Blüten und Kranz zu Rorate

Ein ungewöhnlich milder Dezember und eine Backsteinwand, von der immer Wärme abstrahlt, lassen einen Strauch blühen.
Blüten im Dezember

Bei mir blüht der adventliche Tisch – mit vier Kerzenflammen und lieben Grüßen und Gaben (die ich aber erst am 24. Dezember auspacken werde).
Rorate

Dank den Freunden, die mich so lieb bedacht haben!

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Die Sache mit dem Pfarrer von Willehad

… hat der Kingbear ja ausführlich beschrieben. Ich kenne zwar Nordenham, Butjadingen und Willehad nur aus seinen Beschreibungen, aber den Kingbear kenne ich persönlich und habe keinen Grund, an der Wahrheit der geschilderten Situation zu zweifeln, die man kurz mit „Pfarrervergrämung durch einen Teil der Gemeinde und vergeblicher Versuch, diese rückgängig zu machen, durch den anderen, größeren Teil der Gemeinde“ beschreiben kann.
Leider gibt es derlei Geschichten nicht nur in Willehad – aber immerhin ist mir in meiner Umgebung jetzt gerade keine aktuelle bekannt.

Als Willehad den Pfarrer wechselte

O Willehad! Was soll nun daraus werden?
Was da begann mit Zank im Gotteshaus,
Das wuchs sich zum Gemeindekriege aus
Mit – pun intended – mancherlei Beschwerden.

Die einen ekelten den Pfarrer raus.
Die andern suchten, hilfreich ihm zu werden.
Man stritt in Wort und Schrift mit Zorngebärden.
Ja, manchmal ist Gemeinde kalter Graus.

Es ward bekannt und wuchs wie junge Kresse,
Und Deutschland schrieb! Ein Blogger und die Presse!
Man reiste gar, beim Bischof vorzusprechen.

Half alles nichts. Der Sieg gehört den Frechen.
Und doch – auch du bist Teil der Gottesstadt!
Sei hundertfach gesegnet, Willehad.

© Claudia Sperlich

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Neunzehnte Tür

Gustav Schüler
O du himmlisch reiner Glaube

O du himmlisch reiner Glaube,
Gib dich mir ins Herz hinein,
Wolltest mir im Erdenstaube
Wie ein Quell bereitet sein.

Mir ist von dem Sonnenbrande
Gar so sterbensmatt und müd.
Sei du, als wenn überm Lande
Eine Maienwolke zieht.

Wasche du den Staub vom Herzen,
Der es quälend überdeckt,
Nimm hinweg, was noch an Schmerzen
Die unkühne Hoffnung schreckt!

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Immer weniger – und viel zu viel

Seit einem traurigen Rekord im Jahre 2001 sinkt die Zahl der registrierten Abtreibungen in Deutschland stetig (Quelle).
anzahl-der-schwangerschaftsabbrueche-in-deutschland-

Die „Pille danach“ ist in dieser Statistik nicht aufgeführt.
Levonorgestrel ist in fast allen europäischen Ländern (außer Polen, Ungarn und Italien, wo es verschreibungspflichtig ist) rezeptfrei in der Apotheke zu haben. In Deutschland wurde die Rezeptpflicht für Levonorgestrel zum 14. März 2015 abgeschafft.
Ulipristalacetat ist seit dem 8. Januar 2015 in Deutschland rezeptfrei erhältlich.

Auch vor Aufhebung der Rezeptpflicht waren beide Medikamente in Deutschland legal. Die Verschreibung galt nicht als Schwangerschaftsabbruch, da bei diesen Medikamenten allgemein vorausgesetzt wird, daß es bei Einsetzen der Wirkung noch nicht zur Nidation gekommen ist. Diese Annahme ist aber unbegründet. Ob zum Zeitpunkt der Einnahme bereits eine Nidation stattgefunden hat (also: ein Mensch im frühen Entwicklungsstadium vernichtet wird), ist nicht sicher; die Anwendung ist eine Form von Russischem Roulette. Der Abwärtstrend der Statistik ist also mit Skepsis zu betrachten.

Dennoch ist der Trend natürlich erfreulich. Ich halte es für wahrscheinlich, daß es auch bei Einrechnung der rezeptfreien Abtreibung insgesamt in Deutschland weniger Abtreibungen gibt als noch vor zehn Jahren. Aber es sind immer noch etwa 100.000 pro Jahr. Bei jeder einzelnen wird ein Mensch zerstört. Bei jeder einzelnen werden mehrere Menschen schwer schuldig.

Es ist für die Tatsache, daß Menschen vernichtet werden, irrelevant, ob diese Menschen bereits empfindungsfähig sind. Es ist nicht von Bedeutung, wie niedlich oder gescheit oder gut sie geworden wären. Es ist für die moralische Bewertung von Abtreibung nicht einmal von Bedeutung, ob das Kind lebensfähig gewesen wäre. Einen Menschen töten, weil er eh bald stirbt, ist genauso schlecht wie die Tötung eines gesunden Menschen.

