
Den Herrn hält niemand auf. Wir hoffen auf Sein Kommen.
Er ist der Friede selbst. In Ihm ist alles Segen.
Zwei Kerzen brennen schon. Wir haben Ihn vernommen,
Und gleich wie schwer der Weg, wir gehen Ihm entgegen.
© Claudia Sperlich

Den Herrn hält niemand auf. Wir hoffen auf Sein Kommen.
Er ist der Friede selbst. In Ihm ist alles Segen.
Zwei Kerzen brennen schon. Wir haben Ihn vernommen,
Und gleich wie schwer der Weg, wir gehen Ihm entgegen.
© Claudia Sperlich
Melodie: Sei gegrüßt, du Gnadenreiche
Gott hat sie bewahrt aus Gnade,
Ehe sie empfangen war,
Dass die Erbschuld der nicht schade,
Die den Heiland uns gebar.
Die den Christus hat geboren,
Musste frei von Sünde sein,
Goldne Schale, unverloren,
Gottes Wohnstatt, heil und rein.
Hör, Maria, unser Flehen,
Bitt für uns den Sohn und Herrn!
Seine Wege lehr uns gehen,
Sei im Meer der Zeit ein Stern!
© Claudia Sperlich
Melodie: Den Herren will ich loben, GL 395
Sankt Nikolaus, der Knabe,
war reicher Eltern Kind,
verschenkte seine Habe,
schlug Reichtum in den Wind.
Er sorgte für die Armen,
half den Bedrängten gern.
Sein Herz war voll Erbarmen
und folgte unserm Herrn.
Sankt Nikolaus, der Hirte,
zum Priesterdienst bestellt,
manch Unrecht schnell entwirrte
und half mit Wort und Geld.
Er lehrte Jesu Wege,
bekämpfte Heidenkult,
stritt für des Rechtes Pflege,
verzieh auch schwere Schuld.
Er ließ die Stürme schlafen
im Meer und auch an Land.
Das Schiff fand seinen Hafen,
der Irrtum wich Verstand.
An ihn lasst heut uns denken
im winterlichen Haus,
lasst frei und froh uns schenken
wie Bischof Nikolaus.
(c) Claudia Sperlich
Jeder Süchtige weiß, daß ohne Umkehr keine Genesung möglich ist. Für mich – mehrfach rückfällige Eßsüchtige – war es vor einer Woche mal wieder so weit: Ich beschloss, meine Eßgewohnheiten radikal zu ändern. Maßvolles und gesundes Essen ist seitdem angesagt.
Auch wenn der erste Gedanke, der hierzu führt, nur war „Ich möchte mich wieder normal bewegen können und in mein bestes Kleid passen“, ist das auch ein geistlicher Weg. Und auch, wenn ich diesen Weg schon mehrmals gegangen und dann rückfällig geworden bin, halte ich Aufgeben für falsch.
Gott hat mir das Leben und diesen Leib geschenkt. Ich möchte Sein Geschenk nicht unachtsam behandeln, nicht kaputtmachen. Zugleich kann ich auch in besserer Weise für andere da sein, wenn ich einigermaßen fit bin und meine Gedanken nicht ständig um das Essen kreisen.
Also heißt es in diesem Advent für mich: Weniger essen, mehr beten! Und hoffen, daß ich es diesmal ohne Rückfall schaffe – auch wen garantiert wieder irgendwann die große Gier kommt, und auch, wenn mir wahrscheinlich wieder einige Zeitgenossen prophezeien, daß das ja ohnehin nicht klappt.
Maßhalten wird übrigens umso leichter, je länger man es tut. Auch das merke ich nicht zum ersten Mal.
Und sonst? Nichts Sinnloses kaufen, auch wenn die ganze Welt mich anschreit, ich solle endlich wieder wie bescheuert konsumieren. Wenigstens versuchen, Ordnung zu halten. Und die Leute nicht vergessen, die jetzt keine geheizte Wohnung haben.

Der Weg ist auf dem Weg. Die Wahrheit kommt entgegen.
