Macht, Mut und Verantwortung

Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn. Der Jünger muss sich damit begnügen, dass es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, dass es ihm geht wie seinem Herrn. Wenn man schon den Herrn des Hauses Beelzebul nennt, dann erst recht seine Hausgenossen. Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was Ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern! Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann! Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Jeder, der sich vor den Menschen zu Mir bekennt, zu dem werde auch Ich Mich vor Meinem Vater im Himmel bekennen. Wer Mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch Ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Mt. 10,24-33

Jesus mahnt uns, keine Angst zu haben vor Menschen,  die ihre Macht missbrauchen. Zugleich warnt Er uns auch, selbst keine Machtspielchen zu treiben, uns nicht größer zu machen,  als wir sind.
Wir sollen mutig Christus verkünden durch unser Leben, uns ohne Scheu zu Ihm bekennen, und zugleich gewahr sein, daß das unser Leben nicht einfacher macht.
Unter der Herrschaft Christi leben ist wunderbar,  kann hart und gefährlich sein und lohnt immer. Wer sich auf Christus einlässt,  hat vielleicht eine schwierige Gegenwart und bestimmt die beste Zukunft.

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Dabei bleiben

Es gibt Tage,  da fallen mir Christen ganz verschiedener Couleur so um die Wette auf die Nerven,  daß ich kurz denke, ich halte das nicht mehr lange aus.

Dann helfen mir zuverlässig drei Dinge:

Die Messe,  die Anbetung und die Sicherheit,  daß Jesus Christus es aushält mit mir und allen anderen.

Darauf folgt dann regelmäßig die Erkenntnis,  daß ich zu den Nervensägen gehöre – auch wenn ich natürlich eine andere minder schlimme Art von Nervensäge zu sein glaube, als diese Modernisten, Sedisvakantisten, Irgendwisten, über die ich mich so ärgere.

Dann ärgere ich mich ganz kurz über mich selber und darüber, daß der Herr mir nicht unfassbare Mengen an Geduld,  Verstand und Frömmigkeit gewährt hat. Und dann bereite ich mich auf die nächste Beichte vor.

So ähnlich ist das bei unzähligen Christen seit Beginn der Christenheit. Es scheint, so komisch das klingt, ein Erfolgsrezept zu sein.

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Solarstrom,  Schaukasten und Predigerinnen

Kürzlich war ich auf einem Kirchweihfest. Es gab dort viel Gutes: Mitreißende Blasmusik, leckeres Essen,  fröhliche Kinder (Hüpfburgen sind schon eine gute Erfindung), informative Stände. Und es gab eine Art Umfrage,  initiiert von Befürworterinnen des Synodalen Weges.
Auf einer Stellwand prangten mehrere Fragen. Man wurde aufgefordert,  einen Klebepunkt bei „Ja“ oder „Nein“ hinzukleben.  Die erste Frage betraf den Plan, Solarzellen auf dem Kirchendach anzubringen.  Auf meine Frage wurde mir erklärt, man wolle dazu zunächst Beratung durch einen Fachmann.  Das klang vernünftig, ich klebte den Punkt unter „Ja“.
Als zweites wurde gefragt, ob man für einen größeren Schaukasten sei. Hier enthielt ich mich,da ich das nicht beurteilen konnte. Und an dritter Stelle sollte ich sagen, ob ich mehr Predigten von Frauen wünschte. Dabei wurde ich sehr direkt angesprochen,  es gebe doch viel zu selten Frauenpredigten. Ich finde das nicht,  weil ich der Ansicht bin, wenn das Kirchenrecht Laienpredigten in der Messe (gleich ob von Männern oder Frauen) untersagt, habe ich das zu akzeptieren.  Abgesehen davon ist Frauen erlaubt,  Vorträge und Reden in kirchlichen Einrichtungen zu halten, in Schulen und an Universitäten Religion und Theologie zu lehren und überhaupt das Wort fast überall predigen und lehrend zu ergreifen, auch bei Andachten und Wortgottesdiensten und im Stundengebet, nur eben nicht während der Messe.

