Warum ich kein Kopftuchverbot will

In der öffentlichen Diskussion ist immer wieder die Rede davon, daß Kopftücher verboten werden sollen.

Gemeint sind damit immer genau solche Kopftücher, die aus Gründen des muslimischen Glaubens getragen werden. Die sollen verboten werden. Ein Hauptargument ist der Schutz der Frauen vor Unterdrückung.

Frauen vor Unterdrückung schützen ist ein hehres Ansinnen; es ist ja auch Frauen in Deutschland schier unmöglich, für sich selbst zu sprechen. Aber darum geht es mir nicht einmal vorrangig. Sondern es geht mir um das Kopftuch.

Wenn nämlich das Tragen von Kopftüchern verboten wird, geht das nur entweder ganz (evtl. mit einer Reihe expliziter Ausnahmeregelungen) oder undemokratisch. Im ersten Falle hieße das Gesetz etwa so:

§ xyz Kopftuchverbot

a) In der Öffentlichkeit ist das Tragen von Kopftüchern verboten.(1)
b) Ausgenommen von dieser Regelung sind Männer sowie krankheitsbedingt kahlköpfige Frauen, christliche Ordensfrauen, Mitglieder von Trachtengruppen sowie alle Frauen, die ein Kopftuch zum Schutz vor umwelt- und arbeitsbedingten Einflüssen oder aus arbeitshygienischen Gründen tragen.
c) Die Befreiung vom Kopftuchverbot kann auf formlosen Antrag auch aus anderen Gründen gewährt werden. Hierzu gehören z.B. Mode und körperlich-seelisches Wohlbefinden.
d) Wird das Kopftuch nur kurze Zeit öffentlich gezeigt (z.B. beim Abholen von Schulkindern), so steht es im Ermessen des beurteilenden Beamten, dies ausnahmsweise zuzulassen.
(1) Ein Kopftuch i.S.d.G. ist ein Stück Stoff, das so um den Kopf gewunden wird, daß es mindestens den Bereich zwischen Stirnansatz und der halsnahen Seite des Os parietale bedeckt.

Im zweiten Falle hieße es schlicht:

§ xyz Kopftuchverbot für Muslimas

Das Tragen von Kopftüchern gleich welcher Art ist Muslimas in der Öffentlichkeit nicht gestattet.

Man sieht, ein Kopftuchverbot lässt sich ohne galoppierenden Irrwitz gar nicht einrichten. Aber ich zweifle nicht daran, daß es sich einrichten lässt – denn diese Grundvoraussetzung haben wir ja reichlich in Regierungskreisen.

Nota bene: Ich bin durchaus für ein Verbot von allen Formen der Verschleierung, die das Gesicht verbergen – zumindest in öffentlichen Gebäuden. Denn es muss möglich sein, sein Gegenüber anzuschauen. Die immer wieder neu hochkochende Diskussion dreht sich ja aber um Kopftücher jeder Größe.

Um allen Missverständnissen vorzubeugen, hier noch einmal mein schon etwas älteres Plädoyer für das Kopftuch:

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Corpus Christi – Fronleichnam

Fron lichnam, Herrenleib, heißt das Fest auf Mittelhochdeutsch, oder eben Corpus Christi, Leib Christi, auf Lateinisch.

Heute abend werde ich auf dem Gendarmenmarkt meiner Religion frönen! Es geht bei diesem Fest um die Eucharistie, um die Realpräsenz Christi in der Hostie. Wenn ich schreibe „in der Hostie“, so heißt das nicht, daß Jesus Christus irgendwo in der Hostie ist, nein – die Hostie ist Er in der Gestalt des Brotes, und die heutige Feier soll uns das besonders bewusst machen.

Mein Gedichtband Zyklische Sonette wird irgendwann in diesem Sommer erscheinen. Für heute gibt es daraus den Anfang des Sonettenkranzes Eucharistie.

Herr Jesus, Du läßt Dich von mir verzehren.
Du selbst wirst mir, mein Gott, was Du mir gibst,
Du läßt Dich von mir essen, weil Du liebst,
Du läßt es zu, Du willst Dich nicht verwehren.

