Pomeranzen

… sind eine Sorte Orangen,  die roh ungenießbar ist – zu Marmelade verarbeitet aber köstlich.

Leider kann ich sie vor Ort nicht kaufen.  Aber es gibt Versandhäuser, die auf exklusive Früchte spezialisiert sind. Warum geizen, dachte ich,  und bestellte sechs Kilo Pomeranzen.

Die Schale ist sehr dick. Etwa ein Drittel der Früchte habe ich sehr dünn abgeschält. Diese äußere Schale wird fein geschnitten. Die Schale wird abgewogen und mit dem gleichen Gewicht Zucker (kein Gelierzucker!) in einen Topf gefüllt und eine Stunde lang auf kleiner Flamme gekocht (anfangs häufig umrühren).

Man kann natürlich die Schale aller Pomeranzen so schälen,  dann hat man später noch eine Art Vorform von Orangeat,  hält ewig und schmeckt gut in Kuchen. Das hatte ich auch vor, aber meine Hand erhob Einspruch.

Dann werden alle Pomeranzen geschält, daß weiße Zeug wird abgepult. Früchte vierteln, die weiße Ader in der Mitte großzügig wegschneiden. Man muss die Pomeranzen nicht filetieren, aber es empfiehlt sich, die härtesten Stücke der Haut um die Fruchtspalten zu entfernen. Die Kerne (sehr viele) kann man in einem Leinensäckchen mitkommen (ich habe darauf mangels Leinensäckchen verzichtet).

Der Abfall wird abgewogen. Es waren hier 2,5 Kilo! Bleiben also 3,5 Kilo Frucht und Schale.

Nun werden die Früchte auf kleiner Flamme zwei Stunden lang gekocht, Dann kommt die in Zucker gekochte Schale dazu und kocht noch etwa zehn Minuten mit. Schließlich schüttet man Zweifach-Gelierzucker dazu (in diesem Fall zwei Kilo), rührt um, lässt alles noch einmal aufkochen und füllt die Marmelade in Schraub- oder Weckgläser.

Die Gläser stellt man dicht an dicht in Töpfe und gibt so viel Wasser dazu, dass es beim kleinsten Glas bis knapp unter den Deckel reicht. Dann kocht man es noch etwa zehn Minuten.

Jetzt sind die Gläser wirklich luftdicht verschlossen. Zumindest sollten sie das sein! Wenn der Deckel nach innen gewölbt ist,  ist das Glas dicht. Wenn er nach oben gewölbt ist,  sollte das Glas noch einmal fünf bis zehn Minuten im kochenden Wasser stehen.  Und wenn er dann immer noch nach oben ploppt, ist der Deckel nicht dicht, das Glas kommt in den Kühlschrank und hält sich noch zwei oder drei Wochen.

Elf Gläser – etwa 5,5 Kilo – beste Pomeranzenmarmelade, alles Bio!

6 Kilo Pomeranzen  30,98
(3,5 Kilo ohne Abfall)
4 Pfund Gelierzucker 7,96
340 Gramm Rohrzucker 1,29

Zusammen 40,23 plus Energieverbrauch – runden wir auf zu 45 Euro für etwa 5,5 Kilo Marmelade (den Verlust durch Wasserdampf und angesetzten Rest im Topf muss man auch bedenken).

Entgegen der Regel „Selbst einmachen spart Geld“ ist das nur unerheblich billiger als erstklassige im Handel gekaufte Orangenmarmelade. Aber sehr viel besser.

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Wie man lernt – und wie nicht

Vor 24 Jahren hatte ich einen Kurs des Arbeitsamtes belegt, in dem ich lernen sollte, mit dem Computerprogramm Excel Tabellen zu erstellen und zu bearbeiten.

Das Wichtigste, woran ich mich erinnere, ist, dass eines Abends der Hausmeister am 11. September zu spät kam, um die Tür aufzuschließen, weil er gebannt vorm Fernseher gesessen hatte, als die Nachricht von dem Attentat auf die Türme gesendet wurde. Es war noch nichts Genaues erfahrbar.

