Mittwoch der zweiten Fastenwoche

An Gott

Ich bitte nicht um Wunder, nicht um Gaben –
es reicht ja, daß Du bist und lebst, mein Leben!
Du wirst mich einst in deinen Frieden heben –
mehr braucht kein Mensch. Mehr muß auch ich nicht haben.

Ich bitte nicht, daß Du den Lauf der Dinge
zu meinen oder andrer Gunsten wandelst
und dem geschaffnen Lauf zuwider handelst –
es wär mir kein Gebet, wenn ich Dich zwinge.

Ich mühe mich um meine kleinen Werke –
wenn es gelingt, tat das nur Deine Stärke.
Aus eigner Kraft kann ich nur gehn, nicht schweben.

Gib mir die Klugheit, Gutes zu erkennen
und laß mich Schlechtes frei beim Namen nennen.
Von dem, was Du mir gibst, laß gern mich geben.

© Claudia Sperlich

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Dienstag der zweiten Fastenwoche

Was uns trennt

Mein Gott – ich bitte Dich an jedem Tage,
In jeder Stunde, durch mein ganzes Leben:
Nimm, was mich von Dir trennt! Ich wills Dir geben.
Es klebt wie Pech. Und alles, was ich wage,

Mein ganzes Wissen, Können und Bestreben,
Was immer ich an Gutem tu und sage,
Was immer ich aus Liebe zu Dir trage,
Und alles Beten kann mich nicht erheben

Zu Dir, mein Gott, denn alles ist vergiftet
Von meinem Zorn, der unversöhnlich brennt,
Von meinem Hochmut, meiner Eitelkeit.

Du, Herr, hast mich zum Glauben angestiftet.
Reiß Du aus meinem Herzen, was uns trennt!
Du bist mir nah – ich bin von Dir so weit.

© Claudia Sperlich

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Zwischendurch mal schmökern?

Das geht zum Beispiel in meinen Links. Wenn man dort nach Lektüre zahlreicher guter Weblogs ganz herunterscrollt oder auch gleich hier guckt, findet man meine Maupassant-Übersetzungen.
Freunden des friedlichen, frommen Landlebens empfehle ich besonders Auf dem Lande und Die Schnur sowie Das Fässchen.
Anrührende Familiengeschichten von gar nicht heilen Familien sind Der Krüppel und Simons Papa und in gewisser Hinsicht auch Danach (Achtung, letzteres ist nichts für die zarteren Gemüter unter Hundefreunden).
Wer Grusel ganz ohne Übersinnliches mag, ist Auf dem Wasser richtig.
Und wer mal hören will, was Überraschendes herauskommen kann, wenn Trunkene sich auf Kosten eines anderen amüsieren wollen (und außerdem gerne mal lacht), sollte Der Dieb lesen.

Meine Übersetzung von Simons Papa erscheint im März in einer Anthologie: Am Anfang war das Wort. Cornelsen Schulverlage, ISBN 978-3-7627-0642-7.

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Montag der zweiten Fastenwoche

Gaben

Herr, ich kann Dir nichts anderes geben
als meine Sünden und Deine Gaben.
Herr, ich will nichts Geringeres haben
als einen Weg zum ewigen Leben.

Herr, diese Welt will mich an sich raffen,
ich strecke selbst die Hand ihr entgegen.
Rüste mich, Herr, mit den rechten Waffen!
Ohne Dich bin ich ihr unterlegen.

Wo Du mich hinstellst, da will ich leben,
will vor meinem Dienst ich nicht fliehen.
Dir will ich mich in die Hände geben.
Dann will ich ewig vor Dir, Herr, knien.

© Claudia Sperlich

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Dem Bloggerfreund Theomix zum Wiegenfest

Ein Christenfreund mit Wort- und sonstgem Witz,
Ein Wortfreund, dem kein Scherz zu unernst bleibt
Und der den Ernst nie allzu scherzarm treibt,
Trifft Hirn und Herz mit manchem Geistesblitz!

