Dreizehnte Tür

Gustav Schüler
Jesus spricht zu den Mühseligen

Ihr sollt euch an mich betten,
Wie Kinder an die Mutter tun.
Ich breche alle Ketten,
Ich lasse alle ruhn.

Ich löse alle Hände,
Die Angst und Not verschlungen hat –
Ich baue Haus und Wände
Und mache alle satt.

Die Stürme müssen schweigen,
Und Wetterwolken stillestehn,
Ich lass‘ im goldenen Reigen
Die lichten Sterne gehn. –

Was hier noch Kleid und Hülle,
Was hier noch Traum und Schein,
Wird bald die ewige Fülle
An meinem Herzen sein.

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Musikgeschichte zum Sonntag Gaudete

Zu den wertvollsten Schätzen meines Bücherbordes gehört eine mittelalterliche Handschrift, eine recht unbekannte Antiphon zum dritten Adventssonntag. Jüngste musikhistorische Forschungen haben gezeigt, daß die Melodie eines Schlagers der 80er Jahre sich daran anlehnt.

gaudete

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Die Vereinten Nationen und die Logik

… haben es ja nicht so miteinander; das dürfte spätestens klar geworden sein, als Saudi-Arabien Mitglied im Menschenrechtsrat wurde, ebenso wie Ghana.

Diese Unstimmigkeiten werden nicht besser davon, daß die UN nun dem Vatikan gegenüber ihren Paternalismus mal so richtig raushängen läßt:

Die Vereinten Nationen haben den Vatikan zu mehr ethnischer Diversität in der Führungsebene ermahnt. Ungeachtet der jüngsten Kardinalsernennungen von Papst Franziskus seien ethnische Minderheiten in Leitungs- und Entscheidungsorganen der Kirche noch immer unterrepräsentiert, heißt es in einem am Freitag in Genf veröffentlichten Prüfbericht des UN-Komitees zur Beseitigung von Rassendiskriminierung.

Quelle: katholisch.de

Der Vatikan hat das sofort eingesehen und umgehend reagiert. Ist es so in Ordung, UN?

clerics

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Zwölfte Tür

Gustav Schüler
Gebet an Jesus

Jesus, mein Heiliger, du bist groß und gut.
Weil alles mich verlässt, nimm du mich an,
Nimm meiner Seele letzte Flackerglut,
Weil sie nicht mehr in Flammen brennen kann.

Ich rief dich an – und gehst du mir vorbei,
So steh ich todallein am finstern Schacht.
Dann stirbt – vom Nebel eingeschluckt – mein Schrei
Wie eines Käuzleins Schrei in schwarzer Nacht.

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Die Bücher sind da!

Die Autorenexemplare meines neuen Buches kamen eben an!
Da liegt nun der Archipoeta auf dem adventlich geschmückten Tisch, das Buch ist schön geworden, die Seiten sind richtig numeriert, ich bin einfach nur glücklich!
Die gebundenen Exemplare kommen in der nächsten Woche, mit denen dauert es immer ein bißchen länger.

Archipoeta und Adventskranz
Amaryllis

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Bosheit, Feigheit, Dummheit

All dies ist vereint in den Menschen, die ohne nennenswerte eigene Gefährdung einen anderen im Schutz der Anonymität mit Ermordung bedrohen, weil ihnen seine Meinung und sein Glauben nicht passen.

Bosheit, weil es ohne irgendwelche Abstriche und Entschuldigungen böse ist, Menschen zu ermorden.

Feigheit, weil dies nicht etwa von Angesicht zu Angesicht geschieht, sondern mit anonymer, kurz nach Anwendung verfallender Mailadresse, und weil die Täter genau wissen, daß der Bedrohte gewaltsame Aktionen für sich selbst ablehnt – und zwar aus den Gründen, aus denen sie ihn umbringen wollen.

Dummheit, weil das, was sie bekämpfen, nicht nur sichtbar gut ist, sondern auch seit zweitausend Jahren trotz aller Mühen einer feindlichen Welt nicht auszurotten ist.

Bosheit, Feigheit und Dummheit sind leider zäh – ich fand es schon mehrmals notwendig, darauf hinzuweisen:

Ich schweige nicht
Christus vincit! Christus regnat! Christus imperat!
Neue Drohung
Linke und IS – gibts da Unterschiede?
Sanguis martyrum semen est Christianorum

Nun haben böse, feige, dumme Menschen zwar einen guten, tapferen und klugen Menschen dazu gebracht, eine Blogpause einzulegen. Aber damit werden sie weder ihn noch irgendjemand anders, der Christus liebt, auf Dauer kleinkriegen. Schon gar nicht die Kirche!

