Königlicher Besuch

Die Sternsinger waren da! Acht an der Zahl,  sechs Kinder,  zwei Jugendliche,  und das jüngste Kind fünf oder sechs Jahre alt (und kannte alle Lieder auswendig)!

Süß waren sie, gesungen haben sie und mir erklärt,  wofür sie sammeln: für die Durchsetzung von Kinderrechten in Kolumbien, für die dortige „Kinderrepublik“ Benposta, wo sie vor Elend, Gewalt und Drogen geschützt lernen, eigenverantwortlich zu leben.

Das erste Lied sangen sie übrigens auf meine Bitte  – damit alle es mitkriegen! – auf dem Hof. Ich hoffe, wenigstens einige Nachbarn haben es gemerkt.

Die Wohnung ist nun gesegnet von Christus selbst, durch die Hand eines Kindes.

Christus mansionem benedicat –
Christus segne das Haus!

Die Weisen aus dem Morgenland hatten sicher eine beschwerliche Reise,  aber nicht bei Matschwetter knapp über dem Gefrierpunkt. Ein Hoch auf die tapferen Sternsinger!

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Einige Gedanken zu den Sternsingern

Sehr Bedenkenswertes hat Bloggerkollege Tobias Klein in der Tagespost zur Monopolisierung der Sternsinger geschrieben.

Mir fällt dazu ein:

  1. Ich freue mich auf die Sternsinger,  auf Segen und Gesang,  auf Kinder,  die bei Wind und Wetter eigenverantwortlich für andere Kinder Spenden sammeln. Morgen kommen sie zu mir, Geld und Süßigkeiten liegen bereit. Ich freue mich,  dass Kinder selbst beschlossen haben,  welches Projekt sie in diesem Jahr unterstützen, und darüber genug gelernt haben, um es Erwachsenen zu erklären.
  2. Traurig und zornig nehme ich wahr, dass sie dafür gescholten werden. „Linkes Projekt“, „Bettelei“ usw.
  3. Entnervt sehe ich eine Debatte darüber, dass es auch „falsche“ Sternsinger gibt, die ebenfalls verkleidet, singend und segnend kommen,  aber nicht zum Kindermissionswerk gehören (und dies auch nicht behaupten). Mein Einwand,  sie sammeln vielleicht für einen anderen sozialen Zweck,  für die kranke Oma oder auch für sich selbst – was ich in Zeiten knapper Kassen nicht schlimm fände – wird schulmeisterlich abgebügelt. Die Mutter solle halt arbeiten gehen. (Vielleicht tut sie es ja. Es gibt auch schlecht bezahlte Arbeit. Aber so weit denkt nicht jeder.)
  4. Mit Befremden lese ich, dass „früher“ solche „unechten“ Sternsinger nicht unterwegs waren. Früher, d.h. in den 50er Jahren. Als noch alle ehrlich waren,  oder so.

Sternsinger gibt es seit den 40er Jahren des 16. Jahrhunderts. In Nordeuropa waren es zunächst Klosterschüler, da den Klosterschulen durch den erstarkenden Protestantismus die Einnahmen wegbrachen und Schüler, die nicht von Hause aus reich waren,  sammelten,  um weiter lernen zu können. Auch andere Berufsgruppen wurden zeitweise mit dem Dreikönigssingen unterstützt. Zudem steuerten arme Kinder so etwas zum Unterhalt der Familie bei.

Es gab auch missbräuchliche Verwendung der Sammlungen (Versaufen), die Verbote nach sich zogen. Aber im Großen und Ganzen diente das Dreikönigssingen von jeher dem Lebensunterhalt und der Bildung. Verbote wurden teilweise auch aus politischen Gründen ausgesprochen. Bettelei wirft kein gutes Licht auf die Obrigkeit.

Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es in Deutschland,  Österreich und Belgien die Sternsinger in der organisierten Form und mit dem Zweck, Armen zu helfen.

Aber wenn die Sternsinger ehrlichen Herzens den Segen Gottes bringen,  singen und sammeln, ohne organisiert zu sein, kann ich das nicht schlimm finden. Wirklich schlimm fand ich nur die deutliche Missbilligung der Sammlungen zugunsten von Menschen,  die weit weg leben.

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Epiphanias / Heilige Drei Könige

Melodie: Onward, Christian Soldiers

Königen und Weisen
zeigt den Weg ein Stern.
Durch die Wüste reisen
sie zu ihrem Herrn.
Heiden sind sie, fragen
die Gestirne nur;
Gott kennt ihre Plagen,
legt mit Licht die Spur.
Ihre Zweifel schwinden,
hell wird ihr Gesicht,
da sie Jesus finden
unterm Sternenlicht.

