Zum Valentinstag

Der Heilige Valentin ist, wie heute schon viele gesagt haben, nicht für irgendein romantisches Gedöns zuständig, sondern war ein mutiger Priester, der trotz kaiserlichen Verbotes christliche Paare traute und diesen Mut mit dem Leben bezahlte.
Einen besseren Schutzpatron können Menschen, die sich auf die Ehe vorbereiten, kaum haben. Heute denke ich da besonders an Suse und Tobias!

Sankt Valentin

Du riefst die Jugend auf, sich nicht zu scheuen,
Sich Jesus, nicht dem Kaiser, zu bereiten,
Nach Christenart vor den Altar zu schreiten,
Vor Ihm, nicht Juno, Blumen auszustreuen!

Als Bischof bliebst in harter Prüfung Zeiten
Du Christi Kirche treu und halfst den Treuen,
Das Band der Liebe immer zu erneuen
Und festzuhalten trotz der Widrigkeiten.

Du hast der Ehe Heiligkeit gezeigt,
Die Bild der Kirche ist, nicht Bild des Staates,
Da du dich trautest, andere zu trauen.

Du hast allein vor Jesus dich geneigt,
Noch im Gefängnis Zeuge Seines Rates.
Christus, den Bräutigam, darfst du nun schauen.

© Claudia Sperlich

Mein teils neu bepflanzter, teils von selbst wieder blühender und grünender Balkon gibt noch nichts Großartiges her – aber doch Blümchen. Die richtig Schönen gibt es dann zur Hochzeit.

Primula Veris
Primula VerisPrimula Veris
Primula VerisPrimula Veris
WinteririsIrgendetwas aus Blumenzwiebeln
Winteriris

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Invocavit

Unverhüllt

Kommen wirst Du leuchtend auf den Wolken,
richten wirst Du und den Frieden bringen,
wenn Du wiederkommst in Herrlichkeit.

Leiblich bist Du überall in Kirchen,
überall, wo sich vollzieht die Wandlung –
noch verhüllt, auch wenn Du wiederkommst.

Wirst Du blühen aus dem Tabernakel,
aus dem Kelch als Licht und Quelle fließen,
wenn Du wiederkommst in Herrlichkeit?

Wo Du längst schon bist, dort wirst Du kommen,
Wein und Brot und menschliche Gestalt,
Du in Brot und Wein und unverhüllt.

Dieses Brot wird jeden Hunger stillen,
dieser Wein wird jeden Kummer stillen,
wenn Du wiederkommst in Herrlichkeit.

© Claudia Sperlich

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Ein Bistum auf Facebook

Das Bistum Münster ist in den vergangenen Jahren schon mehrmals durch nicht eben rechtgläubige Aussagen aufgefallen. Mir ist das besonders schmerzlich, weil mein dortiges Theologiestudium so lange auch wieder nicht her ist und ich damals wirklich vieles Wertvolle gelernt habe, heute aber niemandem mehr raten möchte, ausgerechnet dort zu studieren.

Der Facebook-Auftritt dieses Bistums glänzt besonders speckig durch teils banale, teils mit dem katholischen Glauben schwer oder gar nicht zu vereinbarende Inhalte. Kürzlich teilte es ein unbegabt gezeichnetes Trickfilmchen, in dem Gott vor einem Journalisten eine Menge Unsinn redet. Kurz gefasst geht es darum, daß ihm Erde, Menschheit und Glauben egal sind, daß er aber beleidigt ist über die Theodizeefrage. Dabei werden billigste Scheinargumente und untergeschobene Plattitüden bunt durcheinandergewürfelt.

Bei einer atheistischen Seite fände ich das nicht kommentarwürdig. Bei einer Bistumsseite schon. Es handelt sich nämlich in diesem Fall schon nicht mehr um Häresie – ein Häretiker macht sich über seinen Glauben ja Gedanken, auch wenn sie irrig sind! – sondern um eine Form des Atheismus, die so tut, als wäre sie witzig, in Wahrheit aber nur dumm und vor allem vollständig ahnungslos in Bezug auf Religion ist. (In Bezug auf zeichnerisches Können übrigens auch.)

Dem Bistum Münster,
anlässlich eines schlechten Trickfilms auf seiner Facebook-Seite.

Auf Bistumsseite ist ein Film zu sehen,
Als Witz sogar zu schlecht für Atheisten:
Ein Männchen-Gott vor einem Journalisten,
Der klarstellt: Völlig wurst ist unser Flehen.

Er mosert erstmal über Terroristen,
Und über Fragen zu dem Weltgeschehen,
Und über mögliche Theodizeen,
Und setzt zum Untergang dann Abmahnfristen.

Kein Wort fällt von Erlösung und von Gnade.
Doch überm Kopf zeigt uns ein Dreieck an:
Aufs Christentum verweist der alte Mann.

Auf andern Seiten wäre es nur schade.
Auf Bistumsseiten sind es gleich zwei Sünden.
Gottlos und faul. Die solln – gefälligst – künden!

