Oculi

Seine Wahl, meine Wahl

Von den Sternen steigt herab
meine Sehnsucht,
zu den Sternen fliegt hinauf
meine Sehnsucht.
Der in meinem Herzen wohnt
alle Zeiten,
der ist, der mein Herz erhebt
bis zum Vater.
Ihn, den Herrn der Sterne, liebt
meine Seele,
als Erwählte wähle ich
Ihn, den Höchsten.

© Claudia Sperlich

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Frühstücksgäste

Da wäre zunächst einer, dem auf dem Fensterbrett serviert wird.

Eichhörnchen
Eichhörnchen

Und dann noch weitere, die lieber am Tisch sitzen. (Sie würden aufs Fensterbrett auch nicht mehr passen.) Monika, Susanne, Tobias!

Monika, Suse, Tobias
Frühstück

Alles total humorlose, verkniffene, leibfeindliche Katholiken!

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Samstag der zweiten Fastenwoche

Gnade und Freiheit

Herr, nur in Deiner Nähe kann ich leben,
Selbst wenn ich diese Nähe nicht mehr spüre.
Selbst wenn ich Deine Fülle nie erführe,
Wär ich von Deiner Gnade ganz umgeben.

Du rührst mich an, damit ich selbst mich rühre,
Dich suche, statt im alten Trott zu kleben.
Du willst mit Deiner Liebe mich verweben,
Du öffnest mir zu Deinem Licht die Türe.

Du reichst die Hand – ich darf sie nur erfassen,
Du zeigst den Weg – ich darf mich führen lassen,
Du bietest alles – ich darf es nur wollen.

Du zwingst mich nicht. Du willst mich nur beschenken.
Und folg ich Dir und lasse Dich mich lenken,
Dann blüht die Freiheit mir aus allem Sollen.

© Claudia Sperlich

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Freitag der zweiten Fastenwoche

Purgatorium

Meine Sünden ziehen Bahnen,
weiter, als ich sehe,
Folgen kann ich kaum erahnen,
bis ich vor Dir stehe.

Jeden werd ich sehen, jeden,
den ich je verletzte,
den mein Gift geschliffner Reden
je ins Unrecht setzte,

Jeden auch, dem ich versagte
seinen Teil der Gaben,
jeden, über den ich klagte,
ohne Grund zu haben,

Jeden, den ich falsch gerichtet,
vorschnell ausgeschlossen,
den mein Leichtsinn hat vernichtet,
dessen Blut geflossen,

Jeden, den ich zwang zu dulden
Worte oder Taten,
Jeden, der durch mein Verschulden
selbst in Schuld geraten…

Herr, ich darf schon heute wissen:
Du wirst mir vergeben.
Doch erst wird mein Herz zerrissen –
und dann kann ich leben.

© Claudia Sperlich

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Donnerstag der zweiten Fastenwoche

Nach Ps. 130

Der, auf den ich warte,
den ich mehr ersehne
als ein Wächter sein Bett
um vier Uhr früh, wenn die Müdigkeit
überstark wird und der Schlaf
noch immer versagt ist –
der, den ich erwarte,
einmal schon kam Er,
einst kommt Er wieder,
wird bleiben.

Wann endlich,
wann?

© Claudia Sperlich

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Bistum Gnadensuhl

… liegt im Erzbistum Bielefeld, daran besteht kein Zweifel.

gnadensuhl

Nachdem einige katholisch-überkandidelte facebook-Nutzer sich lang und breit über die seichten Internetauftritte verschiedener Bistümer echauffiert hatten (nicht das sie damit vollständig aufgehört hätten), fanden sie, sie können es besser. Ein Bistum musste her, eines mit einem rechtgläubigen (und nicht nur recht gläubigen) Bischof und mit einem Internetauftritt mit Inhalt und Stil und ohne Seichtigkeit.
Gesagt, getan. Der treffliche Peter Esser – der bereits das Logo des Bistums schuf – portraitierte den noch trefflicheren Bischof Bernhard Oesterhagen (sprich Oosterhagen – mit Dehnungs-e), und auf dem facebook-Auftritt des Bistums erschien bald darauf sein erstes Interview. Kaum war das geschehen, wurde ein katholisches Nachrichtenmagazin aufmerksam – dort ist das Interview nun auch erschienen.

Die Tagesimpulse des Bistums Gnadensuhl unterscheiden sich von denen anderer Bistümer vor allem dadurch, daß sie regelmäßig mit Christus, mit der Kirche und mit dem Glauben zu tun haben. Sie sind sprachlich schön, theologisch gehaltvoll und verständlich. Daran sollten sich zahlreiche andere Bistümer ein Beispiel nehmen!