Ich habe in jenem Kurs ein Zertifikat erworben, weil ich teilgenommen hatte. Verstanden habe ich eigentlich nicht viel – nicht weil der Kursleiter schlecht war (andere Teilnehmer hatten ja alles begriffen), sondern weil er für meine Art zu lernen nicht der Richtige war.

Jetzt habe ich mit einer Excel-Tabelle zu tun. Ich habe gerade eine wesentliche Funktion verstanden, und zwar nicht, weil jemand erklärend danebenstand, sondern weil ich so lange herumprobiert habe, bis ich es begriffen habe. Das ist nicht immer die beste Art zu lernen (z.B. würde ich Scharfschützen in der Ausbildung unbedingt von dieser Methode abraten), aber bei mir und für Excel klappt es.

Vielleicht sollte man auch in Schulen mehr darauf schauen, welche Lernmethode der einzelne Schüler mitbringt. Das muss nicht die beste sein, vielleicht kann man ihm praktischere Methoden nahelegen, aber es muss auch nicht die schlechteste sein, und vielleicht ist sie gerade für diesen Menschen genau richtig.

Ich fürchte allerdings, Schulen können angesichts der wenigen und überarbeiteten Lehrer nicht leisten, sich dem einzelnen Schüler zuzuwenden. Und das bedeutet vermutlich, dass zahlreiche Schüler als minderbegabt gelten, obwohl sie es gar nicht sind – sondern nur ständig auf eine Weise lernen müssen, die ihnen nicht liegt, und nicht dürfen, was sie können.

Erst wenn man erwachsen ist und sein erstes eigenes elektronisches Haushaltsgerät kauft, dessen Gebrauchsanleitung man nicht versteht, muss man diese in der Schulzeit kaum geübte Methode anwenden: So lange herumprobieren, bis es klappt. Aber dann ist man aus dem besten Lernalter schon heraus.

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Garten im Nebel

Der Garten des Gertrauden-Krankenhauses ist sehr schön – auch im Januar und bei morgendlichem Nebel!

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wunders vîl

Zu Weihnachten bekam ich von meinem Bruder zwei lebenswichtige Dinge: Ein Pfund sehr guten Kaffee und einen großzügigen Gutschein für eine sehr nette, mir bis dato unbekannte Buchhandlung, Walthers Buchladen in Berlin-Steglitz. Von letzterer komme ich gerade mit drei Büchern (ein bißchen habe ich noch draufgezahlt, aber gerne).

Das erste und wichtigste ist, der geneigte Leser wird es schon ahnen, das Nibelungenlied, und zwar in einer zweisprachigen Ausgabe (mittelhochdeutsch und neuhochdeutsch). Das hatte ich bestellt. Ich hatte dazu nach Übersetzungen gesucht und war fündig geworden: von 1782 bis 2013 ist das Nibelungenlied immer wieder ins Neuhochdeutsche übersetzt, insgesamt 67 mal, und genau einmal von einer Frau! Ursula Schulze heißt die Germanistin, die sich gleich zweimal an diesen Stoff gemacht hat, einmal als Herausgeberin und einmal als Übersetzerin. Eigentlich wollte ich ihre Übersetzung haben. Ob ich den Fehler gemacht habe oder die Buchhändlerin mich falsch verstanden hat, weiß ich nicht – jedenfalls liegt mir nun die Übersetzung von Siegfried Grosse vor, immerhin herausgegeben von Ursula Schulze. Ich will mich nicht darüber ärgern. Die Prosaübersetzung ist genau und gut lesbar.

Wenn ich das Original lese, versuche zu verstehen und dann mit der Übersetzung vergleiche, merke ich: So schwierig ist Mittelhochdeutsch gar nicht, ich werde mich irgendwie einlesen und hoffe, am Ende des Buches nicht nur mehr über die Nibelungensage zu wissen, sondern auch mehr über das Mittelhochdeutsche.

Zwei weitere Bücher mussten auch mitgehen, ein Thriller und ein Krimi. Darüber werde ich vielleicht später berichten. Jedenfalls habe ich nun eigentlich mehr Lesestoff als Zeit, aber so ist es ja immer, und was wäre mein Leben ohne dies kleine Problem?

