Sternbergs Antwort

Ihr erinnert Euch vielleicht noch an meine nach längerer unbeantworteter Zeit als offener Brief veröffentlichte Zornmail an Thomas Sternberg vom Zentralkomittee der Katholiken. Nachdem Sternberg öffentlich am 20. Mai 2016 hatte verlauten lassen, die getrennte Unterbringung von muslimischen und christlichen Flüchtlingen sei ein „verheerendes Signal“ und fortfuhr, wenn man Flüchtlinge hierzulande „nach Religion getrennt unterbrächte, würde man dem Eindruck Vorschub leisten, wir seien nicht fähig zur friedlichen Koexistenz“, und man dürfe nicht „den Irrglauben schüren, daß Christen und Muslime nicht gut zusammenleben könnten“, und ich dies hier ohne übergroße Freundlichkeit beantwortet hatte, bekam ich nun einen Brief mit Datum vom 4. Juli. Der Brief antwortet auf etwas, was ich nie geschrieben habe.

Sehr geehrte Frau Sperlich,

vielen Dank für Ihr Schreiben und Ihr damit verbundenes Interesse am Zentralkomittee der deutschen Katholiken (ZdK). Wir sind ein Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände sowie von Institutionen des Laienapostolates.

Seit dem Jahr 2000 besteht unser Gesprächskreis „Christen und Muslime“ beim ZdK, der sich mit der Präsenz des Islam in Deutschland und den damit verbundenen gesellschaftlichen Entwicklungen befasst. Die kürzlich veröffentlichte Erklärung des Gesprächskreises „Keine Gewalt im Namen Gottes! Christen und Muslime als Anwälte für den Frieden“ wurde von Christen und Muslimen gemeinsam erarbeitet.

Die Richtschnur unseres Handelns im Dialog mit den Muslimen ist die Konzilserklärung Nostra Aetate, deren dritter Abschnitt lautet: „Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat…. Da es jedoch im Lauf der Jahrhunderte zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslimen kam, ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen.“

Papst Benedikt XVI. Hat diese Haltung übrigens beim Weltjugendtag 2005 unterstrichen, als er die Worte der Konzilserklärung als Magna Charta des Dialogs mit den Muslimen bezeichnete.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Professor Dr. Thomas Sternberg

Und mit diesem Argument will Sternberg untermauern, daß man christliche Flüchtlinge in Flüchtlingsheimen nicht vor muslimischen Flüchtlingen schützen darf? Der Große Vorsitzende eines irrelevanten Zentralkomittees hat die Chuzpe, sich auf ein Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils und auf die Friedensarbeit Benedikts XVI. zu berufen, wenn er den Schutz bedrohter Christen (und Jesiden) vor marodierenden Muslimen unterläuft?

Mein Zentralkomittee, ich wiederhole es gern, sitzt in Rom, nicht in Bonn.

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Hörnchen und Blümchen

Auf dem Balkon blüht es immer weiter. Und ein Hörnchen ohne Ohrpinsel, mit etwas zerfranst aussehenden Ohren, hat beschlossen, mir doch ein wenig zu vertrauen. Vielleicht ist die Kamera ja gar nicht so gefährlich. Vielleicht esse ich keine Eichhörnchen. Neulich in der Wohnung ist ja auch nichts passiert.

Eichhörnchen
Balkonblume
Eichhörnchen
Balkonblume
Eichhörnchen
Balkonblume
Eichhörnchen
Küchenschelle
Eichhörnchen
Küchenschelle

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Vom Nutzen des Laptop

Es kann ja immer mal passieren, daß man eine Rechnung nicht zahlen konnte. Dann sitzt man plötzlich ohne Internet da und stellt fest, daß der Laptop eine hervorragende Bücherstütze abgibt.

Dann kann man z.B. Jan Dobraczyński lesen, Die Briefe des Nikodemus – ein Buch, das ich von Herzen empfehle, jetzt, wo alles wieder funktioniert.

Buchstütze

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Balkonien blüht

Immer prächtiger wird der Balkon – ein wirklicher Reichtum für mich!

Malven
MalveMalve

Kapuzinerkresse
PrachtwickePrachtwicke
Prachtwicke

ein mir unbekanntes Blümlein
Balkonblümchen

blaue und weiße Kornblumen
KornblumeKornblume

Klatschmohn
Klatschmohn

Max Dauthendey
Die grüne Stube

Gern ich ein Julifeld mir küre
Als grüne Stube ohne Türe.
Bin Hausherr dort, bin nicht allein,
Es ziehen tausend Mieter ein:
Die Himmel, die wie’s Feuer summt,
Die Grille, die niemals verstummt,
Die Krähe, die nach Regen schreit,
Der Himmel und die Ewigkeit.
Ich sitz‘ im grünen Staatsgemach
Und denk‘ der kleinsten Ameis‘ nach,
Und meine Möbel und Gardinen
Sie haben stündlich neue Mienen.
Heut sind Sie grau und morgen heiter,
Das Muster webt von selber weiter.
Ich kann dort ganze Stunden liegen,
Den Kopf auf meinen Schultern wiegen,
Und kommt der Abend still heran,
Hab ich unendlich viel getan;
Sah ich nur in der Hecke drin
Dengelnd ’ne kleine Schnitterin,
Und wird sie dabei etwas rot,
Dank‘ ich für meine Mieter Gott,
Bin mit der grünen Stub‘ zufrieden,
Und denk‘: man wohnt doch gut hienieden.

