Was am Katholizismus so klasse ist: Die Heiligen!

Der katholischen Kirche wird gern vorgeworfen, polytheistische Kulte zu praktizieren, wenn sie die Heiligen verehrt. Nichts könnte falscher sein. Denn Heilige sind nur deshalb heilig, weil sie den einen Gott lieben und weil der eine Gott sie aufnimmt.

Heilige sind zunächst einmal Menschen, und damit Sünder. Es gibt auch nicht einen bestimmten Menschentyp, der eben heilig wird, sondern es sind ganz verschiedene unter ihnen – gebildete und ungebildete, sanfte und aufbrausende Heilige, einige, deren Weg zur Heiligkeit recht geradlinig war, und andere, die viele Umwege gingen. Viele Heilige kamen auf Umwegen zur Heiligkeit – wie Augustinus, der erst verschiedene ganz und gar nicht heilige Lebensmodelle ausprobierte, oder Ignatius, der vom jugendlichen Gecken und karrierebewußten Offizier zum Ordensgründer und treuen Diener der Kirche wurde. Es gibt kein Heiligkeitsgen.
Gemeinsam ist ihnen die große Liebe zu Gott, der Wunsch, mit Gott zusammen zu sein, Ihm ganz und gar zu gehören. Einig ist ihnen auch die Liebe zur Kirche, die grundsätzliche Bejahung kirchlicher Lehre.

Heilige werden auch nicht angebetet, wie ein häufiger Vorwurf lautet – Anbetung gebührt allein Gott, das ist Katholiken durchaus bekannt. Man kann aber zu Heiligen beten, d.h. sie um Fürbitte bei Gott bitten. Das ist gar nicht viel anders, als einen noch auf Erden lebenden Freund um ein Gebet zu bitten. Nur ist der Heilige ganz sicher nicht abgelenkt, zweifelt nicht an dem Sinn der Fürbitte und weiß, worum er bitten soll.

Die Kirche „macht“ auch keine Heiligen; eine Heiligsprechung bestätigt nur, daß jemand bei Gott ist. Die Sicherheit darüber erlangt die Kirche durch genaue Untersuchung vom Leben und Sterben des Betreffenden und durch Gebet.

Heilige sind keine Nebengötter – sie sind Menschen in dem Zustand, den jeder Christ anstreben soll. Es geht dabei nicht um besonders schwierige Taten; niemand kann sich die Heiligkeit erarbeiten! Es geht nur darum, den dreieinen Gott zu lieben. Die erstaunlichen Fähigkeiten vieler Heiligen sind nicht Bedingung zur Heiligkeit, sondern ihre Frucht – sie sind immer eine besondere Gnade.

Ohne Liebe zu Jesus kann niemand heilig werden. Aber durch die Liebe zu Jesus – und durch Gottes Gnade – kann es jeder.

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Mittendrin Ost: Sehnsuchtsort – kommt und seht

Die Katholische Charismatische Erneuerung veranstaltet immer mal Kongresse und regionale Wochenendveranstaltungen mit dem Titel „Mittendrin“. „Mittendrin Ost“ fand vom 27. bis zum 29. Oktober im Gertrauden-Krankenhaus statt, vorwiegend in der Krankenhauskapelle.

Es begann am Freitagabend mit Lobpreis und einer kurzen Einführung der Referentin Pia Attard. Mit fast hundert Teilnehmern war die kleine Kapelle ziemlich voll, und so schön das war, gab es zu wenig Luft. Die meisten Leute kommen damit ziemlich gut zurecht, sehr im Widerspruch zu meinem Wissen über die menschliche Atmung, aber ich finde Luftmangel sehr anstrengend. Der Heilige Geist wehte dafür umso stärker! Charismatischer Lobpreis hat eine besondere Atmosphäre und ausgesprochen schöne Lieder – im Gegensatz zur Gattung Neues Geistliches Lied sehr bibel- und kirchentreu und mit fetzigen Melodien. Das Sprachengebet, das in einem solchen Lobpreisgottesdienst immer vorkommt, ist mir nicht gegeben, aber ich freue mich an dem Klang und daran, daß so viele diese Gabe haben.

