Der Wirt von Emmaus

Drei Männer kommen, staubig von der Reise.
Sehr jung scheint einer mit vernarbten Händen.
Zwei ältre, die sich fragend an Ihn wenden –
Sie scheinen fasziniert von Seiner Weise.

Sie setzen sich zu Tisch. Die Worte enden.
Zwei sinnen nach. Ich bring die simple Speise.
Der Junge betet drüber, Gott zum Preise –
Er scheint von sich den Segen auszusenden.

Sie schauen hoch, sie rufen einen Namen.
Und plötzlich ist der Dritte nicht zu sehen!
Und sie, ganz ohne Angst: „Wir müssen gehen.”

Sie gehen auf den Weg, auf dem sie kamen.
Sie tanzen fast! Ihr Schritt ist jung und schnell.
Du Fremder – mach auch meine Augen hell.

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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Eine Antwort zu Der Wirt von Emmaus

  1. akinom schreibt:

    Emmaus sagt mir: Jesus geht Umwege mit.

    Ich bin dankbar für den von mir verehrten Erzbischof Meisner, mit dem ich persönlich korrespondierte, wie ich es auch mit dem mutigen Nachfolger Woelki schon tat. Ein großes Dankeschön auch Weihbischof Schwaderlap, der mir beim heutigen Pontifikalamt aus der Seele sprach. In Köln sind offenbar auch Beichten und nicht nur virtueller Kommunionempfang hin und wieder möglich.

    Überall hört man von Freude über Gottesdienste im Autokino, im Internet etc. als ein „besonderes Erlebnis“. Wieviel wichtiger ist aber die ungestillte und hoffentlich immer größere Sehnsucht nach dem Leib Christi, die in der geistigen Kommunion zum Ausdruck gebracht wird.

    Emmaus: Jesus geht Umwege mit! Möge der Umweg zu Enkel Emils Erstkommunion und zu Enkel Tims Firmung bald zum Ziel führen!

    Ich bete im Vaterunser jetzt immer „Dein eucharistisches Brot gib uns bald wieder“ und im Engel des Herrn: „Ich bin die Magd des Herrn, ich will es wenigstens sein“ und „Das Wort ist Fleisch geworden und will voller Sehnsucht in uns wohnen“.

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