Immer schön katholisch bleiben!

Und, wenn es mir gelingt, gern noch katholischer werden.

Anlass für diesen Artikel ist ein anderswo zitiertes höchst engagiertes Schreiben eines Protestanten an einen Priester – eine Reihe von Imperativen, was der Priester (und mit ihm vermutlich alle Priester, deren Adressen der Absender habhaft werden konnte) zu tun und zu lassen hat.

Laien tun gut daran, die überarbeiteten Priester nach Kräften zu unterstützen. Deshalb arbeite ich den Brief hier Punkt für Punkt ab.

Ihnen gesegnete Wünsche zum Reformationsfest!

Dankeschön. Am Vorabend zum Fest Allerheiligen wünsche ich Ihnen Gottes reichen Segen.

Fahren Sie fort auf dem Weg, den unsinnigen Ablass (auch durch so genannte „Heilige Jahre“ und „Heilige Pforten“) zu beseitigen…

Um zu verstehen, was Ablass ist, muss man zunächst verstanden haben, was Fegefeuer ist. Als Fegefeuer oder Purgatorium (Reinigungsort) bezeichnet man den Zustand, in dem die Seelen Verstorbener sich befinden, wenn sie die ewige Seligkeit erlangen sollen, aber infolge ungebüßter, ungesühnter Sünden noch nicht bereit dazu sind. Biblische Argumente sind:

2 Makk. 32,45-32 erzählt, daß die im Krieg gegen die Idumäer Gefallenen „unter ihren Kleidern Amulette der Götter von Jamnia trugen, obwohl das den Juden vom Gesetz her verboten ist“. Ihr Tod wird als Konsequenz aus dieser Sünde verstanden. Die Juden „hielten sie einen Bittgottesdienst ab und beteten, dass die begangene Sünde wieder völlig ausgelöscht werde.“
Die Fürbitte für die Toten wird im Folgenden ausdrücklich mit dem Glauben an die Auferstehung erklärt; implizit sagt der Autor, daß Tote wegen der allgemeinen Neigung zur Sünde Fürbitte brauchen – und daß also die Auferstehung erst nach einer postumen Reinigung vollkommen ist.
Heilige Orte und Zeiten (z.B. das Jobeljahr) sind biblisch begründet.

In 1 Kor. 3,13-15 schreibt Paulus über die letzten Dinge:

… das Werk eines jeden wird offenbar werden; jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch.

Es ist also für jeden im mündigen Alter Verstorbenen damit zu rechnen, daß er für das, was dem Gericht nicht standhält – für seine im Erdenleben nicht vollkommen wiedergutgemachten Sünden – einen Reinigungsprozess durchmachen muss. Unsere Taten haben Konsequenzen, auch wenn jedem, der sich aufrichtig zu Christus bekennt, die Rettung am Ende zugesagt ist.

Ablass (den kathpedia-Artikel kann ich nur empfehlen) bedeutet, daß diese Reinigung durch Gebete und gute Werke unter bestimmten Voraussetzungen (u.a. Abkehr von der Sünde, aufrichtiger Glaube an Jesus Christus) gewissermaßen vorweggenommen werden kann, daß also das Purgatorium für einen selbst oder, wenn man darum bittet, für einen Verstorbenen gemildert oder aufgehoben wird. Ablass widerspricht also nicht Gottes Gnade, sondern bestätigt sie!

… die Vergottung Maria von Nazareths und vor allem ihre unbiblische Anrufung zu beenden…

