Maria zum Geburtstag

Das historische Datum ihrer Geburt kennen wir nicht (ebenso wenig wie das historische Datum der Geburt ihres Sohnes). Aber daß sie geboren ist, steht fest – und daß sie von Anfang an von der Erbsünde bewahrt blieb (was Katholiken neun Monate vorher, also am 8. Dezember, feiern), glaubt die Kirche nicht ohne Argumente.

Marienlob

Du Jungfrau und Mutter, du Fürstin und Magd,
Die weit über irdische Machthaber ragt,
Du bräutliche Tochter und Mutter des Herrn,

Du Mädchen, das Gott einen Lobgesang singt,
Du Frau, die den wütenden Drachen bezwingt,
Du Sternengekrönte gebarst einen Stern.

Aus Gnade vor Schuld und vor Sünde bewahrt,
Blieb doch dir das furchtbarste Leid nicht erspart –
Dein Herz war gekreuzigt auf Golgotha.

Dein Herz hat dem Auferstandnen vertraut,
Und wieder besuchte der Geist Seine Braut,
Ließ jubelnd dich preisen den Ich-bin-da.

Die Arme, von Gott zu den Menschen gespannt,
Verbinden den Himmel mit Meeren und Land,
Du lockst uns zu deinem allmächtigen Sohn.

Dich lieb ich und lob ich, und doch gilt mein Lob
Dem Herrn, der dich schuf und zum Himmel erhob.
Mit dir will ich knien vorm ewigen Thron.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Maria zum Geburtstag

Kamerascheues Hörnchen

Die Hörnchen sind in letzter Zeit zwar gewohnt oft da, aber unfassbar zickig, wenn ich sie ablichten will. Daher gibt es jetzt nur einige unscharfe Hörnchenbilder. Und was ich mir dafür noch anhören durfte!

Was, ich werde photographiert?
Eichhörnchen

Unverschämte Journaille!
Eichhörnchen

Ich versteck mich.
Eichhörnchen

Lichtet doch meinetwegen Blümchen ab!
Geranie

Veröffentlicht unter WELTLICHES | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Kamerascheues Hörnchen

Wer entscheidet, ob ein Leben gelebt werden darf?

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 98.721 Kinder vor der Geburt getötet. Pro Arbeitstag 390. Die Zahl der Geburten lag bei 760.652. Das bedeutet: Auf sieben bis acht lebende Kinder kommt eines, das vor der Geburt getötet wurde.
Im ersten Quartal 2017 stieg die Zahl der Abtreibungen im Vergleich zum ersten Quartal 2016 um 1,3 % an auf 26.600. Noch einmal: In drei Monaten 26.600 Kinder, die vor der Geburt getötet wurden.
Quelle 1
Quelle 2

Die insgesamt leicht sinkende Zahl der Abtreibungen wird gerne benutzt, um zu zeigen, wie günstig sich die leichte Zugänglichkeit von medizinisch fachgerechten Abtreibungen auf die Gesamtzahl auswirkt. Aber wenn ich sehe, daß der Marsch für das Leben Jahr für Jahr größer wird, liegt es ja vielleicht auch daran, daß mehr und mehr Frauen (und sicher auch Männer) begreifen, was Abtreibung ist – die Beseitigung eines Menschen. Und daß sich deshalb immer weniger Frauen entscheiden oder von irgendjemandem dahingehend bearbeiten lassen, ihr Kind „wegzumachen“.

Dennoch ist jede einzelne Abtreibung zu viel. 390 Kindstötungen pro Arbeitstag – darauf kommt diese Statistik heraus – sind gegenüber 400 Kindstötungen pro Arbeitstag wenige Jahre vorher kein so überragender Fortschritt.

Wenn es die sozial akzeptierte Möglichkeit zur Abtreibung gibt – im Falle von Behinderung des Kindes oder der Mutter bereits die sozial geforderte Möglichkeit -, dann folgt automatisch, daß jede Schwangere sich entscheiden muss. Wirklich jede! Frauen in deutlich schwierigen Situationen, behinderte Frauen oder Frauen, deren Kinder voraussichtlich sehr krank oder behindert sind, müssen sich bereits vor der Gesellschaft (oft auch vor der Familie) rechtfertigen, warum sie ihr Kind nicht abtreiben. Aber im Grunde ist bereits jetzt jede Schwangere hierzulande in eine Situation des Wählen-Müssens gedrängt. Denn wenn überhaupt entschieden werden kann, ob dies Kind lebenswert ist, dann muss auch entschieden werden.