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Mein Gott

Du trägst mich über Schluchten,
Du führst mich durch die Nacht.
In Kühnheit und auf Fluchten
Hast Du mein Herz bewacht.

Du hast mein Heil beschlossen,
Vor meinem ersten Wort.
Dein Blut, am Kreuz geflossen,
Wusch meine Sünden fort.

Mein Gott,  so hoch erhaben,
Mein Freund, mir immer nah!
Du Geber aller Gaben,
Du ewger Ich-bin-da!

In Dir bin ich geborgen,
Durch Dich bin ich befreit.
Du führst mich heut und morgen
Und in die Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

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Taufe Jesu – warum eigentlich?

Johannes der Täufer hat klar gesehen, dass Jesus kein Zeichen der Umkehr und Vergebung nötig hatte. Der Herr, der ganz frei von Sünde war, bestand trotzdem darauf, sich taufen zu lassen.

Die orthodoxe Kirche sieht in Jesu Untertauchen im Wasser eine Heiligung des Wassers. Der vollkommen Reine teilt dem Wasser Seine Reinheit mit.

Die Taufe ist auch beispielgebend. Jesus hat immer wieder dazu aufgerufen, so zu handeln wie Er. Verzeihen, lieben, erdulden, Gerechtigkeit herstellen, beten – das sollen wir alles nach Seinem Beispiel tun. Die Taufe erbitten und sich taufen lassen ist auch Sein Beispiel.

Die Taufe heißt auch: Untertauchen und wieder auftauchen (auch wenn heute in der katholischen Kirche nur ein Übergießen mit Wasser stattfindet). Das ist ein Bild für Tod und Auferstehung. Diese Erklärung leuchtet mir am meisten ein. Jesus hat am Kreuz die Sünden aller Menschen auf sich genommen. Bereits in der Taufe hat er gewissermaßen die Erlösungsbedürftigkeit aller Menschen auf sich genommen.

Der Heilige Geist kommt ins Spiel, als Jesus unmittelbar nach der Taufe betet. Da öffnet sich der Himmel, da wird der Geist Gottes spürbar. Auch das ist Beispiel für uns. Wenn wir beten, öffnet sich der Himmel. Gott hört unser Beten, Er ist anwesend, Er handelt – auch wenn wir es nicht merken.

Jesus ließ sich taufen, weil Er uns liebt. Weil Er will, dass wir getauft sind, dass wir beten und dass sich über uns der Himmel öffnet.

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Königlicher Besuch

Die Sternsinger waren da! Acht an der Zahl,  sechs Kinder,  zwei Jugendliche,  und das jüngste Kind fünf oder sechs Jahre alt (und kannte alle Lieder auswendig)!

Süß waren sie, gesungen haben sie und mir erklärt,  wofür sie sammeln: für die Durchsetzung von Kinderrechten in Kolumbien, für die dortige „Kinderrepublik“ Benposta, wo sie vor Elend, Gewalt und Drogen geschützt lernen, eigenverantwortlich zu leben.

Das erste Lied sangen sie übrigens auf meine Bitte  – damit alle es mitkriegen! – auf dem Hof. Ich hoffe, wenigstens einige Nachbarn haben es gemerkt.

Die Wohnung ist nun gesegnet von Christus selbst, durch die Hand eines Kindes.

Christus mansionem benedicat –
Christus segne das Haus!

Die Weisen aus dem Morgenland hatten sicher eine beschwerliche Reise,  aber nicht bei Matschwetter knapp über dem Gefrierpunkt. Ein Hoch auf die tapferen Sternsinger!

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Einige Gedanken zu den Sternsingern

Sehr Bedenkenswertes hat Bloggerkollege Tobias Klein in der Tagespost zur Monopolisierung der Sternsinger geschrieben.