Es ist zwar wahr, daß es – von der Kirche nicht approbierte – Übertreibungen der Marienfrömmigkeit gibt. Jedoch wird die Gottesmutter von der Kirche nicht „vergottet“. Die Bibel und die Kirche sehen sie als Mutter Jesu – also Mutter Gottes, denn Jesus ist Gott, hierüber dürfte es mit frommen Protestanten keine Uneinigkeit geben. Ferner gehen Katholiken davon aus, daß sie nicht erst am jüngsten Tag auferweckt wird, sondern bereits jetzt bei Gott in seliger Ewigkeit lebt. Die katholische Theologie identifiziert die in Off. 12 genannte Frau mit Maria (und ich wüßte nicht, womit man eine Frau, deren Sohn die gottgewollte Herrschaft über alle Welt innehat, sonst identifizieren sollte). Wenn nun diese Frau – immer noch nach dem biblischen Zeugnis der Offenbarung des Johannes – vollkommen vor der Schlange (Bild für den Teufel) bewahrt bleibt, dann auch vor der Sünde, dann auch vor den Folgen der Sünde, also dem Tod. Damit ist es logisch, daß sie nach ihrer Erdenzeit ohne Todeskampf und ohne Verwesung unmittelbar in den Himmel aufgenommen wurde. Daß sie tatsächlich vor Sünde bewahrt blieb, wird zudem damit begründet, daß sie von vornherein und ohne ihr Zutun, allein aus Gnade, würdig sein musste, Gott aufzunehmen. Mir persönlich leuchtet aber die Argumentation aus der Offenbarung noch mehr ein. Als Katholikin bin ich frei, die eine Argumentation besser zu finden als die andere – wenn nur beide der Wahrheit dienen.
Wenn Maria lebt, kann man sie auch um etwas bitten. Ob sie einer Bitte um Hilfe nachkommt, liegt bei dem, dessen Magd sie ist. Die Bitte um Fürbitte wird sie immer erfüllen. Maria oder die Heiligen um fürbittendes Gebet anzugehen ist nicht viel anders, als einem Freund zu sagen: Bete mal für mich in dieser oder jener Sache. Ein guter Freund wird das tun, wenn er kann. Maria tut es immer.

… oder die Missachtung von Frauen abzuschaffen. Da es Jüngerinnen gab, sind Priesterinnen selbstverständlich. Eine Dienstvoraussetzung durch primäre Geschlechtsmerkmale ist dümmliche Selektion, deren Qualität nicht weit von dem unseligen Zölibat entfernt ist.

Hierzu habe ich schon hier etwas geschrieben. Heute nur so viel: Männer und Frauen sind nicht nur an anatomischen Merkmalen als solche kenntlich. Was den Zölibat betrifft, so kann nur eine übersexualisierte Welt ihn verdammen. Zölibat ist radikale Nachfolge, Solidarität mit den Unbegehrten und Ungeliebten, ein Sich-Freihalten für den Herrn und den Dienst an der Gemeinde, und schließlich sagt Jesus selbst lt. Mt. 19,12:

Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.

Es gibt also eine Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen – wir nennen sie Zölibat.

Lernen Sie wieder mit der Bibel statt die Messliturgie. Predigen Sie freudiger statt lustlos Ihre ethisch verschwurbelten Homilien herunterleiern. Nutzen Sie die Kanzeln statt der Stehpulte.

Die Messliturgie orientiert sich an der Bibel. Katholiken feiern den Herrn, in dem sie alle gottgegebenen Sinne ansprechen und nutzen. Die üppige Schönheit einer Messe offenbart den Gott des Lebens und der Fülle. (Wir haben dabei auch keine Hemmung, Bachchoräle zu singen. Sie als Protestant mögen ja auch Mozart.) Die Messe hat einen klaren Ablauf, eine Ordnung, auf die sich Christen in aller Welt verlassen können. Sie ist ein „heiliges Spiel“, bei dem der Priester an mehreren Stellen (Lesung des Evangeliums, Predigt und Eucharistie) in persona Christi handelt.