Daß Du verdunstest nicht und nicht verstiebst!
Ist Brot und Wein, geschaffen Dir zur Ehre,
Nicht Schöpfer, nur Geschöpf, ist Erdenschwere,
Wie ich, wie was Du kelterst, was Du siebst.

So seh ich Dich, mein Gott, den Überreichen:
Du gibst Dich selbst in den geschaffnen Zeichen.
Du teilst das Brot, schenkst vielen reichlich ein.

Du bist der Gastfreund und bist Trank und Speise.
Ich nehme, esse, trinke – und ich preise.
Du lieferst Dich mir aus in Brot und Wein.

© Claudia Sperlich

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Ein Sonett für zwei Freunde

… schrieb ich heute in der Zeit, die Tobias brauchte, um mal eben Nudeln zu holen. Bleibt noch zu sagen, daß Suse sie ganz trefflich zubereitet hat.

Als Suse das Abendessen kochte

Wenn Suse jault: „Die Nudeln sind fast alle!
Und es ist Abend, und die Soße gar!“
So bleibt Tobias ruhig und spricht: „Fürwahr,
Doch offen ist noch eine Einkaufshalle.

Lass mich nur gehn! Was soll ich sonst noch bringen?“
Schon sieht man eilends ihn zu Rewe laufen,
Um angemessne Mengen einzukaufen,
Derweil die Zwiebeln in der Pfanne singen.

Welch schönes Paar, welch gute Liebestaten!
So kann Euch auch die Ehe wohlgeraten,
So freudig, appetitlich, hilfsbereit!

Wie gern will ich als Patin Euch begleiten
Durch Lebensstürme und durch wilde Zeiten,
Stehn nur die Nudeln auf dem Herd bereit!

© Claudia Sperlich

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Mairegen

… ist gut für die Blumen und hat durchaus schöne Seiten; nassgeregnete Blüten sind immer wieder ein bezaubernder Anblick.

Mohnblüte
Rose
Rose

Wenn man keine Blume ist, sondern ein Mensch, sieht man nassgeregnet nicht so schön aus. Um das Nassregnen zu verhindern, gibt es zum Glück Schutzmaßnahmen. Eine davon wurde erstmals 800 n.Chr. schriftlich erwähnt, nämlich vom seligen Abt Alcuin von Tours im letzten Absatz eines Briefes an Arno von Salzburg:

Misi caritati tuae tria munuscula: tentorium, quod venerandum caput tuum defendat ab imbribus…

In Liebe zu Dir habe ich drei kleine Geschenke geschickt: Ein Dach, das Dein verehrungswürdiges Haupt vor dem Regen schütze…

(Leider habe ich in der Kürze der Zeit nicht herausgefunden, was die anderen beiden Geschenke waren. Für Hinweise bin ich dankbar.)

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Bilder vom Dreifaltigkeits-Kirchhof

Ein evangelischer Friedhof, vom Namen her passend zum katholischen Fest Dreifaltigkeitssonntag. Ich war da nur, weil ich Zeit übrig hatte und gern auf Friedhöfen bin, wegen der Ruhe und Schönheit und manchmal auch Skurrilität dieser Orte.

Auferstehung ist wohl nicht ganz gefahrlos.
Dreifaltigkeits-Kirchhof II

Dreifaltigkeits-Kirchhof IIDreifaltigkeits-Kirchhof II
Dreifaltigkeits-Kirchhof II
Dreifaltigkeits-Kirchhof IIDreifaltigkeits-Kirchhof II

Die Gruft des Dr. Ph. Gabriel ist begehbar, auch wenn das so nicht geplant war.
Dreifaltigkeits-Kirchhof IIDreifaltigkeits-Kirchhof II
Dreifaltigkeits-Kirchhof II
Dreifaltigkeits-Kirchhof IIDreifaltigkeits-Kirchhof II
Dreifaltigkeits-Kirchhof IIDreifaltigkeits-Kirchhof II
Dreifaltigkeits-Kirchhof IIDreifaltigkeits-Kirchhof II
Dreifaltigkeits-Kirchhof IIDreifaltigkeits-Kirchhof II