Pia Attard aus Malta stellte sich und ihren Mann vor und gab eine charmante Einführung. Ihre in englischer Sprache gehaltenen Vorträge über karmelitische Spiritualität wurden übersetzt, was für mich sehr eindrucksvoll war: Ich verstand sie sehr gut, bekam aber jeden einzelnen Satz noch einmal auf Deutsch, so daß alles in anderer Art noch einmal gesagt wurde. Dadurch hörte ich sie sozusagen in sehr ruhigem Tempo und mit Erklärung.
Sie erinnerte uns, daß Heiligkeit nicht etwas ist, was nur die fernen großen Heiligen haben, sondern eine Aufgabe für jeden Christen. Ebensowenig ist Mystik etwas Fernes, Geheimnisvolles, irgendwie gar Esoterisches, sondern einfach eine innige Verbundenheit mit Jesus.

Zuletzt wurde der Eucharistische Segen erteilt, und der Eucharistische Herr wurde in einen sehr schön vorbereiteten Raum gebracht, wo nun während der ganzen Veranstaltung angebetet werden konnte. Es hatten sich sogar Leute gefunden, die die Nachtstunden übernahmen.

Der Samstag begann für mich mit leichtem Verschlafen und ausfallendem Frühstück. An der normalerweise spärlich besuchten 8.00-Uhr-Messe nahmen viele CE-Mitglieder teil, was den Klang der Kirchenlieder sehr verbesserte. Ich hatte mich von 9.00 bis 10.00 Uhr zur Anbetung eingetragen und ging bald nach der Messe zeitig hin. Von 9.00 Uhr an war ich etwa eine Dreiviertelstunde lang allein mit dem Herrn – eine unbeschreiblich schöne, stärkende und segensreiche Zeit!

Um 10.00 Uhr ging es wieder los mit Lobpreis. Das ist schon anders als der oft etwas schleppende Gesang der meisten normalkatholischen Gemeinden an Wochentagsmessen!

Die Referentin stellte im Laufe des Tages in drei weiteren Vorträgen drei Mystiker vor. Teresa von Avila gebraucht für die geistliche Reise durchs Leben die Bilder Weg, Berg und Wüste, wobei der „Berg“ verschiedene Bedeutungen haben kann – er ist einerseits der Ort der Gottesbegegnung (Horeb, Sinai, Tabor) und der Stabilität, andererseits kann er für feindliche Mächte stehen. Die Wüste ist der Ort geistlicher Durststrecken, die sich im Nachhinein als notwendig und heilsam herausstellen.
In ihrem Werk „Die innere Burg“ legt sie dar, daß der Weg zu Gott nicht eine physische Wegstrecke ist, sondern ein Vordringen in die eigene Seele, da der Leib ja Tempel Gottes ist. Diese innere Burg hat sieben „Wohnungen“, von denen immer eine kostbarer ist als die andere, aber die ersten Wohnungen bergen durchaus Gefahren (z.B. ist die „dritte Wohnung“ eine Art behagliches Christsein, in dem man gute Werke vollbringt und brav zur Kirche geht und sich damit so richtig gut fühlt, ohne seine eigene Kleinheit und die mangelnde Gottesliebe zu bemerken).

Johannes vom Kreuz bezeichnet das so notwendige wie schreckliche Erleben der Gottesferne als „Dunkle Nacht der Seele“ und weist auf, wie gerade in solchen Zeiten der scheinbaren Abwesenheit Gottes in Wirklichkeit Gott in besonders intensiver Art da ist, den Menschen „durch die Wüste trägt“ und zu höherer Einsicht bringt.