Daß im Evangelium der Herr selbst zu uns spricht, ist wieder ein Punkt, bei dem Katholiken und Protestanten sich einig sind. In der feierlichen Akklamation wird das in der Messe jedes Mal mit besonderer Freude betont. Nun ist in der Tat nicht jede Predigt so, daß der aufmerksame Hörer den Eindruck hat, den Herrn selbst zu hören. Manche Predigten haben mich auch schon dazu gebracht, im Stillen den Heiligen Geist anzuflehen. Auch das ist ja nichts Schlimmes. Gerade bei dem Priester, der mir Ihr Schreiben zeigte, ist es aber so, daß ich von ihm viele hervorragende Predigten kenne, die den Ernst und die Schönheit und die Freude der Heiligen Schrift jedem Mitdenkenden nahebringen.
Kanzeln gibt es nur noch in sehr wenigen katholischen Kirchen. Die Kanzel ist sinnvoll, wenn es darum geht, ohne Mikrophon auch die in den hinteren Bänken sitzenden Gläubigen zu erreichen. Zugleich aber erhöht sie den Geistlichen in einer Weise, die ihn optisch zu etwas anderem als einem Diener des Herrn und der Gemeinde macht. Das ist in der Tat aus katholischer Sicht richtig, weil ja der Priester während der Homilie in persona Christi spricht. Andererseits spricht für die nachkonziliaren Stehpulte, daß er zugleich eben ein Mensch ist wie alle anderen und sich von der Gemeinde nicht einen Schritt weiter entfernen soll als unbedingt nötig. Sie sehen, ich habe für beide Modelle, Kanzel und Stehpult, ein Für und ein Wider. Aber viel wichtiger als die Frage „Kanzel oder Stehpult“ ist doch, daß die Schrift gelesen und erklärt wird! Das aber geschieht in beiden Fällen.

Schwören Sie ab von diesem magischen Abendmahlsverständnis als betrieben Sie in jeder Messe geistlichen Kannibalismus und entlarven Sie den status indelebilis als das was er ist: unjesuanische Anmaßung.

Wenn Jesus sagt „Dies ist mein Leib – dies ist mein Blut“, welcher Priester dürfte es wagen, zu behaupten, das sei nicht so gemeint?
Der Herr hat die Taufe auf sich genommen und den Aposteln befohlen, in Seinem Namen zu taufen. Sollte Er da etwas Unverbindliches oder gar Banales befohlen haben?

Schaffen Sie das törichte Gerede von den „Laien“ ab: Es gibt keine professionelle Gläubigen im Gegensatz zu Amateuren!

Laie, von gr. λαός, Volk, über λαϊκός, zum Volk gehörig ist nach kirchlichem Verständnis, wer durch die Taufe zum Volk Gottes gehört. In diesem Sinne ist natürlich auch der Priester ein Laie. Jedoch ist der Klerus, von gr. κλῆρος, „Scherbe, Los“, der „ausgeloste“ Teil des Gottesvolkes, der zum priesterlichen Dienst berufene. (Es ist bei zweitausend Jahren Kirchengeschichte übrigens sinnvoll, diese zu kennen, wenn man Priester sein soll; das Studium ist fast unerlässlich – aber darum geht es hier nicht, wir sind ja nicht bei der weltlichen Bedeutung des Wortes Laie.) Der zum Priesteramt Gerufene ist nicht privilegiert durch diese Aussonderung, aber in besonderer Weise verpflichtet zu Opfer und Sühne. Kein Grund zum Neid, und vielmehr einer zum Dank, wenn ein junger Mann diesem Ruf folgt und sich auch noch darüber freut wie ein König. Amateur, also im Wortsinn: Liebhaber des Glaubens wird er mit Gottes Hilfe bleiben.

Und beherzigen Sie endlich, was Martin Luther so trefflich auf den Punkt brachte: Ein christlich Wesen besteht nicht im äußerlichem Wandel; es wandelt auch den Menschen nicht nach dem äußerlichen Stande, sondern nach dem innerlichen, d. h., es gibt ein andres Herz, einen andren Mut, Willen und Sinn, welcher dieselben Werke tut, die ein anderer ohne solchen Mut und Willen tut. Denn ein Christ weiß, dass es ganz am Glauben liegt. Darum gehet, stehet, isset, trinket, kleidet, wirket und wandelt er wie sonst ein gemeiner Mann in seinem Stande, dass man nicht seines Christentums gewahr wird, wie Christus Luk. 17,20f saget: „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ In diesem Sinne: ecclesia semper reformanda!

