Gesegnete Weihnachten!

Jesu Geburtstag

Man wünscht Geburtstagskindern alles Gute
Und, wenn man Christ ist, auch noch Gottes Segen.
Zur Weihnacht macht die Sitte mich verlegen:
Der Herr der Welt in jener Krippe ruhte.

Was soll ich wünschen Ihm,  dem alles eigen?
Ich wünsche mir von Ihm so viel und habe
Von Ihm bekommen schon so reiche Gabe.
Doch kann ich Ihm nur leere Hände zeigen.

Er selber ist und gibt in Fülle Segen.
Was soll ich wünschen Ihm, der alles gibt,
Der schrankenlos und unzerstörbar liebt?

Ich geb Ihm meine Fehler, Sünden, Schwächen,
Und Trauer,  Sorgen,  Schmerzen und Gebrechen,
Und wünsche mir, zu gehn auf Seinen Wegen.

© Claudia Sperlich

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Heiliger Abend, von einem Außenstehenden notiert

Geburt im Stall,  sonst war kein Raum zu finden.
Der Mann nicht Vater,  und die Frau sehr jung.
Er erst besorgt, dann voll Bewunderung:
Sie kann ganz ohne Angst und Schmerz entbinden.

Sie stillt und windelt liebevoll den Knaben.
Ein Futtertrog mit Stroh und einer Decke
Ergibt das Kinderbett in einer Ecke.
Dann bringen Hirten Brot und kleine Gaben.

Ich frag mich, ob das Mitleid sie bewegt,
Dem jungen Paar,  dem armen Kind zu dienen?
Da sehen sie das Kind und knien nieder.

Und einer flüstert heiser, aufgeregt:
Ein Engel sei vor ihnen heut erschienen.
„Messias, Herr…“, so sagt er immer wieder.

© Claudia Sperlich

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Gabentisch

Ich habe so schöne Dinge bekommen. Vor allem aber, hier nicht darstellbar, ist ein Berg an belastenden Problemen verschwunden. Dank sei allen, die mir geholfen und mich beschenkt und für mich gebetet haben. Dank sei Gott.

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Vierter Adventssonntag

Das Licht der Welt ist nah in diesen düstren Tagen.
Ein Kind wird alle Schuld mit Seinem Leben zahlen.
Vier Kerzen leuchten, da Propheten freudig sagen:
Habt keine Angst – Er kommt. Die Nacht wird blühn und strahlen.

© Claudia Sperlich

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Die radelnde Claudia

oder: Was mir spontan einfällt,  wenn jemand auf Facebook „Die Geschichte vom fliegenden Robert postet.

Wenn der Regen niederbraust,
Wenn der Sturm das Feld durchsaust,
Wollen Männer und auch Frauen
Sich nicht recht ins Freie trauen.

Aber Claudia dachte: „Tja!
Fahrrad ist zum Fahren da!“
Unter ihr die Räder flitzen,
Hoch die Wasserpfützen spritzen.

Leuchteweste, Helm und Licht
Sieht manch Autofahrer nicht,
Und so muss, ob diesen Trampeln,
Sie zuweilen Zickzack strampeln.

Unterm Mantel warm und trocken,
Sinnt sie: „Anderswo sind’s Flocken!
Voller Schnee und Eisesglätte –
Dann ich was zu meckern hätte!
Aber etwas nass zu werden
Ist das Schlimmste nicht auf Erden!“

Erst zur Kirche, um zu beten,
Dann nochmal Pedale treten,
Für die Weihnacht noch was kaufen,
Dann nach Haus und Kaffee saufen –

Alles hat das Rad getragen,
Und nun gibt es keine Klagen.

© Claudia Sperlich

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Unbefleckte Empfängnis? Jungfräuliche Gottesmutter? – Eine Klarstellung.

Praktizierende Katholiken kennen das: Höhö, ihr haltet Sex für böse und deshalb habt ihr das mit der unbefleckten Empfängnis erfunden, so mit Heiligem Geist und so.

Ja, das hören wir in Abwandlungen jeden Dezember,  und je mehr sich ein gutwilliger Katholik dann um Klärung eines Missverständnisses müht, desto weniger wird ihm zugehört. Es scheint,  als ob Millionen sonst mindestens durchschnittlich intelligenter Menschen im Dezember vergessen,  daß bei Wikipedia viele seltsame Ausdrücke ausführlich erklärt werden, und dass es in den Weiten des Internets eventuell noch mehr zum Thema gibt. Elf Monate denken sie nicht an diese seltsamen Ausdrücke,  und im zwölften posaunen sie etwas in die Gegend,  was völlig falsch ist, und reagieren auf Berichtigung höhnisch oder beleidigt.

Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf,  doch vielleicht einen oder zwei zu erreichen.

Also: Das Christentum geht davon aus, daß Gott in der Gestalt Jesu Mensch geworden ist und daß die Jungfrau Maria Ihn geboren hat. Möglich war das, weil Gott in der Person des Heiligen Geistes sie empfangen ließ  – wie genau das geschah, ist nicht erklärbar. Bis hierhin sind sich Christen aller Denominationen einig, denn so steht es im Neuen Testament, Lukas 1,26-38. Das ist die Sache mit der Jungfrauengeburt. Kurzfassung für Nervöse: Engel an Maria: Du wirst schwanger, jetzt gleich. Dein Sohn rettet Welt.  Maria an Engel: Wie denn, als Jungfrau? Engel an Maria: Gott, Heiliger Geist, der kann das. Maria an Engel: Dann gerne.

