Paulus und die Liebe

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, 
hätte aber die Liebe nicht, 
wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. 
Und wenn ich prophetisch reden könnte 
und alle Geheimnisse wüsste 
und alle Erkenntnis hätte; 
wenn ich alle Glaubenskraft besäße 
und Berge damit versetzen könnte, 
hätte aber die Liebe nicht, 
wäre ich nichts. 
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte 
und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, 
hätte aber die Liebe nicht, 
nützte es mir nichts. 
Die Liebe ist langmütig, 
die Liebe ist gütig. 
Sie ereifert sich nicht, 
sie prahlt nicht, 
sie bläht sich nicht auf. 
Sie handelt nicht ungehörig, 
sucht nicht ihren Vorteil, 
lässt sich nicht zum Zorn reizen, 
trägt das Böse nicht nach. 
Sie freut sich nicht über das Unrecht, 
sondern freut sich an der Wahrheit. 
Sie erträgt alles, 
glaubt alles, 
hofft alles, 
hält allem stand. 
Die Liebe hört niemals auf. 
...
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; 
doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

1 Kor. 13,1-8.13

Alles ertragen, allem standhalten – das kann ich als Ausdruck von Liebe begreifen. Aber „alles glauben, alles hoffen“? Ist das nicht naiv?

Kürzlich hörte ich von einer Übersetzungsmöglichkeit „immer“. Die Liebe erträgt immer, glaubt immer, hofft immer, hält immer stand – das klingt plausibel. Nur leider heißt πάντα im Neugriechischen zwar tatsächlich immer, im Altgriechischen gibt es diese Übersetzungsmöglichkeit aber meines Wissens nicht. Da heißt es zunächst alles oder jedes.

Aber Paulus war nicht naiv und wollte keine Naivlinge! Und da bietet sich als zulässige Übersetzung: gänzlich; ganz und gar.

Die Liebe erträgt gänzlich, glaubt gänzlich, hofft gänzlich, hält gänzlich stand. Nicht nur ein bißchen, nicht nur wenn es passt, nicht nur Sonntags.

Daß ich diese Liebe nicht gänzlich habe – vermutlich niemand außer Gott und den Heiligen im Himmel – steht auf einem anderen Blatt. Aber man kann und soll darum beten und sich darum bemühen.


							
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Novene – dritter Tag

Hier geht es zur Novene.

Motto des Tages:

Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und dabei steckt in deinem Auge ein Balken?

Mt. 7,4
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Novene – zweiter Tag

Hier geht es zur Novene.

Motto des Tages:

Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat.

Lk. 11,1
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Novene – erster Tag

Heute geht sie los, die hier kürzlich angekündigte Novene für die Erneuerung der Kirche.

Motto des ersten Tages:

Seht her, nun mache Ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht? Ja, Ich lege einen Weg an durch die Steppe und Straßen durch die Wüste.

Jes. 43,19
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Thomas von Aquin

Heute ist sein Gedenktag. Und dazu gibt es hier einen alten Vortrag von mir auf der Mediathek von Radio Horeb (vorweg kommt ein bißchen Reklame für ein viel zu unbekanntes Buch von mir – auch gut).

Und hier noch ein bißchen aquinatischer Unfug von mir:

Du lieber Thomas von Aquin,
gesegnet sei dein Doppelkinn!
Dir folgend, find ich leider nur
zur Ähnlichkeit in der Figur.
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Die 1000plus-Story – der Podcast

Das Projekt 1000plus der Schwangerenberatung pro femina e.V. zeigt auf Youtube eine siebenteilige Reihe mit diesem Titel. Der erste Podcast von 38 Minuten Dauer erschien vergangenen Sonntag, weitere sechs werden an den folgenden Sonntagen erscheinen.

In den Podcasts interviewt Johanna Walter den Gründer von 1000plus, Kristijan Aufiero. Im ersten Teil spricht er in ruhiger, klarer Art von seinem Werdegang und dem Projekt. Auch Frau Walter spricht kurz davon, wie sie zur Unterstützerin des Projekts wurde.

Mir gefällt besonders die sachliche und ruhige, zugleich engagierte Art, wie Aufiero von der Bedeutung des Projekts spricht. Er verurteilt an keiner Stelle, im Gegenteil wirbt er um Verständnis für hilfesuchende Frauen, und das nie von oben herab, sondern mit echter Sympathie.

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Was ich den Anbetungsschwestern verdanke

Als ich vor über fünf Jahren darüber nachdachte, Anbetung vor dem Allerheiligsten zu einer täglichen Routine zu machen, fuhr ich oft ins Kloster St Gabriel. Dort waren die „Rosa Schwestern“, dort war ständige Anbetung. Durch ein Gitter von den Schwestern getrennt, konnten Besucher tagsüber in dem kleinen öffentlichen Kirchenraum teilnehmen. Ich habe dort mehrmals die Messe und das Stundengebet mitgefeiert und oft lange Zeit angebetet – und erfahren, daß ich mir den Ruf zu meinem Privatgelübde nicht einbildete.