Auch für berühmte Schauspieler fällt irgendwann der Vorhang.
Dreifaltigkeits-Kirchhof II

Aber die Eichhörnchen leben weiter!
Dreifaltigkeits-Kirchhof IIDreifaltigkeits-Kirchhof II

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Anbetung

Katholiken vertrauen darauf, daß Jesu Worte beim Abendmahl: Dies ist Mein Leib – dies ist Mein Blut wörtlich zu nehmen sind. Zumindest sollen sie darauf vertrauen – in Westeuropa sind es wohl immer noch etwa die Hälfte der Katholiken. Ich gehöre zu diesen.

Wie kann ich nun so etwas glauben? Ich wurde das schon mehrmals gefragt, auch mit dem Zusatz „Sie sind doch eine gebildete Frau“. (Wirklich, da merken Menschen, daß jemand ein bisschen Bildung hat, und stellen diese in Frage, sobald sie merken, daß er auch ein bisschen Glauben hat.)

Zunächst einmal sind Jesu Worte, so wie sie in den Evangelien stehen, grundsätzlich glaubwürdig. Ich habe ganz einfach keinen stichhaltigen Grund gefunden, sie abzulehnen. Aus dem Zusammenhang gerissen und ohne darüber nachgedacht zu haben, wirken einige von ihnen schockierend (zum Beispiel die im heute gehörten Evangelium, Mk. 9,41-50). Es ist kein Wunder, daß Jesus bei vielen aneckte – es zeigt nur, daß das genaue Überlegen, geduldige Nachfragen und stille Nachdenken im Gebet vor knapp zweitausend Jahren auch nicht viel beliebter war als heute.

Wer die Einsetzungsworte wörtlich nimmt, also die Realpräsenz Jesu annimmt, kommt nicht umhin, auch die Eucharistische Verehrung sinnvoll zu finden. Das ist eben kein Spektakel, dessen Gelingen von der Schönheit der Monstranz und der Priestergewänder abhängt. Natürlich sollen beide schön sein, so edel und schön wie nur möglich, denn sie sind zur Ehre Gottes und auch zur Freude der Menschen gemacht! Aber der Herr selbst ist in einer ärmlichen Monstranz nicht anders als in einer prunkvollen. Daß wir die Kirchen und heiligen Geräte so schön wie möglich machen sollen, hat mehr mit uns Menschen zu tun als mit Gott, denn unsere Fähigkeit zur Ehrfurcht wird durch sinnliche Wahrnehmung befördert oder gehemmt, je nachdem, ob die Umgebung dem Göttlichen angemessen scheint oder nicht. Außerdem sind alle Menschen aufgerufen, ihre Begabungen zur Ehre Gottes zu nutzen – und Künstler in ganz besonderer Weise. Die Pracht eines Gottesdienstes dient der Verherrlichung Gottes und ist daher richtig, aber nicht notwendig – weil sie nicht das einzige und nicht einmal das hauptsächliche Mittel der Verehrung ist.

Denn es ist der Herr. Jesus Christus selbst ist da, in der Gestalt von Brot. Er ist nicht „im“ Brot, wie ich zuweilen höre, sondern die Hostie ist Sein Fleisch, ist Sein schlagendes Herz, ist Er. Er, der überall ist, ist leiblich hier als ungesäuertes Brot, ist leiblich in den vielen Tabernakeln und Monstranzen. Zeichenhaft ist, daß es gerade Brot ist – das Nahrungsmittel schlechthin – und daß es in der Eucharistiefeier auch Wein ist, das festliche und edle Getränk. Aber die Präsenz Jesu ist real. Er hat gewählt, sich in dieser Gestalt zu zeigen und nicht anders. Er ist der Herr.