Katholiken glauben darüber hinaus: Damit Maria ihr Einverständnis ganz unbeeinflusst geben konnte, muss Gott ihr vorher etwas Besonderes gewährt haben, nämlich die vollkommene innere Freiheit.  Das heißt: Sie war vom ersten Augenblick ihres Lebens an ganz frei von ererbten seelischen Belastungen,  von jeder unguten Neigung,  von allem,  wodurch ein Mensch anders als gut wird. Die Kirche nennt solche Neigungen Erbschuld oder Erbsünde. Es sind sozusagen die Hypotheken,  die wir alle mit uns herumschleppen,  weil wir in eine von bösen Taten und Plänen geprägte Welt hineingeboren sind. Maria war davor gefeit,  egozenrische, egoistische, herrschsüchtige oder sonstwie gemeine Gedanken zu hegen. Deshalb konnte sie ihre Zustimmung ohne jeden Hintergedanken geben.  (Sie war so frei, daß sie auch hätte Nein sagen können – aber das tat sie nicht.)

Maria wurde ganz normal von Vater und Mutter gezeugt und ausgetragen und geboren. Das wertet die Sexualität nicht ab, sondern auf. Die freie, unbelastete Maria blieb Jungfrau nicht, weil Sex etwas Schmuddeliges wäre, sondern weil sie ganz Gott gehörte – wozu sie ihr freies Einverständnis gegeben hatte.

Werte Atheisten und Agnostiker, wenn Ihr bis hierher gelesen habt, ohne etwas zu überspringen,  seid Ihr mit meinen genervten Worten in den ersten beiden Absätzen wahrscheinlich nicht gemeint. Ich schreibe dies auch nicht,  um Euch zu überzeugen; das kann ich ohnehin nicht.  Ich informiere nur über die Bedeutung einiger Begriffe.  Was Ihr daraus macht, ist nicht meine Sache. 

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Dritter Adventssonntag

Noch wird die Angst und Not betäubt mit Rausch und Dingen,
Doch Richtungsweiser finde ich nur ganz im Stillen.
Drei Kerzen brennen, und wie sanfte Töne schwingen,
Erfahr ich,  was ich bin und soll nach Gottes Willen.

© Claudia Sperlich

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Sieben Jahre Gelübde

Vor sieben Jahren legte ich ein Privatgelübde ab: Täglich zur Messe gehen, täglich vor dem Tabernakel oder dem Allerheiligsten anbeten, häufig beichten und in Armut, Keuschheit und Gehorsam leben. Seit meinem Entschluss zur Taufe war das meine beste Idee.

Im siebten Jahr der Ewigkeit mit Dir
Warst Du mir nah in so viel Widrigkeit.
Du hast aus vielen Nöten mich befreit
Du gabst mir Mut und schicktest Hilfe mir.

In Deiner Gegenwart ist meine Zeit
Geborgen und erfüllt, Dein Himmel hier.
Mein Bräutigam und meine Herzenszier!
Du hast gerufen,  und ich bin bereit.

Du starbst für mich.  Ich gebe Dir mein Leben
Und kann doch nur Dein Eigentum Dir geben.
Ich darf Dir dienen,  kann Dich nicht erfassen.

Du liebst mich,  als wär andres nicht zu denken.
Nur Du willst mich aus reiner Liebe lenken.
Dir dienen heißt,  sich reich beschenken lassen.

© Claudia Sperlich

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Vergebung und Heilung

Jesaja 35,1-10; Lukas 5,17-26

Wir hören heute eine geradezu paradiesische Verheißung von Jesaja: Wüste und Steppe werden überbordend fruchtbar. Und nach der blumigen Schilderung heißt es plötzlich:

Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes!

Und dann kein apokalyptisches Szenario mit Feuer und Schwefel,  sondern:

Er selbst kommt und wird euch retten.

Nicht nur Krankheit und Behinderung wird von den Menschen genommen,  sondern auch Feindschaft und Sklaverei. Die Rache Gottes hat üppigen Frieden zur Folge,  nicht Vernichtung. 

„Als wollte Er belohnen,  so richtet Er die Welt“ – an diese Verse von Jochen Klepper erinnert die Lesung.

Im Evangelium hören wir von der Heilung eines Gelähmten. Ihr geht die Sündenvergebung voraus. Die brachliegende Seele blüht wieder auf, und nun kann auch der Körper geheilt werden. Jesu Wundertaten betreffen den ganzen Menschen,  der Herr macht keine halben Sachen. Der Gelähmte brauchte Vergebung ebenso dringend wie Heilung. Und wie in der ersten Lesung kommt Gott hier nicht strafend,  sondern heilend.

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Zweiter Adventssonntag

Den Herrn hält niemand auf. Wir hoffen auf Sein Kommen.
Er ist der Friede selbst. In Ihm ist alles Segen. 
Zwei Kerzen brennen schon. Wir haben Ihn vernommen,
Und gleich wie schwer der Weg,  wir gehen Ihm entgegen.

© Claudia Sperlich

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