Thérèse de Lisieux hat einen ganz unmittelbaren, naiv scheinenden und dabei sehr reifen Begriff der Heiligkeit. Sie sieht Heiligkeit darin, sich wie ein Kind völlig in Gottes Hand zu geben, gleich was geschieht. Ein besonderes Anliegen ist ihr die beständige Dankbarkeit und das Wahrnehmen anderer Menschen als von Gott geliebten Mitmenschen.

In einem weiteren Abschnitt des Tages hatte man die Wahlmöglichkeit zwischen einer Buchvorstellung von Margarete Dennenmoser und einem Lobpreis-Workshop. Ich entschied mich für Letzteres. Eine junge Katholikin, die im ökumenischen Gebetshaus Berlin aktiv ist, und ihr evangelischer Kollege brachten uns näher, wie ein musikalischer Lobpreis organisiert wird und abläuft. Hier hätte ich gerne noch intensiver experimentiert, wir hatten nur kurz Gelegenheit, unsere Stimmen auszuprobieren und uns im improvisierten Wechselgesang zu üben. Mir machte das Lust, zu Hause sowohl das Stundengebet als auch den Rosenkranz zu singen, und zwar alles, auch die Lesung des Stundengebets in improvisiertem Gesang. Das gibt dem Gebet, wie ich finde, mehr Ruhe und hilft mir, mich auf den Text besser zu konzentrieren. Gerade beim Rosenkranzgebet verhindere ich so ein „Leiern“.

Später warf ich noch einen Blick auf den Büchertisch; u.a. lagen sehr schön illustrierte Jugendbücher des evangelikalen Autors Max Lucado aus, die mir nach einem kurzen Anlesen durchaus lesenswert scheinen.

Der Wechsel von Lobpreis, Gebet und Vortrag ist sehr schön. Nicht so schön war, daß durch einen Kommunikationsfehler in der Kaffeepause zwar Pause war, aber kein Kaffee – und ich hatte noch immer keinen Tropfen Kaffee zu mir genommen. Außerdem sind fast hundert Menschen in einer kleinen Krankenhauskapelle zwar sehr erfreulich, allerdings führen sie auch zu Sauerstoffmangel. Ich war nach dem dritten Vortrag, so interessant er war, wirklich ziemlich fertig. Es gab dann eine Abendsuppe und danach weiteren Lobpreis und Segnungen, aber da konnte ich wirklich nicht mehr. Ich ging noch kurz zur Anbetung und dann nach Hause.

Am Sonntag schaffte ich Dank der Zeitumstellung, sowohl auszuschlafen als auch zu frühstücken. Ich war wieder von 9.00 bis 10.00 Uhr zur Anbetung eingeteilt und wieder zeitig da, und diesmal war es noch schöner, in mir war so viel Ruhe (vielleicht lag es auch daran, daß in mir nun auch Kaffee war)! Etwa eine Dreiviertelstunde lang war ich allein mit Ihm.

Kurz vor 10.00 Uhr fanden sich noch einige andere ein. Dann kamen zwei Priester, der eine erteilte den Eucharistischen Segen, und mit dem Herrn zogen sie wieder in die Kapelle. Dort sangen wir wieder den Lobpreis. Die Kinder und Jugendlichen sollten dann erzählen, was sie gemacht hatten – trauten sich aber vor den vielen Menschen nicht so ganz, also übernahm die Leiterin des Jugendprogramms. Sie hatten offenbar sehr einträchtig gespielt, gebacken und gebetet, biblische Geschichten gehört und darüber gesprochen. Keines der Kinder wirkte gelangweilt oder maulig, nur ein Junge schien mir ziemlich müde – aber das ist ja kein schlechtes Zeichen bei zweieinhalb so randvollen Tagen.

