Regina: Nein zur Zwangsehe, Ja zu Christus!

Die Kirche gedenkt heute der heiligen Regina. Sie lebte im 3. Jahrhundert. Ihre Mutter starb bei der Geburt; eine christliche Amme zog sie auf. Ihr Vater verstieß sie, als sie selbst den christlichen Glauben annahm. Sie bestritt ihren Lebensunterhalt als Schafhirtin und lebte als geweihte Jungfrau und Eremitin. Ein hochrangiger heidnischer Römer verliebte sich trotzdem in sie. (Wikipedia u.a. nennen hier den Prokonsul Olybrius, der aber erst im 5. Jh. lebte. Die burgundische Adaption der Legende spricht von einem Präfekten Olibrius, der sich im 3. Jh. in die Christin Margarete verliebt hatte.)

Welcher adlige Nichtsnutz bei Regina im Spiel war, wissen wir nicht – nur dass sie, ebenso wie Margarete und viele andere, als Christin der Zwangsehe widerstand und diese Weigerung mit ihrem Leben bezahlte.

Christus und kein anderer! Das mag die erst 15jährige Regina trotz Kerkerhaft und Folter und unmittelbar vor ihrer Hinrichtung gesagt haben. Sie wird bei Hautkrankheiten angerufen und ist Schutzpatronin der Hirtinnen und der Folteropfer.

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Ein Baumpilz auf dem Schillerplatz

Alarmierend gelb ist er und zersetzt einen Baumstumpf auf dem Schillerplatz in Friedenau – der Gemeine Schwefelporling (Laetiporus sulphureus). Junge Exemplare sind essbar und sollen nach Hühnchen schmecken. Diesen will ich aber auch angesichts seines Alters sowie zahlreicher Hunde, die vermutlich auch diesen Baumstumpf schon markiert haben, lieber nur angucken.

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Was der Kirche ganz sicher nicht hilft

Aufhebung des Zölibats! Frauen im Priesteramt! Ich hab es heute schon wieder gehört, nach der Messe und ohne Zusammenhang mit dieser.

Wenn es nicht langt, dass Männer zu keinem Verzicht bereit sind, dann sollen auch Frauen zu keinem Verzicht bereit sein, und dann blüht und gedeiht dadurch die Kirche – nein, das glaube ich nicht.

Und wird die Kirche wirklich größer davon, dass sie verheiratete Priester und Priesterinnen zulässt? Die Altkatholische Kirche, die seit 1872 besteht, also Zeit zur Entwicklung hatte, hat in Deutschland 60 Pfarrgemeinden, 43 Pfarrämter, 98 männliche und 11 weibliche Priester, davon 22 in Rente, und 15.396 Mitglieder (Stand: 31. Dezember 2022). In anderen Ländern sieht es noch spärlicher aus. In der Evangelischen Kirche sind Pfarrer und Pfarrerinnen von Mitgliederschwund und fehlenden Amtsnachfolgern betroffen, teilweise noch stärker als in der Römisch-Katholischen Kirche.

In zahlreichen außereuropäischen Ländern wird von Katholiken in der Regel gar nicht verstanden, was diese komischen Europäer mit ihren Forderungen nach verheirateten Priesterinnen eigentlich wollen. Wenn ich einem afrikanischen Priester sage, dass es dergleichen Forderungen hier gibt, antwortet er nur ratlos: „Aber das ist doch falsch!“ Wenn ich einer deutschen Aktivistin von Maria 2.0 oder dergleichen dies sage, höre ich die Antwort: „In Afrika ist es ja auch noch schlimmer!“ Der Leser darf beurteilen, welche von beiden Aussagen rassistisch ist.

Es wird Zeit, dass die Kirchenkritiker inner- und außerhalb der Kirchen den Kulturkampf mal ad acta legen und nachschauen, was die Römisch-Katholische Kirche eigentlich wirklich ist. Das ist anstrengender als Behauptungen des 19. Jhs. nachzuplappern, lohnt aber. Ich weiß es aus Erfahrung.

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Heilig Kreuz, Wilmersdorf: Vier Opfer

Im Altarraum der Heilig-Kreuz-Kirche sind vier Rundbilder, die drei in der Bibel beschriebene Opferhandlungen sowie eine Erklärung des größten Opfers darstellen.

Gen. 4,1-24: Kain und Abel

Gen. 22,1-19: Abraham und Isaak

Gen. 14,18-20: Melchisedek

Lk. 24,13-35: Jesus und die Emmausjünger

Vorbilder, Zeichen, Andeutungen – das Alte Testament ist voll von Hinweisen auf Jesus Christus.

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Zweibeinbaum

An diesem Baum komme ich fast täglich vorbei. Bisher ist er noch nicht weggelaufen, obwohl der Zaun für so lange Beine eigentlich kein Problem darstellt.

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Astern

Zum Ausklang des Sommers eines der schönsten Gedichte von Gottfried Benn.

Astern – schwälende Tage,
alte Beschwörung, Bann,
die Götter halten die Waage
eine zögernde Stunde an.

