Freitag der ersten Adventswoche

Heute feiert die Kirche das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Zur Klarstellung: Dies Fest hat nichts mit Sex zu tun. Es hat darüberhinaus auch nichts mit keinem Sex zu tun. Es geht um etwas anderes.

Die Bewahrte

Allmacht hätte Christus, den Herrn,
Gott den Gott in Person des Sohnes,
unversehrt können wachsen lassen
in einer Frau mit verwüsteter Seele.

Er tat es nicht. Er bewahrte Maria
vielleicht nicht so sehr um des Sohnes willen
als um der Mutter des Heiligen willen.

Welche in noch so geringe Schuld
verstrickte Frau hätte tragen können
dies Kind, das von aller Sünde blieb frei,
göttlich und menschlich, verheißner Messias?

Welche Mutter, mit Erbschuld belastet,
hätte den Gruß des Engels ertragen,
hätte das Kind ohne Grauen gesehen,
Grauen vor ihrer eigenen Seele?

Nur die Bewahrte konnte bewahren
in ihrem Herzen, unter dem Herzen,
an ihrem Herzen, dem schon durchbohrten,
diesen göttlichen Sohn und Heiland.

© Claudia Sperlich

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Donnerstag der ersten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
IV

 
So rührt Er uns, lässt Liebe überborden,
Ergreift auch jene, die Ihm ferne stehen.
Wer kann an einem Kind vorübergehen,
Wer ist durch Kinderblick nie weich geworden?
 
Die unbewusst uns Kopf und Herz verdrehen,
Sie wärmen auch den Winter und den Norden.
Sie fordern keinen Lohn und keine Orden,
Sie wollen Liebe spüren, schmecken, sehen.
 
So ist auch Gott. So will Er uns Geschöpfe,
Will unsre Seelen, Leiber, Herzen, Köpfe,
Und jeden Menschen liebt Er als Sein Kind.
 
Die Liebe bittet Er uns nachzuahmen,
Den Herrn zu lieben in des Herren Namen –
Dies Kleine, das die Herzen leicht gewinnt.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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χ451 – die Zeitschrift für Katholiken

Die erste, die Oktoberausgabe liegt noch neben mir – sie erreichte mich mit der Bitte, an weiteren Nummern des in zweimonatlichem Rhythmus erscheinenden Blattes mitzuarbeiten, und nach gründlichem Durchlesen sagte ich zu. Das heißt, in der demnächst erscheinenden Dezemberausgabe werde ich mit einem zweiseitigen Artikel über die zwei Naturen Jesu Christi vertreten sein (was einem so als Autor für Themen aufgedrückt werden, wenn man nur mal genickt hat).

Zum Titel: χ451 steht für Jesus Christus – wahrer Gott, wahrer Mensch. χ ist der griechische Anfangsbuchstabe von Christus; im Jahre 451 schrieb das Konzil von Chalkedon die Erkenntnis als Dogma fest, daß Jesus Christus eine Person in zwei Naturen ist.

Die Oktoberausgabe des „Fanzine des katholischen Glaubens“ – also einer Zeitschrift von Fans für Fans – umfasst nur zwölf Seiten, diese aber sind äußerst gehaltvoll. Der Herausgeber und Autor Sebastian Berndt richtet sich mit diesem ambitionierten Projekt an alle, die sich für den katholischen Glauben interessieren, darüber, davon, dadurch lernen wollen.

χ451 orientiert sich in den Themen am Kirchenjahr, und so nimmt in der Oktoberausgabe 2017 Maria und ihr Erscheinen in Fatima vor hundert Jahren einen besonderen Platz ein.
Doris Mohrmann schreibt über die Bedeutung des Opfers im Zusammenhang mit den Seherkindern von Fatima und über die politische Botschaft der Erscheinungen.
Sebastian Berndt schreibt – im Zusammenhang mit den Botschaften von Fatima – über die Letzten Dinge und darüber, daß es hier nicht um ein bloßes Wissen geht, um die Stillung der Neugier, sondern darum, daß das tägliche Leben geprägt sein muss von der Handlungsweise und Denkungsart, die sich aus diesem Wissen sinnvoll ergeben.
Pater Stefan Reiner (Petrusbruderschaft) schreibt über den nüchternen kirchlichen Umgang und die Einordnung von Privatoffenbarungen.
Ein kurzer, persönlicher und anrührender Artikel von Sebastian Berndt befasst sich mit dem Rosenkranz, den der Autor als heilsam verändernd erlebt. (Ich stimme ihm von Herzen zu.)
Den Abschluss der Oktoberausgabe bilden ein Auszug aus einem Vortrag des Heiligen Augustinus, in dem er Jesu Worte zu Seiner Mutter unmittelbar vor dem Weinwunder in Kana deutet, und eine kurze Vorstellung des Marienverehrers und Heiligen Bernhard von Clairvaux.