Wir feierten eine lange und schöne Messe mit viel Gesang und einer guten Predigt. Neben mir saß ein behinderter Junge, der große Freude am Mitsingen hatte, obwohl er die Worte nicht richtig artikulieren konnte. Ich half ihm, die einzelnen Lieder aufzuschlagen, denn damit hatte er Probleme, es war ihm aber offenbar wichtig. Beim Friedensgruß strahlte er mich übers ganze Gesicht an.

Als einziges Manko empfand ich, daß die vielen Dankesworte an alle, die zu diesen segensreichen Tagen geholfen hatten, vor dem Schlußsegen gesprochen wurden und die ganze noch so berechtigte Beifallklatscherei in der Messe stattfand. Lieber wäre mir gewesen, diesen Teil nach dem Schlußsegen stattfinden zu lassen!

Den Abschluß bildete das gemeinsame Mittagessen in einer fröhlichen Aufbruchstimmung.

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Von Frauen, Macht, Pullundern und der Kirche

Christiane Florin studierte Politikwissenschaft, Neuere Geschichte und Musikwissenschaft, wogegen nichts zu sagen ist. Außerdem schreibt sie Bücher. Ihr jüngstes Werk „Der Weiberaufstand. Warum Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brauchen“ (Mai 2017) tourt sie gerade durch Deutschland. Dagegen habe ich einiges zu sagen.

Einen ersten Eindruck kann man durch Frau Florins Artikel in der Zeit bekommen, einen zweiten auf der Homepage des Buches.

Peter Winnemöller hat über diesen Schmarrn schon im Mai so Hervorragendes geschrieben, daß ich mir eine ausufernde Kritik an dem Buche erspare, ja wirklich, ich als Weib finde, Winnemöller als Mann hat beinahe genug gesagt.

Aber aus zwei Gründen ganz kann ich das Schreiben zu diesem Thema nicht lassen. Der erste Grund ist der Untertitel: Warum Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brauchen. Es geht der Autorin also um Macht.

Zunächst mal ist es ein radikaler Machtverzicht, Priester zu werden. Bei der Weihe verspricht der Kandidat, lebenslang zu dienen, und unterwirft sich Gott in dem drastischen Zeichen der Prostratio vor aller Augen. Selbstverständlich hat ein Priester Autorität innerhalb der Gemeinde – aber nicht aus eigener Macht, sondern aus Gnade. Je höher er im Rang steigt, desto mehr Menschen dient er. Ja, es gibt Machtstrukturen in der Kirche, weil es notwendig verschiedene Ränge gibt. Aber anders als in einem weltlichen Verein oder einem Konzern wünscht sich kein Mensch, der alle fünf Sinne beisammen hat, an die Spitze zu steigen.
Dann ist Macht an sich eine in dieser Welt leider notwendige Sache, wenn irgendetwas erreicht werden soll. Gerechtigkeit ohne Macht ist nichts wert. (Daß Macht ohne Gerechtigkeit furchtbar ist, steht auf einem anderen Blatt – hier ist die Rede von der Kirche, die dem gerechten Gott gehört.) Frau Florin sagt: „Die Worte „Macht“ und „Kontrolle“ stehen in keinem lehramtlichen Schreiben zum Thema“ – da hat sie Recht, denn es geht nicht wesentlich darum, und sie fährt fort: „gerade deshalb stehen sie im Raum, sobald über Amt, Sakrament und Institution diskutiert wird“ – da hat sie Unrecht, denn es geht der Kirche um Gott, der allein alle Macht hat, und um das Heil aller Menschen, und basta.

Nun findet Frau Florin es ungerecht, daß Frauen nicht Priester werden können. Ich will hier nicht zum hunderttausendsten Male die Gründe wiederkäuen, warum das Priesteramt Männern vorbehalten ist – ich verweise auf die Bibel, den CIC, den Katechismus der katholischen Kirche. Mir fällt zu diesem ewigen Vorwurf der Ungerechtigkeit nur dies ein: Es ist nicht ungerecht, daß Männer keine Hebammen werden können. (Zwar gibt es Geburtshelfer – aber es wird fast allen Gebärenden erheblich lieber sein, von einer Frau Beistand zu erfahren.) Es ist auch nicht ungerecht, daß Männer nicht gebären können. (Zwar gibt es seltsame Versuche, Menschen dahingehend „umzubauen“, daß das doch geht – aber jeder kann sehen, daß das nicht in Ordnung ist.)

