Peter Esser zum 54. Geburtstag

Der das deutsche Bischofswesen
Und moderne Katechesen
Spitz befiedert karikiert,
Der dem Herren dient voll Freude,
Trotzig-fromm im Weltgebäude
Vetus Ordo ministriert,

Er sei heute hoch erhoben!
Ja, den Herren muss man loben,
Für des Zeichners Witz und Mut!
Mög ihm Gott in Gnaden geben
Gern nochmal so langes Leben,
Sichre Hand und Geistes Gut.

© Claudia Sperlich

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Mein Vater Martin Sperlich

Vor dreizehn Jahren starb Martin Sperlich.
Aus diesem Anlass hole ich ein Gedicht vor, das ich ihm im vergangenen Jahr geschrieben habe.

Meinem Vater zu Allerseelen

Wie ein Niegewesen
kreist der blaue Ball
Zeichen ungelesen
stumm im leeren All

Martin Sperlich

Gesucht und nicht gefunden
die Wahrheit im Menschenleben.
Hat vielen vieles gegeben,
ist ganz und gar mir verschwunden.

Ich weiß nicht, wo er gelandet.
Hat Gott ihn zu sich genommen?
Wird er noch zu Ihm kommen?
Oder ist er gestrandet?

Es geht nicht ums Wiedersehen,
um meine Sehnsucht gehts nicht.
Aber es geht um das Licht –
es geht um das Auferstehen.

Die fromme Mutter geflohen,
er selbst vom Führer verführt.
Dann hat er das Unrecht gespürt
und bereut – man musste nicht drohen.

Hat Wahrheit in Bildern gesehen
und Stückwerk fürs Ganze gehalten.
Er liebte geschaffne Gestalten
und lehrte mich, Kunst zu verstehen.

Ein Heiliger war er zwar nicht.
Doch treu und tapfer im Tragen
von schweren und schönen Tagen.
Sei ihm gnädig, Herr, im Gericht.

© Claudia Sperlich

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Termine

Ein Blick auf meinen Terminkalender lohnt meistens.

Eben bekam ich einen Anruf von der Arche Potsdam. Am 12. Juli um 19.30 Uhr sollte dort jemand über den Heiligen Dominicus sprechen. Der Referent hat abgesagt, und nun wurde ich gefragt, ob ich nicht trotz der kurzen Vorbereitungszeit bitte, bitte könnte…

Aber ja. Ich kann.

Und dann, aus organisatorischen Gründen, muss der Vortrag über den Kirchenlehrer Ambrosius (geplant für den 20. September) leider verschoben werden. Genaueres wird noch bekanntgegeben.

Nun gut.

Ich freue mich über ein bißchen mehr Vorbereitungszeit für Ambrosius und sehr kurze Vorbereitungszeit für Dominicus. Denn, frei nach Karl Valentin: Wenn ich mich ärgere, muss ich ja auch vorbereiten.

Und morgen bin ich um 16.30 Uhr auf Radio Horeb zu hören zum Thema „Wie gelangt der Mensch zur Seligkeit?“

Bei dieser Gelegenheit darf ich darauf hinweisen, daß ich auch für Geld bereit bin zu arbeiten. Die genannten Vorträge halte ich für Gotteslohn.

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Frühsommer-Vanitas

Ein Spaziergang durch Friedenau ist fast immer eine Freude für Liebhaber des Vanitas-Stillebens, besonders aber jetzt, wo so viel blüht und die ersten Rosen schon welken. Wenn dann noch Insekten und ein einzelner Meisenflügel dazukommen, fragt man sich: Wo ist jetzt bitteschön der nächste beste flämische Maler?

