Laudes in der Osterzeit II

Du Licht vom Licht, Du Menschensohn,
Der auferstand zum Gottesthron,
Du Gott, der Macht und Liebe eint,
Du Licht, das unser Tun bescheint,

Da dieser Tag in Dir begann,
Herr Christus, leuchte uns voran!
Gib, daß wir dienen Dir allein.
Verzeih uns und hilf uns verzeihn.

Laß uns in Freude und in Not
Aus Liebe folgen dem Gebot,
Daß unser Werk Dein Werk bekennt
Und unser Herz Dich Meister nennt.

Laß heute uns ein Segen sein,
Mach uns zu Deinem Widerschein,
Gewähre uns Bekennermut -
Herr Jesus, Du allein bist gut.

© Claudia Sperlich
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Laudes in der Osterzeit I

Christus, der wahrhaft auferstand, 
streck uns entgegen Deine Hand,
und wenn die Welt uns an sich reißt,
begnade uns mit Deinem Geist.

Du Herr, der uns das Heil verspricht,
Du bist das klare Osterlicht,
das Feuer, das im Herzen glüht,
der Blitz, der einschlägt ins Gemüt.

Erleuchte flammend den Verstand
und wärme die erstarrte Hand,
dass wir mit Klugheit Gutes tun,
bis wir in Deinem Frieden ruhn.

Gib, dass wir jeden Morgen neu
den Glauben künden ohne Scheu,
und gib, dass wir ein Leben lang
Dich, Christus, preisen mit Gesang.

© Claudia Sperlich
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Halleluja! Der Herr ist auferstanden!

Allen Lesern und überhaupt allen Menschen wünsche ich eine segensreiche Osterzeit!

Weil die Osterfreude nicht so bald vorbei ist, beginnt heute eine Miniserie mit meinen Osterchorälen.

Melodie: Alles meinem Gott zu Ehren (GL 455)

Jesus, Sonne, Licht und Feuer, 
Du hast allen Tod besiegt!
Du bist Herr, Du hältst das Steuer,
und der Satan unterliegt!
Du bist nicht im Grab geblieben,
ewig lebst Du, um zu lieben -
Du bist Herr, Halleluja!
Du bist Herr, Halleluja!

Jesus, die verklärten Wunden
zeigen uns: Du trugst das Leid,
durch Dich kann die Welt gesunden,
Du hast uns im Tod befreit!
Wer Dir glaubt, wird auferstehen,
wird in Ewigkeit Dich sehen,
Dich, den auferstandnen Herrn,
Dich, den auferstandnen Herrn!

Jesus, Tilger aller Sünden,
Bruder, Herr und Gottessohn!
Von Dir alle Zeiten künden,
Du bist aller Künder Lohn.
Du bist uns vorangegangen,
lass auch uns zum Heil gelangen,
Wahrheit, Weg und Leben Du,
Wahrheit, Weg und Leben Du!


© Claudia Sperlich
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Der Vorwurf der Humorlosigkeit

… wird regelmäßig in der Karwoche gegenüber Christen erhoben.  Das hat im Wesentlichen drei Gründe:

1. Es gibt Christen, die den Film „Das Leben des Brian“ nicht mögen.  Darunter gibt es eine Spannbreite von „Find ich doof“ über „Ich weiß einfach zu genau,  was Kreuzigung ist“ bis „Gotteslästerung! Muss verboten werden!“ Die sind, geht aus den alljährlichen Diskussionen hervor, humorbefreit und fanatisch, und zwar alle.

2. Gott ist nicht beweisbar, und Religionen sind ohnehin dumm und machtbesessen und haben nichts als Unglück über die Menschheit gebracht, und die Christen am meisten.  Und das zeigt sich besonders in der Karwoche.

3. Und dann die Stillen Tage! Was für eine Anmaßung,  was für eine Schikane! Da muss man doch extra The Life of Brian gucken,  Fenster auf und auf laut drehen!

Zu 1.: Es ist kein Indiz für Humorlosigkeit, wenn jemand einen anderen Humor hat als man selbst.

Zu 2.: Religionsfeindliche Staaten wie Nordkorea, China, Kambodscha unter Pol Pot und die Sowjetunion unter Stalin sind bzw. waren ja Horte des Friedens oder so. Mehr kann ich Menschen nicht sagen,  wenn sie eine religiöse Prägung von Kultur und Kunst ganz allgemein leugnen und auf die viel höhere Ebene von Mystik und Spiritualität – und in Verbindung mit diesen Wahrheit! – nicht eingehen wollen. Die farbenprächtigen Prozessionen, mit denen die Karwoche eingeleitet wird, sind übrigens kein Indiz dafür,  daß Christen gern mit heruntergezogen Mundwinkeln in der Ecke hocken.