Belebt vom Leben selbst, trotz Not und Angst und Kriegen,
Zünd ich die Kerze an als Zeichen für den Segen,
Den Gott ins Dunkel bringt. Denn Gott wird endlich siegen.
© Claudia Sperlich
Melodie: Wer nur den lieben Gott läßt walten
Andreas kam zum Jordanufer
Voll Sehnsucht nach der Gotteszeit.
Er ließ sich mahnen von dem Rufer:
„Macht unserm Herrn den Weg bereit!“
Dort stand, von heilgem Geist umweht,
Der Nazarener im Gebet.
Andreas hört‘ den Täufer sagen:
„Seht, Gottes Lamm trägt unsre Schuld!“
Er ging zu Jesus, Ihn zu fragen,
Erfuhr von Liebe und Geduld.
„Komm mit und sieh“, der Meister sprach,
Da folgte Ihm Andreas nach.
„Den Christus haben wir gefunden!“
Sein Bruder Simon folgte gleich,
Und beide gingen, zu bekunden
In Wort und Tat das Gottesreich.
Wer Jesu Liebeswort erzählt,
Gibt mehr als jedes Reich der Welt.
Herr, laß mich Deinen Weg bereiten
Und allen sagen, wer Du bist:
Der Welten trägt durch alle Zeiten,
Der Menschen Retter, Jesus Christ,
Der auch die schwerste Schuld vergibt,
Der ewig lebt und ewig liebt.
© Claudia Sperlich
Melodie: Großer Gott, wir loben Dich
König über Welt und Zeit,
Christus, lass uns vor Dir knien!
Mach zum Dienen uns bereit!
Der uns Zeit und Welt geliehen,
Lehr uns lieben, lehr uns seh’n,
Lass uns fest im Glauben steh’n.
Dir gehört das Himmelreich,
Du hältst uns den Himmel offen,
Du machst Herzen froh und weich,
Lässt uns lieben, glauben, hoffen.
Du bist Wort und Brot und Wein,
Heilst und lädst uns täglich ein.
Du bist allen Lebens Kraft,
Zeigst den Weg und schenkst das Leben,
Gibst dem dürren Reise Saft,
Hast uns Geist und Sinn gegeben.
König über Zeit und Welt,
Hilf uns tun, was Dir gefällt!
Auf des Bundesbogens Thron
Sitzt Du zu des Vaters Rechten,
Sieger über Satans Hohn,
Überwinder alles Schlechten.
König über Welt und Zeit,
Dein ist alle Herrlichkeit!
© Claudia Sperlich
In der katholischen Kirche hören wir in diesen Tagen Lesungen aus dem Ersten Buch der Makkabäer.
Ein Herrscher will das Reich einen, indem er einen wie den anderen sein lässt. Zunächst gewährt er Religionsfreiheit. Jeder darf anbeten, was er will. Aber da ist ein kleines Volk, das nur einen einzigen, unsichtbaren Gott anbetet und sich bewusst von allen anderen abgrenzt. Man behauptet hier gar, die anderen Götter seien nur erdacht! Nur dieser eine sei wirklich!
Wenn religiöse Beliebigkeit nicht zieht, muss man eben härtere Mittel anwenden. Dann muss diese eine Religion verboten werden, und die Trennung von diesem einen Gott muss öffentlich besiegelt werden durch einen Akt, der dieser Religion widerspricht.
Und wenn diese Leute sich weigern, werden sie zu Tode gefoltert.
Verächtlichmachung einer Religion, Propagierung eines religiösen Supermarktes, aus dem jeder sich nach Herzenslust bedienen kann, und zunehmend repressive Stimmungslage gegen jene besondere Religion – das gab es unter Antiochus, das gibt es auch heute.