Das schmale Heft ist nicht nur mit gehaltvollen Texten gefüllt, sondern auch wunderschön illustriert, ohne allzu bilderlastig zu werden.

χ451 soll in den „geraden“ Monaten erscheinen. Leider gibt es noch einige Anfangsschwierigkeiten, die Dezemberausgabe lässt noch auf sich warten – aber die Endredaktion liegt hinter uns. Im neuen Jahr wird es pünktlicher gehen.

χ451 ist unbezahlbar – es kostet nichts. Bestellbar (auch in größerer Stückzahl, zum Beispiel zum Auslegen) ist es via Post oder Mail beim Herausgeber:

Sebastian Berndt
Emilienstraße 1, 99817 Eisenach
fanzine@X451.de

χ451 wird nicht im Internet veröffentlicht – obwohl es dort eine Homepage gibt (die noch überarbeitet wird) und eine facebook-Seite mit der Aufgabe, für dies wundervolle Magazin zu werben. Nur Papier soll es sein – ein im Wortsinn fassbares Blatt, auch wenn es darin um den unfassbar großen Gott geht und um die katholische Religion, die zwar verstehbar ist, aber nur bei gründlicher Nutzung des Verstandes. Dazu sei an dieser Stelle ermutigt.

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Mittwoch der ersten Adventswoche

Nikolaos zerstört den Artemiskult

Der Trug der alten Götter war
Aus Myra noch nicht ganz geschwunden.
Zwar hatte Gott der Herr schon längst
Kybeles Tempel abgebrochen,
Schon eh die erste Kirche stand:
Das Beben ließ nur Trümmer übrig
Als Mahnung vor dem Gotteszorn.

Doch hielt sich alte Bauernsitte,
Sie flehten unter einem Baum
Um Fruchtbarkeit zur Heidengöttin
Und brachten Milch und Wein und Korn,
Um die Kybele sanft zu stimmen.
Und selbst Getaufte machten mit!
Wie soll ein Bischof das ertragen?

Schon viele Male hatte ich
Gepredigt die gesunde Lehre
Von Vater, Sohn und Heilgem Geist,
Dem einen Gott in drei Personen,
Und viele nahmen auf die Saat –
Doch manche nur wie Sand und Dornen.

Und immer wieder fand ich dann
An jenem Baum die trüben Spuren
Der Heidenopfer, dargebracht
Von Menschen, die ich selbst belehrte!
Und immer wieder liefen sie
Zu diesem Baum mit Wein und Blumen
Und brachten dort ihr Opfer dar
Dem Dämon Artemis-Kybele.

Ein junges Mädchen, neugetauft,
Sah ich zu diesem Greuel gehen,
Beschwingt, wie sonst zum Gottesdienst.
Ich folgte ihr und hörte noch,
Wie sie um gute Ehe flehte!
Ich schrie sie an, da lief sie fort,
Und ich zertrat ihr Blumenopfer.

In bittrer Trauer, voller Angst
Um all die anvertrauten Seelen,
Lief ich nach Haus und nahm die Axt,
Kam wieder, diesen Baum zu fällen,
Und hieb fast eine Stunde lang
Mit frommem Zorn auf dieses Unheil,
Bei jeder Kerbe ein Gebet:
Beende, Herr, den Aberglauben!

Der Baum fiel nieder, Dank sei Gott!
Nun lehr mich, Herr, geduldig lehren,
Wie Du gelitten uns zum Heil!
Der meinem Arm die Kraft gegeben,
Zu fällen den Dämonenbaum,
Gib Kraft auch meinem schwachen Glauben,
Gib meiner Rede Kraft und Licht,
Mach weiter Deiner Diener Herzen,
Daß um sie stark der Glaube blüht.