Die meisten Frauen entscheiden sich ohne weitere Überlegung für ihr Kind, und viele nach mehr oder weniger schwieriger Überlegung auch – einfach weil die meisten Menschen instinktiv wissen, daß da ein Kind ist, über dessen Leben sie nicht verfügen können, und daß der Mutterleib keine Rumpelkammer ist, die man leerräumen kann, wenn der Inhalt nicht passt.

Viele, wenn nicht die meisten Frauen, die vor einer Abtreibung stehen, entscheiden das nicht in völliger Freiheit selbst. „Das kannst du dir doch jetzt nicht zumuten“, „Ich verlasse dich, wenn du das Kind bekommst“, „Du hältst das seelisch/körperlich/finanziell nicht durch“, „Denk bloß nicht, wir helfen dir“, „Aber das Kind wird leiden“, „Du schaffst die Ausbildung nicht“, „Das ist doch heutzutage nicht nötig“, „Du wirst dem Kind nichts bieten können“ – das sind alles „Argumente“, mit denen zahlreiche Schwangere konfrontiert sind. Von Partnern, Familien, Kollegen, Freundinnen, Nachbarn.

Ich habe auch schon erlebt, daß eine Frau verzweifelt Argumente für die Beseitigung ihres Kindes suchte – der gerade laufende Hausbau war das wichtigste davon. Aber so krasse Einstellungen bei Schwangeren sind eher selten. Meistens sind die Argumente anderer ausschlaggebend für eine Abtreibung – so jedenfalls meine kurze Erfahrung in einer Beratungsgruppe sowie die Aussagen zahlreicher Menschen, die in der Schwangerenberatung wirklich Erfahrung haben.

Wer entscheidet über das Leben des Kindes?
Das Kind als Hauptbetroffener gar nicht. Die Mutter in vielen Fällen zuletzt.
Es entscheidet eine kaltschnäuzige, unsoziale Gesellschaft, die „so etwas“ Karrierehemmendes, Armes, Behindertes, irgendwie Unpassendes nicht „durchfüttern“ will.

Am 16. September ab 13.00 Uhr findet wieder der Marsch für das Leben statt. Ich werde dabei sein. Sie auch? Vorher, um 10.00 Uhr, findet in St. Marien-Behnitz ein Requiem für die Ungeborenen statt – auch dazu lade ich herzlich ein.

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , , | 4 Kommentare

Für die Ungeborenen: In die Kirche. Auf die Straße

Am Samstag, dem 16. September findet wieder einmal der Marsch für das Leben statt, an dem ich seit 2012 regelmäßig teilnehme, heuer wieder als Ordnerin. Er beginnt mit einer Kundgebung vor dem Reichstagsgebäude in Berlin (Platz der Republik, 10557 Berlin). Die Wegstrecke ist voraussichtlich rund 5 km lang und barrierefrei. Im Anschluss findet ein Ökumenischer Gottesdienst statt. Die Veranstaltung endet gegen 17.30 Uhr.

In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal am Vormittag des gleichen Tages ein „Engelamt“ – ein Requiem für ungeborene Kinder.

Samstag, 16.9., 10.00 Uhr,
Kirche St. Marien am Behnitz (Behnitz 9), U-Bahnhof Altstadt Spandau, von dort 210 m Fußweg.

Die Heilige Messe wird von engagierten Katholiken aus Berlin vorbereitet. Wir wollen für die im Mutterleib getöteten Kinder beten und die Anliegen des Marsches für das Leben vor Gott bringen. Nach einer alten Tradition tun wir dies als „Engelamt“, der Totenmesse für unschuldige Kinder.

Auch ich gehöre zu den engagierten Katholiken aus Berlin und habe zu diesem Anlass ein Lied geschrieben. Liedzettel gibt es vor Ort.

