Donnerstag der dritten Fastenwoche

Zyklus: Versöhnung
Absolution

Kein Zorn, nur Mitleid, Anteilnahme, Güte
Und sanfte Mahnung kommen mir entgegen
Und guter Rat zum Gang auf neuen Wegen
Aus meinem Trockenland zu frischer Blüte.

Der Priester spricht, und Gott gibt Seinen Segen.
Er macht mir Mut, dass ich mein Herz behüte,
Dass ich nicht wieder Streit und Unrecht brüte.
Die Angst vergeht wie Staub im Sommerregen.

Ich höre, was ich tun soll, bin bereit.
„So spreche ich dich los von deinen Sünden.“
Der Priester sagt mir zu: Ich bin befreit.

Die Tat war schlimm, und hart war das Gestehen.
Ich durfte neu an Gott mein Herz entzünden,
Kann wieder Land und Licht und Leben sehen.

© Claudia Sperlich

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Mittwoch der dritten Fastenwoche

Zyklus: Versöhnung
Beichte

Gesündigt hab ich, und ich muss bekennen:
Ich gebe jeder Wurzelsünde Wohnung.
Mein Hochmut fordert Ehre und Belohnung,
lässt außen glänzen und im Innern brennen.

Ich will es alles ungeschminkt benennen,
Ich habe Angst und will doch keine Schonung.
Nun gehts zu meiner eigenen Entthronung,
Denn nichts soll mich vom König Christus trennen.

So bitt ich Gott mal wieder um Vergebung –
Bitt Ihn, den man für mich ans Kreuz geschlagen,
Mir wieder, immer wieder, zu verzeihen.

Dann hoffe ich auf Gnade und Belebung
Und fürchte jetzt schon, wieder zu versagen,
Und fleh zu Ihm, von Schuld mich zu befreien.

© Claudia Sperlich

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Katechese im Radio Horeb

Montag bis Freitag ist auf Radio Horeb um 16.30 Uhr etwas zum Katechismus der katholischen Kirche zu hören. Am Montag, 7. März werde ich dort zum Thema Die Verklärung des Herrn sprechen.
Herr Dornis, der heute meinen Vortrag aufgenommen hat, bat mich auch um die Ausarbeitung weiterer Themen. Voraussichtlich in der Karwoche werde ich über Jesu Einzug in Jerusalem sprechen.
Es sieht so aus, als ob ich in den Sendereihen Katechismus (Mo-Fr 16.30-17.15) und Credo (Di-Fr 20.30-21.40) noch öfter zu hören sein werde.
Ich freue mich sehr!

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Gieriges Hörnchen

Mit allen Vieren im Futter! Macht man ja eigentlich nicht.
Aber Hörnchen dürfen das.
EichhörnchenEichhörnchen
EichhörnchenEichhörnchen

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Dienstag der dritten Fastenwoche

Zyklus: Versöhnung
Reue

Ich stehe schaudernd vor dem Trümmerhaufen
Aus dem, was eigenmächtig ich zerstörte,
Als ich mich gegen meinen Herrn empörte,
Als ich versuchte, von Ihm fortzulaufen.

Ich frage, wer und was mich so betörte –
Wer trieb mich, meine Wurzeln auszuraufen,
Wer schaffte, mir die Treue abzukaufen,
Wer schrie mich taub, daß ich auf Gott nicht hörte?

Ich kann die Schuld auf keinen andern schieben.
Ich habe selbst entschieden, nicht zu lieben,
Und bin doch klug genug zum Unterscheiden!

Gehandelt hab ich gegen bessres Wissen,
Hab mich in Stolz und Eigensucht verbissen.
Ein andrer und ich selbst muß darum leiden.

© Claudia Sperlich

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Diffamierung für Fortgeschrittene

Kürzlich twitterten die Grünen in Baden-Württemberg ein Photo von drei aggressiv wirkenden Männern vor und neben Transparenten der Demo für Alle in Stuttgart. Zwei hielten selbst Fahnen in dem Demo-für-Alle-Lila, auf der einen sah man die typische Familien-Silhouette. Einer hatte die Faust erhoben. Der mittlere trank aus einer Flasche.

faelschung

Überschrieben war das Bild:

Fraktion GrüneBW @FraktionGruenBW 28.2.2016, 15.00 Uhr
Auf @demofueralle versammeln sich „besorgte Bürger“, sagt #AFD-demofüralle.
Sie schauen eher besorgniserregend aus.

Sehr bald hat der aufmerksame Twitter-User Timo Roller herausgefunden, woher das Photo stammte. Die Männer marschierten im März 2011 in einer Demonstration der rechtsradikalen NVU in den Niederlanden. Der Fahnenträger links ist Martijn Oelen, der rechts mit erhobener Faust ist Arie Huisman, beide polizeibekannt. Auf dem Originalphoto sieht man, daß sie nicht etwa „Demo für Alle“-Fahnen tragen, sondern anders gefärbte, mit deutlich nationalistischem Inhalt.