Was mich aber wirklich kränkt, ist Frau Florins ewige Insinuation, ausschließlich Männer (die Bösen) seien gegen Frauenordination, während Frauen (die Guten) ihr selbstverständlich beipflichten. Das zementiert sie mit einer geschickten Auswahl von Lob und Kritik an ihrem Buch – Peter Winnemöller und Johannes Schröer äußern fundamentale Kritik, viele Frauen und Männer äußern hohes Lob oder mindestens Achtung, keine Gegnerin der Frauenordination wird zitiert. Doris Wiese-Gutheil, Pressereferentin der katholischen Stadtkirche Frankfurt, weiß gar, „… dass viele Frauen in der katholischen Kirche gar nicht mehr für Gleichberechtigung kämpfen. Die älteren haben resigniert und begnügen sich in großer Zahl mit dem Ehrenamt, die jüngeren interessieren sich gar nicht mehr für die Kirche als Institution.“

Ich kämpfe deswegen nicht für Gleichberechtigung in der Kirche, weil es sie gibt. Ich bin als Frau getauft und gefirmt, bin vollwertige Christin mit allen Rechten und Pflichten, die das mit sich bringt, empfange als Frau den Leib des Herrn, gehe als Frau zur Beichte, durfte als Frau ein Gelübde ablegen, bin für die Kirche Lektorin und Dichterin, bekomme Hilfe von ihr, wo ich sie brauche, und helfe ihr, wo ich kann – wenn es nottut, als Verteidigerin gegen die dumme Welt. Ich habe in der Kirche die gleichen Rechte wie der Papst (und ein paar mehr, z.B. die Freiheit des Aufenthaltsortes), nur nicht die gleichen Fähigkeiten und Möglichkeiten. (Der Heilige Vater hat auch nicht die gleichen Fähigkeiten und Möglichkeiten wie eine Frau.)

„In der Kirche sind Frauen Platzanweisungsobjekte“, weiß Frau Florin. Nein! In der Kirche, und nur in ihr, sind Frauen frei trotz einer Welt, die Frauen ständig in die eine oder andere Richtung zerren, für irgendwelche Agenden benutzen oder gleich verbrauchen will. Die Kirche versichert mir täglich neu, was ich in meiner atheistischen Familie nie gelernt habe: Ich bin als Kind Gottes zur Freiheit berufen.

Frauen, die Christiane Florin widersprechen, kommen in Christiane Florins Weltbild nicht vor (sie erwähnt nur kurz das Desinteresse ihrer pubertierenden Tochter an ihrem Buch). In allem, was ich von Florin zum Thema ihres Buches lese, sind Männer bestenfalls in vorsichtiger Annäherung an ihre Meinung begriffen, sind meist irgendwie spießig (tragen Pullunder!), haben festgefahrene Meinungen, mit denen sie ihre Macht zementieren – oder so ähnlich. Frauen werden von ihr zitiert, wenn sie ihr Buch hervorragend oder zumindest bemerkenswert finden, wenn sie Priesterinnen sehnlichst wünschen oder zumindest leise ersehnen. Frauen wie ich kommen bei ihr nicht vor. Da wird nur eine andere Frau zitiert, daß ältere Frauen „resigniert“ haben.

