Montag der dritten Fastenwoche

Zyklus: Versöhnung
Sünde

Hier will ich eigenmächtig handeln, frage
Nach Gott nur kurz und gebe selbst den Rat,
Ich sag mir vor, daß ich um Hilfe bat,
Daß Er mir riet, was ich mir selber sage.

Was keimt aus meiner eigenmächtgen Saat,
Was ich wie einen Stein im Herzen trage,
Womit ich unbewußt mich selber plage,
Das wird zu hartem Wort und böser Tat.

Gewissensstimmen bringt mein Stolz zum Schweigen.
Ich glaube, selbst den guten Weg zu zeigen,
Und weiß zutiefst, daß ich mich selbst betrüge.

Ich will das Recht zu meinem Tun erzwingen,
Was mir im Weg steht, will ich niederringen –
Und aus dem Wollen wird Gewalt und Lüge.

© Claudia Sperlich

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Schöne Geschenke!

Der ganze Tisch liegt voll mit Gaben zum Anschauen, Lesen und Ausgeben. Zudem werde ich gerade mit freundlichen Worte, Glück- und Segenswünschen förmlich überschüttet.

Gabentisch

Der Schmetterling hängt nun an meinem Fenster, und ich sehe ihn vom Schreibtisch aus.

Schmetterling

Das schöne Segenstuch wird wohl noch viele selbstgebackene Brote schützen. IHS – Iesum habemus Socium – Jesus haben wir zum Gefährten!

Brotsegentuch

Maria mit dem Kind schmückt und behütet nun auch den Raum über meinem Wohnzimmertisch.

Maria mit Kind

Zwei zauberhaft kleinteilige Zeichnungen – eine mit Eichhörnchen! – werden auch noch ihren Rahmen und Platz finden, daß ich sie täglich bestaunen kann.

Zeichnung
Eichhörnchen

So geht das, wenn man künstlerische Freunde hat! Ich freue mich gerade wie ein Kind. Und daß ich das mal war und vor Gott auch weiter bin, feiere ich heute und habe ich ja schon gestern gefeiert. Danke!

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Zu meinem 54. Geburtstag

Herr, Du hast mich im vergangnen Jahr
unvermutet und verschwenderisch
mit so vielen Gaben überhäuft,
manchmal war mir Angst vor dieser Fülle –
und nun bitt ich: gib mir mehr davon,
schenk mir mehr von Deinen Gnadengaben!

Dieser neue, frisch geschenkte Morgen,
eines neuen Lebensjahres Anfang,
kommt von Dir – ich will ihn für Dich leben.

Sonntag ist, und nicht nur sonntags will ich
meine Augen auf Dich richten, Herr.
Führ mich durch dies Leben bis zum Ende,
und dann gib, daß ich Dich ewig schaue.

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Oculi

Seine Wahl, meine Wahl

Von den Sternen steigt herab
meine Sehnsucht,
zu den Sternen fliegt hinauf
meine Sehnsucht.
Der in meinem Herzen wohnt
alle Zeiten,
der ist, der mein Herz erhebt
bis zum Vater.
Ihn, den Herrn der Sterne, liebt
meine Seele,
als Erwählte wähle ich
Ihn, den Höchsten.

© Claudia Sperlich

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Frühstücksgäste

Da wäre zunächst einer, dem auf dem Fensterbrett serviert wird.

Eichhörnchen
Eichhörnchen

Und dann noch weitere, die lieber am Tisch sitzen. (Sie würden aufs Fensterbrett auch nicht mehr passen.) Monika, Susanne, Tobias!

Monika, Suse, Tobias
Frühstück

Alles total humorlose, verkniffene, leibfeindliche Katholiken!

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Samstag der zweiten Fastenwoche

Gnade und Freiheit

Herr, nur in Deiner Nähe kann ich leben,
Selbst wenn ich diese Nähe nicht mehr spüre.
Selbst wenn ich Deine Fülle nie erführe,
Wär ich von Deiner Gnade ganz umgeben.

Du rührst mich an, damit ich selbst mich rühre,
Dich suche, statt im alten Trott zu kleben.
Du willst mit Deiner Liebe mich verweben,
Du öffnest mir zu Deinem Licht die Türe.

Du reichst die Hand – ich darf sie nur erfassen,
Du zeigst den Weg – ich darf mich führen lassen,
Du bietest alles – ich darf es nur wollen.

Du zwingst mich nicht. Du willst mich nur beschenken.
Und folg ich Dir und lasse Dich mich lenken,
Dann blüht die Freiheit mir aus allem Sollen.