Das hat Luther nett gesagt. Die katholische Kirche tat es schon von Anfang an, anderthalb Jahrtausende vor Luther, und sie wird es auch fürder tun. Dazu hat sie eine Struktur, die ihr das erleichtert. In der Tat wären Sakramente, Liturgie und priesterlicher Dienst nichts als Theater ohne den Glauben. Mit ihm aber und durch ihn sind sie das, was uns dem Herrn nahe bringt. Dazu hat der Herr uns dies alles geschenkt – daß wir die Sehnsucht nach Ihm nie verlieren, die Freude an Ihm pflegen, daß wir Seine Liebe feiern und Seine Barmherzigkeit annehmen.

reforma te ipsum!

Amen.

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Doppelrezension

Auf kath.net erschien heute eine Rezension für zwei meiner Bücher – für das Hymnarium

Claudia Sperlich, die sowohl ihre Muttersprache Deutsch als auch die Fremdsprachen Englisch, Französisch und Latein beherrscht, ist es hier gelungen, Übersetzungen der Texte aus der Originalsprache anzubieten, die sowohl dem Original ganz treu bleiben als auch dem modernen Sprachempfinden gerecht werden.

… und die Zyklischen Sonette.

In sprachlicher Meisterschaft versteht es die Autorin, die Geschichte Gottes mit dem Menschen und die Sehnsucht der Menschen zu formulieren und in wunderbare Verse einzubinden.

Das klingt ja nach wirklich guten Büchern. Sollte man kaufen.

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Blitzmerker in Friedenau

In der U-Bahnstation nächst meiner Heimatgemeinde hat jemand ein ungewöhnliches Graffito hinterlassen. Aber echt: Die Hochzeit meiner Freunde Suse und Tobias ist schon eine ganze Woche her!
Graffito

Aber macht ja nichts, man kann gar nicht oft genug sagen, daß die beiden gern und gültig verheiratet sind.

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Dem Doktor Luther kann ich mich nicht entziehen.

Mögen andere Katholiken ihn in Grund und Boden verdammen, und das auf sehr unsachliche und zum Teil auch rundheraus falsche Weise (denn Luther hat, man mag es wollen oder nicht, als Übersetzer ein großes Werk vollbracht und unsere Sprache geprägt), und mag ich auch vieles ganz falsch finden, was meine protestantischen Freunde und Glaubenshalbgeschwister ganz oder teilweise richtig finden und anderes mit jenen vereint verurteilen – Martin Luther ist mein Kollege als Dichter, und wahrlich keiner der geringsten in den Gauen von Sachsen-Anhalt.

Ein feste Burg ist unser Gott, dies protestantische Kampflied, das ich so liebe und in dem ich gar nichts finde, was ein Katholik nicht aus vollem Herzen mitsingen könnte, ist für mich eines der schönsten deutschen Glaubenslieder überhaupt, und zu meinen Wunschträumen gehört, es in einem vierstimmigen Chorsatz a capella bei der Mittwochsaudienz auf dem Petersplatz zu singen.

Ähnlich eindrucksvoll ist Luthers Adaption des 130. Psalms, Aus tiefer Not – das ist kein gemütlich-biedermeierlicher Protestantismus, sondern das Lied eines Menschen, der mit Gott und der Welt hadert und ringt, bis er endlich eingesteht: ER ist allein der gute Hirt.

Im Advent erklingt zu meiner Freude auch Luthers Übertragung des ambrosianischen Veni redemptor gentium: Nun komm, der Heiden Heiland. (Ich bin auch nicht neidisch, daß Luthers Version berühmter ist als meine. Dafür ist meine vollständiger. An dieser Stelle werbe ich frech für mein zweisprachiges Hymnarium.) Zu Weihnachten möche ich nicht auf den lutherschen Engel mit der guten neuen Mär verzichten.

