Fastenzeit ohne Gehorsam ist Kosmetik.

Fasten, beten, Almosen geben – das sind die klassischen Aufgaben in der Fastenzeit (und eigentlich auch sonst, nur in dieser Zeit eben besonders großzügig und bewußt).

Das alles kann man auch ohne Kirche, ja ohne Christentum und sogar ohne Religion. Fasten findet seit Jahrzehnten ohnehin eine Mehrheit in Deutschland wirklich gut, man wollte ja schon immer abnehmen, es ist so gesund, und dann macht es einen so bewußt (wovon auch immer). Mal wieder vermehrt beten ist ein Rat, den Angehörige aller Religionen sinnvoll finden. Wenn man „meditieren“ sagt, sogar religiös nicht gebundene, und ersetzt man Gebet durch Meditation, trifft man damit auch ganz Ungläubige. Den Armen was abgeben von seinem Überfluss, selbst wenn der so groß nicht ist – das finden auch die meisten Menschen gut, und manch einer lässt sich dazu auch motivieren.

Sicher sind Fasten, Gebet (oder wenigstens ein innerer Rückzug in die Stille) und Großherzigkeit generell gute Handlungen, wenn sie von Herzen gewollt sind. Aber wenn der Adressat am Ende nur das eigene Gefühl ist, das einfach besser wird, wenn man unbeschwerter, ausgeruhter und sozialer ist als sonst meistens, dann ist es eine „Fastenzeit light“.

Die Fastenzeit soll dazu dienen, Gott inniger lieben zu lernen. Und dabei kommt der Gehorsam ins Spiel. Liebe hat mit Gehorsam zu tun. „Ich liebe dich, aber ich möchte nicht tun, was du von mir willst“ ist ein befremdlicher Satz. Er kann einem Menschen gegenüber im gar nicht so seltenen Einzelfall sinnvoll sein – weil Menschen zuweilen schädliche oder unsinnige Dinge wollen. Aber Gott will nur das absolut Gute. Ihn lieben und zugleich bewußt nicht tun, was Er will, ist absurd.

Das gilt auch, wenn Gott durch Schriftwort und – mittels Seiner Kirche – durch Sakrament die Ehe definiert als unauflöslichen Bund zwischen genau einem Mann und genau einer Frau. Falls einem das nicht passt, kann man das als Zeichen sehen, daß Gehorsam eben nicht immer federleicht ist.

Eigentlich sollte das sogar ein deutscher Bischof im Regelfall verstehen.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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