© Claudia Sperlich

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Freitag der zweiten Fastenwoche

Purgatorium

Meine Sünden ziehen Bahnen,
weiter, als ich sehe,
Folgen kann ich kaum erahnen,
bis ich vor Dir stehe.

Jeden werd ich sehen, jeden,
den ich je verletzte,
den mein Gift geschliffner Reden
je ins Unrecht setzte,

Jeden auch, dem ich versagte
seinen Teil der Gaben,
jeden, über den ich klagte,
ohne Grund zu haben,

Jeden, den ich falsch gerichtet,
vorschnell ausgeschlossen,
den mein Leichtsinn hat vernichtet,
dessen Blut geflossen,

Jeden, den ich zwang zu dulden
Worte oder Taten,
Jeden, der durch mein Verschulden
selbst in Schuld geraten…

Herr, ich darf schon heute wissen:
Du wirst mir vergeben.
Doch erst wird mein Herz zerrissen –
und dann kann ich leben.

© Claudia Sperlich

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Donnerstag der zweiten Fastenwoche

Nach Ps. 130

Der, auf den ich warte,
den ich mehr ersehne
als ein Wächter sein Bett
um vier Uhr früh, wenn die Müdigkeit
überstark wird und der Schlaf
noch immer versagt ist –
der, den ich erwarte,
einmal schon kam Er,
einst kommt Er wieder,
wird bleiben.

Wann endlich,
wann?

© Claudia Sperlich

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Bistum Gnadensuhl

… liegt im Erzbistum Bielefeld, daran besteht kein Zweifel.

gnadensuhl

Nachdem einige katholisch-überkandidelte facebook-Nutzer sich lang und breit über die seichten Internetauftritte verschiedener Bistümer echauffiert hatten (nicht das sie damit vollständig aufgehört hätten), fanden sie, sie können es besser. Ein Bistum musste her, eines mit einem rechtgläubigen (und nicht nur recht gläubigen) Bischof und mit einem Internetauftritt mit Inhalt und Stil und ohne Seichtigkeit.
Gesagt, getan. Der treffliche Peter Esser – der bereits das Logo des Bistums schuf – portraitierte den noch trefflicheren Bischof Bernhard Oesterhagen (sprich Oosterhagen – mit Dehnungs-e), und auf dem facebook-Auftritt des Bistums erschien bald darauf sein erstes Interview. Kaum war das geschehen, wurde ein katholisches Nachrichtenmagazin aufmerksam – dort ist das Interview nun auch erschienen.

Die Tagesimpulse des Bistums Gnadensuhl unterscheiden sich von denen anderer Bistümer vor allem dadurch, daß sie regelmäßig mit Christus, mit der Kirche und mit dem Glauben zu tun haben. Sie sind sprachlich schön, theologisch gehaltvoll und verständlich. Daran sollten sich zahlreiche andere Bistümer ein Beispiel nehmen!

Gnadensuhls Schutzpatron ist der Heilige Odelbert; auch ihn hat Peter Esser gezeichnet. Odelbert führt den Beinamen der Großäugige, da er das seltene Charisma besaß, durch unliebsame Menschen hindurchzusehen.

Und selbstverständlich erachte ich es als meine Christenpflicht, das schöne, rechtgläubige Gnadensuhl auf meine Art zu preisen.

Gnadensuhler Sonett

Westfalens schönste Perle Gnadensuhl,
Von Ems- und Weserwassern still umflossen,
Des Heilgen Odelbertis Tischgenossen,
Fernab von finstrem Häresienpfuhl!

So viele Heilige sind dir entsprossen,
Und mancher saß auf deinem Bischofsstuhl.
Kein Kaiser, König oder Großmoghul
Hat je ein schönres Stadttor aufgeschlossen!

An jedem Weg ein Kreuz, geschmückt mit Blumen,
Das Bistum voll mit Kirchen und Kapellen,
Und dann der Dom mit Odelbertis Schrein!

Gesegnet hier die fetten Ackerkrumen
Und allen Glaubens, allen Wissens Quellen.
In Bischofs Stammlokal spricht man Latein.

© Claudia Sperlich

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Ein Blümchen und ein Drehstuhl

Die Iris auf dem Balkon hat den kurzen heftigen Hagel ohne irgendeinen Schaden überstanden – die Blüte sieht so zart aus und überlebt so viel Härte!
Winteriris

Die zweite lang erwartete Freude an diesem Tag habe ich eben fertig zusammengebaut – den vorhin gelieferten Drehstuhl. Mit Keilkissen genau die richtige Höhe – und im Gegensatz zu dem alten bleibt er so hoch, wie ich ihn eingestellt habe. Zumindest hoffe ich das, und wenn nicht, kann ich ihn reklamieren. Schön für den Rücken!
Drehstuhl

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