Ich klebte also meinen Punkt bei Nein. Später sah ich, dass sich immerhin noch ein Punkt dazugesellt hatte.

Ich hatte mich durch die Dame an dieser Stellwand bedrängt gefühlt. Wer eine Abstimmung will, sollte nicht auf die Abstimmenden einreden, um sie auf eine Seite zu ziehen.

Schlimmer noch finde ich, dass mit dieser Stellwand so getan wurde, als seien die Entscheidungen über Solarzellen,  Schaukästen und Predigerinnen gleichwertig. Zum einen ist es, selbst wenn man Laienpredigten bejaht, nicht eben emanzipatorisch, Frauen und ihre Dienste mit technischen Geräten und Möbeln gleichzusetzen. Zum anderen ist die Predigt während der Messe ein liturgischer Dienst und darf nicht mit weltlichen Gerätschaften gleichgesetzt werden.

Diese Stellwand hinterlässt mir einen unschönen Nachgeschmack.

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Ite, missa est!

Das Schlusswort des Priesters am Ende der heiligen Messe wird auf Deutsch meist anders gesagt: „Gehet hin in Frieden“, was zweifellos ein gutes Schlusswort ist. In Frankreich hörte ich meistens „La Messe est finie, allez en paix“ (Die Messe ist beendet, geht in Frieden).

Aber der lateinische Ausdruck heißt etwas Anderes, eigentlich Größeres.

Missa (abgeleitet von mittere, schicken) heißt Sendung. Der Satz heißt also „Geht, das ist [oder: ihr habt] eine Sendung“. Hier sollten wir uns klarmachen,  daß Jesus Christus durch den Priester spricht. Der Herr sagt damit: „Ihr habt gebetet, Ich habe euch mit Mir selbst gestärkt – jetzt geht, zeigt der Welt,  wie das ist, wenn Ich dabei bin. Geht – das ist eure Sendung!“

Die häufige Erklärung „Geht, ihr seid gesendet“ trifft es nicht ganz. Das wäre „ite, missi estis“. Aber „Geht, das ist eine Sendung“ ist ein geradezu militärisch anmutender Befehl.  Jesus schlägt uns nicht vor, auch mal von Ihm zu sprechen,  sondern Er befiehlt uns, Sein Wort nicht nur zu glauben und zu sagen,  sondern vollkommen danach zu leben.

Der Herr weiß,  daß das bei seinen Schafen, diesen Schafsköpfen,  meist im Versuchsstadium bleibt. Aber Er hilft uns, daß uns das Leben nach Seinem Wort immer besser gelingen kann. Also, für heute: Ihm nach!

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Nach dem Gewitter

Die Kornblumen sind ein wenig ramponiert, aber die meisten halten sich wacker. Und in dem frisch gewaschenen Garten (Vollwaschgang!) sehe ich, daß die Beeren der Eberesche sich schon röten. Und jedes Jahr staune ich neu darüber, daß es im Juni schon losgeht. Dabei sollte ich nach Jahrzehnten der Beobachtung wissen, daß es eben so ist und ein Grund zur Sorge wäre, wenn die Eberesche noch ganz grün wäre.

Die Amseln singen wie besoffen vom Regen. Auch das ist ganz normal – vor und nach Regen singen sie lauter und länger als sonst. Und alles duftet.

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Königskerze am Stromkasten

Das ist mal eine mächtige Blume! Und sie schmiegt sich so lieb an den Stromkasten, obwohl er eher reizlos ist. Vielleicht sieht sie seine inneren Werte. Oder sie mag den tag esr, der auf den Propheten Esra hindeuten könnte.

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Kornblumen

Auf meinem Balkon blühen sie, Zuchtformen ebenso wie eine Wildform, und dazu eine insektenfreundliche Mischung von Wiesenblumen, von denen ich auch zwei Bilder zeige (ohne irgendeine Ahnung, wie die Abgebildeten heißen).