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Demo für Alle – etwas anderes als der Marsch für das Leben, aber mit großen Schnittmengen; wie jener zur Lebensschutz-Bewegung gehörend – ist nicht deckungsgleich mit der AfD. Sie ist lt. Selbstbeschreibung ein Aktionsbündnis verschiedener Familienorganisationen, politischer Vereine, engagierter Einzelpersonen und Initiativen aus ganz Deutschland. Die DEMO FÜR ALLE ist eine Idee aus Frankreich und hat dort als La Manif Pour Tous bereits mehr als 1,5 Millionen Menschen auf die Straße gebracht.

Winfried Mack (CDU) gab zu dieser Fälschung eine Presseerklärung, in der er die Grünen aufforderte, sich für dies Bild zu entschuldigen (d.h. natürlich: um Entschuldigung zu bitten; entschuldigen kann man sich nicht selbst). Bis jetzt habe ich auf twitter (wo ich selbst wie viele andere eine irritierte Frage an die Grünen stellte) nur sehr laue Beschwichtigungsversuche, mit sofortigem Nachlegen und neuen Unterstellungen untermischt, gefunden – einschließlich der Bezeichnung der drei Unsympathen als „Besoffskis“ (der eine hält, deutlich sichtbar, eine Limonadenflasche – und egal wie furchtbar die drei sein mögen, sie haben einen Anspruch auf Gerechtigkeit).

Ich stelle fest:

1. Grüne Politiker finden es in Ordnung, ihre politischen Gegner durch gefälschte Bilder mit Kriminellen in einen Topf zu werfen.
2. Grüne Politiker können nicht unterscheiden zwischen einem nicht parteigebundenen Zusammenschluss von Lebensschützern und der AfD.
3. Grüne Politiker können, wenn sie Unrecht getan haben, nicht von sich aus auf die Geschädigten zugehen und um Verzeihung bitten.
4. Grüne können, wie ich in der Diskussion merkte, ganz hervorragend das eigene tatsächlich jetzt gerade begangene Unrecht relativieren mit den retuschierten Photos oder vergleichbaren Fälschungen, die nicht von Demo für Alle und nicht von AfD kommen, sondern von anderen Leuten, von denen die Grünen glauben, sie wären irgendwie die gleichen. Argumentationsschema: Ich darf dir die Sandschippe übern Kopp ziehen, weil du mit der doofen Ilse in einem Haus wohnst, und deren Bruder hat meinen Cousin mal gehauen, glaub ich.

Es stimmt zwar, daß die Grünen das gefälschte Photo vom Netz genommen haben. Auch haben sie auf twitter irgendwie in die Masse hinein „sich entschuldigt“ (was, wie oben angemerkt, aus sprachlogischen Gründen nicht geht, aber sei’s drum). Zugleich aber haben sie in der Diskussion keine Gelegenheit ausgelassen, die eigentliche Schuld an so ziemlich allem ihren politischen Gegnern (alle gleich) in die Schuhe zu schieben.

Grüne, werdet erwachsen.

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Gespräch mit einem amnesty-Aktivisten

Daß mir der fordernde Frohsinn sich mir in den Weg stellender Aktivisten nervt, habe ich schon einmal erklärt. Ob es nun daran lag, daß ich mein Wochenkontingent an Ärger schon anderweitig verbraucht habe, oder daran, daß ich gerade von der Kirche kam – heute habe ich einem jungen amnesty-international-Aktivisten sehr ruhig und freundlich erklärt, warum ich ai nicht unterstütze.
Das im vergangenen Oktober erdachte und erst heute ausgesprochene Beispiel, um meine Haltung zu erklären, verstand er sogar. Auch wenn ich ihn sicher nicht überzeugt habe. Aber ich habe ihm immerhin erklären können, was ich meine.

Ich kann für amnesty international nichts spenden – und könnte es nicht einmal, wenn ich viel Geld hätte -, obwohl ich vermute, daß ai immer noch auch gute Arbeit für die Befreiung Gefangener tut. Ich kann es deshalb nicht, weil ai von einem Recht auf Abtreibung ausgeht und sich dafür einsetzt, daß allen Frauen dieses Recht zugestanden wird.

Bei einer Abtreibung wird ein Mensch im frühen Entwicklungsstadium getötet. Daß es ein Mensch ist (nicht ein werdender oder künftiger Mensch, sondern ein jetzt existierender Mensch), kann nicht bezweifelt werden – von der Zeugung an hat er eine menschliche DNA.
ai will, daß dies erlaubt wird. Die Rede ist vom Entkriminalisieren des Schwangerschaftsabbruchs.