Denn wir Christen haben auch drei Richtwerte – zum Glück für die Genannten, vor denen ich ein wenig Angst habe, um deren Seelen ich größere Angst habe, über die ich mich sehr ärgere und die ich ausdrücklich nicht hasse.

Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.

1 Kor. 13

Dagegen können Terroristen nicht anstinken. Das kriegen Terroristen nicht klein. Diese drei können – und werden – einst, vielleicht bald, den Terrorismus besiegen durch den, der Glauben und Hoffnung schenkt und Liebe ist.

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Patron der Mütter

Hier mein Beitrag zum Adventskalender der Blogoezese.

Heute gedenkt die Kirche – und besonders der Zisterzienser-Orden – des Seligen David von Himmerod, der vor 836 Jahren in den Himmel kam.

Er wurde wegen seiner schwachen Gesundheit zunächst abgelehnt, als er bei in dem neugegründeten Orden um Aufnahme bat. Der Erzbischof von Trier setzte sich für ihn ein; der Ordensvater Bernhard von Clairvaux nahm ihn auf, weil Davids heiligmäßiger Lebenswandel ihn überzeugte, und schickte ihn in die Trierer Gegend, um dort beim Aufbau der Abtei Himmerod mitzuwirken.

David war mystisch begabt, und Heilungswunder geschahen auf seine Fürbitte. Schwangere und Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch wandten sich an ihn.

Seine zarte Konstitution, die anstrengende körperliche Arbeit, dann das aufreibende Leben als Priester sowie ein streng asketisches Leben würden aus heutiger Sicht vielleicht anderes erwarten lassen – aber Bruder David wurde 79 Jahre alt.

Im Advent geht es um das Kommen des Heilands. Damit geht es auch um Seine Mutter – und um Mütter überhaupt. Ohne Mütter geht es nicht. Frauen beim Mutterwerden oder -sein zu helfen ist himmlisch.

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Elfte Tür

Gustav Schüler
Aus der Tiefe

Aus der Tiefe schrei ich, daß dein Licht
Meine Finsternisse überschütte;
Meine Seele, die vor Nacht zerbricht,
Werde deiner Allmacht Sonnenhütte.

Reiße meine Sehnsucht, wo sie schreit,
Aus der Tiefe martervollen Schlingen,
Deine Werke sind voll Mächtigkeit,
Die bis in die Sonnenwelten dringen.

Du Erlöser aus des Staubes Spott,
O du Burgwall aller, die zerschlagen –
Hilf, ich flehe dich, du großer Gott,
Hilf mir meines Lebens Nächte tragen!

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Zehnte Tür

Gustav Schüler
An meinen Bruder Jesus

Laß mich deine Hand berühren,
Daß ich gehe, wo du gehst,
Du sollst mich nach Hause führen,
Bis vor Vaters Tür du stehst,
Bis du sagst mit guten Worten:
„Schau, des Vaterhauses Pforten!“

O, wie will ich niedersinken –
Auf der Schwelle mit dem Haupt! –
O, wie will ich Heimat trinken,
Von der Wegfahrt überstaubt!
Wie ich in die selige Nähe
Mit beglückten Augen spähe! –

Neues ringt, sich zu gestalten,
Wunderliches treibt und reißt,
Tiefentglommne Traumgewalten
Tränken den entrückten Geist.
Durch der Wolken schwere Wogen
Kommt ein großes Licht gezogen.

Selige Fülle füllt die Stunden,
Meine Seele glüht und spricht:
Bruder, weil ich dich gefunden,
Findet uns das heilige Licht.
Wer die Arme nach dir breitet,
Der ist schon nach Haus geleitet. –

Laß mich deine Hände fassen
Und dann eilen, geisterstill,
Weil ich aus den trüben Gassen
Heute noch nach Hause will. –
Eh‘ der Tag hinabgeglommen,
Sind wir schon nach Haus gekommen.

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Neunte Tür

Gustav Schüler
Frage

Du arme Menschenseele –
Wo deine Heimat ist,
Da du aus Angst und Fehle,
Endlich zu Hause bist?

Wie ruht sich’s so errettet,
So gut im Vaterhaus;
Wie schlafen, treugebettet,
Die Wandermüden aus.

Was ist das für ein Feiern,
Was ist das für ein Ruhn,
Wo sich in Traumesschleiern
Lichtmächtige Werke tun.

Wo sich die Tage füllen,
Drin Gottes Atem weht .
Bis endlich ohne Hüllen
Das Ewige vor uns steht.

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