Mir fällt dazu ein:

  1. Ich freue mich auf die Sternsinger,  auf Segen und Gesang,  auf Kinder,  die bei Wind und Wetter eigenverantwortlich für andere Kinder Spenden sammeln. Morgen kommen sie zu mir, Geld und Süßigkeiten liegen bereit. Ich freue mich,  dass Kinder selbst beschlossen haben,  welches Projekt sie in diesem Jahr unterstützen, und darüber genug gelernt haben, um es Erwachsenen zu erklären.
  2. Traurig und zornig nehme ich wahr, dass sie dafür gescholten werden. „Linkes Projekt“, „Bettelei“ usw.
  3. Entnervt sehe ich eine Debatte darüber, dass es auch „falsche“ Sternsinger gibt, die ebenfalls verkleidet, singend und segnend kommen,  aber nicht zum Kindermissionswerk gehören (und dies auch nicht behaupten). Mein Einwand,  sie sammeln vielleicht für einen anderen sozialen Zweck,  für die kranke Oma oder auch für sich selbst – was ich in Zeiten knapper Kassen nicht schlimm fände – wird schulmeisterlich abgebügelt. Die Mutter solle halt arbeiten gehen. (Vielleicht tut sie es ja. Es gibt auch schlecht bezahlte Arbeit. Aber so weit denkt nicht jeder.)
  4. Mit Befremden lese ich, dass „früher“ solche „unechten“ Sternsinger nicht unterwegs waren. Früher, d.h. in den 50er Jahren. Als noch alle ehrlich waren,  oder so.

Sternsinger gibt es seit den 40er Jahren des 16. Jahrhunderts. In Nordeuropa waren es zunächst Klosterschüler, da den Klosterschulen durch den erstarkenden Protestantismus die Einnahmen wegbrachen und Schüler, die nicht von Hause aus reich waren,  sammelten,  um weiter lernen zu können. Auch andere Berufsgruppen wurden zeitweise mit dem Dreikönigssingen unterstützt. Zudem steuerten arme Kinder so etwas zum Unterhalt der Familie bei.

Es gab auch missbräuchliche Verwendung der Sammlungen (Versaufen), die Verbote nach sich zogen. Aber im Großen und Ganzen diente das Dreikönigssingen von jeher dem Lebensunterhalt und der Bildung. Verbote wurden teilweise auch aus politischen Gründen ausgesprochen. Bettelei wirft kein gutes Licht auf die Obrigkeit.

Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es in Deutschland,  Österreich und Belgien die Sternsinger in der organisierten Form und mit dem Zweck, Armen zu helfen.

Aber wenn die Sternsinger ehrlichen Herzens den Segen Gottes bringen,  singen und sammeln, ohne organisiert zu sein, kann ich das nicht schlimm finden. Wirklich schlimm fand ich nur die deutliche Missbilligung der Sammlungen zugunsten von Menschen,  die weit weg leben.

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Epiphanias / Heilige Drei Könige

Melodie: Onward, Christian Soldiers

Königen und Weisen
zeigt den Weg ein Stern.
Durch die Wüste reisen
sie zu ihrem Herrn.
Heiden sind sie, fragen
die Gestirne nur;
Gott kennt ihre Plagen,
legt mit Licht die Spur.
Ihre Zweifel schwinden,
hell wird ihr Gesicht,
da sie Jesus finden
unterm Sternenlicht.

Ihre Gaben legen
sie vor Jesus hin,
und von Gottes Segen
leuchtet Herz und Sinn.
Da das Kind sie preisen,
ahnen sie es schon:
Ziel all ihrer Reisen
ist der Gottessohn.
Ihm dient alles Leben,
Luft und Meer und Land,
Er hat uns gegeben
Liebe und Verstand.

Kind, mach Du uns weise,
sei auch unser Stern.
Auf des Lebens Reise
folgen wir Dir gern.
Was Du uns gegeben,
geben wir zurück:
Du bist ja das Leben,
Seligkeit und Glück.
Steil sind unsre Pfade,
dunkel ist die Welt,
doch Du hast voll Gnade
Dich zu uns gesellt.

© Claudia Sperlich

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Gute Vorsätze und eine Bitte

Hier liegen mehrere literarische Baustellen seit langem brach. Die meisten sind nicht einmal groß, nur der letzte Schliff fehlt. Sie alle wollen dies Jahr endlich abgearbeitet werden!

Damit ich das schaffe, brauche ich Energie und Disziplin. Um beide ist es seit längerem nicht zum Besten bestellt. Und da schließt die Bitte an:

Ob meine geneigten Leser wohl mal in dieser Sache für mich beten?

Danke.

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