Gebet

Mein Gott, bitte hilf uns.

Deine Kirche zerfällt. Deine Kinder werden heimatlos. Streit überschwemmt alle Gespräche.
Schuld sind abgrundböse Menschen, die Deine Diener sein sollen und stattdessen dem Satan dienen. Hirten, die ihnen anvertraute Schafe schlachten und fressen.
Jesus Christus, Deine Braut ist ein Flittchen geworden, das sich fremden Göttern an den Hals wirft, und dies ist die Konsequenz.

Mein Gott, alle Gläubigen leiden. Gespräche werden zu Zank, Zweifel zu Zorn, Freunde verstehen einander nicht mehr, Trauer und Angst überschatten alles. Christi Stellvertreter redet, wo er schweigen sollte, und schweigt, wo er reden sollte, und Deine Kinder zerstreiten sich über ihn. Die einen nehmen seine Fehler und Schuld zum Anlaß, ihn vollends abzulehnen und sein Amt mit ihm; die anderen wollen alles entschuldigen und übertünchen. Wer versucht, maßvoll zu bleiben, und vielleicht gar zugibt, nicht alles beurteilen zu können, wird von beiden Seiten niedergemacht.

Du hast versprochen: Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.
Und ich denke: Wie hältst Du es aus in dieser Kirche, Deiner Braut? Ekelst Du Dich nicht, wenn Du im Tabernakel ausharren musst?

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Gebet

  1. akinom schreibt:

    Endlich jemand, der sich an die richtige Adresse wendet: Den Tabernakel. Ich will es auch tun.

  2. Carolina Bauer schreibt:

    Ein gutes Gebet zur rechten Zeit.

  3. gerd schreibt:

    „Ekelst Du Dich nicht, wenn Du im Tabernakel ausharren musst?“

    Wir sollten uns erinnern: Jesus allein im Garten Gethsemane. Seine Jünger schlafen. Jesus alleine bei seiner Gefangennahme. Seine Jünger fliehen. Jesus alleine vor dem hohen Rat, Er wird geschlagen. Jesus alleine vor Herodes. Er wird verspottet. Jesus alleine vor Pilatus. Er verteidigt sich nicht. Jesus von Judas für Geld verkauft und von Petrus drei mal verraten, am Kreuz verblutet, erstickt und verdurstet. Er hat all unsere Sünden auf sich geladen. Alle die bis dahin begangen wurden und alle die noch begangen werden. Jesus liebt uns auch weiterhin. Er ekelt sich vor der Sünde, aber nicht vor dem Menschen. Rufen wir: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich unser!“
    Dann wird er sich zu uns kehren und fragen: „Was soll ich dir tun?“

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