Wiesenblumen auf dem BalkonPetersilie
Vorgarten
CIMG0007Rosen
Wicke mit Hummel
Margerite mit BieneWicke und Rose
Lavendel
welkende RoseWicke mit Hummel
Wicke mit HummelWicken am Zaun

Et in Arcadia ego!
Meisenflügel

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Warum ich die Käthe nicht mehr mag

Käthe Kollwitz war ohne Zweifel eine bedeutende Künstlerin. Sie hat authentische und erschütternde Bilder der körperlichen und seelischen Not durch Hunger, Ungerechtigkeit und Krieg geschaffen. Sie hat unverzagt gearbeitet, obwohl ein törichter Kaiser ihrer Kunst die Anerkennung versagte – Kaiser Wilhelm II untersagte die von Liebermann vorgeschlagene Verleihung der Kleinen Goldenen Medaille, weil er den Preis nicht „von einer Frau herabgewürdigt sehen“ wollte und die moderne Kunst als „Rinnsteinkunst“ bezeichnete. (Es ist nie gut, wenn Mächtige darüber beschließen, was Kunst ist und wie Künstler zu behandeln sind.)

Meine Sympathie für „die Käthe“ ist jedoch deutlich beeinträchtigt, seit mir ihre Position zur Abtreibung wirklich klar geworden ist. „Nieder mit dem Abtreibungsparagraphen“ steht auf ihrem berühmt gewordenen Plakat, das eine traurige, hohläugige hochschwangere Frau mit einem Kleinkind an der Hand und einem Baby auf dem Arm zeigt.

„Bereits im Mutterleib hungert der kleine Proletarier“ hieß es in der kommunistischen Zeitung für die werktätige Frau. Die logische Folge hieraus war nicht eine Solidaritätskasse für arme Mütter, sondern die Forderung nach einem „Recht“ auf Abtreibung.

Der § 218 in der damaligen Form sah für Frauen, die abgetrieben hatten, hohe Zuchthausstrafen vor – und dagegen wurde zu Recht protestiert. Denn es hilft schlichtweg zu gar nichts, Mütter (in der Regel waren diese Frauen schon Mütter lebender Kinder) einzusperren, ihre Kinder in Heime zu geben und die Arbeiter weiter hungern zu lassen. Hätten die Sozialisten und Kommunisten und mit ihnen Käthe Kollwitz die Abschaffung der Zuchthausstrafe für arme, schwer schuldig gewordene Frauen gefordert und zugleich für soziale Gerechtigkeit gekämpft, wäre ich zumindest in dieser Sache ganz auf ihrer Seite. Aber statt zu sagen „Weg mit den Abtreibungen – her mit Geld für arme Mütter!“ wurde propagiert „Weg mit den Kindern armer Mütter!“

Nebenbei war und ist diese Haltung unglaublich praktisch für die Väter, die sich dann nicht mehr ihrer Verantwortung stellen müssen.

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Hörnchen am offenen Fenster

Sie sind schon ein wenig eigen, die Hörnchen – lassen sich sehr ungern photographieren und filmen, aber dies hier willigte nach einigem Bedenken ein.

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Katechese auf Radio Horeb

In einer Woche, am Donnnerstag, dem 23. Juni, um 16.30, bin ich auf Radio Horeb zu hören zum Thema „Wie gelangt der Mensch zur Seligkeit?“.

Wer dann keine Zeit hat, kann die Sendung auch später als Podcast hören.

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Hörnchen hinter ungeputzter Scheibe

Das Problem ist, daß die Hörnchen mit ihren Pfötchen und Schnäuzchen immer schneller für putzbedürftige Scheiben sorgen, als meine Lust zum Fensterputzen wächst. (Besagte Lust ist ein sehr langsam nachwachsender Rohstoff.)

Aber ich photographiere trotzdem. Zumal so ein süßes halbwüchsiges Hörnchen.

Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen

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Balkonia

Horrormeldungen aus aller Welt, gerechter Zorn auf staatliche Nölerei, stagnierende Schriftstellerei, sichtbare Folgen übermäßigen Schokoladenkonsums!

Aber erstens gibt es ja noch den Himmel,
Sommerhimmel

zweitens den Balkon.
Balkonblumen
weiße Blümchen
Marienkäfer an Petersilie
Balkonblume

Ich hab es gut.

