Israel lebe!

Wieder wurden drei israelische Geiseln freigelassen,  diesmal mit einem besonders widerlichen Theater der Hamas, riesige Bilder von getöteten Terroristen (Hamas-Sprech: „Märtyrer“) und lauten Anklagen wegen angeblicher Folter auf israelischer Seite.

Und wieder wurden im Gegenzug zahlreiche palästinensische Terroristen freigelassen. 

Und wieder überschlagen sich in den sozialen Medien die Hasskommentare von Menschen,  nicht nur mit arabischen Namen. Wieder wird so getan, als seien die Geiseln gut behandelt worden. Sie sind es nicht,  schon allein weil es keine gute Behandlung ist,  Menschen zu entführen. Tatsächlich sind die neuerdings freigekommenen Geiseln in einem schlechten Gesundheitszustand.

Angeblich sind auch unter den freigelassenen Terroristen einige in schlechtem Gesundheitszustand. Das kann sein. Es muss nichts mit irgendwelchen Misshandlungen zu tun haben,  denn natürlich kann man auch in einem gut geführten Gefängnis ganz einfach krank werden, genau wie zu Hause. Der Grund kann vielleicht auch Misshandlung sein. Das wäre schlimm,  aber ganz ehrlich,  ich würde es verstehen.

Ich habe höchsten Respekt davor,  dass israelische Soldaten und Gefängniswärter nicht komplett austicken und Palästinenser einfach platt machen. Zugleich hoffe ich, dass alle israelischen Geiseln befreit und die Toten unter ihnen anständig in Israel bestattet werden. Das Schicksal der Hamas-Terroristen interessiert mich nicht besonders. Hauptsache,  sie werden vollständig besiegt.

Die Palästinenser haben in jahrzehntelanger Mühe bewiesen, dass man ihnen kein Land geben darf. Sie hätten mit den vielen Mitteln aus Israel den Gazastreifen zu einem blühenden Land machen können. Stattdessen ist es ein unfruchtbares und zerstörtes Land ohne Bildung. Das Gejammer der Hamas und ihrer westlichen Bejubler kann ich nicht mehr ertragen. Mein Kontingent an Mitleid ist verbraucht für die Opfer der Hamas.

Es gibt Tage,  an denen ich fertigbringe, für die Bekehrung der Terroristen zu beten. Heute ist kein solcher Tag. Ich hoffe und bete nur, dass die freigelassenen Geiseln sich körperlich und seelisch erholen. Gott segne sie und ihre Angehörigen. Gott segne Israel.

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Erinnerung und Hoffnung

Vor knapp zehn Jahren (eigentlich gut neun Jahren, aber wer will streiten) fand im Kardinal-Hengsbach-Haus in Essen ein katholisches Bloggertreffen statt, an das ich mich immer noch gerne zurückerinnere und das Anlass zur Aufgabe meines alten Blogs und Neubeginn dieses Blogs war.

Einige Zeit später sollte noch einmal ein katholisches Bloggertreffen in Passau stattfinden, es wäre das vierte seiner Art gewesen, das wurde aber leider abgesagt. Das Versprechen, es zu einer anderen Zeit stattfinden zu lassen, wurde bisher nicht eingelöst, aber auch nicht zurückgenommen. Man darf ja hoffen.

Auch wenn sich die Webloglandschaft durch Facebook und andere soziale Medien stark verändert hat, gibt es weiter Weblogs, und nicht nur die katholischen darunter sind immer noch lesenswert. Das Essener Treffen war produktiv, und ich erinnere mich gern an die sehr frohe Gemeinschaft am Frühstückstisch, bei der Messe, in den Pausen im Kreuzgang, bei den intensiven Arbeitsgesprächen.

Ob man nun die klassischen Weblogs benutzt oder auf Facebook oder anderswo „bloggt“, ist dabei nicht einmal so bedeutend (auch wenn ich das Format des Weblogs gerade für längere Texte bevorzuge). Neuerdings scheint Threads auch eine ganz gute Möglichkeit zu sein, auch wenn es hinsichtlich der Ästhetik und Übersichtlichkeit noch nicht so befriedigend ist.

