Hörnchen im Winterpelz

Nun sind sie dick eingemummelt, die Hörnchen, mit prächtigen Ohrpinseln, und sie kommen noch öfter ans Fenster als im Sommer – Futter wird knapp. Nun, vor meinem Fenster ist noch kein Hörnchen verhungert!

Eichhörnchen im Oktober
Eichhörnchen im Oktober
Eichhörnchen im Oktober
Eichhörnchen im Oktober

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Suse, Tobias und die Trauzeugin

Gestern haben meine Mitblogger, Freunde, Römlinge Suse und Tobias einander in meiner Heimatgemeinde das Sakrament der Ehe gespendet. Und ich bin Suses Trauzeugin!

Es war eine wundervolle, bewegende Brautmesse, es waren Blogoezesane dabei, aber durchaus nicht nur. Auch meine Hausgenossin Seve war da und hatte offensichtlich große Freude daran.
Von der Zeremonie habe ich keine Bilder gemacht – erst Lektorin, dann Trauzeugin, da passte das nicht mehr. Aber die beiden werden ja berichten!

Hier sieht man zwei Junggesellen. Der eine war eine Dreiviertelstunde später keiner mehr, der andere bleibt’s.
Zwei Junggesellen

Die anschließende Feier mit gut vierzig Gästen – auch Seve war dabei! – war sehr fröhlich und sehr schön. Von mir gab es die Hochzeitstorte (die wirklich sehr gut geworden war, trotz meiner Angst vor totalem Misslingen) und eine Rede sowie ein Gedicht.

Hier sieht man, wie zwei noch mal alles zurechtzupfen für die Photos – aber zu spät.
Schönes Paar!

Dies ist Torte. DEUS LO VULT – Gott will es!
Hochzeitstorte

Hier die Braut mit lächelnd erhobenem Messer.
Tortenanschnitt

Die Torte wird angeschnitten!
Tortenanschnitt

Suse und Tobi zur Hochzeit

Was Gott verbunden hat, soll niemand trennen!
Ich durfte mit an diesem Bande weben,
Bezeuge, daß Ihr Euch das Wort gegeben,
Darf beide großen Freunde Klein nun nennen.

Nicht immer werdet Ihr auf Wolken schweben,
Und manchmal wird die Suppe Euch verbrennen –
Doch zwei, die sich zum einen Herrn bekennen,
Die gehn auch dann auf Ihm, dem Weg, durchs Leben.

Bleibt Ihr in Ihm, dann wird Er in Euch bleiben!
Er segne Euer Tun und Euer Treiben,
Er lasse Euch zu frohen Eltern werden.

Er gebe Euch, gemeinsam alt zu werden,
Doch erst einmal: gemeinsam jung zu sein
Mit Lust und Liebe und mit Brot und Wein.

© Claudia Sperlich

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Vanitas vanitatum!

Kürzlich schaute meine Kamera auf den Garten im Herbst und auf eine Nebelkrähe. Es ist eben alles eitel. Und ganz im Ernst: Schade, daß ich die Krähen nie so gut ablichten kann, wenn sie noch leben. Ich finde sie schön.

Feuerdorn
Tote Nebelkrähe
Rose
Tote Nebelkrähe
Rose
Tote Nebelkrähe
Astern
Tote Nebelkrähe
Hortensie

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Minze und Hagebutten

Die Minze auf dem Balkon ist verblüht, die Blätter sind verfärbt – sie schmeckt nicht mehr, aber schön ist sie immer noch.
Minze

An der Marienkirche blühen keine Rosen mehr – aber die Hagebutten sind prächtig.
Hagebutten
Hagebutten
Hagebutten

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Das kleinere Übel

Man könnte die Beseitigung von Menschen, die einem wirklich ernstlich im Weg stehen, legalisieren. Es gibt ein Recht auf ungestörtes Leben und ungetrübtes Glück, und wenn irgendjemand dem massiv im Wege steht, muss er weg.