Zu 3.: Ohne eine besondere Verteidigerin der Stillen Tage zu sein (da ich selbst es nicht für sinnvoll halte, Nichtchristen Verbote aufzuerlegen,  die nur Christen etwas angehen), frage ich: Ist es so unmenschlich,  Christen nur an 362 Tagen im Jahr verspotten zu dürfen? Der Vorschlag mit den offenen Fenstern und der Lautstärke fällt übrigens unter Ruhestörung und träfe auch den Menschen,  der einfach nur seine Ruhe haben will – auch wenn er Atheist ist.

Ob übrigens jemand eine Filmkomödie mag oder nicht, hat nichts mit prinzipiellem Vorhandensein von Humor zu tun, sondern mit seinem spezifischen Humor und Geschmack.  Und darüber soll man bekanntlich nicht streiten. Ich finde den Film lustig,  habe ihn zweimal gesehen,  das langt für meine Bedürfnisse. In meinen Augen verspottet er an keiner Stelle Jesus,  dafür ausgiebig alle möglichen kitschigen Jesusbilder, religiösen Fanatismus,  die politischen Kampftruppen der 60er, 70er Jahre, Transsexuelle (das wäre doch mal einen Aufreger wert!), Besatzer, Besetzer und andere.

Was die Karwoche tatsächlich ist und warum sie für Christen mit Ernst und Trauer,  aber gleich zu Beginn auch mit Jubel zu tun hat und wo sie hinführt, möchte ich hier nicht weiter auswalzen.  Man kann es dem Neuen Testament entnehmen,  besonders den Evangelien.  Nur Mut, es ist kein besonders dickes Buch.  Wer heute Abend damit anfängt, kann es bis Ostern durchgelesen haben, jedenfalls wenn er am Karfreitag keinen Dienst hat (den er jedenfalls hätte,  gäbe es das Christentum nicht).

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Mariä Verkündigung

In neun Monaten ist Weihnachten.  Das feiern wir heute: Mariä Verkündigung. Wir feiern,  daß Gott als befruchtete Zelle in die Welt gekommen ist, unfassbar winzig, unseren Sinnen noch nicht als Mensch erkennbar,  aber doch bereits ganz Mensch mit allen Anlagen.
Gott macht sich schwach und abhängig und bleibt doch ganz Gott.

Ein geborenes Kind ist herzergreifend niedlich und dadurch bis zu einem gewissen Grad geschützt  – die meisten Menschen sind Babys und Kleinkindern gegenüber sehr wohlwollend. Was niedlich ist, wird reflexhaft geschützt – in der Regel.
Ein ungeborenes Kind ist allein durch den Mutterleib geschützt.

Heute ist dieser Schutz aufgeweicht durch immer einfachere Methoden,  das Leben vor der Geburt zu beenden, und durch den Druck auf Frauen,  Kinder nur noch anzunehmen,  wenn sie in ihr familiäres und  soziales Umfeld,  in ihre Lebensplanung und die des Erzeugers mühelos passen. Zahlreiche Kinder überleben diese Einstellung nicht. Sie werden nicht geboren, sondern entfernt.

Aber Gott will jedes Menschenleben.  Er selbst ist Mensch geworden,  und Er „passte“ gewiss nicht in die Lebensplanung Josephs und Marias. Lieben wir doch jedes noch so winzige Menschenkind so, wie das heilige Paar diesen ganz ungeplanten Sohn liebte. Schützen wir die Mütter so, wie Joseph Maria schützte. Lassen wir die Kinder um Gottes Willen leben.

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Joseph und die Kirche

Er bekam von Gott den Auftrag, für Jesus und Maria zu sorgen. Er gehorchte, und wir dürfen annehmen, daß er das nicht nur aus Pflichtbewusstsein tat, sondern aus Liebe. Er hat möglicherweise nicht ganz verstanden, was es mit diesem seltsamen Adoptivsohn auf sich hatte, aber er blieb und kümmerte sich. In der wunderbaren Serie The Chosen gibt es eine Szene, wo Joseph dem kleinen Jesus dem Umgang mit einem Hammer beibringt, dabei aufpasst, daß der Kleine sich nicht verletzt und dann auch mit ihm herumalbert. Ein perfekter Vater! (Ja, es ist nur ein Film – aber warum sollte er nicht so gewesen sein? So, wie man mit einem Kind, für das man Verantwortung übernommen hat, eben vernünftigerweise umgeht?)