Die Bloggertreffen dienen der Geselligkeit und Zusammenarbeit, der Verständigung und Planung (und im Falle katholischer Bloggertreffen der Mission, wie jedes katholische Weblog es tun sollte). Sie waren bisher spannend, interessant, anregend und stellenweise sehr, sehr lustig. Ich finde, das könnte man gerade in so unlustigen Zeiten, wie Kirche und Welt gerade durchleben, wirklich öfter mal machen.

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Vorfrühling im Vorgarten

Die Schneeglöckchen (Galanthus) blühen schon seit einigen Tagen.

Ein winziges Röschen blüht seit vergangenem Sommer, es will einfach nicht wahrhaben, dass der Sommer vorbei ist.

Die Christrose (Helleborus niger) blüht langsam ihrem Ende entgegen, sie wird beim Verblühen grünlich mit rosa Flecken.

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Thomas von Aquin

Melodie: GL 387 – Gott ist gegenwärtig

Thomas war gefangen in des Turmes Enge,
beugte sich doch keiner Strenge,
hielt dem Herrn die Treue, ließ sich nicht verleiten,
bis die Brüder ihn befreiten.
Altes geht, Neues steht:
Herzen, Stimmen,  Werke,
allem gibt Gott Stärke

Schüler eines Großen, lernt er zu verbinden,
wie die Völker Wahrheit finden.
Engelgleicher Lehrer,  will er alle lehren,
Gottes Wahrheit zu begehren.
Was er lehrt, ist bewährt
auch in unsern Zeiten,
frommen Sinn zu leiten.

Thomas preist den Herren: Sichtbare Gestalten,
die wir in den Händen halten.
Lösegeld für viele, gibt sich Gott zur Speise,
endlich auch zum Ehrenpreise.
Thomas singt, und es klingt
noch in Glanz und Frische
an des Herren Tische.

Preise den Erlöser! Was du kannst, das wage!
Preis Ihn, Zion, alle Tage!
Wo Verstand zu klein ist, um das Herz zu rühren,
muss allein der Glaube führen.
Was wir sehn und verstehn,
soll zu dem uns bringen,
dessen Lob wir singen.

„Gut hast du geschrieben“, hört er’s in sich klingen,
„welchen Lohn soll Ich dir bringen?“
„Jesus,  Du Verborgner, lass es einst geschehen,
Deine Herrlichkeit zu sehen!“
Thomas schweigt, Thomas neigt
sich vorm Herrn der Zeiten,
lässt von Ihm sich leiten.

(c) Claudia Sperlich

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Pomeranzen

… sind eine Sorte Orangen,  die roh ungenießbar ist – zu Marmelade verarbeitet aber köstlich.

Leider kann ich sie vor Ort nicht kaufen.  Aber es gibt Versandhäuser, die auf exklusive Früchte spezialisiert sind. Warum geizen, dachte ich,  und bestellte sechs Kilo Pomeranzen.

Die Schale ist sehr dick. Etwa ein Drittel der Früchte habe ich sehr dünn abgeschält. Diese äußere Schale wird fein geschnitten. Die Schale wird abgewogen und mit dem gleichen Gewicht Zucker (kein Gelierzucker!) in einen Topf gefüllt und eine Stunde lang auf kleiner Flamme gekocht (anfangs häufig umrühren).

Man kann natürlich die Schale aller Pomeranzen so schälen,  dann hat man später noch eine Art Vorform von Orangeat,  hält ewig und schmeckt gut in Kuchen. Das hatte ich auch vor, aber meine Hand erhob Einspruch.

Dann werden alle Pomeranzen geschält, daß weiße Zeug wird abgepult. Früchte vierteln, die weiße Ader in der Mitte großzügig wegschneiden. Man muss die Pomeranzen nicht filetieren, aber es empfiehlt sich, die härtesten Stücke der Haut um die Fruchtspalten zu entfernen. Die Kerne (sehr viele) kann man in einem Leinensäckchen mitkommen (ich habe darauf mangels Leinensäckchen verzichtet).

Der Abfall wird abgewogen. Es waren hier 2,5 Kilo! Bleiben also 3,5 Kilo Frucht und Schale.

Nun werden die Früchte auf kleiner Flamme zwei Stunden lang gekocht, Dann kommt die in Zucker gekochte Schale dazu und kocht noch etwa zehn Minuten mit. Schließlich schüttet man Zweifach-Gelierzucker dazu (in diesem Fall zwei Kilo), rührt um, lässt alles noch einmal aufkochen und füllt die Marmelade in Schraub- oder Weckgläser.