© Claudia Sperlich

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Dienstag der ersten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
III

 
Bedürftig, hungrig, süß – wie Kinder sind,
Das Händchen, das schon nach dem Leben greift,
Der Blick, der noch in Himmelsfernen schweift,
Neun Monde alt – ein neugebornes Kind,
 
Von Zellen bis zur Lebenskraft gereift,
Bis aus dem Mutterleib es drängt und rinnt.
Durchs Dach der kargen Bleibe pfeift der Wind,
Ein Sternenstrahl das nasse Köpfchen streift.
 
Der große Gott, der uns durch alle Zeiten
In Allmacht und in Liebe will geleiten,
Ist klein und niedlich, arm und schwach geworden.
 
Die Macht erfüllt mit Ehrfurcht und mit Schrecken,
Die Ohnmacht lässt die Zärtlichkeit entdecken.
So rührt Er uns, lässt Liebe überborden.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Montag der ersten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
II

 
Er fordert unsre Liebe als ein Kind,
Im Mutterleib und an der Mutterbrust
Geborgen und genährt, noch unbewusst,
Das noch auf nichts als warme Nähe sinnt.
 
Noch unbekannt mit Trauer und Verlust,
Denn Muttertrost ist stark und kommt geschwind,
Noch schützen andre Ihn vor kaltem Wind,
Noch kein „Du darfst nicht“ und noch kein „Du musst“.
 
Im Vaterhaus erzogen und belehrt,
Um irgendwann zum Zimmermann zu taugen,
Doch vorerst Kind, zur Mutter hingekehrt –
 
Dies ist der Gott, der Herzen leicht gewinnt:
So klein, zerbrechlich und mit großen Augen,
Bedürftig, hungrig, süß – wie Kinder sind.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Adventssonntagabend

Ich hatte spontan Lust, mir einen netten kleinen Kuchen zu backen. Das geht, auch wenn eigentlich nur wenig Kuchengeeignetes im Haus ist:

Mehl, Grieß, Backpulver, Zimt, Ingwer, Zucker, Butter, Hafermilch. Und eine Prise Salz, natürlich.

Ganz unaufwendig – und, noch warm genossen, sehr lecker!

Kuchen

Auch das ist ein Grund zum Dank: Genug im Haus haben und die Fähigkeit haben, daraus etwas zu machen.

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1. Adventssonntag – Ad Te levavi

Mein Adventskalender beginnt nicht mit dem Dezember, sondern mit dem 1. Adventssonntag. Also heute.
Allen Lesern wünsche ich eine gnadenreiche und stressarme Adventszeit!

Erster Advent

Advent – Sonettenkranz
I

 
Der Herr ist Menschenohnmacht selbst geworden!
Wer kann sich über Schwäche noch erheben?
Da sterblich wurde allen Lebens Leben,
Sind sonnenhell und warm auch Nacht und Norden.
 
So kleinlich und so eigennützig streben
Wir allzuoft nach Dingen, die uns schaden,
Und Jesus weiß, wie wir mit Schuld beladen –
Als Mensch und Gott hat Er die Schuld vergeben.
 
Der göttlich ist und sich zum Menschen macht,
Der menschlich ist und Göttliches verkündet,
Der hat die Liebe in uns angefacht,
 
Der stürmt in uns wie Flammengeist und Wind,
Hat sich aus freiem Willen uns verbündet –
Er fordert unsre Liebe als ein Kind.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Der Advent kann kommen!

Zwar ist die Wohnung nicht aufgeräumt – aber der Adventskranz ist fertig.

Adventskranz

Am Sonntag geht es los: Drei Wochen lang – so kurz ist der Advent heuer – möglichst gründlich innerlich auf das herzliebe Hochfest der Christgeburt vorbereiten. Licht werden, ruhig mit norddeutscher Doppelbedeutung, denn der Advent ist ursprünglich eine Fastenzeit. Ballast abwerfen.

Ich will mich im Advent auf gar keinen Fall in irgendwelche vorweihnachtlichen Konsumräusche stürzen, will versuchen, mehr zu beten und weniger dummes Zeug zu reden, und ich will Guardini lesen. Mal schauen, ob ich es schaffe.

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Ein Adventskalender kommt noch.

Es wird heuer wieder einen Blog-Adventskalender geben – allerdings fange ich erst im Advent damit an, also mit dem kommenden Sonntag. Geduld!

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