Samstag der dritten Adventswoche

Laudes im Advent III

Durch Dich, Herr, geht die Sonne auf,
In Dir beginnt der Tageslauf.
Gib, daß das Tagewerk gelingt,
Durch Deinen Heilgen Geist beschwingt.

Du Herr, der unsre Seelen kennt,
Der alle Welt beim Namen nennt,
Der auf sich hin die Menschen schuf:
Hilf uns, zu folgen Deinem Ruf.

Mach Du uns zum Verzicht bereit,
Wenn durch das Land die Habgier schreit.
Wo Aberglauben um sich greift,
Gib, daß in uns der Glaube reift.

Komm wieder in die Welt voll Streit!
Komm wieder, Herr, in Herrlichkeit!
Gib uns, daß alle Waffen ruhn,
Laß alle Deinen Willen tun.

Du bist das Leben, bist der Weg.
Sei Du zur Wahrheit unser Steg,
Bis überall Dein Wort erklingt,
Bis jeder Mund von Liebe singt.

© Claudia Sperlich

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Freitag der dritten Adventswoche

Choral für die Ungeborenen
nach der Melodie „Aus tiefer Not“

Die Kinder, die vom Mutterschoß
Aus dieser Welt genommen,
Betrogen um ihr Menschenlos –
Herr, lass sie zu Dir kommen!
Neig ihnen zu Dein Angesicht,
Lass leben sie in Deinem Licht,
Gib ihren Seelen Frieden.

Die Menschenknospen, wehrlos klein,
Zerrissen, ungeboren,
Sie lebten durch Dein Wort allein –
Herr, gib sie nicht verloren!
Wo Menschenschuld den Tod gebracht,
Erweise Deine Lebensmacht,
Führ sie zur ewgen Freude.

Führ auch an Deiner Vaterhand
Auf Deine guten Wege,
Die diesen Kleinen aberkannt
Die Liebe und die Pflege.
Geh nicht an ihrer Not vorbei,
Lass sie bekennen und verzeih,
Gib ihren Seelen Frieden.

© Claudia Sperlich

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Donnerstag der dritten Adventswoche

Laudes im Advent II

Wir stehn vor Dir, Du Morgenlicht,
Du Herr, der unsre Fesseln bricht.
Behüte unsern Tageslauf,
Und wo wir fallen, hilf uns auf.

Komm wieder, Herr! Die Welt ist kalt,
Ist voller Trauer und Gewalt.
Gib, daß in allem Lärm der Zeit
Wir hören noch das stumme Leid.

Da Du um unsre Schwachheit weißt,
Hilf glauben uns, was Du verheißt.
Laß unsre Hoffnung nicht vergehn,
Laß liebend uns den Nächsten sehn.

Gib, daß ein jeder, der Dich liebt,
Dein Wort mit Freude weitergibt,
Daß sich die Welt zu Dir bekehrt
Und daß Dich jedes Herz verehrt.

Du hast den Frieden uns gezeigt,
Der unser Denken übersteigt.
Wir glauben, Du machst alles neu.
Dein Wort ist Wahrheit. Du bist treu.

© Claudia Sperlich

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Mittwoch der dritten Adventswoche

Laudes im Advent

Herr, mach in dieser dunklen Zeit
Zu froher Umkehr uns bereit,
Hilf, daß die grelle laute Welt
Uns nicht in ihren Fängen hält.

Laß uns den Weg verfehlen nicht,
Es blendet so viel falsches Licht!
Wo unsre Seele dunkel ist,
Erleuchte uns, Herr Jesus Christ.

Sei unsre Ruhe in der Hast,
Befrei uns von der Habgier Last,
Daß wir des Nächsten Nöte sehn
Und hilfreich ihm zur Seite stehn.

Laß uns ein Licht für andre sein
Als Deiner Liebe Widerschein,
Daß wir Dich, Jesus, unsern Hort,
Bezeugen frei in Tat und Wort.

Herr Jesus Christus, komm doch bald
In diese Welt, so hart und kalt;
Sei Du uns gnädig im Gericht,
Du, aller Menschen Lebenslicht.

© Claudia Sperlich

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Dienstag der dritten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
Meistersonett

 
Der Herr ist Menschenohnmacht selbst geworden,
Er fordert unsre Liebe als ein Kind,
Bedürftig, hungrig, süß – wie Kinder sind,
So rührt Er uns, lässt Liebe überborden.
 
Dies Kleine, das die Herzen leicht gewinnt,
(Und trotzdem drohen Ihm die Söldnerhorden),
Dies Licht von Osten leuchtet uns im Norden.
Kein Wahrheitssucher, der dem Licht entrinnt!
 
Der ewig große Gott in hoher Macht,
Der alles weiß und voraus hat bedacht,
Er wurde Mensch, um Menschen anzurühren.
 