Und das ist eine Unverschämtheit sondergleichen! Ich gehöre vollständig, mit allem, was ich bin und habe, dem Herrn Jesus. Durch Seine Kirche schenkt Er sich mir jeden Tag neu. In Seiner Kirche ist die einzige Möglichkeit für mich, alles, was ich kann, zu Seiner Ehre zu geben. Nichts anderes will ich. Er, der die Kirche auf den Fels Petrus erbaut hat, ist der Einzige, der absolut über mich zu bestimmen hat. Er hat, wie die Kirche lehrt, ausschließlich Männer zu Seinen Priestern bestimmt. Daran ändert auch nicht, daß das Wort „Apostel“ an verschiedenen Stellen der Bibel in verschiedener Bedeutung benutzt wird (nämlich einerseits gegenüber den Zwölfen als „von Gott gesandter Bote“, andererseits gegenüber allen von der jungen Gemeinde zu verschiedenen Diensten beauftragten Christen als „von der Gemeinde bestellter Bote“).

Frau Florin tut so, als gebe es Frauen wie mich nicht – weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Sie tut so, als sei eine Katholikin, die keine Priesterinnen will, etwas völlig Undenkbares – als wären solche Vögel wie ich bestenfalls zu pathologisieren.

Ich bin ein Weib, und obendrein kein gutes“ – kann mich mit der großen Kirchenlehrerin nicht messen, aber für eines bin ich gerade noch gut und gescheit genug: Zu wissen, daß die katholische Kirche Recht hat, weil sie durch Christus auf Petrus, den Fels, gebaut ist.

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Verträgliche Hörnchen

Minutenlang saßen diese beiden ohne Zank und Streit am Futterhaus und mampften Haselnüsse. Das habe ich noch nie erlebt! In der Regel kommen erwachsene Hörnchen alleine; dazukommende Futterkonkurrenten werden entweder wütend verscheucht – oder verscheuchen selbst. Das Bild wird deshalb trotz schlechter Qualität gezeigt, wegen äußersten Seltenheitswertes!
Gesellige Eichhörnchen

Am Ende zog aber doch eines vor, zu gehen – allerdings ohne vorherigen Streit. Das andere setzte sich daraufhin in Siegerpose. Kleiner Angeber!
Thronendes Eichhörnchen

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Was mir unter einem Gingko einfiel

… an einem herrlichen Oktobertag:

Gingkoblätter

Nova Gingko biloba

Dieses Baums Blatt, esoterisch
Schon von Goethe angehaucht,
Gibt zu denken mir: Ach wär isch
So berühmt und so erlaucht

Wie der, den sie Fürsten nennen,
So als ob kein andrer blüht!
Wahrlich, bessere zu kennen
Lohnt dem Herz und dem Gemüt.

Des Geheimrats Sinn zu kosten
Ist voll Zwiespalt wie dies Blatt:
Sprachlich immer auf dem Posten,
Macht er größre Denker platt.

© Claudia Sperlich

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Krabats Vater

Google macht mich mit einem netten Bildchen darauf aufmerksam: Der 2013 gestorbene Autor Otfried Preußler wäre heute 94 Jahre alt.
Der Roman Krabat, in dem der satanische Müller durch ein frommes junges Mädchen besiegt wird, hat mich als Jugendliche stark beeindruckt. Die Szene, in der die Kantorka in der Osternacht „Christ ist erstanden“ anstimmt, hat mich schon damals berührt, als ich noch eine hochnäsige kleine Atheistin war und Ostern nur mit bunten Eiern verband. Wirklich verstanden habe ich dies Buch erst in der Osternacht 1984, in der ich getauft wurde.

Preußler schreibt über den Krabat:

Mein Krabat ist keine Geschichte, die sich nur an junge Leute wendet, und keine Geschichte für ein ausschließlich erwachsenes Publikum. Es ist die Geschichte eines jungen Menschen, der sich mit finsteren Mächten einlässt, von denen er fasziniert ist, bis er erkennt, worauf er sich da eingelassen hat. Es ist zugleich meine Geschichte, die Geschichte meiner Generation, und es ist die Geschichte aller jungen Leute, die mit der Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin verstricken. Da gibt es nur einen Ausweg, den einzigen, den ich kenne: den festen Willen, sich davon freizumachen, die Hilfe von treuen Freunden – und jene Hilfe, die einem aus der Kraft der Liebe zuwächst, der Liebe, die stärker ist als die Macht des Bösen und alle Verlockungen dieser Welt.

