Donnerstag, 4. Adventswoche

Maleachi 3,1-24 

Der zu uns kam als Mensch und Gott
aus jungfräulichem Mutterschoß,
der für uns lebte, litt und starb,
wird wiederkommen flammengleich – 
wer kann bestehn, wenn Er erscheint?

Er selbst schenkt uns die letzte Zeit,
da alt und jung sich nicht entzweit,
da man Prophetenwort nicht schmäht,
da man in Ehrfurcht dient dem Herrn.

Dann kehrt Er wieder, lang ersehnt,
dann reinigt Er ein jedes Herz.

@ Claudia Sperlich
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Mittwoch, 4. Adventswoche

1. Samuel 1,24-28 

Herr, was ich von Dir erflehte,
Hast Du gnädig mir gegeben.
Kostbar ist, was Du mir schenktest,
Größer als ich bittend träumte!
Nimm, mein Herr, in Deine Hände
Deine schöne Gnadengabe – 
Bessres hab ich nicht zu geben,
Will in Deinen Dienst sie stellen.
Fordre von mir, was Du gabst.

@ Claudia Sperlich
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Dienstag, 4. Adventswoche

Hohelied 2,8-14 

Gott liebt mich! Er späht
Nach mir durch Nacht und Dunkel,
Hat sich selbst ausgesät.

Gott liebt mich! Er spricht:
Der Winter ist vorüber,
Komm her! Ich bin dein Licht!

Gott liebt mich! Er webt
Sich selbst ein Menschenleben,
Zu meinem Heil gelebt.

Gott liebt mich! Er wirbt
Mit Blüte, Frucht und Taube,
Mit Sich, der für mich stirbt.

@ Claudia Sperlich
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Montag, 4. Adventswoche

Jesaja 7,10-14 

Gott ist mit uns! Er gibt der Welt ein Zeichen,
ein Zeichen, was zu fordern ihr nicht wagtet:
Die Jungfrau wird empfangen einen Sohn.
Gott ist mit uns, und Er wird zu uns kommen,
als Retter wird Er leben unter uns.

@ Claudia Sperlich
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Sonntag, 4. Adventswoche

Micha 5,1–4

Aus Betlehem wird kommen,
der Israel befreit.
Er stammt aus fernen Tagen,
Er gibt uns Sicherheit.
Bis an der Erde Grenzen
streckt Er die Arme aus.
Er bringt uns allen Frieden,
Er führt zum Vaterhaus.

@ Claudia Sperlich
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Samstag, 3. Adventswoche

Jeremia 23,5-8 

Tage werden kommen, da der Herr 
einen weisen König wird erwecken.
Der Gerechte aus dem Hause David
birgt Sein Israel in Seiner Liebe,
alte Heimat wird Er dann erneuern
und in Frieden werden alle leben.

@ Claudia Sperlich
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Freitag, 3. Adventswoche

Genesis 49,2-10 

Auch wenn einer lange herrschte
über Brüder, über Fremde,
auch wenn einer groß geworden
wie ein Löwe durch den Raub,
auch wenn er im Recht geblieben
nur, weil andre Unrecht tun,
auch wenn Gott ihn sieht mit Gnade
und ihn führt auf seinen Thron:
Einmal endet alle Herrschaft,
bleibt als König Gott allein.

@ Claudia Sperlich
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Kirche im Klimawandel – aus der Sicht eines Philosophen

Ein starkes Buch verdankt seine Entstehung den Kritikastern, die den Autor beschimpften, weil er bemerkte, daß es den messbaren Klimawandel gibt und daß er teilweise durch menschliches Handeln verursacht wird. Bereits im Vorwort klingt an, daß wir in einer dünnhäutigen und wissenschaftsfeindlichen Zeit leben. Josef Bordat: „Ich will versuchen, aus der christlichen Anthropologie eine Ethik des Klimawandels zu entwickeln, mit der eine Moral Einzug halten kann, die beidem wehrt: Übertreibung und Gleichgültigkeit.“

Im ersten Teil, „Wissen“, erläutert Bordat die Tatsachen sich ändernder klimatischer Bedingungen und ihre Folgen. Er beginnt mit akribischer Klärung der relevanten Begriffe (z.B. Klima, Wetter, Statistik) und skizziert die teils eingetroffenen, teils zu erwartenden Folgen des Klimawandels. Verschiedene mögliche Faktoren für den Klimawandel werden dargelegt. Einige sind kaum messbar. Anders die Treibhausgase: Hier schlüsselt er genau auf, welcher Anstieg wovon welchen Effekt hat. Hier hat leider ein anschauliches Beispiel für große Wirkung durch kleine Mengen einen Fehler – die letale Dosis Zyankali ist nicht „0,00286 kg pro 1 kg Körpergewicht“, sondern bereits 0,00000286 kg. Umso eindrucksvoller! Der Sinn bleibt davon unberührt. Die übrigen und für das Buch relevanteren Zahlengaben sind, soweit ich es prüfen konnte, richtig.