Ihre Gaben legen
sie vor Jesus hin,
und von Gottes Segen
leuchtet Herz und Sinn.
Da das Kind sie preisen,
ahnen sie es schon:
Ziel all ihrer Reisen
ist der Gottessohn.
Ihm dient alles Leben,
Luft und Meer und Land,
Er hat uns gegeben
Liebe und Verstand.

Kind, mach Du uns weise,
sei auch unser Stern.
Auf des Lebens Reise
folgen wir Dir gern.
Was Du uns gegeben,
geben wir zurück:
Du bist ja das Leben,
Seligkeit und Glück.
Steil sind unsre Pfade,
dunkel ist die Welt,
doch Du hast voll Gnade
Dich zu uns gesellt.

© Claudia Sperlich

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Gute Vorsätze und eine Bitte

Hier liegen mehrere literarische Baustellen seit langem brach. Die meisten sind nicht einmal groß, nur der letzte Schliff fehlt. Sie alle wollen dies Jahr endlich abgearbeitet werden!

Damit ich das schaffe, brauche ich Energie und Disziplin. Um beide ist es seit längerem nicht zum Besten bestellt. Und da schließt die Bitte an:

Ob meine geneigten Leser wohl mal in dieser Sache für mich beten?

Danke.

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Jesu Name

Melodie: Wie soll ich Dich empfangen

Ich sage Deinen Namen
am Tag wohl hundert mal.
Dir gilt mein Ja und Amen.
Bin Dein aus freier Wahl.
In Dir, mein Herr, alleine
ist Leben, Heil und Licht.
Du liebst das Schwache, Kleine,
Du hasst den Sünder nicht.

In Krankheit, Not und Ketten
mein Trost,  der nie vergeht,
Dein Name: „Gott wird retten“,
Verheißung und Gebet.
Kein andrer lässt mich finden
das Heil, die Seligkeit. 
Ihm will ich mich verbinden
für Zeit und Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

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Lebensrecht – weiterhin bedroht

Befürworter eines „Rechtes auf Abtreibung“ wiederholen gerne, dass die gesetzliche Regelung, je liberaler sie wird, desto weniger Abtreibungen zur Folge hat. Das Statistische Bundesamt zeigt aber, dass die Abtreibungszahlen in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig steigen.

1. Quartal 2023: rund 27 600 Schwangerschaftsabbrüche (Zunahme gegenüber dem 1. Quartal 2022 um 6,8 %).

2. Quartal 2023:  rund 26 700 Abtreibungen (Zunahme um 4,8% gegenüber 2. Quartal 2022).

3. Quartal 2023: rund 26 600 Abtreibungen (Zunahme um 0,7 % gegenüber 3. Quartal 2022).

4. Quartal 2023: rund 25 300 Abtreibungen (Abnahme um 3,1 % gegenüber 4. Quartal 2022).

1. Quartal 2024: rund 28 200 Abtreibungen (Zunahme um 2,3 % gegenüber 1. Quartal 2023).

96 % der gemeldeten Abtreibungen (1. Quartal 2024: 95 %) erfolgten nach Beratungsregelung.

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Die Zahlen ab dem 2. Quartal 2024 liegen mir noch nicht vor. Die Dunkelziffer liegt, wie immer, höher – wie viel höher, kann ich nicht wissen.

Babyklappen werden wenig genutzt – das liegt vermutlich zum Teil daran, dass es viel zu wenige gibt: In ganz Deutschland rund hundert. Von 2001 (Beginn der statistischen Aufzeichnung) bis Ende 2024 wurden nur 50 Säuglinge in Babyklappen in Deutschland gelegt. Immerhin: Für diese fünfzig war es eine gute Chance. Einen von ihnen durfte ich im vergangenen Jahr kennenlernen; er äußerte sich froh und dankbar dafür und wurde schnell in eine liebevolle Familie aufgenommen. Babyklappen sind sicher; sie bestehen aus einem Wärmebettchen mit einem Sensor, so dass das Kind sofort bemerkt wird und dann fürsorglich aufgenommen und medizinisch versorgt wird. Problematisch bleibt dabei, dass die Mutter völlig unbekannt und unversorgt ist. Wenn sie das Kind irgendwo heimlich geboren hat, fehlt ihr die oft dringend nötige medizinische und seelische Umsorgung. Auch für das Kind wird es meist später problematisch sein, nichts über seine Herkunft zu wissen. (Quelle: ein Artikel des Merkur unter Berufung auf das Landesverwaltungsamt in Halle.)