Kommt in Scharen! Die Kirche ist groß und soll voll werden! Im Anschluss fahren wir gemeinsam zum Marsch für das Leben.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 2 Kommentare

Monika, meine Mutter und ich

Zwar verdrängt der Sonntag liturgisch den Gedenktag der Heiligen Monika. Aber er verdrängt nicht die Möglichkeit, sich mit ihr oder irgendeinem aus der Schar der Heiligen zu beschäftigen.

Mit ihr, deren Gebete um Bekehrung des Ehemannes und des Sohnes so spät erhört wurden, konnte ich mich lange nicht anfreunden. Als ich mich taufen ließ (zu allem Überfluss katholisch!), war niemand aus meiner Familie dabei; meine Eltern und Brüder fanden diesen Schritt beängstigend, bestenfalls „spinnert“, und befremdlich, daß ich dem „vernünftigen“ und „aufgeklärten“ Atheismus absagte. Meine Mutter befürchtete, mich zu verlieren.

Ich habe lange Zeit nur mit einer Art Neid an die Heilige Monika denken können: Wieso hatte ich niemals eine Mutter, die für mich gebetet hat? Wobei meine Mutter ja eine gute Frau war und viel für mich getan hat! Gemeinsam mit meinem Vater hat sie mir die Schönheit der Sprache nahegebracht; ich wäre ohne diese Eltern wohl nicht Dichterin geworden. Paradoxerweise kenne ich von ihr sogar eines der schönsten Marienlieder. „Maria durch ein Dornwald ging“ sang sie gerne. Als ich sie noch als Kind fragte, warum sie dies Lied so gerne singe, obwohl wir doch an sowas nicht glauben, erklärte sie: Die Geschichte einer Frau, die schwanger ist und sich so darüber freut, daß um sie herum die Rosen erblühen, gefalle ihr.

Über das Christentum sagte sie, es habe wohl vielen Menschen große Dämonenängste genommen. Und dann sei da die Kunst und die Musik! Kultur! Das aber war schon die Quintessenz des Christentums, so wie ich es zu Hause kennenlernte: Schön, poetisch, psychologisch sinnvoll für die Angstgeplagten, die nicht auf modernere Weise damit fertigwerden – aber daß eine liebe und hochgebildete Freundin der Familie katholisch war, war eher zum Wundern.

Und dann wurde ich katholische Christin und las die Confessiones und beneidete Augustinus um seine Mutter. Heute weiß ich: Zum Neid besteht kein Anlass, zuallererst deshalb, weil Neid als Sünde einfach bescheuert ist. Zudem ist es nicht ausgeschlossen, daß die Heilige Monika den Part übernommen hat, den meine Mutter nicht leisten konnte – das Gebet für mich.

Monica

In ihrer Jugend brannte
In Herz und Seele schon
Ein Licht, da sie bekannte
Sich zu dem Gottessohn.
Von Demut und von Güte
War Monica beseelt,
Und wo der Hader glühte,
Hat nie ihr Trost gefehlt.

Sie weinte im Gebete
Für ihren wilden Sohn,
Und für den Gatten flehte
Sie oft vor Gottes Thron.
Den überreichen Segen
Hat Gott ihr spät gewährt:
Zu Jesu Wort und Wegen
Sich Mann und Sohn bekehrt.

Wenn Traum und Bilder schweigen
Und auch die Seele schweigt,
Dann werden wir uns neigen
Vor dem, der uns gezeigt
In einem Atemholen,
In Augenblickes Zeit,
Daß Er uns anbefohlen
Die frohe Ewigkeit.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte

Veröffentlicht unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Monika, meine Mutter und ich

Veronica und Agustin: zwei Christen im Iran

Der folgende Text ist von Citizen-Go übernommen. Hier kann man eine Petition unterschreiben; überall kann man beten für die beiden katholischen Christen.

Sie kamen ohne Vorwarnung: am frühen Morgen des 20. Februar 2017 wurden Anoushe (Veronica) Reza-Bakhsh und ihr Sohn Sohail (Agustin) Zargarzade-Sani in Urmia, Iran, von Angehörigen der Revolutionsgarden verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht.