Eltern, Geschwister, Verwandte, Nachbarn sind ja in der Tat zuweilen echte und bleibende Behinderungen des eigenen Glücks, belastend, gar bedrohlich. Es ist ein Akt der Notwehr, sie zu entfernen.
Nun ist das den meisten Menschen nur schwer und unter großer Gefahr für das eigene Leben möglich. Gar nicht so selten wurden Menschen selbst schwer oder gar tödlich verletzt beim laienhaften Versuch, andere zu töten. Deshalb ist es notwendig, gut ausgebildete Killer dafür einzusetzen. Um der sozialen Gerechtigkeit willen darf das den Antragsteller nichts kosten, sondern muss als Kassenleistung gewährt werden. Um Mißbrauch vorzubeugen, beschränkt der Gesetzgeber das Recht auf Tötung auf den Verwandtenkreis ersten und zweiten Grades sowie die Nachbarn in höchstens achthundert (in Härtefällen: tausend) Meter Wohnumkreis.

Stellen Sie sich vor, man erlaubt das nicht. Oder man erlaubt es, aber der Antragssteller muss selbst zahlen. Dann werden die Reichen einen Fachmann beauftragen, der die Arbeit professionell, aber für ein Heidengeld erledigt (bei Illegalität noch teurer), und die Armen machen es selber oder beauftragen einen billigen Pfuscher – das bedeutet Lebensgefahr für den Auftraggeber, ebenfalls hohe Gefahr für den Ausführenden und womöglich vermeidbare Quälerei für das Opfer. Es gibt sogar Überlebende solcher Prozeduren!

Auch das Modell, den Antragsteller einer Pflichtberatung zu unterziehen, die ihn stigmatisiert und nur von seiner Not ablenkt, ist verwerflich, weil es den Antragsteller mit dem Makel der Illegalität behaftet.

Viel besser ist es doch, man legalisiert es, lässt nur staatlich geprüfte Killer zu und rechnet über die Krankenkasse ab. Echte Profis tun dem Opfer auch gar nicht weh. Und schließlich wäre es für die Verwandten und Nachbarn ja auch kein schönes Leben, wenn sie ungeliebt sind.

Finden Sie diesen Vorschlag schlecht?
Ich auch.
Finden Sie, bei Ungeborenen sollte ein vergleichbarer Vorschlag verwirklicht werden?
Ich nicht.

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Offener Brief an Ansgar Mayer

Der Direktor der Abteilung Medien und Kommunikation des Erzbistums Köln, Ansgar Mayer, lamentiert auf seinem facebook-Auftritt über die „rechtskatholische“ Lebensschützerbewegung und entblödet sich nicht, sein Lamento durch eine Graphik zu untermauern. So böse ist also der Marsch für das Leben! Solche Leute sind dabei! Seht selbst:

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Den Ursprung dieser Graphik hat er nicht verraten. Es ist ein Artikel, der von Galle über den Marsch für das Leben trieft.