Die anonyme Geburt ist in der Regel ein besserer Weg für Mutter und Kind. Hier werden beide sofort nach allen Regeln der ärztlichen Kunst versorgt. Die Mutter kann anonym bleiben, muss aber nicht, und kann ihre Anonymität zu einem ihr genehmen Zeitpunkt (zuweilen Jahre später) aufheben. Das Kind hat mit 16 Jahren das Recht, zu erfahren, wer seine leibliche Mutter ist. In den Jahren 2014 bis 2023 wurden 1147 Kinder vertraulich geboren. Die Fallzahl hat sich auf 100 bis 130 eingependelt. (Quelle: Endbericht für die Erneute Aktualisierung von Daten über
Beratungen zur vertraulichen Geburt sowie über Auswirkungen des SchwHiAusbauG auf anonyme Formen der Kindesabgabe. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Die reguläre Adoptionsfreigabe nach einer nicht vertraulichen Geburt ist ein weiterer Weg für Mütter, die ihr Kind aus irgendwelchen Gründen nicht versorgen können. Eine Statistik hierzu habe ich nicht gefunden. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 1116 Kinder im Alter von einem bis unter drei Jahren adoptiert. Daraus ist aber nicht ersichtlich, wie viele Kinder von ihren Müttern zur Adoption freigegeben wurden. (Verwaiste Kinder und Kinder, die zu ihrem Schutz aus dem Elternhaus genommen wurden, sind ja auch in dieser Zahl enthalten.) Die Entwicklung der Anzahl der Adoptionen zeigt, dass seit 1993 immer weniger Minderjährige in eine neue Familie aufgenommen wurden. (Quelle: statista)

An den Möglichkeiten für Schwangere in Not muss noch sehr gearbeitet werden, aber immerhin gibt es Möglichkeiten. Eine Frau, die sich nicht zutraut, ihr Kind zu versorgen, braucht Hilfe – und es ist keine Hilfe, dies Kind „wegzumachen“.

Wirkliche Hilfe – Beratung, Begleitung und materielle Hilfe – gibt es bei zahlreichen Organisationen, z.B. bei Kaleb, 1000plus, Die Birke u.a.

Es lebe das Leben!

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Frohes Neujahr 2025!

Segne, Gott, dies neue Jahr,
Segne unser Mühen!
Gib Gedanken, gut und wahr,
Lass die Liebe blühen.

Gib im Guten Einigkeit,
Sind wir auch verschieden,
Mindre unsern Zank und Streit,
Schenk uns Deinen Frieden.

Lass uns gehn in Deinem Licht,
Mutig Dich bekennen,
Lasse unsre Häuser nicht,
Doch die Herzen brennen.

© Claudia Sperlich

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Silvester 2024

Ein kriegerisches Jahr wird nun entlassen
Wie üblich, mit Fondue und Rausch und Krach,
Man bleibt,  hier feiernd und dort betend, wach
Und hofft, im Neuen Bessres zu erfassen.

Ich weiß nicht,  ob es besser wird im Neuen,
Doch danken will ich für mein eignes Leben,
Für das, was Gott und Menschen mir gegeben:
Ich fand trotz allem so viel Grund zum Freuen!

Ich nehm mir nicht viel vor. Nur weitermachen
Und besser werden als ich vorher war,
Wenn es mit Gottes Gnade mir gelingt.

Ich nehm mir vor, den Teufel auszulachen,
Mehr aufzuräumen als im letzten Jahr
Und Gott zu folgen, immer, unbedingt.

© Claudia Sperlich

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Rückblick mit Dank

Im beinah vergangenen Jahr wurde so viel Schreckliches getan und erlitten. Und doch war es für mich, für meine kleine persönliche Welt,  ein so außerordentlich gutes Jahr!

Nein, reich oder erfolgreich bin ich nicht geworden.  Gesund auch nicht, eher ein bisschen weniger gesund, wie das eben ist, wenn man alt und fett ist.

Aber ich habe es so unglaublich gut. Ich habe Hilfe von lieben Menschen und selbst die Möglichkeit,  hier und da zu helfen. Gott sei Dank!

Hier ein Überblick über mein diesjähriges Dichten.

Januar
Februar
März
April
Juli
August (Melodie inzwischen vorhanden)
September
Oktober
November
Dezember

Nächstes Jahr gibt es hoffentlich auf der ganzen Welt mehr Gedichte und weniger Kriege. Beten wir darum.

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Weihnachtsoktav 2024

So arm an Glauben und so reich an Schlachten
Scheint diese Welt, so hemmungslos im Mord!
Ein neuer Schrecken flammt an neuem Ort,
Gleich wieviel Fromme in Gebeten wachten.

Und dennoch gilt die ewig gute Kunde
Von Hirten, die zum Kind sich ließen lenken,
Von Weisen, die es ehrten mit Geschenken,
Von der Geburt zu einem neuen Bunde.

Beherrscht scheint alles von Gewalt und Kriegen,
Und überall scheint Liebe zu erliegen,
Die laute Meinung zwingt die Wahrheit nieder.

Doch Wort und Wahrheit kam als Kind zur Welt,
Und auch wenn alles gegen Gott sich stellt:
Er, Wahrheit, Weg und Leben, Er kommt wieder.

© Claudia Sperlich

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