Als ich mit einem weisen Priester darüber sprach, hatte ich im ersten Überschwang die Idee, täglich zwei Stunden Anbetung zu geloben. Er meinte vorsichtig: „Das ist sehr viel.“ Bei unserem zweiten Treffen hatte ich lange genug darüber nachgedacht und sagte, eine halbe Stunde am Tag wolle ich anbeten. Er lächelte: „Letztes Mal sagten Sie, zwei Stunden.“ Ich erklärte: „Ich bin jetzt bei zwei Stunden. Aber ich kenne mich ja. Die erste Begeisterung wird nicht für immer halten, und dann werde ich vielleicht auch nicht immer so lange Zeit haben.“ Er fand das vernünftig. Ich weiß heute, daß die Entscheidung genau richtig war. Die halbe Stunde ist immer möglich und immer wunderbar. Mehr oft. Zwei Stunden eher selten.

Die Anbetungsschwestern haben nun zwar Berlin verlassen, aber sie beten weiter für Kirche und Welt und auch für mich. Ich habe nicht zuletzt durch sie gelernt, was ich kann und soll – und wie wunderbar Anbetung ist.

Eucharistische Anbetung ist oft besonders intensiv, und ich bin froh, daß sie in einer Kirche in meiner näheren Umgebung immerhin zweimal im Monat möglich ist. Aber die Anbetung vor dem Tabernakel ist gleichwertig. Es ist ja nur eine kleine Metalltür zwischen mir und dem Leib des Herrn – und Er kann Türen durchdringen.

Gebet trägt und bereichert Kirche und Welt. Die Wichtigkeit des Gebetes wird oft auch in der Kirche unterschätzt, aber Jesus hat nicht nur selbst viel gebetet, sondern Seinen Jüngern das Gebet ans Herz gelegt. Gebet schenkt Freude und Gelassenheit (und macht den Beter dadurch zu einem seinen Mitmenschen leichter erträglichen Menschen). Kein Gebet geht verloren.

Gottes Segen und Liebe begleite die Schwestern!

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Gut. Katholisch. Lesenswert!

gut. katholisch. Verlässliche Informationen über unseren katholischen Glauben. – so der Titel und Untertitel einer Internetseite erster Güte. Verantwortlich ist laut Impressum eine Gruppe katholischer Priester im Dienst der Diözesen, Autor ist der Priester Peter van Briel im westfälischen Dorf Halverde.

Die Seite ist übersichtlich und schön gestaltet. Man findet solide Information zu geistlichen Themen, zum katholischen Glauben, zu den Sakramenten, außerdem Kommentare zu Kirche und Welt und witzige Glossen.

Es ist eine Freude, in diesen Artikeln zu stöbern. Pfr. van Briel schreibt klar und anschaulich, und es ist für jeden etwas dabei – für Menschen, die einfach mal wissen wollen, was dies komische Ding „Kirche“ eigentlich ist, ebenso wie für altgediente Katholiken, die mehr über ihren Glauben erfahren oder eine katholische Sichtweise auf weltliche Themen kennenlernen wollen.

Kennengelernt habe ich die Seite, weil Pfr. van Briel mich um die Lizenz für einen meiner Blogartikel bat. Die habe ich gerne gegeben.

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Miriam Moißl, das hörende Herz und ein neuer Youtube-Kanal

Das katholische Blog „Das hörende Herz“ fristet völlig zu Unrecht ein Nischendasein. Artikel über alles, was katholisch ist, über einfaches Leben, Selbermachen, Nähen, Kochen, Literatur – alles in klarer Sprache, originell und persönlich geschrieben – und kaum einer guckt? Da entgeht Euch was, kann ich sagen!

Zumal dies Blog jetzt nicht nur in einem frischen Design daherkommt, übersichtlicher gestaltet bei gleich gehaltvollen Postings, sondern auch noch ein Youtube-Kanal gleichen Namens dazukommt.

Hier geht es zum Intro, und hier zu dem sehr hörenswerten Beitrag „5 Gründe, warum ich (immer noch) katholisch bin“ – klar und ruhig legt Miriam dar, warum das richtig ist.

Ungefähr alle zwei Wochen – zuweilen auch öfter – wird es einen neuen Videobeitrag geben. Ich freue mich sehr darauf und rate dringend zum Abonnement.

Am Ende des zweiten Videos macht Miriam auf die in Kürze geplante Novene der Initiative Neuer Anfang aufmerksam. Auch ich sage hier noch einmal: Bitte mitbeten – auch wer vielleicht nur ein oder zwei Tage dabei sein kann!

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Wie Gott will!