Paul Verlaine (1844-1896)

Juin
Recueil : Liturgies intimes (1892)


Mois de Jésus, mois rouge et or, mois de l’Amour,
Juin, pendant quel le cœur en fleur et Tàme en flamme
Se sont épanouis dans la splendeur du jour
Parmi des chants et des parfums d’épithalame,

Mois du Saint-Sacrement et mois du Sacré-Cœur,
Mois splendide du Sang réel, et de la Chair vraie,
Pendant que l’herbe mûre offre à l’été vainqueur
Un champ clos où le blé triomphe de l’ivraie,

Et pendant quel, nous misérables, nous pécheurs,
Remémorés de la Présence non pareille.
Nous sentons ravigorés en retours vengeurs
Contre Satan, pour des triomphes que surveille

Du ciel là-haut, et sur terre, de l’ostensoir,
L’adoré, l’adorable Amour sanglant et chaste,
Et du sein douloureux où gîte notre espoir
Le Cœur, le Cœur brûlant que le désir dévaste,

Le désir de sauver les nôtres, ô Bonté
Essentielle, de leur gagner la victoire
Éternelle. Et l’encens de l’immuable été
Monte mystiquement en des douceurs de gloire.

***

Juni


Jesu Monat, rot und golden, Mond der Liebe,
Juni, da uns Herz und Seele blüht und glüht
Und im Glanz des Tags erhellt sich das Gemüt
Bei Gesang und Duft der Hochzeitslieder,


Mit Fronleichnam und Herz Jesu, Feierstunden,
Mond, den wahrer Leib und wahres Blut beschien!
Da der Sommer siegt, ist Kampfplatz sattes Grün,
Taumellolch erliegt, vom Weizen überwunden.


Uns, den armen Sündern, zeigt sich nun mit Macht
Neu die Gegenwart des Einen ohne Gleichen.
Wir erstarken neu, dem Schlag muss Satan weichen!
Liebe unsern Sieg vom Himmel aus bewacht


Und auch von der Erde aus, von der Monstranz –
Liebe, angebetet, würdig, blutend, rein.
Unsre Hoffnung wohnt in einer Brust voll Pein,
Herz, das wacht und brennt, die Sehnsucht frisst es ganz.


Sehnsucht, unsre Nächsten zu erretten: Güte,
Wesentlich, um ihnen ewgen Sieg zu bringen.
Eines steten Sommers Weihrauchschwaden dringen
Nun geheimnisvoll hinauf zu Ruhmes Blüte.

© der Übertragung: Claudia Sperlich

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Mission – übergriffig oder notwendig?

Hierüber durfte ich gestern bei einem Einkehrtag der Charismatischen Erneuerung sprechen.

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Die Kohlmeise als verhinderter Einbrecher

Vogelfutter ist zwar vorhanden.  Aber ganze Haselnüsse sind natürlich interessanter! Nur blöd, daß sie in der Futterstation für die Eichhörnchen liegen.

Da muss man als ganze Kohlmeise doch drankommen!

Zweiter Versuch und vorläufige Aufgabe. Deutlicher Kommentar der Situation bei 0:46.

Die Hummel hat es leichter. Aber der Tisch ist ja auch extra für sie gedeckt.

Am leichtesten habe ich es! Aber dafür habe ich auch die Arbeit mit dem Balkon. 

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Unbeflecktes Herz Mariä

Melodie: Das Jahr steht auf der Höhe (GL 465)

Maria voller Gnaden, dein Herz in Gottes Licht
ist ohne jeden Schaden, die Sünde trübt es nicht.
Dein Herz ist voller Güte und ohne Dunkelheit,
wie eine Rosenblüte bewahrt in Ewigkeit.

Du hast dem Herrn gesungen als herzenstreue Magd.
Vom Leidensschwert durchdrungen blieb dein Herz unverzagt.
Als du den Sohn gefunden, hat dich Sein Wort berührt.
Sein Leid und Seine Wunden hat dein Herz auch gespürt.

Dein Herz voll Gottesliebe schlägt für die Christenheit.
Du bist wie Blütentriebe in kalter, dunkler Zeit,
du führst auf Blumenwegen uns ins gelobte Land:
Du Mutter voller Segen, zeig uns des Sohnes Hand.

© Claudia Sperlich
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