Er hat Maria mit dem Geist betaut,
Er hat aus Kinderaugen uns geschaut,
Um uns in Seine Liebe heimzuführen.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Montag der dritten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
XIV

 
Um uns in Seine Liebe heimzuführen
Ist unser Herr in einem Stall geboren.
Sein Schrei nach Leben in der Mutter Ohren
Klingt nach, um unsre Herzen zu berühren.
 
Wir lieben nie genug. Wir sind nur Toren.
Er kam, um Liebe und Verstand zu schüren.
Für uns stehn offen Seines Himmels Türen,
Er wirbt um uns, Er gibt uns nicht verloren.
 
Die meisten stehen machtlos vor den Mächten,
Die diese Welt vernebeln und beschweren,
Und wissen nichts von gottgegebnen Rechten.
 
In einer harten Welt voll Raub und Morden
Ist Gott erschienen, um dem Trug zu wehren,
Der Herr ist Menschenohnmacht selbst geworden.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Dritter Adventssonntag – Gaudete

Dritter Adventssonntag

Advent – Sonettenkranz
XIII

 
Er hat aus Kinderaugen uns geschaut –
Das Licht der Welt im Licht der Stallaterne.
Er strahlt durch Zeit und Raum in jede Ferne,
Er macht sich uns erreichbar und vertraut.
 
Er ist und will das Heil. Er hilft uns gerne.
In dieser Welt, so düster, schrill und laut,
Hat Er die lichte Ruhe aufgebaut,
Die unerreichbar war wie Seine Sterne.
 
Er hat für uns gelehrt, geliebt, gelitten,
Hat bunte Blumen gern und kleine Kinder,
Hat gegen die Dämonen selbst gestritten,
 
Lässt uns Sein Leid und Seine Freude spüren,
Und unsre Fähigkeit und Schuld nicht minder,
Um uns in Seine Liebe heimzuführen.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Neun fromme Hutzelbrote

Gestern habe ich den Teig vorbereitet – Hutzeln (das sind Dörrbirnen) eingeweicht, in Apfelsaft gekocht, kleingeschnitten, weitere Trockenfrüchte kleingeschnitten, Walnüsse und Haselnüsse gehackt, Mandeln abgezogen und halbiert, eine riesige Menge Teig geknetet. Heute habe ich gebacken!

Das Hutzelbrot ist nicht etwa verbrannt (abgesehen von der Unterseite, da musste ich etwas kratzen, und wenn es in Scheiben geschnitten wird, wird wohl die Unterseite noch mal ein bißchen beschnitten: Schade, aber irgendwie passiert mir das öfter). Aber daß es oben dunkel aussieht, kommt daher, daß Rosinen, Backpflaumen und getrocknete Feigen einen wesentlichen Anteil des Hutzelbrotes ausmachen. Mehl ist deutlich in der Minderheit.

Hutzelbrot

Es ist ein altes Winterrezept – aus Zeiten, wo im Winter die Hühner nicht legten und die Kühe keine oder kaum Milch gaben, und wo es kein frisches Obst gab und die Bauern dennoch zu Weihnachten etwas Feines haben wollten. Hutzelbrot enthält in Varianten vieles, was einst sehr edel war: Zimt, Anis, Feigen, Rosinen, Zitronat und Orangeat, Nüsse und Mandeln. Das hatte der Krämer, vielleicht musste man dafür in die Stadt fahren – und in den ältesten Rezepten hat es Zitronat und Orangeat wohl kaum gegeben. Aber Pflaumen und Birnen hatte man selbst gedörrt, wenn es genug davon gab, einen Wintervorrat anzulegen.

Das Kreuz aus Mandeln gehört dazu – ohne Kreuz ist es kein richtiges Hutzelbrot. Dem Herrgott Dank sagen dafür, daß man den Winter überlebt und meistens nicht hungern muss, ist in unseren Breiten aus der Mode gekommen. Vielleicht kann man sich beim Genuss eines Hutzelbrotes mal wieder daran erinnern.

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χ451 – die Dezemberausgabe ist da!

Vorgestellt habe ich diese Zeitschrift schon neulich. Und in der Dezemberausgabe habe ich auch geschrieben.

Näheres steht auf meinem Autorenblog.

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Samstag der zweiten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
XII

 
Er hat Maria mit dem Geist betaut,
Hat sie beschirmt vor aller Menschenschuld,
Hat sie bedacht mit Freude und mit Huld,
Und Gottes Tochter wurde Gottes Braut.
 
Ein Traum ermahnte Joseph zur Geduld.
Der hat auf Gottes Wahrheit fest gebaut,
Hat auf das Unwahrscheinliche vertraut
War nicht von der Gewohnheit eingelullt.
 
Der Vater aller ist Marias Sohn,
Der Diener aller auf dem Himmelsthron,
Im Stall der Schöpfer, der die Welt erbaut.
 
Er hat im Geist zum Menschsein sich gezeugt,
Er hat als Gott sich Menschenlos gebeugt,
Er hat aus Kinderaugen uns geschaut.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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