Karfreitag

Ein purpurroter Mantel
Mt. 27,27-30

Ein roter Mantel, Militärbestand,
Mit einem Loch (zu langsam retiriert),
Hat früher den Zenturio geziert,
Der irgendwann ein jähes Ende fand.

Nun ist der Mantel frisch mit Blut beschmiert
Von einem, der die Geißel überstand.
Der Stoff hat auf zerfetzter Haut gebrannt
Beim Königsspiel. Man gab sich amüsiert.

Den Mantel kann man nun nicht mehr benutzen,
Und der ihn trug, stirbt keinen leichten Tod.
Der Boden an der Säule ist voll Blut.

Den Mantel weg. Ich muss den Boden putzen.
Der Imperator trägt auch so ein Rot.
Vielleicht wars falsch. Doch ich bin nur Rekrut.

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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