Die bildende Kunst stellt ihn oft alt und ernst dar. Das angeblich hohe Alter geht auf ein apokryphes Evangelium zurück. Und für den ständigen gemessenen Ernst gibt es auch kein Argument.

Als sicher können wir annehmen, daß Joseph früh starb. Nach der Rückkehr aus Ägypten ist von ihm nicht mehr die Rede. Aber er hat für Jesus mindestens so lange gesorgt, bis er den väterlichen Schutz nicht mehr brauchte.

Als Jungverlobter hat er sich seine Zukunft sicher anders vorgestellt: Mit Maria eine Familie gründen, viele Kinder haben und als Handwerker in Nazareth seine Werkstatt haben, die dann an den Ältesten weitergegeben wird! Es kam so anders. Und er blieb treu.

Joseph ist Schutzherr der Kirche. Jesus ist ihr Gründer und Bräutigam. Maria ist Mutter der Kirche. Die Kirche sollte sich an Josephs Demut und Hilfsbereitschaft immer wieder ein Beispiel nehmen und einfach Gott gehorsam sein – auch wenn Seine Weisungen manchmal schwer zu verstehen sind.

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Regenbogen

Wie viele Farben hat ein Regenbogen? Kann man nicht sagen, sagt der Physiker, da die Spektralfarben ineinander übergehen. Sieben, sagen viele, so viele kann ich unterscheiden, das habe ich in der Grundschule gelernt und so viele sind es auch auf den meisten Gemälden: Rot, Orange, Gelb, Grün, Hellblau, Dunkelblau, Violett. Naja, sagt der Kunsthistoriker, das stimmt für die meisten Bilder seit dem 19. Jh., aber in den zahlreichen Bildern der christlichen Welt hat er zwei bis sieben Farben, Gold kann auch dabei sein. Die Schedelsche Weltchronik schreibt: „Der Regenbogen hat zwei vornehmliche Farben, wiewohl etliche von sechs oder vier Farben sagen.“ Die Regenbogenfahne der LTGB-Bewegung hat sechs Farben: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett.

Zur Zeit tobt ein Kampf zwischen den Sieben-Farben-Vertretern und den Sechs-Farben-Vertretern. Die Sechs-Farben-Vertreter werden dabei durch den gerade vorbeigehuschten Synodalen Weg nachhaltig befeuert. Allenthalben – auch vor einigen katholischen Kirchen – findet man nun die sechsfarbige Regenbogenflagge (quergestreift, also eher Block als Bogen). Aussagen Geistlicher zu dieser deplazierten Beflaggung haben oft mit Toleranz und Nächstenliebe zu tun, sehr selten aber mit genauen Bibelzitaten und tiefgehender religiöser Kenntnis.

In der Bibel ist der Regenbogen das Bundeszeichen Gottes. Gott legt nach der Sintflut Seinen Kriegsbogen in den Wolken ab und sagt zu, daß Er nie wieder so verheerende Fluten über die Erde bringen wird.

Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den Ich stifte zwischen Mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: Meinen Bogen setze Ich in die Wolken; er soll das Zeichen des Bundes werden zwischen Mir und der Erde. Balle Ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, dann gedenke Ich des Bundes, der besteht zwischen Mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch verdirbt. Steht der Bogen in den Wolken, so werde Ich auf ihn sehen und des ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen Wesen aus Fleisch auf der Erde. Und Gott sprach zu Noach: Dies ist das Zeichen des Bundes, den Ich zwischen Mir und allen Wesen aus Fleisch auf der Erde aufgerichtet habe. (Gen. 9,12-17)

Im letzten Buch der Bibel ist der Regenbogen zweimal genannt. Zuerst überwölbt er den Thron Christi (Off. 4,2-3), dann steht er über dem Haupt eines schönen, aber furchterregenden Engels, der Johannes zum Weissagen befähigt und auffordert (Off. 10,1). Er steht für göttliche Macht und Wahrheit.

Friedensschluss, Bund zwischen Gott und Mensch, Gnade, Macht, Wahrheit – diese Assoziationen zum Regenbogen gibt die Bibel her. Der Friedensschluss bedeutet aber nicht, dass die Weisungen Gottes nicht mehr gelten oder beliebig ausgelegt werden dürfen!

