das mit seinem übergroßen Kopf und den zarten Händchen und Füßchen sämtliche Schutzinstinkte anspricht. Was für seelische Verwerfungen das zur Folge hat,  mag ich mir nicht vorstellen.

Natürlich werden Spätabtreibungen weit weniger häufig sein als Abtreibungen im ersten Trimester.  Aber es wird sie geben,  und sie werden einen Einfluss auf die Gesellschaft haben. Sie werden Abtreibungen insgesamt zu einer Banalität machen, zu so etwas wie die Entfernung eines gutartigen Geschwürs. Eine Gesellschaft, in der die Tötung Ungeborener vollständig akzeptiert ist, verliert wesentliche Merkmale nicht nur der Zivilisation, sondern des Menschseins.

Mitleid, Fürsorge, Redlichkeit,  füreinander einstehen, füreinander sorgen, den Schwachen beistehen,  Kranke heilen, Behinderte annehmen und unterstützen – das alles steht auf dem Spiel.

Schon jetzt müssen Eltern behinderter Kinder sich Sätze anhören wie „Das hätte man doch im Ultraschall sehen können“ (Subtext: „Wieso haben Sie nicht abgetrieben?“) Es ist abzusehen,  dass Eltern Behinderter und Behinderte selbst sich künftig noch mehr für das Leben und Lebenlassen rechtfertigen müssen.

Großbritannien nähert sich einer dystopischen Gesellschaft, in der alles, was nicht vollkommen wunschgemäß ist, vernichtet wird. Österreich und Deutschland sind auch nicht weit davon entfernt.

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Wie sieht der denn aus?

Der Typ ist dürr wie eine Zaunlatte. Dabei müsste er nicht hungern. Aber er isst nur so komisches Zeug, was er selbst findet: Insekten und wilden Honig. (Er muss ein besonderes Geschick haben,  Wildbienen sind aggressiv.) Und seine Kleidung,  wenn man den Fetzen so nennen kann,  hat er selbst gemacht aus den Haarbüscheln, die die Kamele beim Fellwechsel verlieren. Die hat er irgendwie zusammengezwirbelt und auf ganz primitive Weise verwebt und hält das Ganze mit einer Lederschnur zusammen – elegant ist das nicht gerade. Er lebt in einer Halbwüste, ständig den Elementen ausgesetzt.

Er hat einen sehr rauhen Tonfall. Er lobt niemanden, redet zu allen nur von Sünde und Umkehr,  und je feiner die Leute sind, desto gröber ist er.

Seine Eltern sind dabei ganz ordentliche Leute, und seinen Cousin muss man einfach lieb haben.

Dieser extreme Hippie, so verdächtig er ist, hat heute Geburtstag,  und die Kirche feiert das.

Heiliger Johannes der Täufer, bitte für uns!

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Splitter und Balken

Mt. 7,1-5

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden und nach dem Maß, mit dem ihr messt, werdet ihr gemessen werden. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und siehe, in deinem Auge steckt ein Balken! Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!

***

Es scheint so fürsorglich, wenn man den Nächsten auf seine Fehler aufmerksam macht. Und grundsätzlich ist dagegen auch nichts zu sagen,  solange es in Liebe und Wahrhaftigkeit geschieht – und in Maßen.

Aber sobald dabei die Einbildung vorherrscht,  man selbst sei grundsätzlich besser als der andere, hat man bereits einen Balken im Auge oder ein Brett vorm Kopf.
Gegen Krittelei am Nächsten hilft die Besinnung auf eigene Fehler,  Schwächen und Sünden. Durch die Beichte und das aufgetragene Bußwerk können wir uns mit Gottes Hilfe von unseren Balken und Brettern befreien. Dann können wir dem Nächsten auch helfen,  seinen Splitter loszuwerden – oder vielleicht erkennen wir auch, dass wir nur den Schatten unseres Balkens gesehen haben.

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