Stellen Sie sich bitte folgendes vor.
Sie wissen, daß Ihr Nachbar seine Frau verprügelt. Sie wissen ferner, daß er monatlich großzügige Spenden an wohltätige Organisationen überweist und daß er ein hochangesehener Mann ist, der sich für soziale Belange einsetzt. Nur, nun ja – er prügelt halt auch seine Frau.
Würden Sie darüber hinwegsehen, weil er ja sonst so ein prima Kerl ist?
Würden Sie mit ihm ein Bier trinken?

Der junge Mann wandte ein, die Legalisierung der Abtreibung komme vergewaltigten Frauen zugute.

Nein, das tut sie nicht. Eine Frau, die durch Vergewaltigung schwanger ist, hat zwei schreckliche Probleme zu bewältigen: erstens, daß sie vergewaltigt wurde, zweitens, daß der Vater des Kindes ein Mistkerl ist. Wenn sie das Kind abtreiben läßt, ist der Vater immer noch ein Mistkerl, sie ist immer noch vergewaltigt – und sie hat den Tod eines Menschen herbeigeführt. Damit ist nichts besser geworden und Schlimmes hinzugekommen.

Hiervon abgesehen, werden die weitaus meisten Abtreibungen nicht wegen kriminalistischer Indikation vorgenommen, sondern weil das Kind gerade nicht passt. Aber das ist nicht der wichtigste Punkt.

amnesty international wendet sich gegen jede Form von Körperstrafen und gegen die Todesstrafe – in allen Fällen. Wenn nun genau diese Organisation die Beseitigung von Menschen im frühen Stadium ausdrücklich zur gesetzlich verankerten Option machen will, hat sie ein schweres logisches Problem.

Ich bin froh, daß der junge Aktivist mir zugehört hat, daß wir beide freundlich geblieben sind, daß wir uns respektvoll und lächelnd verabschiedet haben. Traurig bin ich – und habe ihm das auch gesagt -, daß ein Verein, für den ich als Jugendliche mit glühender Begeisterung Petitionen verfasst und Unterschriften gesammelt habe, sich so weit von der Logik entfernt hat.

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Montag der dritten Fastenwoche

Zyklus: Versöhnung
Sünde

Hier will ich eigenmächtig handeln, frage
Nach Gott nur kurz und gebe selbst den Rat,
Ich sag mir vor, daß ich um Hilfe bat,
Daß Er mir riet, was ich mir selber sage.

Was keimt aus meiner eigenmächtgen Saat,
Was ich wie einen Stein im Herzen trage,
Womit ich unbewußt mich selber plage,
Das wird zu hartem Wort und böser Tat.

Gewissensstimmen bringt mein Stolz zum Schweigen.
Ich glaube, selbst den guten Weg zu zeigen,
Und weiß zutiefst, daß ich mich selbst betrüge.

Ich will das Recht zu meinem Tun erzwingen,
Was mir im Weg steht, will ich niederringen –
Und aus dem Wollen wird Gewalt und Lüge.

© Claudia Sperlich

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Schöne Geschenke!

Der ganze Tisch liegt voll mit Gaben zum Anschauen, Lesen und Ausgeben. Zudem werde ich gerade mit freundlichen Worte, Glück- und Segenswünschen förmlich überschüttet.

Gabentisch

Der Schmetterling hängt nun an meinem Fenster, und ich sehe ihn vom Schreibtisch aus.

Schmetterling

Das schöne Segenstuch wird wohl noch viele selbstgebackene Brote schützen. IHS – Iesum habemus Socium – Jesus haben wir zum Gefährten!

Brotsegentuch

Maria mit dem Kind schmückt und behütet nun auch den Raum über meinem Wohnzimmertisch.

Maria mit Kind

Zwei zauberhaft kleinteilige Zeichnungen – eine mit Eichhörnchen! – werden auch noch ihren Rahmen und Platz finden, daß ich sie täglich bestaunen kann.

Zeichnung
Eichhörnchen

So geht das, wenn man künstlerische Freunde hat! Ich freue mich gerade wie ein Kind. Und daß ich das mal war und vor Gott auch weiter bin, feiere ich heute und habe ich ja schon gestern gefeiert. Danke!

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Zu meinem 54. Geburtstag

Herr, Du hast mich im vergangnen Jahr
unvermutet und verschwenderisch
mit so vielen Gaben überhäuft,
manchmal war mir Angst vor dieser Fülle –
und nun bitt ich: gib mir mehr davon,
schenk mir mehr von Deinen Gnadengaben!

Dieser neue, frisch geschenkte Morgen,
eines neuen Lebensjahres Anfang,
kommt von Dir – ich will ihn für Dich leben.

Sonntag ist, und nicht nur sonntags will ich
meine Augen auf Dich richten, Herr.
Führ mich durch dies Leben bis zum Ende,
und dann gib, daß ich Dich ewig schaue.

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