Luther verehrte Maria, auch wenn er ihre leibliche Aufnahme in den Himmel nicht annahm. Die sternengekrönte Frau aus der Johannesapokalypse sah er zwar nicht als Maria, sondern als Bild der Kirche, aber das fließt für mich Katholikin ja ineinander, und ich lese das folgende Lied (das in evangelischen Kirchen so gut wie nie gesungen wird) mit katholischem Blick auf die Apokalyptische Madonna.

Ein Lied von der heiligen christlichen Kirche, aus dem 12. Kapitel der Offenb. Joh..

Sie ist mir lieb, die werte Magd
und kann ihr nicht vergessen,
Lob, Ehr und Zucht von ihr man sagt,
sie hat mein Herz besessen.
Ich bin ihr hold,
und wenn ich sollt
groß Unglück han,
da liegt nicht an;
sie will mich des ergetzen
mit ihrer Lieb und Treu an mir,
die sie zu mir will setzen
und tun all mein Begier.

Sie trägt von Gold so rein ein Kron,
da leuchten inn zwölf Sterne,
ihr Kleid ist wie die Sonne schon,
das glänzet hell und ferne;
und auf dem Mon
ihr Füße stohn;
sie ist die Braut,
dem Herrn vertraut.
Ihr ist weh und muss gebären
ein schönes Kind, den edlen Sohn
und aller Welt ein Herren,
dem sie ist unterton.

Das tut dem alten Drachen Zorn
und will das Kind verschlingen,
sein Toben ist doch ganz verlorn,
es kann ihm nicht gelingen.
Das Kind ist doch
gen Himmel hoch
genommen hin
und lässet ihn
auf Erden fast sehr wüten.
Die Mutter muss gar sein allein;
doch will sie Gott behüten
und der recht Vater sein.

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Augustinerchorherr beim Komponieren erwischt!

Ich verstehe nichts von Popmusik. Klar, ich weiß, daß Singing in the Rain schön ist und When I’m Sixty-Four auch, aber das ist schon alles. Alipius Müller hingegen versteht nicht nur etwas von, er macht Popmusik.
Neulich hatte ich mal in etwas reingehört und gefunden: Klingt nett, versteh ich aber nichts von. Aber nun hat der ehrwürdige Herr Alipius seine Leser geradezu genötigt, sein neuestes Werk zu hören, ein Stück mit dem Titel Whiskey/Zigaretten/Verlust.

Und Recht hat er! Das geht unter die Haut, das ist nicht einfach bloß Wohlfühlmusik, sondern hat Tiefgang. Musik in neblig verschleierten, gedeckten Farben, die nach nassem Herbstlaub riecht. Kultivierte Sehnsucht im Spätherbst.

Zwischen dir und dem Schlaf heißt das Album auf des Herrn Alipi Soundcloud. Ein anderes Stück mit dem poetischen Titel An deinen quellen, o niemandsland beschreibt wirklich mit nur klanglichen Mitteln tiefes, sprudelndes Wasser, und es klingt so, als ob man selbst in diesem Wasser wäre.

Das wachsende Album hat noch andere Titel, in denen ich aber nicht diese musikalische Tiefe höre. Gut anzuhören sind sie aber alle. Auch wenn man nichts von Popmusik versteht und das eigentlich auch gar nicht ändern möchte.

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Programmhinweis

Übermorgen bin ich wieder im Radio zu hören:

Donnerstag, 27. Oktober
20.30-21.35 Uhr
Das stichdunkle Mittelalter – die völlig falsche Mittelalterrezeption des 19. Jhs.
Teil II der Vortragsreihe
Radio Horeb

Wer da keine Zeit hat, kann den Vortrag auf Radio Horeb auch als Podcast oder mp3 hören.

Auch schon bald bin ich in der schönen Herz-Jesu-Kirche in Dessau-Roßlau.