Nach einer Meldung der christlichen iranischen Nachrichtenagentur Mohabat News wurden in der Wohnung Notebooks, sowie verschiedene religiöse Schriften und Bibeln beschlagnahmt.

Die 51-jährige Anoushe (Veronica) Reza-Bakhsh und ihr Sohn Sohail waren vom Islam zum Christentum konvertiert. Zeugen berichteten, dass sie vor einiger Zeit in die Türkei gereist waren, wo sie die Taufe empfingen und der katholischen Kirche beitraten. Von Sohail ist bekannt, dass er über Satelliten-TV religiöse Programme verfolgte und sich über Online-Angebote weiterbildete, um seinen Glauben zu vertiefen.

Nach übereinstimmenden Angaben verschiedener Quellen ist bis jetzt nicht bekannt, wo die beiden festgehalten werden, was ihnen konkret vorgeworfen wird und in welcher Verfassung sie sich befinden. Im Iran wird Apostasie, die Abkehr vom Islam, immer wieder unnachgiebig verfolgt und entsprechend den Vorgaben der Scharia hart bestraft.

Bitte helfen Sie den Beiden, indem Sie unsere an den iranischen Präsidenten Hassan Rouhani, den obersten Religionsführer Ajatollah Sejed Ali Chamenei und Justizminister Sadeq Larijani gerichtete Petition unterzeichnen und verbreiten. Fordern Sie von den verantwortlichen religiösen und politischen Führern des Iran, Anwälten und Menschenrechtsorganisationen unverzüglich Zugang zu den Inhaftierten zu gewähren und Anoushe Reza-Bakhsh und ihren Sohn Sohail unverzüglich freizulassen.

Je mehr Menschen sich für Anoushe (Veronica) Reza-Bakhsh und ihr Sohn Sohail (Agustin) Zargarzade-Sani einsetzen, desto eher wird der Aufruf Gehör finden. Bitte beten Sie auch für die Inhaftierten!

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Ambrosius als mp3

Der Vortrag, den ich neulich auf Radio Horeb hielt, ist hier als mp3 hörbar.

Die zitierten Hymnen sind neben vielen anderen in meinem Hymnarium nachzulesen.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Ambrosius als mp3

Maria Königin

Das heutige Hochfest hängt mit einem anderen Fest zusammen, das wir vor einer Woche feierten – die Aufnahme Mariens in den Himmel.

Mariæ Dormitio, Maria Regina

Zum Himmel steigt die Gottesmutter auf.
Was schlangenhaft sich um die Erde windet,
Zertritt sie unterm Ballen, und es schwindet.
Ihr andrer Fuß rührt schon an Mondes Lauf.

Zum Herrn der Welt, zum Regenbogenthron
Führt unsichtbar hinauf die letzte Stufe.
Maria folgt schon seit sie lebt dem Rufe –
Der Mutter ausgestreckte Hände greift der Sohn.

Der Erdenschmutz befleckt nicht ihre Füße,
Das Mondlicht übertrifft nicht ihre Süße,
Sie schreitet ohne Tod ins ewge Leben.

Zwölf neue Sterne formt der Herr zur Krone,
Der Heiland krönt die Mutter vor dem Throne,
Will sie zur Königin den Menschen geben.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Maria Königin

Demonstrieren ist ein bißchen wie Pilgern, nur lauter

Unter dem Motto „Ich bereue nichts“ (echt jetzt!) veranstalteten heute etwa fünfhundert Neonazis einen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch. Peinlich genug! Aber vielleicht muss eine Demokratie auch dieses Maß an Dummheit, gepaart mit Bosheit, noch gerade aushalten.

Etwa doppelt so viele andere Menschen gingen dagegen auf die Straße. Auch wenn ich mit vielen von ihnen politisch wahrlich uneins bin: es war eine gelungene Gegendemonstration, weil deutlich, friedlich und auch lustig.
Ich traf mich mit Tobias und Suse Klein – wir hatten versucht, noch mehr Katholiken zu mobilisieren, um einen „katholischen Block“ hinzubekommen, aber das hat nicht geklappt. Ein Blick in die Runde ließ mich denken: Vom Sozialismus lernen heißt siegen lernen – allerdings nur in dieser einen Hinsicht. Zwar berichtet Josef Bordat, daß noch weitere Katholiken in der Gegendemonstration waren – nun, nächstes Mal koordinieren wir uns besser.