Die Gläser stellt man dicht an dicht in Töpfe und gibt so viel Wasser dazu, dass es beim kleinsten Glas bis knapp unter den Deckel reicht. Dann kocht man es noch etwa zehn Minuten.

Jetzt sind die Gläser wirklich luftdicht verschlossen. Zumindest sollten sie das sein! Wenn der Deckel nach innen gewölbt ist,  ist das Glas dicht. Wenn er nach oben gewölbt ist,  sollte das Glas noch einmal fünf bis zehn Minuten im kochenden Wasser stehen.  Und wenn er dann immer noch nach oben ploppt, ist der Deckel nicht dicht, das Glas kommt in den Kühlschrank und hält sich noch zwei oder drei Wochen.

Elf Gläser – etwa 5,5 Kilo – beste Pomeranzenmarmelade, alles Bio!

6 Kilo Pomeranzen  30,98
(3,5 Kilo ohne Abfall)
4 Pfund Gelierzucker 7,96
340 Gramm Rohrzucker 1,29

Zusammen 40,23 plus Energieverbrauch – runden wir auf zu 45 Euro für etwa 5,5 Kilo Marmelade (den Verlust durch Wasserdampf und angesetzten Rest im Topf muss man auch bedenken).

Entgegen der Regel „Selbst einmachen spart Geld“ ist das nur unerheblich billiger als erstklassige im Handel gekaufte Orangenmarmelade. Aber sehr viel besser.

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Wie man lernt – und wie nicht

Vor 24 Jahren hatte ich einen Kurs des Arbeitsamtes belegt, in dem ich lernen sollte, mit dem Computerprogramm Excel Tabellen zu erstellen und zu bearbeiten.

Das Wichtigste, woran ich mich erinnere, ist, dass eines Abends der Hausmeister am 11. September zu spät kam, um die Tür aufzuschließen, weil er gebannt vorm Fernseher gesessen hatte, als die Nachricht von dem Attentat auf die Türme gesendet wurde. Es war noch nichts Genaues erfahrbar.

Ich habe in jenem Kurs ein Zertifikat erworben, weil ich teilgenommen hatte. Verstanden habe ich eigentlich nicht viel – nicht weil der Kursleiter schlecht war (andere Teilnehmer hatten ja alles begriffen), sondern weil er für meine Art zu lernen nicht der Richtige war.

Jetzt habe ich mit einer Excel-Tabelle zu tun. Ich habe gerade eine wesentliche Funktion verstanden, und zwar nicht, weil jemand erklärend danebenstand, sondern weil ich so lange herumprobiert habe, bis ich es begriffen habe. Das ist nicht immer die beste Art zu lernen (z.B. würde ich Scharfschützen in der Ausbildung unbedingt von dieser Methode abraten), aber bei mir und für Excel klappt es.

Vielleicht sollte man auch in Schulen mehr darauf schauen, welche Lernmethode der einzelne Schüler mitbringt. Das muss nicht die beste sein, vielleicht kann man ihm praktischere Methoden nahelegen, aber es muss auch nicht die schlechteste sein, und vielleicht ist sie gerade für diesen Menschen genau richtig.

Ich fürchte allerdings, Schulen können angesichts der wenigen und überarbeiteten Lehrer nicht leisten, sich dem einzelnen Schüler zuzuwenden. Und das bedeutet vermutlich, dass zahlreiche Schüler als minderbegabt gelten, obwohl sie es gar nicht sind – sondern nur ständig auf eine Weise lernen müssen, die ihnen nicht liegt, und nicht dürfen, was sie können.

Erst wenn man erwachsen ist und sein erstes eigenes elektronisches Haushaltsgerät kauft, dessen Gebrauchsanleitung man nicht versteht, muss man diese in der Schulzeit kaum geübte Methode anwenden: So lange herumprobieren, bis es klappt. Aber dann ist man aus dem besten Lernalter schon heraus.

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Garten im Nebel

Der Garten des Gertrauden-Krankenhauses ist sehr schön – auch im Januar und bei morgendlichem Nebel!

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wunders vîl

Zu Weihnachten bekam ich von meinem Bruder zwei lebenswichtige Dinge: Ein Pfund sehr guten Kaffee und einen großzügigen Gutschein für eine sehr nette, mir bis dato unbekannte Buchhandlung, Walthers Buchladen in Berlin-Steglitz. Von letzterer komme ich gerade mit drei Büchern (ein bißchen habe ich noch draufgezahlt, aber gerne).