Die Katharinenschwestern, der älteste bis heute bestehende nicht kontemplative Frauenorden, feiern heute ihre Gründerin, liebevoll „Mutter Regina“ genannt.

Regina Protmann wurde 1552 in Braunsberg (heute Braniewo) im Fürstbistum Ermland (heute Woiwodschaft Ermland-Masuren) in einem reichen Patrizierhaus geboren. Ihre Familie war katholisch, sehr fromm und gebildet. In der von Religionskämpfen und Epidemien geschüttelten Zeit verlief ihr Leben zunächst recht normal für ein Kind „besserer Leute“: Regina war hübsch und modebewußt, als Teenager eine geltungssüchtige Partygängerin und dennoch auch eine innige Beterin, der die nicht nur konfessionelle Zerrissenheit ihrer Heimat keineswegs gleichgültig war.

Noch immer jugendlich, änderten sich ihre Träume. Sie nahm soziale Not wahr, vermied Feste und Großsprecherei, wollte ganz Jesus gehören. Mit zwei Freundinnen zog die 19jährige erst zu einer alten Witwe, um dort eine Art geistlicher Gemeinschaft zu bilden. Die Atmosphäre behagte ihnen aber nicht, und die jungen Frauen zogen weiter in ein baufälliges Häuschen, auf das Regina einen Erbanspruch hatte. Die drei wollten keine materielle Unterstützung; sie lebten sehr kärglich von Handarbeiten.

Die Gesellschaft sah das nicht vor. Eine junge Frau von Stand hatte entweder zu heiraten oder in ein Kloster zu gehen – aber als Wohngemeinschaft einfach so eine geistliche Gemeinschaft zu bilden, das war nicht statthaft. Regina und ihre Freundinnen gelobten Armut, Keuschheit und Gehorsam wie in einem Kloster, aber – in Frauenklöstern unerhört – sie waren nicht klausuriert, sondern verließen ihr Haus, um Kranken und Notleidenden beizustehen. Messe, Anbetung und Gebet waren ihnen ebenso wichtig und prägten ihren Tag. „Wie Gott will!“ war Reginas Motto.

Regina verfasste, etwas über 30jährig, eine Ordensregel und wählte die Heilige Katharina von Alexandrien zur Patronin. Bischof Martin Kromer, der Reginas kleine Kommunität wohlwollend sah, bestätigte die Regel, erlaubte die Öffnung des Noviziates und ernannte Regina zur Oberin. Der Orden bischöflichen Rechts wuchs schnell; 1602 bekam er die päpstliche Anerkennung. Regina wurde immer wieder als Superiorin gewählt und stand dem Orden vierzig Jahre lang vor als liebevolle und tüchtige Mutter ihrer Schwestern.

Arme, Geisteskranke und Epileptiker wurden nicht in Krankenhäuser aufgenommen. Auch waren Krankenhäuser (nicht anders als heute) ständig überlastet. Die Katharinenschwestern pflegten zunächst jene, die nicht ins Krankenhaus durften, und halfen dann auch in Krankenhäusern aus. Für Regina bedeutete diese Hilfe nicht nur kompetente Versorgung von Wunden und Krankheiten und liebevolle Zuneigung, sondern auch stärkende Suppen und finanzielle Hilfe. Die Schwestern verzichteten lieber selbst als daß sie einen armen Kranken verzichten sahen.

Mutter Regina starb am 18. Januar 1613. Die Gemeinschaft bestand aus 35 Schwestern in vier Konventen. 1999 wurde Regina Protmann seliggesprochen. Heute gibt es Katharinenschestern in Deutschland, Italien, Togo, Kamerun, Philippinen, Haiti, Brasilien, Russland, Weißrussland und Litauen.

Drei Schwestern leben heute im Konvent auf dem Klinikgelände des St-Gertrauden-Krankenhauses in Berlin, das 1930 von den Katharinenschwestern errichtet wurde. Die Krankenhauskapelle ist auch in Coronazeiten öffentlich zugänglich. Messen werden dort täglich gefeiert; Eucharistische Anbetung ist zweimal im Monat.

Selige Regina Protmann
Melodie: All Morgen ist ganz frisch und neu

Regina hört den Ruf des Herrn
Sie folgt ihm furchtlos, folgt ihm gern,
Verlässt das schöne Elternhaus,
Schlägt freudig ihren Reichtum aus.

Ihr Erbteil ist so arm und klein!
Zwei andre ziehen mit ihr ein.
Sie helfen fröhlich, beten still
Ertragen alles, wie Gott will. 

Sie pflegen Kranke, lindern Not,
Sie sparen an sich selbst das Brot.
Ein neuer Orden wird gesät
Mit Nächstenliebe und Gebet.

„Ein guter Vorsatz jeden Tag
Den Herzensfrieden wahren mag,
Und wenn uns Kreuz und Not umgibt,
Erkennen wir, daß Gott uns liebt.”

© Claudia Sperlich



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