Sehr geehrter Herr Mayer,
die Graphik, die Sie zur Verdeutlichung Ihrer Position auf facebook gezeigt haben, stammt aus einem Artikel, der gelinde gesagt unkatholisch ist, in härteren Worten: Von keiner blassen Ahnung getrübt, was die katholische Kirche eigentlich sein mag, ihr aber dennoch in herzlicher Feindschaft gegenüberstehend.
So etwas zitieren Sie affirmativ.
Wenn man die Graphik aus dem Zusammenhang dieses Artikels betrachten könnte, könnte man mit großem Wohlwollen sagen: auf rein sachlicher Ebene stimmen die Angaben. Herr Lohmann ist katholisch, mehrere der Aufgeführten sind in der AfD, alle sind für den unbedingten Schutz des Lebens.
Aber das Wohlwollen verläßt einen schon gleich, noch ehe man die Herkunft des Bildchens kennt, wenn man etwas genauer nachdenkt. Die Graphik will nämlich den Eindruck vermitteln, als seien „katholische Kirche“, „AfD“ und „Lebensschützerbewegung“ von vornherein eng vernetzte Gemeinschaften. Als sympathisiere praktisch jeder, der am Marsch für das Leben teilnimmt, mit der AfD.
Herr Lohmann hat in diesem Jahr ausdrücklich untersagt, daß ein AfD-Mitglied auf die Rednertribüne kommt – weil das als Wahlkampfmethode oder sonstige Vemengung von Lebensschutz und Politik ausgelegt werden könnte. Herr Lohmann betont immer wieder, daß die Lebensschutzbewegung nicht parteilich ist und daß sie auch religiös nicht gebunden ist. (Daß viele Lebensschützer Christen sind, kommt daher, daß das Christentum genuin lebensbejahend ist. Ich fürchte, es ist an dieser Stelle notwendig, das zu sagen.)
Ich habe in diesem Jahr zum zweiten Mal als Ordnerin am Marsch für das Leben teilgenommen. Meine Erfahrungen sind: Die Teilnehmer benehmen sich fast alle sehr gesittet. Im letzten Jahr musste ich einen abhalten, zum Zweck der Missionierung unter die kreischenden und sehr gewaltbereiten Gegendemonstranten zu gehen; in diesem Jahr erlebte ich auf Teilnehmerseite nichts Nervigeres als eine am Rand stattfindende kleine interkonfessionelle Zänkerei, die ich beschwichtigen konnte.
Von der Gegenseite erlebe ich regelmäßig:
1. massive Störung einer friedlichen und angemeldeten Versammlung unter freiem Himmel;
2. mehrere Fälle von Gewalt;
3. vulgäre Pöbelei;
4. vollständige Dialogunfähigkeit;
5. massive Störung eines ökumenischen Gottesdienstes.
2015 und 2016 gab es Angriffe auf behinderte Teilnehmer des MfdL. 2015 gröhlten die Gegendemonstranten ihre Parolen auch in einer Schweigeminute für die Opfer der Aktion T4. Einmal musste ich 2015 die Polizei um Hilfe bitten, weil mehrere Männer und Frauen einer Frau ein Kreuz weggerissen hatten und nun behaupteten, die Frau habe es ihnen freiwillig gegeben.
In diesem Jahr wurde die Rede einer jungen Dame mit Down-Syndrom durch Gebrüll der Gegendemonstranten gestört. Es wurde auch versucht, die Veranstaltung durch Stinkbomben und Blockbuster zu stören. Eine Gegendemonstrantin sagte mir wörtlich: „Ich bin für Abtreibung.“ Eine andere hielt ein Schild mit der Aufschrift: „Für jedes Kind, das ihr kriegt, treiben wir eins ab.“
Und Sie regen sich auf, weil sie nicht mit jedem einzelnen von 7500 Befürwortern des unbedingten Rechts auf Leben Bier trinken würden?
Gehen Sie doch baden.
Beste Grüße
Claudia Sperlich

 

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Ein inspirierender Druckfehler

Auf ein Deutschbuch für das Gymnsium Bayern
so stand es auf dem Buchrücken

Im Bayernland erschien ein Buch,
Die deutsche Sprache recht zu lehren –
Doch weh, es lag auf ihm ein Fluch,
Das A dem Drucke zu verwehren.

Es stund in jedem Gymnsium
Erstarrt um dieses Buch herum
Und ratlos das Kollegium –
Man fühlte sich so hilflos dumm!

Bis einer aus der würd’gen Schar
Der ach so klugen Pädagogen
Schlug vor: Sagt, daß es Absicht war!
Es ist ein Test, ganz ungelogen!

Doch ach, die meisten von den Wichten,
Die’s in das Gymnsium verschlagen,
Bestanden diesen Test mitnichten –
Denn Widerspruch wollt keiner wagen.

Noch heute lehren manche dort:
Das a aus Gymnsium fiel fort,
Man weiß nicht ganz genau, warum,
Im vorvorletzten Säkulum.

© Claudia Sperlich

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Heilige, die den Teufel verhauen

Die bildende Kunst hat den erfolgreichen Kampf mit dem Widersacher oft sehr drastisch dargestellt. Ich habe mal einige Bilder zusammengesucht, zur Erbauung meiner Leser.
Satan, der uns versucht und anklagt, der Schurke, der uns erst dazu bringt, schlechte Dinge zu tun, und dann dazu bringt, Gottes Gnade in diesem besonderen Fall für ausgeschlossen zu halten – dieser miese Kerl verdient einfach auf die Nase.