Das erste und wichtigste ist, der geneigte Leser wird es schon ahnen, das Nibelungenlied, und zwar in einer zweisprachigen Ausgabe (mittelhochdeutsch und neuhochdeutsch). Das hatte ich bestellt. Ich hatte dazu nach Übersetzungen gesucht und war fündig geworden: von 1782 bis 2013 ist das Nibelungenlied immer wieder ins Neuhochdeutsche übersetzt, insgesamt 67 mal, und genau einmal von einer Frau! Ursula Schulze heißt die Germanistin, die sich gleich zweimal an diesen Stoff gemacht hat, einmal als Herausgeberin und einmal als Übersetzerin. Eigentlich wollte ich ihre Übersetzung haben. Ob ich den Fehler gemacht habe oder die Buchhändlerin mich falsch verstanden hat, weiß ich nicht – jedenfalls liegt mir nun die Übersetzung von Siegfried Grosse vor, immerhin herausgegeben von Ursula Schulze. Ich will mich nicht darüber ärgern. Die Prosaübersetzung ist genau und gut lesbar.

Wenn ich das Original lese, versuche zu verstehen und dann mit der Übersetzung vergleiche, merke ich: So schwierig ist Mittelhochdeutsch gar nicht, ich werde mich irgendwie einlesen und hoffe, am Ende des Buches nicht nur mehr über die Nibelungensage zu wissen, sondern auch mehr über das Mittelhochdeutsche.

Zwei weitere Bücher mussten auch mitgehen, ein Thriller und ein Krimi. Darüber werde ich vielleicht später berichten. Jedenfalls habe ich nun eigentlich mehr Lesestoff als Zeit, aber so ist es ja immer, und was wäre mein Leben ohne dies kleine Problem?

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Mein Gott

Du trägst mich über Schluchten,
Du führst mich durch die Nacht.
In Kühnheit und auf Fluchten
Hast Du mein Herz bewacht.

Du hast mein Heil beschlossen,
Vor meinem ersten Wort.
Dein Blut, am Kreuz geflossen,
Wusch meine Sünden fort.

Mein Gott,  so hoch erhaben,
Mein Freund, mir immer nah!
Du Geber aller Gaben,
Du ewger Ich-bin-da!

In Dir bin ich geborgen,
Durch Dich bin ich befreit.
Du führst mich heut und morgen
Und in die Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

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Taufe Jesu – warum eigentlich?

Johannes der Täufer hat klar gesehen, dass Jesus kein Zeichen der Umkehr und Vergebung nötig hatte. Der Herr, der ganz frei von Sünde war, bestand trotzdem darauf, sich taufen zu lassen.

Die orthodoxe Kirche sieht in Jesu Untertauchen im Wasser eine Heiligung des Wassers. Der vollkommen Reine teilt dem Wasser Seine Reinheit mit.

Die Taufe ist auch beispielgebend. Jesus hat immer wieder dazu aufgerufen, so zu handeln wie Er. Verzeihen, lieben, erdulden, Gerechtigkeit herstellen, beten – das sollen wir alles nach Seinem Beispiel tun. Die Taufe erbitten und sich taufen lassen ist auch Sein Beispiel.

Die Taufe heißt auch: Untertauchen und wieder auftauchen (auch wenn heute in der katholischen Kirche nur ein Übergießen mit Wasser stattfindet). Das ist ein Bild für Tod und Auferstehung. Diese Erklärung leuchtet mir am meisten ein. Jesus hat am Kreuz die Sünden aller Menschen auf sich genommen. Bereits in der Taufe hat er gewissermaßen die Erlösungsbedürftigkeit aller Menschen auf sich genommen.

Der Heilige Geist kommt ins Spiel, als Jesus unmittelbar nach der Taufe betet. Da öffnet sich der Himmel, da wird der Geist Gottes spürbar. Auch das ist Beispiel für uns. Wenn wir beten, öffnet sich der Himmel. Gott hört unser Beten, Er ist anwesend, Er handelt – auch wenn wir es nicht merken.

Jesus ließ sich taufen, weil Er uns liebt. Weil Er will, dass wir getauft sind, dass wir beten und dass sich über uns der Himmel öffnet.

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