Gnadensuhls Schutzpatron ist der Heilige Odelbert; auch ihn hat Peter Esser gezeichnet. Odelbert führt den Beinamen der Großäugige, da er das seltene Charisma besaß, durch unliebsame Menschen hindurchzusehen.

Und selbstverständlich erachte ich es als meine Christenpflicht, das schöne, rechtgläubige Gnadensuhl auf meine Art zu preisen.

Gnadensuhler Sonett

Westfalens schönste Perle Gnadensuhl,
Von Ems- und Weserwassern still umflossen,
Des Heilgen Odelbertis Tischgenossen,
Fernab von finstrem Häresienpfuhl!

So viele Heilige sind dir entsprossen,
Und mancher saß auf deinem Bischofsstuhl.
Kein Kaiser, König oder Großmoghul
Hat je ein schönres Stadttor aufgeschlossen!

An jedem Weg ein Kreuz, geschmückt mit Blumen,
Das Bistum voll mit Kirchen und Kapellen,
Und dann der Dom mit Odelbertis Schrein!

Gesegnet hier die fetten Ackerkrumen
Und allen Glaubens, allen Wissens Quellen.
In Bischofs Stammlokal spricht man Latein.

© Claudia Sperlich

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Ein Blümchen und ein Drehstuhl

Die Iris auf dem Balkon hat den kurzen heftigen Hagel ohne irgendeinen Schaden überstanden – die Blüte sieht so zart aus und überlebt so viel Härte!
Winteriris

Die zweite lang erwartete Freude an diesem Tag habe ich eben fertig zusammengebaut – den vorhin gelieferten Drehstuhl. Mit Keilkissen genau die richtige Höhe – und im Gegensatz zu dem alten bleibt er so hoch, wie ich ihn eingestellt habe. Zumindest hoffe ich das, und wenn nicht, kann ich ihn reklamieren. Schön für den Rücken!
Drehstuhl

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Mittwoch der zweiten Fastenwoche

An Gott

Ich bitte nicht um Wunder, nicht um Gaben –
es reicht ja, daß Du bist und lebst, mein Leben!
Du wirst mich einst in deinen Frieden heben –
mehr braucht kein Mensch. Mehr muß auch ich nicht haben.

Ich bitte nicht, daß Du den Lauf der Dinge
zu meinen oder andrer Gunsten wandelst
und dem geschaffnen Lauf zuwider handelst –
es wär mir kein Gebet, wenn ich Dich zwinge.

Ich mühe mich um meine kleinen Werke –
wenn es gelingt, tat das nur Deine Stärke.
Aus eigner Kraft kann ich nur gehn, nicht schweben.

Gib mir die Klugheit, Gutes zu erkennen
und laß mich Schlechtes frei beim Namen nennen.
Von dem, was Du mir gibst, laß gern mich geben.

© Claudia Sperlich

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Dienstag der zweiten Fastenwoche

Was uns trennt

Mein Gott – ich bitte Dich an jedem Tage,
In jeder Stunde, durch mein ganzes Leben:
Nimm, was mich von Dir trennt! Ich wills Dir geben.
Es klebt wie Pech. Und alles, was ich wage,

Mein ganzes Wissen, Können und Bestreben,
Was immer ich an Gutem tu und sage,
Was immer ich aus Liebe zu Dir trage,
Und alles Beten kann mich nicht erheben

Zu Dir, mein Gott, denn alles ist vergiftet
Von meinem Zorn, der unversöhnlich brennt,
Von meinem Hochmut, meiner Eitelkeit.

Du, Herr, hast mich zum Glauben angestiftet.
Reiß Du aus meinem Herzen, was uns trennt!
Du bist mir nah – ich bin von Dir so weit.

© Claudia Sperlich

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Zwischendurch mal schmökern?

Das geht zum Beispiel in meinen Links. Wenn man dort nach Lektüre zahlreicher guter Weblogs ganz herunterscrollt oder auch gleich hier guckt, findet man meine Maupassant-Übersetzungen.
Freunden des friedlichen, frommen Landlebens empfehle ich besonders Auf dem Lande und Die Schnur sowie Das Fässchen.
Anrührende Familiengeschichten von gar nicht heilen Familien sind Der Krüppel und Simons Papa und in gewisser Hinsicht auch Danach (Achtung, letzteres ist nichts für die zarteren Gemüter unter Hundefreunden).
Wer Grusel ganz ohne Übersinnliches mag, ist Auf dem Wasser richtig.
Und wer mal hören will, was Überraschendes herauskommen kann, wenn Trunkene sich auf Kosten eines anderen amüsieren wollen (und außerdem gerne mal lacht), sollte Der Dieb lesen.

Meine Übersetzung von Simons Papa erscheint im März in einer Anthologie: Am Anfang war das Wort. Cornelsen Schulverlage, ISBN 978-3-7627-0642-7.

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