Das zweite Jahr von „für immer“

Über fünf Jahre lebe ich nun nach den Grundsätzen, die ich in einem privaten Gelübde erst zeitlich und dann ewig besiegelt habe: Armut, Keuschheit, Gehorsam, tägliche Feier der Messe, tägliche Anbetung und mindestens monatliche Beichte. Vor zwei Jahren war mir klar, daß ich so wirklich für immer leben will. Das Versprechen, das ich damals feierlich nach einer Messfeier gab, ist bindend, und ich habe es keinen Augenblick bereut.

Daß ich mit meinem ewigen Gelübde in so seltsame Zeiten komme, konnte ich im Dezember 2019 nicht ahnen. Aber nun sind die Zeiten, wie sie sind – und ich fühle mich wunderbar getragen.

Ich hab mich meinem Herrn und Gott verpflichtet
Auf Seinen Ruf, und Er hat mich beschenkt.
Er, der mich lockt und meine Schritte lenkt,
Hat mich in schweren Tagen aufgerichtet.

Er ist in mich und ich in Ihn versenkt.
Mich nährt der Herr, der Not und Tod vernichtet.
Ich schau auf Ihn, der einst die Schleier lichtet.
Von Seiner Liebe ist mein Herz durchtränkt.

Mein Leid und meine Sünden darf ich klagen
Ihm, der mich immer neu von Schuld befreit,
Der mir vergibt, mich stärkt, heilt alten Gram.

Er ist mein König und mein Bräutigam!
Zu neuem ewgen Leben nach der Zeit
Wird Er mich über Himmels Schwelle tragen.

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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6 Antworten zu Das zweite Jahr von „für immer“

  1. akinom schreibt:

    Das Datum steht in meinem immerwährenden Kalender. Nach der heiligen Messe habe ich heute bei der Gottesmutter ein Kerzchen für Sie angezündet. Viel Glück und viel Segen auf all Ihren Wegen!

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  2. Bettina schreibt:

    Auch von mir die allerherzlichsten Segenswünsche! Mögest Du immer unbeirrter und freudiger Deiner Berufung folgen!
    Bettina

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  3. Herr S. schreibt:

    Größe Hochachtung und Respekt auch von meiner Seite.

    Das wohl Wichtigste im Leben ist, nicht den Weg zu Gott zu verlieren.

    Deshalb: Gehen Sie weiter unbeirrt Ihren als richtig erkannten Weg, sehr geehrte Frau Sperlich.

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