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Die Bosheit der anderen

Nach dem Massaker von Orlando lese ich in den sozialen Medien viel darüber, wie gefährlich der Islam ist.

Ich bin keine Freundin des Islam. Allerdings stelle ich auf facebook in letzter Zeit immer wieder fest, daß Menschen große Probleme damit haben, wenn ein Muslim etwas Gutes tut oder sagt (das meint er nicht so! Wenn er seine Religion wirklich verstünde, könnte er das gar nicht tun oder sagen!), oder wenn von Unbekannt ein Gewaltverbrechen verübt wird (Bestimmt ein muslimischer Einwanderer!).

Ja: Es gibt vermutlich ein spezifisch islamisches Gewaltproblem. Attentate sind ziemlich häufig das Werk von Muslimen. Daß in meiner Kindheit Deutschland von einer Bande gutbürgerlich aufgewachsener Deutscher terrorisiert wurde, deren letzte Überlebende kürzlich versuchten, ihre Rente durch einen Raubüberfall aufzubessern, oder daß 1998 ein kleines Mädchen von einem niemals muslimisch gewesenen Österreicher entführt und acht Jahre lang festgehalten wurde, oder daß eine weitere deutsche (und deutschstämmige) Bande jahrelang aus rassistischen Motiven mordete, oder daß ein deutsches Paar in seinem Häuschen auf dem Lande jahrelang unbemerkt folterte und mordete, wird darüber gern vergessen. Ich will damit nicht eine Untat gegen die andere aufwiegen. Tatsächlich ist mir herzlich egal, aus welcher Art von Irrsinn jemand meint, andere ermorden zu müssen – mein Mitgefühl gilt den Opfern, und zwar gleichgültig, ob die mit mir hätten befreundet sein können oder nicht. Mir fällt nur auf, daß mit der Häufung islamistisch motivierter Untaten die Erinnerung schwindet, daß auch Nicht-Muslime Böses tun können. Die Bosheit der anderen wird wahrgenommen, die aus den eigenen Reihen nicht.

Nach den Schüssen von Orlando stelle ich zwei Dinge fest. Erstens: Eine Zeitung hält es für meldenswert, daß der Täter als Kind gemobbt wurde. Der Spott über diese Meldung ist berechtigt. (Ich wurde als Kind auch gemobbt. Hüten Sie sich vor mir!) Zweitens: Die Tat, die gegen die Besucher eines Schwulentreffs gerichtet war, wird im Internet schamlos bejubelt – und zwar nicht nur von Muslimen, sondern auch von evangelikalen Christen in Amerika.

Nun könnte man sagen: Naja, Evangelikale Amerikaner sind halt so ein Thema für sich. Man hätte nicht einmal ganz Unrecht damit. Aber das klingt doch schon sehr nach „Das hat nichts mit dem Christentum zu tun“ – oder?

Jubel über die Ermordung von Menschen hat in der Tat nichts mit Christi Lehre zu tun. Es sollte auch nichts mit dem Christentum zu tun haben. Leider gehören zum Christentum auch Menschen von dem Zuschnitt jener Jubler, die auf den sozialen Medien verkünden, „Gott hasst Schwule und Moslems, die sind jetzt alle in der Hölle“. (Ich denke mir das nicht aus – es gibt diese Äußerungen.)

Jetzt zu sagen „Diese unbarmherzigen Frei- und Sonstwiekirchler haben nichts mit dem Christentum zu tun, aber Satz ‚Das hat nichts mit dem Islam zu tun‘ ist im gleichen Zusammenhang auf jeden Fall unsinnig“ – das ist schon ein wenig bizarr. Aber es geschieht, jede Wette, hundertfach.

Ich bin traurig. Ich bete für die Opfer, Tote und Überlebende, für alle, die trauern, für den Täter, für alle, die stolz auf ihn sind. Ich sollte versuchen, auch für die Menschen zu beten, die mit ihrer Grausamkeit und Unbarmherzigkeit das Christentum besudeln. Ob ich das kann, weiß ich noch nicht.

Gott gebe uns allen Herz und Verstand.

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