In der christlichen Ikonographie ist der Regenbogen also zwei- bis siebenfarbig und entweder kreisförmig gewölbt oder, als Teil der Mandorla, die den thronenden Christus umgibt, aus zwei Kreissegmenten mandelförmig zusammengesetzt. Der quergestreifte sechsfarbige Block entstammt der postchristlichen LGTB-Bewegung. Daß nun Christen,  die sich von ihnen unbequemen Punkten der christlichen Lehre entfernt haben,  auch diesen bunten Block benutzen,  macht ihn nicht zu einem Teil der christlichen Ikonographie.

Grund für die Katastrophe,  die Gottes Friedensschluss voranging,  war der Ungehorsam der Menschen. Es ist für die Geschichte von Noach, der Sintflut und der Rettung samt Friedensschluss unterm Regenbogen nicht relevant, ob sie wortwörtlich so geschehen ist; die Aussage bleibt wahr: Auch wenn Menschen sündigen,  bleibt Gott Seinem Bund treu. Er hat Seinen Kriegsbogen hoch in den Wolken abgelegt. Aber dadurch wird menschliche Untreue nicht gut.  Gott zeigt uns immer wieder den Weg der Versöhnung und des Friedens mit Ihm. Er hilft uns, die bunten Blöcke dieser Welt zu umgehen,  Er richtet uns auch wieder auf, wenn wir darüber stolpern. Als Erinnerung daran kann ich quergestreifte Sechsfarbenbanner verstehen,  aber als Aufruf zum Ignorieren der göttlichen Weisung will ich sie nicht haben  –  schon gar nicht vor Kirchen.

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Warum gründet man keine Synodale Kirche?

Ich nehme immer noch an, daß die meisten, vielleicht alle, Verfolger des Synodalen Weges glauben,  was sie sagen. Ich müsste sonst annehmen,  daß da eine Bande zusammenhockt, die ein riesiges Lügengebäude abgesprochen hat, um die Kirche zu vernichten  – und so schlimm will ich von den Teilnehmern des Synodalen Weges nicht denken.

Allerdings fällt es mir zunehmend schwer, wohlwollend zu bleiben gegenüber so vielen Menschen,  die sich katholisch nennen und zugleich zahlreiche, wenn nicht alle kirchlichen und päpstlichen Weisungen missachten.

Der ursprüngliche Ansatz,  man wolle Wege zum Schutz vor sexuellen Übergriffen finden, ist längst verschüttet.  Die Kirche hat solche Wege gefunden,  wo sie rechtgläubig bleibt: Laisierung (nicht bloß Versetzung) schuldiger Priester, Anhörung (auf Wunsch anonym) der Geschädigten, Zahlung von Schmerzensgeld usw. Viel bleibt noch zu tun, Aber es wird auch getan,  und ich wünschte, auch säkulare Schulen,  Sportvereine und andere würden in diesem Maß Aufklärung und Vorbeugung betreiben.

Aber es geht im Synodalen Weg längst  nicht mehr vorrangig darum. Es geht um Frauenpriestertum, Abschaffung des Zölibats,  Bildung einer anderen Art von Kirche in Deutschland,  die dann von den anderen (insbesondere Afrika und Asien) nachgeahmt werden soll, wenn diese Armen es endlich begriffen haben.  (Ganz genau diese paternalistische und kolonialistische Haltung ergibt sich aus mehreren dortigen Redebeiträgen, die alles andere als niedergebrüllt wurden.)

Der Papst hat zu mehreren Punkten deutlich Stellung bezogen: Priesterinnen gibt’s nicht in der römisch-katholischen Kirche,  auch nicht in den unierten Kirchen; das Eherecht der Kirche wird nicht geändert oder aufgeweicht; der vom Synodalen Weg beschlossene Synodale Rat ist nach Kirchenrecht illegal.

Meine Erfahrung mit Verfechtern des Synodalen Weges ist, daß sie niederbrüllen und verspotten,  wer nicht ihrer Meinung ist. Es mag auch andere geben,  aber mir sind sie nicht begegnet.  Wie kann man überhaupt sagen „Ich bin katholisch und will katholisch bleiben,  aber ich möchte dem Papst nicht gehorchen und die kirchliche Lehre nicht befolgen“? 

Ich möchte der Kirche treu bleiben,  weil ich Gott treu bleiben möchte. Noch ist das in Berlin kein Problem. In Limburg könnte es in naher Zukunft zu einem werden.  Allerdings bin ich optimistisch genug, dann auch in Limburg und anderen betroffenen Gebieten dank Internet gültige römisch-katholische Messen zu finden. Meine Sympathie gilt den Priestern, die in Diözesen mit untreuen Bischöfen selbst treu bleiben.