Der religiöse und esoterische Supermarkt im heutigen Westeuropa hat zahlreiche Kunden. Das Christentum hat zahlreiche Feinde, und auch wenn in Westeuropa de jure noch Religionsfreiheit besteht, sind Angriffe, Mobbing und öffentliche Forderungen nach Beschränkung dieser Religion häufig. Dabei rede ich nicht von zunehmenden kriminellen Akten gegen gegen Christen (und noch mehr gegen Juden), sondern „nur“ von noch gerade eben nicht illegaler Stimmungsmache und juristisch bereits schwerwiegenden, leider meist nicht geahndeten Äußerungen. Ich rede von dem Applaus, den Menschen ernten, wenn sie Gottesdienste stören (wie die Kommentare zu Femen-Aktionen vor einigen Jahren zeigten). Von der Relativierung scheußlicher Verbrechen gegen Juden und Christen.
Die Makkabäer leisteten zuerst passiven Widerstand, indem sie dem Gesetz Gottes treu blieben auf die Gefahr hin, dafür ermordet zu werden. Später wehrten sie sich aktiv.
Im europäischen und amerikanischen Christentum gibt es derzeit viele, die – wie zur Zeit der Makkabäer – ihre Religion relativieren, sich in dem genannten esoterischen Shop bedienen und auf diese Weise schleichend ihren Glauben verlieren. Andere verirren sich in die entgegengesetzte Richtung, leben ein ästhetisches Christentum und erklären jeden für einen Ketzer, der nicht ausschließlich auf Latein in geosteten Kirchen mit Hochaltar und güldenen Gewändern die Messe feiert. Und sie sind ganz sicher, auch unter härtester Bedrohung standhaft zu bleiben. Im Kern ist das gar nicht anders als die Bevorzugung von Stuhlkreis, Laienpredigt und der Forderung nach Priesterinnen, es ist auf die gleiche Weise engherzig und besserwisserisch.
Aber glücklicherweise gibt es noch immer Katholiken, die sagen: Ob jemand die Messe auf Latein oder in der Volkssprache bevorzugt, ist unwichtig, so lange er sie mit Andacht und Frömmigkeit feiert (sich zumindest darum bemüht), Bibel und Katechismus kennt und bejaht, täglich betet, oft beichtet und nach Kräften versucht, Gottes Wort zu hören und danach zu leben.
Der effektive Widerstand, das Befolgen der Gebote trotz allem, wird nicht von Weichspülern oder Fanatikern kommen, sondern von denen, die um Standhaftigkeit beten, weil sie wissen, daß sie ein Geschenk Gottes ist und keine eigene Errungenschaft, und die die Schönheit der Kirche lieben, aber mehr noch ihre von Jesus Christus zugesagte Wahrheit und Ewigkeit.
Melodie: Befiehl du deine Wege
Die Seelen, die voll Bangen,
den Sinn zu Dir gekehrt,
nach Dir, Herr Gott, verlangen,
doch noch von Schuld beschwert,
noch büßen alten Schaden,
noch leiden am Gericht –
nimm sie zu Dir in Gnaden,
heb sie hinauf ins Licht!
Geht unser Weg zu Ende
Mit unbeglichner Schuld,
So reich auch uns die Hände
In Güte und Geduld.
Mach unsre Schluchten eben,
Mach uns für Dich bereit!
Dann schreiten wir ins Leben,
Zum Leben ganz befreit.
© Claudia Sperlich
Melodie: GL 499; alternativ: GL 395
Ihr seid in Gott geborgen,
gehüllt in Gottes Licht,
in ewgem Ostermorgen
schaut ihr des Herrn Gesicht.
In Liebe ohne Grenzen
lebt ihr in Ewigkeit,
und eure Seelen glänzen
von Gottes Heiligkeit.
Ihr weist auf Jesu Leben,
ihr seid der Kirche Licht.
Helft uns in Tun und Streben
zu Mut und klarer Sicht.
Helft uns in unsern Leiden,
in Irrtum, Krankheit, Not.
Seid bei uns, wenn wir scheiden,
und helft zu gutem Tod.
Ihr habt schon überschritten
die Schwelle in Sein Land;
ihr Heiligen, wir bitten,
nehmt ihr uns an der Hand.
Wenn dann in Gottes Klarheit
der ewge Tag anbricht,
sind wir in Seiner Wahrheit,
im goldnen Gotteslicht.
© Claudia Sperlich