Angenommen, ein Mensch stürzt so unglücklich, daß er an den Folgen stirbt. Für diese Tatsache ist es irrelevant, ob er ausgerutscht ist oder geschubst wurde. Für die moralische Bewertung ist es hingegen von Bedeutung. Das versteht jeder. Und warum ist dann der moralische Unterschied zwischen „Ungeborenes stirbt durch Krankheit oder Unfall“ und „Ungeborenes stirbt durch Tötung“ so schwer zu begreifen?

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Achtzehnte Tür

Gustav Schüler
Herr, mein Gott, verlaß mich nicht

Da die Tage so voll Not,
Herr, mein Gott, sei du mein Licht –
Da die Tage so voll Tod,
Herr, mein Gott, verlaß mich nicht!

Da der Nordsturm reißt und stößt,
Daß mein Hüttlein wankt und bricht,
Herr, der allen Jammer löst,
Herr, mein Gott, verlaß mich nicht!

Weil ich nicht mehr weiter kann,
Weil ich ohne Weg und Licht,
Nimm dich meiner Schwachheit an –
Herr, mein Gott, verlaß mich nicht!

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Eine Seite für den Archipoeta

Nachdem der Erzdichter von mir schon ein Buch hat, bekam er heute vormittag noch einen Internetauftritt dazu – das Archipoetablog. Ich möchte auf diese Weise über mein Buch und damit zusammenhängende Veranstaltungen informieren.

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Siebzehnte Tür

Gustav Schüler
Zuversicht

Herr, du wolltest mich behüten,
Bis der Sturm vorüber ist.
Bis du seinem blinden Wüten
Doch der große Meister bist. –

Doch wie auch die Wipfel brausen,
Was kann mir denn Leids geschehen!
Mitten in den wirren Grausen
Wie auf Blumen werd‘ ich gehen.

Herr, du wolltest mich beschützen,
Bis die Wetter ausgegrollt.
Ätherferne über Blitzen
Groß dein Sonnenwagen rollt. –

Wer will mir mein Herz berauben,
Daß es kümmernd müßte sorgen!

Träum‘ ich still und wohlgeborgen.

Kämen alle grausen Schrecken
Hagelwolkig auf mich ein,
Wirst du mich mit dir bedecken,
Und ich werde sicher sein.

Eingebracht in treue Hütten,
Wenn die Wölfe lauernd streifen,
Seh‘ ich in des Jammers Mitten
Meine letzten Früchte reifen.

Anm. Ich habe dies Gedicht in einer Bibliothek im Internet gefunden – leider nur in einer, und es fehlt offensichtlich ein Vers.

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Sechzehnte Tür

Gustav Schüler
Die auf den Herren harren, kriegen neue Kraft

Wie Adler werden sie sich heben,
Die auf den Herren sind gestellt,
Auf breit gefüllten Flügeln schweben
Hoch über dem Geräusch der Welt.

Denn Gott der Herr hält ihre Tage
Und macht sie satt mir seiner Huld,
Und manche aufgescheuchte Frage
Heilt er mit lächelnder Geduld.

Der Herr weiß um die rechten Zeiten;
Wenn unsere Kraft nicht weiter kann,
Hebt er an unserer Statt zu streiten
Mit seinen starken Waffen an.

Drum komme, was nur kommen wolle!
Weil du von Adleradel bist,
Heb dich, wie Wetternot auch grolle,
Hinan, wo Heil bereitet ist.

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Philosophenkekse und Laubbaumkugeln

Advent ist zwar anderes und mehr als Kekse backen und die Gegend schmücken. Aber beides darf trotzdem geschehen.

Man muß nicht immer und immer den gleichen Philosophennamen auf Kekse drucken, es dürfen auch mal andere der Zunft sein! Meine adventliche Bäckerei fand heute zu Ehren von Josef Bordat und Bartolomé de Las Casas statt.

Philosophenkekse

Auch Weihnachtsbäume müssen nicht immer gleich aussehen, fanden fleißige Strickerinnen, die diese Gegend schon öfter geschmückt haben.

Baumkugeln
Baumkugeln
BaumkugelnBaumkugeln
BaumkugelnBaumkugeln

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Fünfzehnte Tür

Gustav Schüler
Aus schwerer Not

Aus den finstern Unglücksgründen
Laß mich, Herr, den Ausweg finden!
Berge drängen sich zuhauf,
Dir mir alle Sonne rauben,
Aller Hoffnung hellen Glauben
Fangen diese Berge auf.

Ach, das arme Herz vor Zittern,
Weil die Stürme so gewittern,
Will nun gar in Stücke gehn,
König, dem die Meere schweigen,
Wolken, wie du’s willst, sich neigen,
Heiß‘ die Stürme stillestehn.

Hast mich ganz zum Grund gebogen –
Flügel, die sonst herrlich flogen,
Schleppen kraftlos hin am Grund,
Will ich dir zum Lobe singen,
So zerbrechen und zerspringen
Alle Worte mir am Mund.

Herr, mein Gott, dein Tun ist Gnade,
Finsterniserfüllte Pfade
Führe mich an deiner Hand –
Kniend lieg‘ ich zwischen Steinen,
Hörst du nicht mein schweres Weinen
Durch das nachtverdeckte Land?

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