Warum nach dem durch wiederholten bischöflichen Ungehorsam längst ipso facto erfolgten, nur noch nicht anerkannten Schisma noch immer keine neue Konfession entstanden ist, weiß ich nicht.  Vielleicht hegt der Papst noch die Hoffnung auf Rückkehr der Synodalisten. Zur Hälfte teile ich diese Hoffnung.  Die andere Hälfte sagt inzwischen resigniert:

Da luur man op. 

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Leben

Der Mann hat weiche Gesichtszüge und etwas schräg stehende Augen. Die ersten zwei Monate nach seiner Geburt hatte er wegen eines Herzfehlers im Krankenhaus verbringen müssen. Seine große Schwester besuchte ihn oft. Die Oma kam mit.

Die Elfjährige freute sich. Trotz der beängstigenden Schläuche und Maschinen fand sie ihr Brüderchen süß. Von ihren Eltern wusste sie, daß die Chancen gut standen, es aber keine Sicherheit gab. „Du musst leben, du musst leben“, wiederholte sie in Gedanken. Sie hatte manchmal Angst, das Brüderchen könnte plötzlich nicht mehr da sein. Aber sie konnte sich nicht wirklich vorstellen, daß der Kleine einmal sterben würde.

Die Oma seufzte, wenn sie den Kleinen sah. Er war so winzig. Und er würde nie richtig gesund sein. Nie klar im Kopp. Nie stark. Aber wahrscheinlich würde er ohnehin nicht überleben. Hoffentlich nicht. „Wäre besser, wenn er stirbt“, sagte sie. Das Mädchen sah sie verständnislos an.

Der Mann lebt. Mit seiner Schwester, die mittlerweile längst berufstätig ist, trifft er sich wöchentlich. Aber „kleiner Bruder“ mag er nicht genannt werden. „Ich bin ja nicht klein“, sagt er dann, reckt sich, lacht und legt seiner Schwester eine Hand auf den Kopf.

*

Heute werden die meisten Menschen in Westeuropa (über andere Weltgegenden weiß ich zu wenig, um empirische Aussagen zu machen) übereinstimmen, daß die Oma sehr unsensibel gegenüber dem Mädchen war. Nicht ganz so viele werden übereinstimmen, daß sie auch sachlich unrecht hatte. Noch weniger werden darin übereinstimmen, daß Abtreibung immer ein Greuel ist.

Wir wissen immer mehr über das vorgeburtliche Leben, bildgebende Verfahren werden immer genauer, auch im frühen Stadium der Schwangerschaft. Es ist längst klar, daß die befruchtete Eizelle bereits alle Erbinformationen in sich trägt. Wenn ein Vater vor der Geburt seines Kindes stirbt, so ist nach deutschem Recht der Nasciturus, also das noch ungeborene Kind, potentiell (und bei seiner Geburt tatsächlich) erbberechtigt. Das juristische Erbe ist mit dem biologischen Erbe von Anfang an verknüpft, weil das Erbrecht von vernünftigen Leuten erdacht wurde.

Unabhängig davon, ob die befruchtete Eizelle heranwächst zu einem immer hilfsbedürftigen Menschen oder einem, der ein selbständiges Leben führt, auch unabhängig von jeder körperlichen, geistigen oder moralischen Entwicklung, hat jeder Mensch das Recht, zu leben. Einem unschuldigen Menschen (und das ist er von der Zeugung an mindestens bis zu dem Punkt, wo er sich bewusst für oder gegen das Gute entscheiden kann) darf man unter keinen Umständen dies Recht verweigern.

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Mir zum 61. Geburtstag

Begonnen hat ein neues Lebensjahr,
Ich weiß noch nicht,  was es mir nimmt und bringt,
Ob alles scheitert,  ob mir was gelingt -
Doch weiß ich,  Gott macht Sein Versprechen wahr.

Ihn will ich preisen,  auch wenn andres singt
Die täuschende und selbst getäuschte Schar.
Ihn will ich feiern,  der mein Retter war
Und ist und bleibt und mir zur Seite springt.

Ihn, der mir jeden Lebenstag gegeben,
Der für mich lebte,  starb und auferstand,
An den ich mich durch ein Gelübde band,

Der mir so viele gute Jahre schenkte,
Mir immer beistand, meine Schritte lenkte,
Ihn, der in Höhen lebt, lass ich hochleben.

© Claudia Sperlich
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