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Suse zum 33. Geburtstag

Bürgerliche Konventionen
Scheinen Dir bepfeifenswert,
Denn das Leben soll sich lohnen!
Frauenwitz vor Königsthronen
Zeigst Du herzlich unbeschwert.

Mit dem Mann der Wahl zur Seite
Pilger auf dem Jakobsweg:
In katholisch-frohe Weite
Heilger Geist Euch beide leite!
Bleibt im Glauben treu und reg.

Was das Leben noch wird bringen
Oder fordern, weiß ich nicht.
Doch ich bete um Gelingen,
Daß Dich schirmt wie unter Schwingen
Unser Heiland, unser Licht.

© Claudia Sperlich

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Hörnchen ohne Beweisbild

Ich schlafe im Sommer gern bei offener Balkontür. Heute wachte ich von hektisch trappelnden Schritten auf: Ein Hörnchen war ins Zimmer gekommen! Der Futternapf auf dem Fensterblech war leer, da musste es nach dem Rechten sehen.
Es wuselte durchs Zimmer, sprang auf den Schreibtisch und fraß einige Sonnenblumenkerne, die innen auf der Fensterbank lagen. Weitere sah es nur an – die lagen zwischen den beiden Fensterscheiben.
Irgendwann akzeptierte es, daß die innere Fensterscheibe seinem bohrenden Blick nicht weicht (es handelt sich um garantiert eichhörnchensicheres Spezialglas). Es huschte wieder nach draußen.

Ich stand auf und füllte ihm reichlich die Futterschale, und ich hoffe, daß es gelegentlich wieder hereinkommt. Warum es übrigens die meisten Sonnenblumenkerne auf dem inneren Fensterbrett hat liegenlassen, bleibt sein Geheimnis. Stattdessen nur gucken, an welche es nicht herankommt, ist fast menschlich.

Wenn es warm genug ist, mache ich das Fenster auf. Das ist der eigentliche Grund für die bei geschlossenem Fenster unerreichbaren Kerne. Und ich irgendwann habe ich dann auch ein Beweisphoto von Hörnchen in der Wohnung.

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Frisches Brot

Roggen-Weizen-Mischbrot mit Olivenöl und Koriander.
Brot backen ist kaum aufwendiger als Brot kaufen – aber viel besser.

Brot

Gerhard Tersteegen
Das tägliche Brot

Denk nicht ans künftige Geschäfte,
Wenn’s da ist, gibt Gott Licht und Kräfte.
Im Vorrat hast du’s ja nicht not:
Was willst du mehr, als täglich Brot?

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Vertrauensvolles Hörnchen

„Nicht gleich hysterisch wegrennen, wenn die Frau die Kamera hebt“ bedeutet für ein Eichhörnchen schon Heldenmut. Denn man kann ja nie wissen, vielleicht ist die Kamera ja doch gefährlich.
Dies Hörnchen ist beinah zutraulich; es ließ sich am offenen Fenster sehr lange beobachten und ablichten.

Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen

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Peter Esser zum 54. Geburtstag

Der das deutsche Bischofswesen
Und moderne Katechesen
Spitz befiedert karikiert,
Der dem Herren dient voll Freude,
Trotzig-fromm im Weltgebäude
Vetus Ordo ministriert,

Er sei heute hoch erhoben!
Ja, den Herren muss man loben,
Für des Zeichners Witz und Mut!
Mög ihm Gott in Gnaden geben
Gern nochmal so langes Leben,
Sichre Hand und Geistes Gut.

© Claudia Sperlich

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Mein Vater Martin Sperlich

Vor dreizehn Jahren starb Martin Sperlich.
Aus diesem Anlass hole ich ein Gedicht vor, das ich ihm im vergangenen Jahr geschrieben habe.

Meinem Vater zu Allerseelen

Wie ein Niegewesen
kreist der blaue Ball
Zeichen ungelesen
stumm im leeren All

Martin Sperlich

Gesucht und nicht gefunden
die Wahrheit im Menschenleben.
Hat vielen vieles gegeben,
ist ganz und gar mir verschwunden.

Ich weiß nicht, wo er gelandet.
Hat Gott ihn zu sich genommen?
Wird er noch zu Ihm kommen?
Oder ist er gestrandet?

Es geht nicht ums Wiedersehen,
um meine Sehnsucht gehts nicht.
Aber es geht um das Licht –
es geht um das Auferstehen.

Die fromme Mutter geflohen,
er selbst vom Führer verführt.
Dann hat er das Unrecht gespürt
und bereut – man musste nicht drohen.

Hat Wahrheit in Bildern gesehen
und Stückwerk fürs Ganze gehalten.
Er liebte geschaffne Gestalten
und lehrte mich, Kunst zu verstehen.

Ein Heiliger war er zwar nicht.
Doch treu und tapfer im Tragen
von schweren und schönen Tagen.
Sei ihm gnädig, Herr, im Gericht.

© Claudia Sperlich

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