Maria verpasst dem Teufel eine Gerade. British Library, 13. Jh.
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Als „apokalyptische Madonna“ zertritt Maria dem Drachen (oder der Schlange) den Kopf – hier in St Marien, Berlin-Friedenau.
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Im Gegensatz zur unbewaffneten Gottesmutter braucht der Erzengel Michael (hier von Raffael portraitiert) eine Rüstung, um Satan zu besiegen. Steht ihm aber gut!
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Der Erzengel Raphael macht hier den Dämon, der die arme Sarah so grausam bedrängt hat, nicht etwa küchenfertig, sondern stellt sicher, daß der Räucherzauber gegen diesen Dämon auch bestimmt wirkt. Sarah und Tobias beten um gutes Gelingen, und am Ende kriegen sie sich.
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Margarethe von Antiochien (auch Marina genannt) zieht ihm mit dem Hammer eins über.
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Dieselbe Margarethe bezwingt durch das Kreuz den Teufel in Drachengestalt. Auf dem Altarbild der Stadtpfarrkirche Heidenreichstein in Österreich wirkt sie etwas unbeteiligt.
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Mehr Himmelsblick sowie die Märtyrerpalme und -krone hat sie auf diesem Bild von Peter Candid.
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Jedenfalls hat Satan im Grunde keine Chance. Gut so.

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Leben aus der Kraft des Heiligen Geistes

An zwei Wochenenden nahm ich an einem Seminar mit diesem verheißungsvollen Titel teil. Die katholische Charismatische Erneuerung bietet dies Seminar immer wieder an; ich nahm zum ersten Mal daran teil. Ich werde hier nicht alle Einzelheiten wiedergeben, sondern nur, was mir gleich einfällt, weil es für mich das Wichtigste am Seminar war. Andere mögen ganz anderes als besondere Wichtigkeit erlebt haben.

Veranstaltungsort war die Berliner St-Petrus-Kirche in der Bellermannstraße, nicht weit vom Gesundbrunnen. Das ist eine schöne neogotische Kirche, recht groß, und wie in Berlin häufig zu sehen zunächst freistehend gebaut, später sind dann Wohnhäuser rechts und links darangesetzt, so daß sie jetzt in einer Häuserzeile steht.

Der Zeitplan war: Freitag 18.30-21.00 Uhr, Samstag 10.30-17.00 Uhr, Sonntag 12.00-14.30 Uhr – dies vom 23.-25. September und vom 7.-9. Oktober.

Am ersten Freitagabend begannen wir mit einem Lobpreisgottesdienst in der Kirche. Pater Adrian Kunert SJ leitete die Veranstaltung und auch den Gesang mit seiner schönen, geschulten und mitreißenden Stimme – das war schon der erste Pluspunkt. Die Lieder aus dem in der CE benutzten Buch XPraise sind, bis auf wenige Ausreißer, nicht die gewohnten Schnulzen des Neuen Geistlichen Liedgutes, sondern an biblischen Texten orientiert und mit schönen, meist keineswegs trivialen Melodien versehen. (Ich finde die Vielzahl an Synkopen etwas schwierig, aber ich bin lernfähig.) Es wurde mit vollem Einsatz zum Lob Gottes gesungen. Auch hatte jeder die Möglichkeit, seinen persönlichen Dank an Gott auszusprechen. Ich mag das sehr gerne, weil mir bei dieser Form auch oft klar wird, wie viele Dinge es gibt, für die ich danken kann.

Anschließend wurde das Allerheiligste ausgesetzt. Nun ist Eucharistische Anbetung für mich das Größte, Beste, Schönste was es gibt – und die fand an jedem Kursabend statt. Schon deshalb will ich wieder zu einem solchen Seminar. Gewünscht hätte ich mir nur längere Zeiten der Stille während der Anbetung, bei der auch viel gesungen wurde.

Beiden Wochenenden waren von Lobpreis und Anbetung geformt. Wir hörten in einem Gemeindesaal Vorträge und arbeiteten dann in Kleingruppen. Diese Arbeit war ein von anfänglichem und abschließendem kurzen Gebet gerahmter Austausch über das Gehörte. Am ersten Abend habe ich mich dabei ein wenig fremd gefunden, aber danach war es einfach nur bereichernd. Es wurde auch im Plenum Zeugnis abgelegt. Für mich wurde dabei wichtig, daß die eindrücklichen inneren Erlebnisse, die ich lange vorher hatte, auch anderen so oder ähnlich widerfahren sind. Das ist mir Bestärkung und Grund zur Dankbarkeit.