Noch einmal die goldenen Herden,
der Himmel, das Licht, der Flor,
was brütet das alte Werden
unter den sterbenden Flügeln vor?

Noch einmal das Ersehnte,
den Rausch, der Rosen Du –
der Sommer stand und lehnte
und sah den Schwalben zu,

noch einmal ein Vermuten,
wo längst Gewißheit wacht:
Die Schwalben streifen die Fluten
Und trinken Fahrt und Nacht.

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Vier Worte,  drei Worte

Melodie wird noch gesucht. GL 280 ginge, ich will aber was Flotteres.

Nur vier Worte will ich sagen:
Herr, erhöre mein Gebet!
Weißt Du doch seit alten Tagen,
wie es um die Erde steht.
Voller Krieg und Streit und Sünde
ist sie seit so langer Zeit,
jeder findet seine Gründe –
mach zur Umkehr uns bereit!

Mach uns frei, Dir ganz zu dienen,
weise, mutig, froh und treu,
ohne Groll und saure Mienen,
vor dem Feinde ohne Scheu!
Gleich was andre Menschen sagen,
gleich ob uns ein Heer bedroht,
lass uns tapfer ohne Klagen
standhaft bleiben in der Not.

Nimm die Ängste und die Sorgen,
gib uns Umsicht und Geduld,
lass in Freiheit uns geborgen
sein bei Dir trotz aller Schuld.
Dann erscheinen Satans Lügen
wie ein kindisches Geplärr,
und im Zweifel dann genügen
nur drei Worte: Gott ist Herr.

© Claudia Sperlich

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Johannes der Täufer

Melodie: Hoch sei gepriesen unser Gott (GL 384)

Du hast den Heiland schon erkannt
als ihr noch beide ungeboren.
Du bist dem Herrn vorausgesandt,
zum Wegbereiter auserkoren.
Du Rufer voller Leidenschaft,
du mahnst zur Umkehr alle Sünder;
Elia gleich, voll Geist und Kraft,
bist du der größte aller Künder.

„Ich taufe euch mit Wasser nur,
doch nach mir wird ein Größrer kommen,
Er war vor mir, auf Seiner Spur
wird jeder Weg zum Heil genommen.
Er tauft mit Feuer – Er ist Licht,
Er tauft mit Geist – Er will euch führen!
Ich bin gering und tauge nicht,
Ihm die Sandalen aufzuschnüren.“

Als Jesus an den Jordan kam,
hast du in Ihm das Lamm gesehen,
das alle Sünden auf sich nahm,
umgeben von des Geistes Wehen.
Ihn, der sich nie mit Gott entzweit,
hast du getauft auf Seine Bitte,
erfülltest die Gerechtigkeit
an dem, der aller Welten Mitte.

Du scheutest vor Herodes nicht:
„Des Bruders Frau darfst du nicht nehmen!“
Du drohtest ihm mit dem Gericht -
da ließ er dich gefangen nehmen.
Du fragtest aus der Kerkerhaft:
„Ist Jesus der, auf den wir hoffen?“
„Die Blinden sehn durch Seine Kraft,
den Toten steht das Leben offen!“

Du warst geschlachtet wie im Spiel:
Ein Fest, ein Tanz und ein Versprechen,
ein Kind, benutzt zu bösem Ziel -
so ließ Herodias sich rächen.
Doch der, dem du den Weg gebahnt,
der dir Prophetenmut gegeben
und dessen Reich du vorgeahnt,
Er gab dir ewig frohes Leben.

© Claudia Sperlich
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Augustinus

Als junge Frau las ich seine Bekenntnisse in einer lateinisch-deutschen Ausgabe, und ich kann behaupten,  daß ich eine Menge meiner Lateinkenntnisse direkt von Augustinus habe.  Außerdem stammt aus den Confessiones eines meiner liebsten Zitate.

optimus minister tuus est, qui non magis intuetur hoc a te audire quod ipse voluerit, sed potius hoc velle quod a te audierit.

Dein bester Diener ist nicht der, der lieber von Dir zu hören begehrt,  was er selber will, sondern der vielmehr das will, was er von Dir hört.

Diesen Satz kann ich seitdem auswendig und versuche mit schwankenden Erfolg,  ihn zu beherzigen.

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Monica

Melodie: Befiehl du deine Wege

In ihrer Jugend brannte
In Herz und Seele schon
Ein Licht, da sie bekannte
Sich zu dem Gottessohn.
Von Demut und von Güte
War Monica beseelt,
Und wo der Hader glühte,
Hat nie ihr Trost gefehlt.

Sie weinte im Gebete
Für ihren wilden Sohn,
Und für den Gatten flehte
Sie oft vor Gottes Thron.
Den überreichen Segen
Hat Gott ihr spät gewährt:
Zu Jesu Wort und Wegen
Sich Mann und Sohn bekehrt.

Wenn Traum und Bilder schweigen
Und auch die Seele schweigt,
Dann werden wir uns neigen
Vor dem, der uns gezeigt
In einem Atemholen,
In Augenblickes Zeit,
Daß Er uns anbefohlen
Die frohe Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

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