Quelle

Wenige Tage nach Preußlers Tod habe ich ihm ein Denkmal gesetzt, das ich hier wieder vorhole.

Denkmal für Otfried Preußler

Die Augen sind umkränzt von Lächelfalten,
Und auf den Schultern sitzen kluge Raben,
Die sich dem Bösen einst verschrieben haben,
Bis eine Frau sie löst aus Teufelswalten.

Ein Räuber bittet nicht um milde Gaben
Und raubt die Kaffeemühle einer Alten –
Doch unrecht Gut wird niemals lang behalten,
Am Ende siegt die Freundschaft zweier Knaben.

Da spielt ein Wassermann im Mühlenweiher,
Um mondbeglänzte Burg fliegt ein Gespenst,
Ein muntres Hexchen zähmt den wilden Besen.

Mir war in Jugendtagen Freiheitsfeier,
Was mir noch heut aus Deinen Büchern glänzt!
Ich hoffe, lang noch werden sie gelesen.

© Claudia Sperlich

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Eine kleine Geschichte

… habe ich heute gehört und gebe sie in meinen Worten wieder.

Ein alter Mann saß am Stadttor.
Ein Fremder kam und fragte ihn:
„Ich möchte mich in dieser Stadt umsehen. Wie sind die Leute hier denn so?“
Der Alte fragte zurück:
„Wie sind sie denn da, wo du herkommst?“
„Oh, die sind lieb! Großzügig, freundlich, herzlich – es lässt sich gut leben dort!“
„Nun, hier sind die Leute im Großen und Ganzen genau so.“

Nach einer Weile kam ein anderer Mann und fragte:
„Wie sind die Leute in dieser Stadt?“
Der Alte fragte zurück:
„Wie sind sie denn da, wo du herkommst?“
„Ein furchtbares Pack! Geizig, gemein, grob – es hat schon seine Gründe, warum ich nicht mehr dort sein will.“
„Nun, hier sind sie im Wesentlichen auch nicht anders.“

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Johannes der Täufer – mein Vortrag als mp3

Hier ist er, der gestern ausgestrahlte Vortrag über Johannes den Täufer.
Man kann ihn auf Radio Horeb wie üblich auch als Podcast herunterladen oder beim CD-Dienst des Radios bestellen.

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Heute auf Radio Horeb: Johannes der Täufer

Heute Nachmittag um 16.30 Uhr bin ich auf Radio Horeb zu hören zur Frage „Was bewirkt der Heilige Geist in Johannes dem Täufer?“
Wie üblich, ist mein Vortrag hinterher als Podcast hörbar.

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Darf man Menschenleben gegeneinander abwägen?

Die ze.tt, der junge Partner von ZEIT Online, bringt unter dem Titel „Mein Leben darf wichtiger sein als das werdende Leben – eine Fotografin dokumentiert ihre Abtreibung“ ein Interview mit Esther Mauersberger, die damit natürlich nicht ihre Abtreibung dokumentiert, sondern die ihres Kindes.

Frau Mauersberger ist Geburtsfotografin und Mutter zweier Kinder; sie beschäftigt sich also als Berufstätige und als Mutter mit jungen Menschen. Ihre Homepage zeigt mir, daß sie ihr Handwerk versteht; ihre ungestellten Bilder Neugeborener sind sehr schön. Ich habe auch keinen Grund, an ihrer Liebe zu ihren lebenden Kindern zu zweifeln. Aber das Interview macht mich traurig und zornig und lässt mich denken, diese Frau macht sich absichtlich dümmer, als sie ist.

