Mein Beitrag zum Adventskalender der Blogoezese.
Gestern war Susanne Klein dran, morgen schreibt Andreas auf Pro Spe Salutis.
Vor zwei Wochen, am Sonntag Ad Te levavi, habe ich in St. Lambertus nach der Heiligen Messe vor dem Herrn und vor dem Priester ein Gelübde abgelegt.
Heute gibt es (endlich) Bilder und eine erste Bilanz – wie ist es nun? Was ist anders?
Aus Liebe habe ich das Gelübde öffentlich und feierlich abgelegt und mich damit in besonderer Weise gebunden – an Jesus Christus, meinen Herrn.
… keusch zu leben, dem Herrn und der Kirche gehorsam, in evangelischer Armut so besitzend, als besäße ich nicht…
Keuschheit heißt Verzicht auf Ehe (auf außereheliche Sexualität ohnehin) – das klingt in meinem Alter vielleicht ein wenig albern. Ich betone ganz einfach, daß ich Jesus allein gehöre. Und wenn nun der Mann Ihrer Träume käme? fragte mich vor dem Gelübde ein Priester. Wenn der Mann meiner Träume käme, der nebenbei auch der Mann der ganzen Realität ist, fiele ich Ihm zu Füßen. Es wäre nämlich die Parusie.
Armut heißt für mich, Geld und Gut nicht so wichtig zu nehmen, so zu besitzen, als besäße ich nicht, mich nicht an Dinge zu binden. Das ist sicher eine lebenslange Aufgabe, aber ich habe keine Angst davor.
Gehorsam habe ich Gott und der Kirche gelobt. Hierzu bin ich zwar als Christin ohnehin verpflichtet, nun aber habe ich Gehorsam versprochen nicht aus Pflichtbewußtsein, sondern aus Liebe.
… täglich an der Heiligen Messe teilzunehmen, täglich wenigstens eine halbe Stunde lang in Anbetung zu verharren, entweder vor dem Tabernakel oder bei der Eucharistischen Anbetung…
Es gibt nichts Größeres, Schöneres als die Nähe zu Gott. Durch mein Gelübde bin ich getragen und gehalten von Gott und der Kirche. Ich diene Ihm aus Liebe – und empfange dabei viel mehr, als ich geben kann. Die Vorfreude auf Messe und Anbetung ist jeden Tag wie junges Verliebtsein. Die Freude bei Wandlung und Eucharistie und Anbetung übersteigt alles. Eucharistiefeier und Anbetung bedeuten tägliche körperliche Nähe Jesu. Ihn spüre ich im Herzen wie Licht und Feuer.
… häufig, das heißt mindestens einmal im Monat, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.
Obwohl das Eingestehen und Bekennen Überwindung kostet, freue ich mich darauf! Es ist die häufige Beseitigung von Hindernissen zwischen mir und dem Herrn. Immer wieder darf ich Jesus Christus zumuten, den Schutt wegzuräumen, den ich selbst aufgehäuft habe und der mir zu schwer ist – und Er wartet nur darauf, daß ich Ihn darum bitte, und wird nicht müde, mir zu vergeben. Befreiung von dem innewohnenden Übel ist ein Grund zur Freude.
Möglich ist die Einhaltung in Berlin ohne Schwierigkeiten, gleich wie der Tagesplan sonst ist. In St. Clemens ist ewige Anbetung, die Kirche ist immer, rund um die Uhr, geöffnet – eine Möglichkeit, wenn ich etwa spätnachmittags in Potsdam feststelle, daß die Kirche, in die ich vor einer Veranstaltung wollte, geschlossen ist. Tagsüber gibt es in meiner Nähe mehrere offene Kirchen, und die Heilige Messe wird morgens und abends in vielen Kirchen gefeiert sowie wochentags um 13.00 Uhr in St. Clemens.
Unterstützt weiß ich mich durch zahlreiche Gebete. Dafür sei allen Betern Dank.
Ich habe vor dem feierlichen Gelübde schon einige Monate lang so gelebt, und danach ist nun nichts abgekühlt, nichts ist banalisiert – Gott kann niemals banal werden – sondern die Freude wächst wie ein schöner Baum. Jesus Christus ist der Weg, dem ich den Weg bereiten möchte. Er ist mein Herr, und mein häufiges Stoßgebet ist: Sei mein Herr – nicht weil ich das in Zweifel ziehe, sondern weil ich hoffe, daß Er alles wegnimmt, was mich jetzt noch davon trennt, Seine Herrschaft völlig anzuerkennen.
Ihm will ich ganz und gar gehören. Das bedeutet, daß ich anderen ausschließlich dann gehorche, wenn ich überzeugt bin, damit auch Seinen Willen zu tun. Ich hoffe, in drei Jahren das zunächst befristete Gelübde wiederholen zu können – mit gleicher Überzeugung, auf immer.