Mittwoch, 9. November
19.30 Uhr
Gottheit tief verborgen – Thomas von Aquin
Vortrag
Eintritt frei, Spende erbeten
Herz-Jesu-Kirche
Schillerplatz
06862 Dessau-Roßlau

Ende des Monats geht es weiter in Potsdam.

Dienstag, 29. November
19.30 Uhr
Kirchenlehrer Ambrosius
Arche Potsdam
Am Bassin 2
14467 Potsdam

Advenite!

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Hörnchen im Winterpelz

Nun sind sie dick eingemummelt, die Hörnchen, mit prächtigen Ohrpinseln, und sie kommen noch öfter ans Fenster als im Sommer – Futter wird knapp. Nun, vor meinem Fenster ist noch kein Hörnchen verhungert!

Eichhörnchen im Oktober
Eichhörnchen im Oktober
Eichhörnchen im Oktober
Eichhörnchen im Oktober

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Suse, Tobias und die Trauzeugin

Gestern haben meine Mitblogger, Freunde, Römlinge Suse und Tobias einander in meiner Heimatgemeinde das Sakrament der Ehe gespendet. Und ich bin Suses Trauzeugin!

Es war eine wundervolle, bewegende Brautmesse, es waren Blogoezesane dabei, aber durchaus nicht nur. Auch meine Hausgenossin Seve war da und hatte offensichtlich große Freude daran.
Von der Zeremonie habe ich keine Bilder gemacht – erst Lektorin, dann Trauzeugin, da passte das nicht mehr. Aber die beiden werden ja berichten!

Hier sieht man zwei Junggesellen. Der eine war eine Dreiviertelstunde später keiner mehr, der andere bleibt’s.
Zwei Junggesellen

Die anschließende Feier mit gut vierzig Gästen – auch Seve war dabei! – war sehr fröhlich und sehr schön. Von mir gab es die Hochzeitstorte (die wirklich sehr gut geworden war, trotz meiner Angst vor totalem Misslingen) und eine Rede sowie ein Gedicht.

Hier sieht man, wie zwei noch mal alles zurechtzupfen für die Photos – aber zu spät.
Schönes Paar!

Dies ist Torte. DEUS LO VULT – Gott will es!
Hochzeitstorte

Hier die Braut mit lächelnd erhobenem Messer.
Tortenanschnitt

Die Torte wird angeschnitten!
Tortenanschnitt

Suse und Tobi zur Hochzeit

Was Gott verbunden hat, soll niemand trennen!
Ich durfte mit an diesem Bande weben,
Bezeuge, daß Ihr Euch das Wort gegeben,
Darf beide großen Freunde Klein nun nennen.

Nicht immer werdet Ihr auf Wolken schweben,
Und manchmal wird die Suppe Euch verbrennen –
Doch zwei, die sich zum einen Herrn bekennen,
Die gehn auch dann auf Ihm, dem Weg, durchs Leben.

Bleibt Ihr in Ihm, dann wird Er in Euch bleiben!
Er segne Euer Tun und Euer Treiben,
Er lasse Euch zu frohen Eltern werden.

Er gebe Euch, gemeinsam alt zu werden,
Doch erst einmal: gemeinsam jung zu sein
Mit Lust und Liebe und mit Brot und Wein.

© Claudia Sperlich

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Vanitas vanitatum!

Kürzlich schaute meine Kamera auf den Garten im Herbst und auf eine Nebelkrähe. Es ist eben alles eitel. Und ganz im Ernst: Schade, daß ich die Krähen nie so gut ablichten kann, wenn sie noch leben. Ich finde sie schön.

Feuerdorn
Tote Nebelkrähe
Rose
Tote Nebelkrähe
Rose
Tote Nebelkrähe
Astern
Tote Nebelkrähe
Hortensie

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Minze und Hagebutten

Die Minze auf dem Balkon ist verblüht, die Blätter sind verfärbt – sie schmeckt nicht mehr, aber schön ist sie immer noch.
Minze

An der Marienkirche blühen keine Rosen mehr – aber die Hagebutten sind prächtig.
Hagebutten
Hagebutten
Hagebutten

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