Ich kann an den Eucharistischen Herrn nicht ohne innere Bewegung denken. Ich bringe es nicht fertig, vor Ihm, der mir in der Monstranz gezeigt wird, zu sitzen oder zu stehen. Vor Ihm kann und will ich nur knien. Vor Ihm bin ich nur Geist, Herz, gefaltete Hände und gebeugte Knie – alles andere ist unwichtig.

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Komm, Heiliger Geist!

Stephen Langton (um 1150-1228) schrieb die Pfingstsequenz, zugleich mein Lieblingslied.

In meiner Übersetzung:

Komm, Du Heiliger Geist,
Send vom Himmel herab
Einen Strahl deines Lichtes.

Komm, Du Vater der Armen,
Komm, Du Geber der Gnaden,
Komm, Du Leuchte der Herzen.

Bester Tröster bist Du,
Süßer Gastfreund der Seele,
Du bist süße Erquickung.

Du bist Ruhe in Arbeit,
Du bist Lindrung in Hitze
Du bist Trost in Betrübnis.

O Du seligstes Licht,
Herzenstiefe erfülle
Derer, die Dir vertrauen.

Ohne Dein Wollen kann
Nichts im Menschen bestehn,
Nichts bestehn ohne Schaden.

Was befleckt ist, das wasche,
Was vertrocknet ist, tränke,
Was verwundet ist, heile.

Was verhärtet ist, biege,
Was erkaltet ist, wärme,
Was verirrt ist, das lenke.

Deinen Treuen gewähre,
Die auf Dich sich verlassen,
Sieben heilige Gaben.

Gib die Wohltat der Tugend,
Gib ein heiliges Sterben,
Gib die ewige Freude.

Hymnarium – lateinische Hymnen der Kirche neu übersetzt. Zweisprachige Ausgabe, tredition 2016

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Gesegnete Pfingsten!

Allen Lesern meiner Seiten wünsche ich geistvolle, frohe, segensreiche Pfingsttage!

Hrabanus Maurus: Veni Creator Spiritus

In meiner Übersetzung:

Komm, schöpfrischer Geist, besuche
Der Deinen Denken, erfülle
Mit himmlischer Gnade die Seelen
All jener, die Du geschaffen.

Der Du der Tröster genannt wirst,
Geschenk des Gottes, des höchsten,
Lebendger Quell, Feuer, Liebe
Und unsre geistliche Salbung.

Du siebengestaltge Gnade,
Du Finger der Rechten Gottes,
Du Heilsversprechen des Vaters,
Du schenkst der Kehle die Sprache.

Entzünde ein Licht den Sinnen,
Voll Liebe gieße die Herzen,
Die Schwäche unseres Leibes
Mach stark durch dauernde Tugend.

Vertreib den Feind in die Ferne,
Gib uns beständigen Frieden.
Wenn Du als Leiter vorangehst,
So meiden wir alles Übel.

Durch Dich lass den Vater uns kennen,
Und lass uns den Sohn verstehen,
An Dich, den Geist dieser beiden,
Lass Du uns alle Zeit glauben.

Hymnarium – lateinische Hymnen der Kirche neu übersetzt. Zweisprachige Ausgabe, tredition 2016

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Mittagessen à la kurde

Die Möglichkeit, richtig und aufwendig zu kochen, hat Seve besonders gefehlt. Nun, bei mir hat sie die – und machte heute so richtigen Aufwand.
Was für ein Gefühl – ich sitze am Schreibtisch, höre ferne die Töpfe klappern, es riecht immer lieblicher, und dann werde ich zu Tisch gerufen.

Köstlich! Und eigentlich nicht so ganz freitäglich wegen Hackfleischanteil. Aber um das zu erklären, hätte ich einen Übersetzer gebraucht.

kurdisches Essen

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Maiblüten

Man darf ja nicht vergessen, einfach mal zu gucken, wie es so aussieht im Mai:

Maiglöckchen
Maiglöckchen

Tulpen
Tulpe
Tulpe

Akelei
Akelei
Akelei

Rotdorn und Weißdorn
Rotdorn und Weißdorn

Flieder
Flieder

Ranunkeln
Ranunkeln

… um nur einige zu nennen.

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