„Allein zwischen 1970 und 2004 stiegen die Emissionen von Treibhausgasen insgesamt um 70 Prozent, die von CO₂ um 80 Prozent. Dazu stiegen die Temperaturen.“ Der Mensch ist ein maßgeblicher Faktor. Klimawandel überhaupt findet auch ohne menschliches Zutun statt; Klimawandel in dieser Größenordnung nicht. In der wissenschaftlichen Welt herrscht Konsens über diese Theorie. Eindrücklich zeigt Bordat, daß die Theorie des menschengemachten Klimawandels sinnvoll ist, aber wegen der Natur der Sache nicht beweisbar. Plausibilität genügt hier. An diese Überlegungen schließt sich ein wissenschaftstheoretischer Exkurs an.

Im zweiten Kapitel, „Moral“, geht es um die vorhandenen Formen von Moral und die Verantwortung im Zusammenhang mit dem Klimaproblem. Bordat geht vom christlichen Menschenbild aus, ohne andere Sichtweisen zu vernachlässigen. Aus christlicher Sicht ist menschliche Verantwortung immer begrenzt, da eine „Totalverantwortung für „die Erde“ … die ideale Gott-Mensch-Beziehung missachten und den Menschen selbst an die Stelle Gottes setzen“ würde. Die Selbstbestimmung im Menschenbild eines atheistischen Humanismus ist theoretisch unbeschränkt. In jedem Fall muss der Mensch sich irgendwie zur Natur positionieren. Die Entwicklung des humanistischen Anthropozentrismus wird gründlich dargelegt. Seine jüngste Frucht ist die Idee des Geo- bzw. Climate Engeneering, der gewollten Beeinflussung des Klimas, mit „Möglichkeiten … irgendwo zwischen realen Chancen für die Menschheit und dystopischem Größenwahn“. Solchen Modellen gegenüber steht einerseits die Einebnung der Hierarchie zwischen Mensch und Natur („Mitwelt“), andererseits die „Neuverortung des Menschen innerhalb einer hierarchisch geordneten Beziehung zu der ihn umgebenden Natur, die dabei stets seine Umwelt bleibt“. Der Pathozentrismus will die Natur schützen, weil und insoweit sie leiden kann – bis hin zum Präferenzutilitarismus, für den die (noch) nicht entwickelte Fähigkeit zu Leiden und Wünschen die Aberkennung des Lebensrechtes bedeutet. Noch radikaler ist der Biozentrismus, bei dem der Unterschied zwischen Menschen und anderen Lebewesen nivelliert wird und die Vorrangstellung des Menschen als Speziezismus gebrandmarkt wird. Ein solches Weltbild läuft der Würde des Menschen zuwider. (Hier hätte ich mir in der Argumentation einen weiteren Punkt gewünscht: Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das sich um den Erhalt anderer Arten als der eigenen aktiv kümmert. Ein Krokodil würde ein Gnu auch dann fressen, wenn damit die Ausrottung der Art Gnu besiegelt wäre.)

„Anthropozentrismus mit Augenmaß“ – also eine „Mensch-Natur-Beziehung als Herrschaftsverhältnis in Verantwortung“ – stellt Bordat als eine gerade vom Christentum gepflegte Sichtweise vor. Die von Gott aufgetragene „Dienstbarmachung der Erde“, das Verständnis des Menschen als „Krone“ der Schöpfung war nie eine Anleitung, die von Gott geschenkte Schöpfung zu missbrauchen und zu vernichten, vielmehr immer verbunden mit Verantwortung. Die Klimaethik geht über Natur- und Tierschutz hinaus, umfasst das ganze Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt. Es geht dabei um Verantwortung für die Folgen des Handelns und Unterlassens, nicht um absolut gesetzte Gebote. Allerdings gibt es ein Spannungsfeld von Gesinnung und Verantwortung, in dem das Handeln aus Prinzip und das Handeln mit Rücksicht auf die Folgen im Widerstreit liegen können. Verantwortung für diese und für kommende Generationen tragen alle gemeinsam (notwendig mit Hilfe von Institutionen) und trägt jeder einzelne. Bordat erläutert den Verantwortungsbegriff sehr genau an verschiedenen philosophischen Modellen und immer mit dem Blick auf den Klimaschutz, auf die Ermöglichung künftigen Menschenlebens. Auch die mögliche Überforderung durch konsequenzialistisches Denken berücksichtigt er und zeigt, welche Denkmodelle die Verantwortungsbereitschaft fördern oder hemmen.

„Kirche“ zeigt die Position der Kirche mit Bezug auf Bibel, Schriften der Päpste Franziskus, Benedikt XVI. und Johannes Paul II. sowie auf Dokumente von ZdK und DBK. Bordat erbringt durch zahlreiche Zitate den Nachweis, daß die Kirche sich des Problems „anthropogener Klimawandel“ seit drei Pontifikaten angenommen hat.