Der Artikel beginnt mit den üblichen pathetischen Vorwürfen gegenüber allen, die Abtreibung nicht gut finden – hier hat die Journalistin nichts ausgelassen, Abtreibung als völlig normal und jeden, der dagegen ist, als unnormal und ein bißchen doof darzustellen:

Wie es ist, ungewollt schwanger zu werden, kann wohl keine nachfühlen, die diese Situation noch nicht selbst durchlebt hat. Noch immer wird Schwangerschaftsabbrüchen viel Voreingenommenheit entgegengebracht, noch immer gibt es Frauen, die für ihre Entscheidung verurteilt werden. In einer Welt, in der Verhütung weiterhin primär als Frauensache verstanden wird, sind Schuldzuweisungen schnell gemacht.

Natürlich kann man nur nachfühlen, was man erlebt hat. Daraus zu schließen, man dürfe nur eine Meinung und eine Haltung haben zu dem, was man erlebt hat, ist unsinnig. (Sonst dürfte kein junger Mensch eine irgendwie geartete Einstellung zum Umgang mit älteren Menschen haben.)
Abtreibung falsch finden und Frauen, die abgetrieben haben, verurteilen sind zwei verschiedene Dinge. Zwischen Tat und Täter muss unterschieden werden. In der katholischen Kirche nennt man das „die Sünde hassen und den Sünder lieben“. Für mich heißt das in diesem Fall: Keinesfalls hasse ich Frau Mauersberger; sollte ich doch Hass ihr gegenüber empfinden, wäre das beichtpflichtig. Aber ich finde Abtreibung schrecklich und bin der Meinung, daß sie damit eine Schuld auf sich geladen hat. Wie weit der Erzeuger des Kindes schuldig geworden ist, kann ich nicht beurteilen.

Zu den Photos gehört auch eines von einem Zettel mit einem maschinengeschriebenen Gedicht.

5+1
wie mein körper festhält
wie er so selbstverständlich
brütet
das gewaltsame beenden dieses prozesses
das bereitet mir schmerzen
ich hoffe du verzeihst

Einige Sätze des Interviews haben mich besonders aufgeregt:

Angeblich zerstörte ich ein ungeborenes Leben.

Ja, so nennt man das, wenn man einen lebenden Menschen in einem sehr frühen Stadium umbringen lässt. Ein wenig Biologie gefällig? Bei der Verschmelzung von Samenzelle und Eizelle entsteht ein neues Lebewesen, gleicher Art wie die Eltern, mit einem doppelten Chromosomensatz und einer eigenen DNA.

Ich darf mich wichtig nehmen, ich bin der Rede wert. Und das lebende Leben darf wichtiger sein als das werdende, potenzielle Leben.

Nochmals: Es ist nicht „potentielles“, sondern wirkliches Leben, nicht werdend, sondern seiend. Es ist, wenn die Eltern Menschen sind, ein Mensch. Und Menschen darf man nicht umbringen.

Ganz rational betrachtet werden bei verschwendeten Ejakulationen mehr Zellen getötet als bei einem Schwangerschaftsabbruch.

Das ist jetzt wirklich blöd, gelle? Erstens sterben bei einem verschwendeten Samenerguß ausschließlich Samenzellen. Das sind Zellen, die außerhalb des Körpers nicht lebensfähig sind. Zweitens (falls jetzt noch jemand mit den vielen ohne Wissen und Willen der Mutter vorzeitig gestorbener Embryonen kommt) ist es moralisch ein Unterschied, ob die Oma von alleine die Treppe herunterfällt oder ob der Enkel sie herunterschubst. Ebenso, ob ein Mensch im Embryonalstadium ohne Zutun der Mutter, durch Krankheit oder Unfall, stirbt, oder ob er vergiftet oder zerrissen wird.

Die Interviewte wollte „hin zu mehr Rationalität“ in der Beurteilung von Abtreibung. Ich hoffe, ich konnte helfen.

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