Das Sprachengebet ist den Charismatikern besonders wichtig. Mir ist es mittlerweile – auch durch Pater Adrians kluge Erläuterungen – nicht mehr einfach nur befremdlich, ich höre es gern. Aber selbst ist mir dies Charisma fremd, und als kleinen Kritikpunkt bringe ich an: Liebe Charismatiker, bitte tut nicht so, als ob jedem, der dies Charisma nicht hat, das Wichtigste fehlt. Der Herr weiß schließlich, warum Er es dem einen gibt und dem anderen nicht.

Der zweite Samstag war der wichtigste Tag. Nach dem Lobpreis wurde das Allerheiligste ausgesetzt. Zwei vierköpfige Gruppen gingen in den Altarraum, und jeder, der wollte, konnte dort um den Segen bitten. (Es wollten fast alle. Auf eine Segnung richtig lange warten müssen, weil so viele „anstehen“, ist ein besonderes Hoffnungszeichen!) Ich erfuhr durch das Segensgebet auf eine ganz besondere Weise Gottes Liebe. Meine nicht ganz geringen persönlichen Schwierigkeiten waren in diesem Moment machtlos, und auch wenn sie durchaus real sind, weiß ich, daß Gott der Stärkere ist.

Ich erlebte auch am abschließenden Sonntag eine besonders schöne Form der Gemeinschaft. Ich war (aus Gründen, die damit nichts zu tun haben) traurig, und zwei Gläubige beteten für mich und legten mir die Hände auf. Diese sehr intensive Form der Fürbitte ist in den meisten Gemeinden leider eher unüblich. Ich empfand sie als tröstend und tragend.

Die Vorträge fand ich nicht so besonders wichtig (pardon, liebe Referenten) – aber Falsches wurde nicht darin gesagt. Der Austausch war zum Glück keine Diskussion über das Gehörte, sondern nahm die Vorträge nur als Impuls. Anbetung und Segnung bleiben für mich das Bedeutsamste. Daß ich zwischen den beiden Wochenenden es zum besonderen Verständnis eines biblischen Gebetes – des Magnificat – kam, führe ich auf diese gute Zeit vertieften Anbetens zurück.

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Scheißstaat!

Ich habe dies Wort in meiner ganzen Pubertät nicht benutzt. Und nicht in der wilden Jugend, da ich noch annahm, es gäbe irgendwo, irgendwann einen menschlichen Sozialismus. Nicht in meiner Jobcenterzeit. Und nicht, als ich mit Lageso zu tun bekam.

Aber gestern kam heraus, daß dieser Scheißstaat einer Jesidin, die aus dem Nordirak geflohen ist, nachdem IS dort alles kaputtgemacht hat und alle, die nicht schnell genug weg waren, entweder ermordet oder versklavt hat, und die nach dramatischer Flucht und übler Zeit in einem Turnhallenlager unter Angst, Schlaflosigkeit und verschiedenen Symptomen leidet, für die keine körperlichen Ursachen ausgemacht werden können, deshalb keine Therapie gewährt, weil sie weder gefoltert noch vergewaltigt wurde und auch die Köpfung bzw. Versklavung mehrerer Bekannter nicht direkt gesehen, sondern nur aus zweiter Hand mitbekommen hat.

Daß außerdem der muslimische Übersetzer, der für diese köstliche Anamnese nötig war, zu Protokoll gab, eine Kurmanci-sprachige Jesidin habe als Muttersprache arabisch und sei religionslos.

Daß dieser Scheißstaat Dumme und Lügner einstellt, um Terrorismusopfern zu „helfen“. Mit einer halben Packung Schmerztabletten und ei ei, tutu.

So geschehen in Berlin, Turmstraße 21, da, wo der Termin zur ersten Therapiestunde ausgemacht war. Bei der Caritas. Und ja, ich weiß: weder alle Katholiken noch alle Muslime sind so. Dennoch, von ganzem Herzen:

Scheißstaat. Scheißstaat. Scheißstaat.

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