Daß der Klimaschutz im Einzelfall „quasi-religiös überhöht wird“, sollte nicht „die vernünftige Absicht diskreditieren“. Nach katholischer Lehre hat der Mensch als Ebenbild Gottes eine Verantwortung für die Schöpfung. Das hat biblische Gründe, allen voran die Schöpfungsgeschichte, die so oft als Aufruf zur Ausbeutung falsch verstanden wird, in der aber das Herrschen über die Natur auch als Hüten gedeutet werden muss. Tatsächlich wird erst durch die Missachtung des biblischen Auftrags zur Hege und dadurch, daß der Mensch sich an Gottes Stelle setzt, die Ausbeutung der Natur vorangetrieben.

Papst Paul VI erwähnte die Umweltzerstörung bereits 1971 und 1976 als soziales Problem. Johannes Paul II und Benedikt XVI sahen den Klimawandel als moralisches Thema und hatten Teil an der Entwicklung einer Klimaethik. Papst Franziskus nimmt besonders in der Enzyklka „Laudato si'“ (auf die Bordat besonders gründlich eingeht) diesen Gedanken auf und ergänzt ihn mit Bezug auf den Sonnengesang seines Namenspatrons. Bischöfe aller Länder mahnen seit den 70er Jahren pfleglichen Umgang mit der Erde und in unsere Jahrtausend besonders den Klimaschutz an, ebenso katholische Verbände und Universitäten, Ordensleute und Laien. Das von Johannes Paul II und Benedikt XVI geforderte Menschenrecht auf intakte Umwelt wird auf globaler Ebene bis heute nicht anerkannt. Bordats Fazit aus allen Schriften und Bemühungen kirchlicherseits zum Thema „Anthropogener Klimawandel“: „Die auf der Schöpfungstheologie und der Lehre Jesu basierende christliche Lebensschutzethik umfasst auch die nicht-humane Umwelt, ohne dabei die nicht bloß graduellen, sondern prinzipiellen Unterschiede zwischen Mensch und Tier zu verwischen.“

Der vierte Teil, „Schutz“, zeigt bestehende und mögliche Klimaschutzmaßnahmen in Gesellschaft und Kirche, im Großen wie im Kleinen, und auch um Irrwege des Klimaschutzes. Die vier wichtigen Bereiche des Klimaschutzes sind Energie, Gebäude, Verkehr, Ernährung. Bordat erklärt, welche Maßnahmen (vor allem in Eigeninitiative, aber auch durch staatliche Planung) wieviel CO₂, andere Emissionen und Geld sparen. Hierbei vermeidet Bordat jeden moralinsauren Predigtmodus, gibt stattdessen Ideen zum pfleglichen Umgang mit der Umwelt. Vom Konsumverzicht kommt er auf die Fasten-Tradition der Kirche und dann auf „Klimaschutzmaßnahmen im Alltag der Pfarreien“ und schließlich auf fiskalpolitische Maßnahmen.

Auch Irrwege zeigt er auf. Unter anderem erklärt er, warum Atomkraftwerke keine Lösung sein können, auch wenn sie seit einiger Zeit sehr beworben werden als Lösung der Klimakrise.

Daß Klimaschutz nicht nur Geld einspart, sondern zunächst viel Geld kostet, verschweigt Bordat nicht, legt aber dar, daß die Maßnahmen keinesfalls geeignet sind, uns in Armut zu stürzen.

Das Buch schließt mit einem optimistischen Aufruf, den Klimaschutz anzugehen und sich dabei auf die Verantwortung vor der Schöpfung zu besinnen. Ich empfehle das Buch allen, die nach Handlungsoptionen im Kleinen wie im Großen zugunsten der Klimaentwicklung suchen, und noch mehr empfehle ich es jenen, die das immer noch nicht tun. Übrigens muss man nicht notwendig katholisch sein, um das Buch mit Gewinn zu lesen.

Josef Bordat: Kirche im Klimawandel. Eine Handreichung für Katholiken, tredition 2020

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Donnerstag, 3. Adventswoche

Jesaja 54,1-10

Volk Gottes – wie eine einsame Frau,
traurig, arm und verlassen – 
blick auf, denn Er ruft dich! Schmück prächtig dein Haus!
Er hat mit dir Erbarmen.
Volk Gottes, dich liebt der Herr aller Welt,
Schöpfer ist Er und Erlöser.
In Ihm bist du reich und schöner denn je.
Nie wird Sein Friedensbund wanken. 

@ Claudia Sperlich
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Mittwoch, 3. Adventswoche

Jesaja 45,6-25

Gott ist Herr! Die Welt mit Licht und Dunkel,
Heil und Unheil ist in Seiner Hand,
ist Sein Werk, in Ihm liegt alles Werden.
Wie ein Regen kommt Gerechtigkeit,
und das Heil blüht auf wie Baum und Blume,
doch der Herr allein hat es bewirkt.

@ Claudia Sperlich
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