Auch im Disput – selbst an Marienfesten! –
Scheu ich mich nicht als harter Erzkathole,
Daß eins beim andern sich Gedanken hole,
Bin gern und freudig unter seinen Gästen.

Ich freu mich blogosphärischer Mixtur
In Morgenstern-Jörg-Martins Rezeptur,
Mit oft so heitrem, immer frischem Wehen.

Einander wollen wir den Himmel gönnen!
Und bis den Herrn wir endlich sehen können,
Mag Theos Mixer sich noch lange drehen.

© Claudia Sperlich

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Hörnchen frühstückt

Guten Appetit, Hörnchen!
Ich bin sehr froh, daß die Hörnchen sich nicht mehr so leicht verscheuchen lassen. Sie bleiben zwar mißtrauisch, und leider hat auch dieses nach einigen Photos die Flucht ergriffen. Aber sie kommen doch immer wieder und verharren am Futternapf länger als früher.
Wenn es warm genug ist, werde ich wieder versuchen, sie auf den Schreibtisch zu locken. Das ist mir ja schon mal gelungen.

Eichhörnchen
Eichhörnchen

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Reminiscere

Liebeslied an Gott

Ich liebe Dich, mein Jesus, und Du weißt,
Daß ich zu wenig und zu zaghaft liebe,
Daß ich das Gute allzu oft verschiebe,
Zu selten handle, wie Dein Wort mich heißt.

Wenn diese Welt mich zwingt in ihr Getriebe,
Wenn sie mich kitzelt, lockt und an sich reißt,
Dann meldet mein Gewissen sich noch meist,
Doch es verstummt, wenn ich es von mir schiebe.

Ich bitte Dich, mein träges Herz zu wandeln.
Hilf mir, nach Deinem Willen froh zu handeln.
Steh Du mir bei. Lass mich den Kampf gewinnen.

Ich liebe Dich mit Seele, Herz und Sinnen!
Mein Jesus, Du allein kannst mir genügen.
Mit keinem Mindren will ich mich begnügen.

© Claudia Sperlich

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Samstag der ersten Fastenwoche

Vernichte meinen Hochmut!

Der Du Mauern niederreißt,
der Du Reiche hast beendet,
reiße meinen Stolz auch nieder,
der mir Herz und Geist verblendet,
meine Eitelkeit verbrenne,
in der ich die Zeit verschwendet,
und vernichte meinen Hochmut,
durch den ich mich abgewendet.
Der Du Länder hast befreit,
mache mich für Dich bereit.

© Claudia Sperlich

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Freitag der ersten Fastenwoche

Zwei Feuer

Dein Geist, Herr, befeuert mein Denken und Handeln,
Dein Feuer verbrennt, was mich von Dir trennt,
Dein Feuer allein kann mich läutern und wandeln.

Das Feuer des Bösen will funkelnd betrügen,
es lockt und es schwelt, und ich hab es gewählt
und hab es geschürt mit alltäglichen Lügen.

Gewissen zieht mich vor Dein Gericht,
meinen Stolz, meine Gier leg ich ab vor Dir.
Dein Feuer, Herr, ist nur Gnade und Licht.

© Claudia Sperlich

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Donnerstag der ersten Fastenwoche

Fragen

Herr, Du bestürmst mein Herz, machst es weit
und füllst es mit Fragen.
Ich suche Antwort, Du aber schweigst.
Erleuchte mein Sinnen,
Laß mich durch Deinen Geist Dich verstehn!
Ich finde den Weg nicht,
den ich nach Deinem Willen soll gehn.
Vergib mir mein Zaudern!
Lehre mich, Deinen Willen zu tun,
auf Dich nur zu hören.
Sag, was ich tun soll. Laß mich verstehn,
ich will Dir ja folgen!
Führst Du durch Dunkel, führ auch zum Licht,
Du Licht meines Lebens!
Herr, ich bin schwach und schuldig vor Dir –
mein Gott, sei barmherzig.

© Claudia Sperlich

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