Warum nun die Überschrift? Weil wir drei den Rosenkranz beteten und danach eine von Tobias zusammengestellte Märtyrerlitanei, bei der wir von den Nazis ermordete Katholiken um Fürbitte anriefen. Und dann noch einen Rosenkranz.

Inmitten der lauten und aufgeregten (dabei friedlichen) Demonstration machte ich die Erfahrung ganz großer Ruhe.

Ärgerlicherweise wurde die Gegendemonstration von der Polizei so geleitet, daß es überhaupt fast keine Berührung mit den Neonazis gab, auch nicht bei deren Abschlußkundgebung. Ob das böser Wille war oder mit irgendwelchen administrativen Stolpersteinen zu tun hatte (was Suse für wahrscheinlicher hält), wissen wir nicht, aber ungut ist es, wenn die Hirsel, um deretwillen wir auf die Straße gehen, das erst in den Nachrichten sehen und nicht gleich. Immerhin – der RBB berichtet.

Dennoch bin ich froh, mitgemacht zu haben. Sollte dergleichen wieder einmal nötig sein, hoffe ich auf einen katholischen Block mit mindestens zwanzig Rosenkranzbetern.

Gutes Zitat!
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

Auf der andern Seite desselben Plakates leider ein ziemlich blöder Spruch. Widerstand an sich ist ja kein Qualitätsmerkmal.
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

Viele verschiedene Leute…
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

die Evangelische Kirche macht auch mit…
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

SPD und links davon…
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

und ein gelungenes Wortspiel.
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , , , | 11 Kommentare

„Solche wie dich dürfte es nicht geben“

Es gibt Menschen, die haben diesen Satz schon gehört.
Es gibt auch Menschen, die haben diesen Satz verinnerlicht und halten sich selbst nicht für lebenswert.

Je „normaler“ es wird, Behinderte abzutreiben und Alte zu euthanasieren, desto deutlicher wird dieser Satz gesagt, vielleicht nicht wörtlich, aber durch die Tat, zu Menschen, die mit einer Behinderung oder einem Gebrechen leben.

In Island werden Menschen mit Down-Syndrom fast immer abgetrieben. Auch in Deutschland wird die Abtreibung Behinderter von zahlreichen Menschen als normal oder gar wünschenswert gesehen. Das immer wieder gehörte Argument ist, daß es den Betroffenen Leid erspart. Bei der weit häufigeren Abtreibung gesunder Kinder wird auch so argumentiert, da behauptet wird, ein ungewünschtes Kind hätte wenig Chance, glücklich zu werden.

Sowohl Behinderten als auch Menschen aus schwierigen sozialen Verhältnissen – also den meisten Menschen überhaupt – wird damit gesagt: „Es wäre besser, wenn es dich nicht gäbe.“ Und jetzt komme mir keiner damit, daß Behinderte das ja eh nicht verstehen. Erstens ist „behindert“ ein schwammiger Begriff, der alles von einer leichten Beeinträchtigung bis zu ständiger Pflegebedürftigkeit umfasst, zweitens sind gerade Menschen mit Down-Syndrom – um die es bei diesbezüglichen Überlegungen häufig geht – oft äußerst feinfühlig.

Menschen, die gerade nicht so passen oder die mit ihrem Leben große Schwierigkeiten haben, umzubringen, sei es im Mutterleib oder durch Suizidbeihilfe, sendet an andere Menschen mit vergleichbaren Schwierigkeiten ein klares Signal: „Solche wie dich macht man besser weg.“

Die Behauptung, Abtreibung habe mit Frauen- und Menschenrecht zu tun (die in solchen Diskussionen übrigens gern getrennt aufgezählt werden, als seien Frauen irgendwie anders Mensch als Männer), führt dahin, daß das Menschenrecht Behinderter, Kranker, Alter und Armer grundsätzlich in Frage gestellt wird. Und das merken die Betroffenen.

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , | 6 Kommentare