© Claudia Sperlich

Nachtrag: Thomas Mollen vom Team des bistümlichen Facebookauftrittes kommentierte eben:

 Wir freuen uns über die angeregte Diskussion. Darin sind auch einige Argumente enthalten, die wir vorher so nicht bedacht, Fragen, die wir uns nicht gestellt hatten. Ganz sicher war es nicht unsere Absicht ein bestimmtes Gottesbild zu ‚propagieren‘, geschweige denn eines, in dem Gott sich nicht für die Menschen interessiert. Wir wollten Sie eigentlich nur mit einem Schmunzler ins Wochenende verabschieden. Das ist uns bei vielen Usern (siehe Likes) gelungen, bei anderen (siehe Diskussion) deutlich nicht. Auch wenn Humor letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks ist (auch bei uns gibt es zu dem Video verschiedene Meinungen), werden wir die hier geführte Diskussion zum Anlass nehmen, intern weiterzudebattieren, welche Beiträge wir künftig hier teilen und welche eher nicht.

Das macht meine Skepsis gegenüber dieser Facebookseite zwar nicht viel geringer, aber stimmt doch in diesem Fall versöhnlich.

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Samstag nach Cinerum

Nach der Beichte

Der den Felsen im Wüstensand
und das Rote Meer hat gespalten –
Er spaltet nicht Kümmel.
Der meines Hauptes Haare zählt
und meines Lebens Tage –
Er zählt keine Erbsen.
Der alle Welt aus Liebe erschuf
und allen die Liebe bietet –
Er ist niemals kleinlich.

© Claudia Sperlich

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Freitag nach Cinerum

Mission

Wir sind nur Lumpen – und das soll sich lohnen!
Der Welt Gelump weckt unsre Lebensgeister.
Wir haben nichts – und darin sind wir Meister!
Wir brauchen nichts (und auch nicht uns) zu schonen.

Wo braves Spießertum mit rosa Kleister
Aus Zuckerguß der hohlen Traditionen,
Mit gänzlich sinnentleerten Konventionen
Verklebt sein Elend, und die Schicht wird feister,

Greift unsre schrille freche Lumpenbande
Ganz ohne Furcht vor Blicken, Scham und Schande
Mit vollen Händen in den Erdendreck.

Wir pflügen um, was jene nur bedecken,
Wir wischen aus die klebrig süßen Ecken.
Kaputte Lumpen werfen wir nicht weg.

© Claudia Sperlich

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Fastenkalender und Moderation

Einige meiner Leser haben es schon gemerkt: Wie im Vorgängerblog gibt es auch hier einen Fastenkalender mit meinen Gedichten. Heuer hätte ich es beinahe vergessen, aber eben nur beinah.

Die Kommentarfunktion ist weiterhin so eingestellt, daß Erstkommentatoren von mir freigeschaltet werden müssen. Wer nach seinem ersten Kommentar nicht automatisch zum Kommentieren zugelassen ist, darf daraus schließen, daß ich ihn persönlich auf Moderation geschaltet habe, also: daß ich ihm zutraue, sehr beleidigende Kommentare zu verfassen, und mich und meine Leser hiervor schützen möchte.

Sollte ein Stammkommentator mit freundlichen Absichten und gutem Ton einmal nicht freigeschaltet sein, kann das daran liegen, daß er ein in die Moderationsschleife führendes Schlüsselwort verwendet. Selbstverständlich schalte ich solche Kommentare frei, sobald ich kann.

Ich finde es grundsätzlich bereichernd, wenn kommentiert wird. Deshalb möchte ich trotz eines unschönen Vorfalls gestern weiterhin Kommentare zulassen. Ich werde aber Kommentare, die ich verletzend finde, künftig auch nicht ausnahmsweise mal freigeben, sondern gar nicht. Alles andere kostet mich zu viele Nerven und verführt mich zu leicht zu unschönem Kontern.

Viel Freude beim Lesen und Kommentieren – und gesegnete Fastenzeit!

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Donnerstag nach Cinerum

Gabe und Gegengabe

All meine dummen alten Eitelkeiten
Will ich Dir, Jesus, vor die Füße breiten,
Nimm Du sie an, weil ich nichts Bessres habe.
Du gibst in Fülle, was mich führt zum Leben.
Du hast mir Herz und Geist und Zeit gegeben.
Du machst Dich selbst zu einer Gegengabe.

© Claudia Sperlich

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Cinerum

Mein Fasten

Mein Fasten wird die Hungersnot nicht lindern,
wird keine Wüste feucht und fruchtbar machen,
und sollte betend ich die Nacht durchwachen,
wird das die Bitterkeit der Welt nicht mindern.

Mein Fasten bringt nicht Trauernde zum Lachen,
läßt keinen Forscher Heilungswege finden,
wird keines Kriegsgewinnlers Hände binden
und im Verzagten keinen Mut entfachen.

Nur etwas klarer wird das eigne Denken,
nur etwas freier wird die eigne Seele,
der eigne Leib wird weniger belastet.

Und wenn ich dann nicht Mut und Lust verfehle,
Gedanken, Kraft und Liebe zu verschenken,
hab ich nicht nur aus Eigennutz gefastet.

© Claudia Sperlich

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Frohsinn

Ich liebe meine Heimatstadt Berlin.
Einmal im Jahr liebe ich sie noch mal ganz besonders. Das ist die Faschings-, Fastnachts-, Fasnet- oder wie immer -Zeit. Die tollen Tage.

Natürlich gibt es das in Berlin. Es ist auch durchaus lustig, eine muslimisch gekleidete Frau mit einem kleinen Darth Vader an der Hand zu sehen. Aber es fällt halt nicht besonders auf. Die Stadt wird nicht flächendeckend mit Konfetti und Bonbons beregnet. Man kann am Rosenmontag ganz normale Dinge tun, ohne aufzufallen. Es hängen weder beim Frisör noch beim Orthopädiefachgeschäft Luftschlangen herum, jedenfalls nicht in den südwestlichen Gefilden der Hauptstadt. Und genau dafür liebe ich diese Weltgegend.

Sicher, es gab am letzten Sonntag vor der Fastenzeit entsprechende Predigten, bestimmt viele, und es wurden mancherorts dabei auch Pappnasen getragen (aber nur in Gemeinden, die sonst auch nicht liturgisch firm sind). Schlimm ist es auch in Pflegeheimen, wo Menschen, die nicht weglaufen können, mit Karnevalsschlagern angeödet werden. (Für mich wäre das ein ganz strenger Aufruf zum Kreuztragen, möge es mir erspart bleiben.) Aber insgesamt ist Berlin in diesen Tagen recht zivilisiert. Das heißt, es wird natürlich weiter gelogen, betrogen, gestohlen, vergewaltigt, gemordet – aber es wird wenigstens nicht so getan, als sei alles lustig.

Ich habe Sympathie für Kostümfeste, für tobende Kinder und für Rollenspiele.
Gar keine Sympathie habe ich für verordneten Frohsinn, für Schunkelpflicht und Abstinenzverbot, für besoffene Grabscher und verdreckte Straßen. Ich mag es einfach nicht. Ich frage mich auch: Was macht ein armer Rheinländer, wenn es ihm kurz vor Aschermittwoch so richtig elend geht? Wenn er mit Pflege Angehöriger überlastet und alleingelassen ist, wenn er eine fatale Diagnose bekommen hat, wenn er Liebeskummer hat oder die Arbeit verloren hat? Da bleiben doch nur zwei Möglichkeiten: Saufen oder auswandern. Ich würde unter allen Umständen zu letzterem raten.

Die Frohsinnsschergen werden mich auch heuer nicht fangen. Ich bleibe hier, in dieser wundervollen, schwierigen, verrufenen, gefeierten Hauptstadt und denke: Ich habe so schlechte Laune, wie es mir gefällt. Bleibt mir vom Leibe mit dem bunten Brauchtum, das keine Trauer und keine Probleme duldet. Bleibt mir vom Leibe in Freud und Leid, und auch jetzt, da ich begeistert an einer hochinteressanten Übersetzungsarbeit sitze.

Es ist wundervoll, ein fröhliches Herz zu haben. Frohsinn zu fordern, ist grausam. Und bei mir herrscht Konfettiverbot.

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Wägen, Hängen, Bezahlen, Leiden

… das alles heißt das lateinische Wort pendo.
In cruce pependit wird gewöhnlich übersetzt mit Er hing am Kreuz. Oder Er litt am Kreuz. Beides ist im Wortsinn richtig.

Und ebenso richtig ist:

Er wog am Kreuz ab – also: Er gab sich selbst in die Waagschale, und in der anderen Waagschale waren unsere Sünden; nur Er genügt als Gegengewicht.
Er bezahlte am Kreuz.
Er schätzte am Kreuz – schätzte uns so hoch, daß Er sich für uns einsetzte und hingab.

Alle vorgestellten Übersetzungsmöglichkeiten finden sich im lateinisch-deutschen Wörterbuch. Und ich sitze da als Übersetzerin eines Hymnus und frage mich: Wenn ich schon kein Wort mit dieser Spannweite der Bedeutung habe – in welche Richtung gehe ich dann?

Wahrscheinlich kommt im März heraus, wie ich mich entschieden habe. Vielleicht schon vorher. Jetzt kommt erst einmal heraus, daß die alten Hymnen, die vom Herrn am Kreuz sprechen, alle mit einem Wort eine ganze Welt beschreiben:

Jesus hing – bewegungsunfähig, erstickend. Er litt – mit vollem Gewicht an den von Nägeln durchbohrten Handwurzeln hängend, die ebenso misshandelten Fußwurzeln machten ein Abstützen völlig unmöglich. Er hatte gewusst, was auf Ihn zukam, hatte erwogen und bedacht, daß wir es Ihm wert sind. Er wusste, daß unsere Sünden viel zu schwer wiegen, von irgendetwas oder irgendjemand außer Ihm aufgewogen zu werden.

Ich liebe Ihn – viel zu wenig.

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